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Karlsruhe Tanzen, turnen und toben: SSC schafft Sportangebot für Flüchtlingskinder

"Wir wollen den Frauen und Kindern einfach ein paar schöne Stunden bescheren", erzählt Susanne Stöbener, Vorstandsmitglied des SSC Karlsruhe und Initiatorin des Projekts "Flüchtlingssport" des Vereins in der Waldstadt.

Immer sonntags holt sie mit anderen ehrenamtlichen Helfern Flüchtlingskinder und deren Mütter an der Mackensen Kaserne ab und geht mit ihnen zur Kita "Wirbelwind" am Fächerbad. Dort können die Kinder einen sorgenfreien, fröhlichen Morgen verbringen - in der Turnhalle mal so richtig nach Herzenslust toben, turnen und tanzen, während ihre Mütter bei Tee und Kuchen entspannen, zusammensitzen oder selbst im Gymnastikraum das Sportangebot wahrnehmen.

Nachbarschaftliche Hilfe

"Die Idee kam von verschiedenen Leuten aus dem SSC und dem Bürgerverein der Waldstadt, die alle gerne helfen wollten, besonders natürlich den Flüchtlingen, die direkt bei uns im Stadtteil untergebracht sind", berichtet Susanne Stöbener. Die Organisationsphase habe fast acht Wochen gedauert, sagt sie. "Vor allem wollten wir erst mal erfragen, ob überhaupt Bedarf für ein Sportangebot besteht. Alina Bader, die am KIT für den Flüchtlingssport zuständig ist, hat uns beraten, weitergeholfen und die Erlaubnis für das Projekt beim Regierungspräsidium und der Unterkunftsleitung eingeholt."

Am schwierigsten sei die Frage gewesen, wie die Teilnehmer in die Sporthalle kommen und natürlich, dass die Kinder eine Erlaubnis ihrer Eltern brauchen. "Das ist schwierig zu vermitteln, wenn man jeweils die Sprache des anderen nicht spricht ist", berichtet Susi Stöbener von ihren Erfahrungen. Es wurde ein mehrsprachiger Flyer entworfen, auf dessen Rückseite ein Formular mit der Erlaubnis steht. Eine freie Halle wurde gefunden und seit vier Wochen läuft das Projekt "SSC-Flüchtlingssport" bereits.

Ein paar Stunden Abwechslung

Einige Kinder kommen schon regelmäßig. Trotzdem in der Mackensen Kaserne mittlerweile weniger Menschen untergebracht sind, ist der Andrang noch groß. Fröhlich strömen die Kids in die Halle, grüßen mit einem lauten "Hallo" und ziehen sich die vom Lehrstuhl für politische Ökonomie am KIT gespendeten Stoppersocken über. In der Halle ist ein großer Turnparcours aufgebaut: Matten, Seile, Ringe, ein Barren, Pedalos, Bälle und Springseile liegen für die Kinder bereit - ehrenamtliche Helfer beaufsichtigen die muntere Truppe und geben bei Bedarf auf den Geräten auch mal Hilfestellung. Im Gymnastikraum läuft Musik, hier können die älteren Mädchen, die Frauen und Mütter unter Anleitung tanzen oder Gymnastik machen. Und nach dem Sport stärken sich alle gemeinsam bei Kaffee, Tee und selbstgebackenem Kuchen - Sprachbarrieren werden schnell überwunden - man verständigt sich, hört einander zu und lernt voneinander. 

Derzeit sind rund 40 Ehrenamtliche engagiert, die im wöchentlichen Wechsel helfen. Kuchen backen, die Kinder betreuen, Geräte auf- und abbauen - Helfer werden eigentlich immer gebraucht, denn die kleine Truppe stemmt das Projekt Flüchtlingssport derzeit noch ganz alleine - auch was den finanziellen Aufwand betrifft.

Projekt soll weitergehen

"Solange Flüchtlinge in der Unterkunft sind, werden wir dieses Projekt weitermachen. Wir versuchen auch die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge zu integrieren, allerdings suchen wir da noch nach einer Lösung, wie sie zu uns in die Waldstadt kommen", erklärt Susanne Stöbener. Sponsoren, die die Kosten für die Straßenbahn übernehmen oder vielleicht sogar die Fahrt in einem Kleinbus organisieren - das wäre der nächste Schritt für das Projekt.

Denn das Projekt wird bestens angenommen, von den Teilnehmern, aber auch die Leitung der Unterkunft ist begeistert: "Wir haben mit dem Projekt eine tolle Stimmung in die Unterkunft gebracht, hat uns auch das Security-Team gesagt", so Susanne Stöbener. "Und die Kinder freuen sich immer, wenn wir kommen. Sie stehen schon in Jacke und Schuhen bereit. Auch die Frauen gehen immer gerne mit uns und bedanken sich am Ende ganz herzlich bei allen Helfern", freut sie sich.

 

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