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Karlsruhe Unwetter an Fastnacht: Droht dem Karlsruher Umzug das Aus?

Mainz, Münster, Essen und Düsseldorf - hier ist der Rosenmontagsumzug abgesagt worden. Der Grund: Sturm und Dauerregen. Auch in der hiesigen Region haben mehrere Veranstalter die Reißleine gezogen und ihre Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen gestrichen. Fällt nun auch der Karlsruher Fastnachtsumzug ins Wasser?

Nein, das Wetter macht es den Narren die Tage nicht gerade leicht: Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist der Rosenmontag für Hästräger wie für Zuschauer im Südwesten alles andere als gemütlich. Statt Sonne erwarten die Hästräger Schauer und Sturmböen bis zu 90 Kilometern pro Stunde.

Schuld sind "Ruzica" und "Susanna", wie Bernhard Mühr, Diplommeteorologe am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ka-news verrät. "Aktuell beeinflusst uns das Sturmfeld von Tiefdruckgebiet 'Ruzica',
und nach kurzer Wetterberuhigung in der zweiten Nachthälfte erfasst uns Dienstagfrüh schon das nächste Tiefdruckgebiet, das den Namen 'Susanna' trägt", so der Wetter-Experte. Der DWD warnt bereits vor weiteren Unwettern im Südwesten. Ist die Karlsruher Fastnacht in Gefahr?

Fastnacht in mehreren Städten abgesagt

Mehrere Veranstalter in der Region haben auf die stürmischen Wetteraussichten reagiert und ihre Umzüge bereits abgesagt. So meldet beispielsweise die Stadt Rheinstetten, dass der Rosenmontagsumzug in Neuburgweier abgesagt wurde. Als Ausgleich sollte ab 13.30 Uhr ein Narrentreff in der Festhalle Neuburgweier statt finden.

Auch im etwa 20 Kilometer entfernten Neuburg am Rhein fällt die große Sause für die Narren ins Wasser: Aufgrund der anhaltenden schlechten Wetterbedingungen wurde vonseiten des Veranstalters und der Polizeiinspektion Wörth am Montag gegen 10.30 Uhr entschieden, den Rosenmontagsumzug in Neuburg am Rhein abzusagen. Man bedauere die Entscheidung, könne aber die Sicherheit der Teilnehmer und Zuschauer bei den derzeitigen Windstärken nicht gewährleisten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Aussichten für Dienstag machen vielen Fastnachtern ebenfalls Sorgen. "Sowohl der traditionelle Rauentaler Fastnachtsumzug als auch die Fastnachtsbeerdigung vor dem Historischen Rathaus wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt", teilt die Stadt Rastatt mit. Zudem habe man entscheiden, den Narrenbaum auf dem Marktplatz von der Feuerwehr wieder abbauen zu lassen.

Karlsruhe will Wetterverhältnisse beobachten

Die Wetteraussichten sind für die Karlsruher Fastnachter nicht rosig. "Der Wind legt im Verlauf des Dienstagvormittags wieder kräftig zu und um die Mittagszeit sowie am Nachmittag kann der Wind in Böen erneut Geschwindigkeiten zwischen 80 und 100 Kilometern pro Stunde erreichen", meint Mühr. Mit Sturmböen müsse bis zum Abend gerechnet werden.

Die Stadt will das Wetter weiter beobachten, wie eine Pressesprecherin auf Nachfrage von ka-news erklärt. Der Stand am Montagmittag: Die Karlsruher Fastnacht findet nach wie vor statt. Sollte sich eine Änderung ergeben, will die Stadt die Narren informieren.

Auf eines müssen diese sich aber auf jeden Fall einstellen: Bei Temperaturen zwischen 10 und 12 Grad wird es nass. "Zum Wind gesellt sich Regen, der sich am Vormittag von Frankreich her ausbreitet und kräftig sein kann. Am Nachmittag sind auch mal kürzere Regenpausen drin, die Sonne lässt sich aber nicht blicken", so der KIT-Wetter-Experte.

Aktualisierung, Dienstag 10.05 Uhr:

Gute Nachrichten für alle Fastnachter: Wie die Stadt in einer Pressemitteilung erklärt, wird der Karlsruher Fastnachtsumzug wie geplant stattfinden. Nach dem stürmischen Rosenmontag mit Böen von bis zu Windstärke neun ginge die Wetterprognose im Zeitfenster des Fastnachtsumzugs von einer vorübergehenden Wetterberuhigung in Karlsruhe aus.

"Die Meteorologen erwarten, dass es weniger stürmisch sein wird im Vergleich zum Rosenmontag", gibt Björn Weiße, Amtsleiter des Ordnungsamtes, am Dienstagmorgen grünes Licht für das Narrenspektakel. Weiße war Leiter einer Abstimmungsrunde am Dienstagmorgen in der Branddirektion Karlsruhe. Die Branddirektion hatte nach laut Stadt Dauerbeobachtung am Montag vorsorglich für Dienstagmorgen den engeren Kreis des Verwaltungsstabs einberufen, um die Lage aus unterschiedlichen Fachsichtweisen zu erörtern. Im Verwaltungsstab vertreten waren neben der Stadt auch die Fachberater Polizei, leitende Notärzte sowie Sicherheit sowie ein Prüfingenieur.

Bis zu Beginn des Umzugs um 14.11 Uhr werden nun noch neuralgische Punkte der Umzugsstrecke betrachtet, der Prüfingenieur wird bei der Abnahme der Umzugswagen einen fachkundigen Blick auf die Windsicherheit von Fahrzeug und Aufbauten werfen, heißt es weiter. "Sollte das Wetter doch noch unvorhergesehen zu unseren Ungunsten umschlagen, müsste gegebenenfalls der Umzug auch abgebrochen werden", stellt Weiße klar.

Stadt und Polizei hatten im Vorfeld für die diesjährigen Fastnachtsumzüge die Sicherheitskonzepte intensiv besprochen und dabei verschiedenen Szenarien, darunter auch Sturm, durchdacht. Das Sicherheitskonzept sieht für alle Umzüge eine verstärkte Präsenz von Einsatzkräften vor. Hilfesuchende können sogenannte SOS-Inseln aufsuchen. Ein kleiner Sicherheitsflyer gibt Hinweise zur Sicherheit – im Vorfeld und während der Veranstaltung.

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