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Karlsruhe Online-Hetze in Karlsruhe: "Wir Nutzer müssen widersprechen!"

Hasskommentare im Internet: Als Chefredakteurin von "Netz-gegen-Nazis" hat die Berlinerin Simone Rafael schon so einiges an Hasskommentaren im Internet gesehen. Im Rahmen der Karlsruher Wochen gegen Rassismus gibt sie einen Workshop mit dem Titel "Hass, Hass, Hass - Wie man mit #HateSpeech im Internet umgeht". Im Interview mit ka-news spricht die Expertin über ihre Erfahrungen mit Online-Hetze und darüber, wie das Problem momentan auszuarten scheint.

Frau Rafael, als Chefredakteurin von "Netz gegen Nazis" und im Rahmen Ihres Engagements für Projekte wie "Generation 50+ aktiv im Netz gegen Nazis" haben Sie ständig mit Hetze im Internet zu tun. Gab es einen Hasskommentar, der Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist? 

Ich sehe viel Hass und Hetze, trotzdem gibt es immer wieder Posts, die mich erschüttern. Neulich schickte mir ein Leser einen Hinweis auf einen Post, bei dem der Nutzer das Kinderlied "Ein Vogel wollte Hochzeit machen" umgedichtet hatte - in diverse Todes- und Ermordungsarten, die er sich für Geflüchtete wünschte. Hochgradig menschenverachtend, aber seit Monaten online, ohne Widerspruch. Ich habe dann bei der Polizei Anzeige erstattet. Ich habe allerdings noch nichts über den weiteren Verlauf gehört. 

Was unternehmen Sie ansonsten gegen Hate Speech? 

Ich sammle und erprobe Wissen und Erfahrungen, daraus entwickle ich gute Gegenstrategien und publiziere sie auf 'Netz-gegen-Nazis' oder diskutiere sie in Workshops, wie dem im Rahmen der Karlsruher Wochen gegen Rassismus. Die Idee ist immer, mehr Menschen zu motivieren, sich über Hassrede im Internet nicht nur zu ärgern, sondern ihnen gute Argumente und Werkzeuge an die Hand zu geben, um dagegen aktiv zu werden. Bei den Workshops lerne auch ich selbst immer gerne die Erfahrungen kennen, die Menschen vor Ort und in verschiedenen Berufsfeldern mit dem Thema sammeln.

Wen sehen Sie in der Pflicht, etwas gegen Hate Speech zu unternehmen? 

Alle, die damit zu tun haben. Seiten-Betreiber müssen prüfen, wie sie ihre gesellschaftliche Verantwortung in diesem Feld wahrnehmen wollen: Das meint Löschkriterien, Seiten und Gruppen verantwortungsvoll zu moderieren, aber auch positive Werte zu unterstützen. Politik und Justiz müssen eine fachlich fundierte Strafverfolgung ermöglichen und auch durchführen - da gibt es noch viel zu tun. Trotz all dem wird noch viel Hassrede übrig bleiben, die weder strafrechtlich relevant, noch gewaltauffordernd ist, aber trotzdem rassistisch und menschenfeindlich bleibt. Der müssen wir Nutzer widersprechen. Tag für Tag. Nur ein Mix der Maßnahmen wird Erfolg bringen. 

Findet Hetze im Internet hauptsächlich anonym statt?

Nein, im Moment beobachten wir ein völlig fehlendes Unrechtsbewusstsein, was rassistische Hetze im Netz angeht. Sie wird oft genug unter Klarnamen gepostet, mit offenen Profil, auf dem der Arbeitgeber angegeben ist. Selbst volksverhetzende und strafbare Inhalte werden mit dem Gefühl gepostet, damit eine akzeptable Meinung zu verbreiten.

Gibt es soziale Netzwerke oder Onlineportale, die besonders betroffen sind? 

Rechtsextreme und rassistische Hetze gibt es im Moment überall. Besonders sichtbar ist sie dort, wo generell viele Menschen sind: Aktuell wären das Facebook und YouTube. Allerdings sind sich diese Netzwerke auch des Problems bewusst und versuchen dagegen vorzugehen. 

Wann ist Hate Speech im Internet zu einem größeren Problem geworden? 

