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Karlsruhe Karlsruhe bleibt stur: Ikea darf, aber das Coffee-Bike nicht?

Baustellen, Sperrungen und Umleitungen - die Stadt stellt ihre Bürger derzeit auf eine harte Geduldsprobe. Wenn alles steht, sollte zumindest einer fahren dürfen - das Coffee-Bike musste vor Kurzem ein eingeschränktes Tour-Recht vor Gericht erkämpfen. Auch heute steht die Stadt dem Trend noch kritisch gegenüber. Bei einem angeschlagenen Einzelhandel in der Innenstadt, sollte sich die Stadt über kreative Ideen wie mobile Verkaufsstände eigentlich freuen.

Karlsruhe setzt keine Trends - das ist kein Geheimnis. In Karlsruhe plant man lieber mit badischer Gelassenheit - wenn es aber dann mal eng wird, wird der Turbogang eingelegt. Ist der Bau der Kombilösung im Verzug, gibt es Vollsperrungen - wie auf der östlichen Kaiserstraße oder jüngst am Europaplatz. Ist die Sanierung einer Hauptverkehrsader überfällig, wird ein Maßnahmen-Marathon aufgefahren - Beispiel: Südtangente. Wenn man will, wird eine Lösung bei der Stadt gefunden. Nur in einem Fall scheint das nicht zu klappen: Mobilen Verkaufsständen steht man bei der Verwaltung weiterhin skeptisch gegenüber. Warum eigentlich?

Coffee-Bike: Von der Stadt gegen die Wand gefahren

Jüngst wurden die entscheidenden Weichen für eine Ansiedlung des Möbelriesen Ikea in Karlsruhe gefällt - in der Diskussion stand die Verkaufsfläche für das "zentrenrelevante Sortiment". Erlaubt sind laut Regionalplan eine Fläche von 800 Quadratmetern, Ikea will das Sechsfache davon. Mit dieser Regelung soll der Einzelhandel im Stadtzentrum geschützt werden - konkret geht es beispielsweise um Deko-Artikel oder Haushalts- und Spielwaren. Doch der Regionalverband Mittlerer Oberrhein (RVMO) sieht in der Ansiedlung keine Konkurrenz, sondern eine Chance.

Man erwartet eine Sogwirkung des Möbelriesen, die dem gesamten Handel in Karlsruhe einen Konjunkturaufschwung geben soll. Der Regionalverband unterstützt die Ikea-Ansiedlung und gab am Mittwoch einen Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Regionalplans in Auftrag - im Sommer 2015 soll er dem Stuttgarter Verkehrsministerium zur Genehmigung vorliegen.

Soviel Lösungswillen möchte man sich auch in Bezug auf kleinere Fische im Handelsteich wünschen. Gerade, wenn der Einzelhandel in der Innenstadt durch Baustellen geschwächt ist - was aus Sicht des Regionlaverbands der Fall ist - sollten neue Konzepte wie mobile Verkaufsstände eine Chance bekommen. Und jetzt mal ehrlich, so ein Kaffee, Hot Dog oder Donut an der Haltestelle könnte wahre Stimmungswunder bewirken - wenn man mal wieder wartend auf einen Umleitungsplan schauen muss.

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Ikea-Ansiedlung in Karlsruhe: Karlsruhe erhält einen Ikea: 2019 soll der Neubau am Weinweg eröffnet werden. Alle Infos rund um die Planung, Bau und Eröffnung von Ikea in Karlsruhe haben wir hier in unserem Dossier für Sie zusammengestellt.
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Kommentare (5)
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  • unbekannt
    (5411 Beiträge)

    das ist nicht Badische Gelassenheit,
    das beweist die kleinkarierten, unfähigen Geister die die Stadt KA beherrschen und dabei fürstliche Beamtenbesoldungen für den verzapften Mist kassieren !
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  •   orakelka
    (1902 Beiträge)

    Ist doch klar, wenn du Kohle hast,
    darfst du alles und wirst unterstützt von unseren "VOLKSvertretern". Kämpst du ums Überleben, interessiert das niemand. Ist ja auch besser der Coffeebiker bezieht Harz IV.

    Ich frage mich schon seit Jahren, wer wählt die? Die NPD kann es auch nicht schlechter machen!
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  •   ALFPFIN
    (5610 Beiträge)

    Ist ja nun wirklich stur.
    Der strampelnde Coffee-Biker ist ja für Ikea nun wirklich keine Konkurrenz. Es sei denn er macht einen Zweit-Bikerbetrieb auf mit Montageteilen, die bei Ikea-Produkten ja häufig mal fehlen, mit in verständlichem Deutsch und gut beschriebenen Montageanleitungen. grinsen
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  •   todi01
    (1040 Beiträge)

    Die Sorge der Stadt
    ist insofern nicht ganz unberechtigt, als man bald nicht nur den netten Coffee-Biker da stehen hätte, sondern auch die aus dem Urlaub in südlichen Gefilden bekannten Straßenhändler mit Fälschungen und sonstiger Billig- oder gar Hehlerware.

    Deshalb muss man die erlaubten Standorte sorgfältig wählen, angemessene (d.h. nicht zu niedrige) Sondernutzungsgebühren festlegen, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften durch ständige Kontrollen sicherstellen und durch maximale Transparenz und Fairness im Vergabeverfahren dafür sorgen, dass nicht irgendeine Mafia die Standplätze unter sich aufteilen kann.

    Das ordentlich abzuwickeln ist aber eine viel originärere Aufgabe der Stadt als beispielsweise die Veranstaltung einer pompösen Geburtstagsfeier, für die ja nahezu unbegrenzte Ressourcen bereitzustehen scheinen.
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  •   mein-senf
    (855 Beiträge)

    Das ist doch alles nur ein Witz
    die Verwaltungsfürze können mit dem durchaus netten Konzept dieses jungen Mannes einfach nicht umgehen, denn was der Bauer nicht kennt das frisst er nicht, und dann hatte der auch noch die Impertinenz sich gegen die Obrigkeit aufzulehnen, da hat er sowieso verschissen bis zum St, Nimmerleinstag, auflehnen haben die bei der Verwaltung gar nicht im Programm .
    Was die sinnvolle Selektion von Sondernutzungsrechten angeht sollte doch der blödeste und bornierteste Verwaltungsfurz unterscheiden können ob einer gefakte Rolex verkauft, oder was sinnvolles anbietet, aber Augenmaß bzw. gesunden Menschenverstand haben die nicht im Programm.
    Wie gesagt ,was der Bauer nicht kennt das frisst er nicht

    " sowas kenne mir ned, und des wolle mir ned in Karlsruh. "
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