Hasskommentare gibt es schon, seit es das Internet gibt. Allerdings drängen sie vermehrt seit Anfang 2015 aus rassistischen, islamfeindlichen, rechtsextremen Gruppen in die breitere Öffentlichkeit. Dort ist Hate Speech gefährlich: Seit Mitte 2015 nehmen solche Inhalte immer stärker zu, parallel zum Anstieg realer Gewalttaten gegen Geflüchtete. 

Die Fragen stellte Melanie Nees. 

 

Online Wochen gegen Rassismus

Ja zum Meinungsaustausch, nein zu Rassismus! Bei ka-news wird Meinungsfreiheit groß geschrieben und kontroverse Debatten sind für uns ein Ausdruck lebendiger Meinungsvielfalt und ein wichtiger Bestandteil der Demokratie. Doch Meinungsfreiheit endet dort, wo die Menschenwürde missachtet wird. Fremdenfeindlichkeit hat bei uns keinen Platz!

#gegenRassismus

Als reichweitenstärkstes Nachrichtenportal für Karlsruhe und die Region wollen wir ein Zeichen setzen: Im Rahmen der Karlsruher Wochen gegen Rassismus starten auf ka-news die Online-Wochen gegen Rassismus.
Unter www.ka-news.de/gegen-rassismuswerden wir vom 10. bis 23. März ausführlich über das Thema berichten.

Mit unserer Berichterstattung werden wir die Karlsruher Wochen gegen Rassismus begleiten. Darüber hinaus werden unsere Leser auf ka-news eigene Interviews und Hintergrundberichte rund um das Thema Rassismus finden. Unter dem Hashtag  #gegenRassismus  werden wir die Aktion in unseren sozialen Netzwerken auf Facebookund Twitter begleiten.

 

Mehr zum Thema
Online-Wochen gegen Rassismus:
Ja zum Meinungsaustausch, nein zu Rassismus! Vom 10. bis 26. März werden wir mit den zweiten ka-news Online-Wochen gegen Rassismus ausführlich über das Thema berichten. Als Medienpartner begleiten wir die Karlsruher Wochen gegen Rassismus mit Berichten, Interviews und Hintergründen. Beteiligen auch Sie sich! Zeigen Sie Flagge mit dem Hashtag #gegenRassismus, etwa in sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook!

Hier gibt es das gesamte Programm der Karlsruher Wochen gegen Rassismus zum Download.

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Kommentare (182)
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  •   aridus
    (202 Beiträge)

    21.03.2016 18:32 Uhr
    Auch wenn es wahrscheinlich niemand mehr liest...
    ...möchte ich eine Geschichte erzählen (vor allem den Alles-über-einen-Kamm-Scherern, die es hier so zahlreich gibt): Als ich eben einkaufen war, folgte mir ein junger Mann mit dem berühmten "südländisch/arabischen Aussehen" eilig bis vor den Eingang des Ladens. Dort hielt er mich an und drückte mir meine (übertragbare!) Straßenbahn-Monatskarte in die Hand, deren Verlust ich noch garnicht bemerkt hatte.
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  •   limbobimbo
    (96 Beiträge)

    24.04.2016 21:35 Uhr
    Ooch wie toll.
    Bist du sicher, daß er das auf der Karte überhaupt lesen und verstehen konnte? Wenn ja: Einzelfall! grinsen
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  •   Mammut
    (560 Beiträge)

    19.03.2016 22:22 Uhr
    Wer was zum Thema Hetze lesen will wird bestimmt ......
    ... das eine oder andere auf nichtlinkskriminellen Seiten finden.
    Aber viel mehr und viel intensivere Hetze gegen alles, was nicht dem linkskriminellen Spektrum zuzuordnen ist, findet man auf den Seiten von Antifa, Linksautonomen und dem ideologischen Unterstützerspektrum dieses destruktiven und menschenfeindlichen Packs!
    Das ganze Theater um "rechte Hetze" wird nur getrommelt (und von den zugehörigen Propagandamedien aufgebauscht) um von der diffamierenden und rassistischen Hetze gegen alles, was dem deutschen Kulturkreis zugeordnet werden könnte und was nicht "politischer Correctness" Priorität vor sachlicher Richtigkeit und Tatsachen gibt, abzulenken.
    Auch die Stadt Karlsruhe und KA-News überschlagen sich mit scheinheiligen Aktionen wie "Woche gegen Rassismus" und "gegen Hetze im Netz" um von den eigenen Aktivitäten in Richtung Rassismus, Provokation, Diffamierung und Hetze abzulenken.
    Nichts als Schaumschlägerei und Vernebelungstaktik mit höchster Intensität!
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  •   Landpomeranzen
    (53 Beiträge)

    20.03.2016 12:40 Uhr
    Auf den Punkt gebracht
    Belege gibt es auch in dieser Polizeimeldung - man beachte die Zahl der Festgenommenen, die Anzahl der verletzten Beamten, die Gewaltbereitschaft an sich und den schweren Eingriff in den Bahnverkehr

    Und SO WIE HIER liest sich das dann auf Seiten der gewalttätigen Guten, auf Seiten, von denen man sich fragen muss, warum der Herr Justizminister nicht dagegen vorgeht.
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  •   Daxlander
    (742 Beiträge)

    19.03.2016 10:46 Uhr
    schöne Sonne
    unglaublich, wie hier zwei Kommentatoren schon wieder drauf sind. Es ist Samstagmorgen, die Sonne scheint. Wischen sie sich den Schaum vom Mund legen Sie die italienische von Mendelssohn auf - macht immer gute Laune - und starten Sie in einen wunderschönen Tag. Unternehmen Sie etwas mit Ihren Liebsten. Der Tag ist voller
    Möglichkeiten. Atmen Sie den Sommer ein.

    Wer morgens schon sooo eine Laune hat, läuft Gefahr zu verhärten und zwar große Gefahr.
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  •   imb2015
    (207 Beiträge)

    19.03.2016 06:21 Uhr
    Sie nehmen eine ganze Partei in Sippenhaft, El_Patrone?
    Thilo Sarrazin beispielsweise ist nach wie vor SPD Mitglied. Völlig zurecht, wie ich finde. Vor wenigen Jahren (als Diskussionen noch erlaubt waren) war "Deutschlandschafft sich ab" ein Bestseller und wochenlang im Buchhandelvergriffen. Heute wäre dasselbe Buch wahrscheinlich verboten.

    Kinderfreund Edathy ist ebenfalls noch SPD Mitglied und da kam es noch nicht einmal zu einer Verurteilung.

    Wegen einer, sicherlich sehr geschmacklosen Äußerung in einer geschlossenen Facebook Gruppe gibts dann gleich ein halbes Jahr auf Bewährung? Irgendwie scheint jedes Maß verloren gegangen zu sein.

    Im Übrigen handelt es sich bei der Landesregierung von Sachsen Anhalt auch um keine eigenständige "Rasse", hat also mit dem Thema "Rassismus" herzlich wenig zu tun.
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  •   jetzt.lass.mal.wieder.gut.sein
    (146 Beiträge)

    19.03.2016 10:20 Uhr
    Sag mal,
    hast Du außer einen auf Forumspolizei zu machen eigentlich nichts zu schaffen? Oder bist Du hier als Klickzahlenbeschaffer tätig?

    Und jetzt darfst petzen gehen :-P ..... mimimimi
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  •   Ein_Wanderer
    (166 Beiträge)

    19.03.2016 10:19 Uhr
    Es ging gerade um die Frage
    ob man wegen der Äußerungen einzelner eine ganze Partei verantwortlich machen kann.

    In der CDU gibts ja z.B. die Frau Steinbach, trotzdem idenzifiziert man die Partei nicht mit ihr, sondern mit Merkel und ihrem linken Flügel.
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  •   imb2015
    (207 Beiträge)

    19.03.2016 06:09 Uhr
    Nach Ihrer Definition Ignaz, müsste nahezu jeder Biologe ein Rassist sein
    Siehe auch beispielsweise die K-Strategie.

    Es wäre Zeit mal etwas Sachlichkeit in die Rassismusdebatte einzubringen. Dann würde es vielleicht Sinn machen.

    Solange jedoch die linksguten Ideologen über Gut und Böse bestimmen und Denkverbote die "Diskussion" dominieren, solange bleiben "Rassismuswochen" und dergleichen wertlos und wertvolle Ressourcen gehen verschüttet.
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  •   SperrungsKandidat
    (64 Beiträge)

    19.03.2016 09:11 Uhr
    Es ist schon eine zeitlang her.
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere AGB und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++

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