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01.02.2016 07:00
 
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Karlsruher Fastnacht: Polizei plant Video-Überwachung bei Umzügen [0]

Bild:mw

Karlsruhe (Melanie Nees) - Die Vorfälle von Köln und Paris werfen ihre Schatten auf die Karlsruher Fastnacht: Bislang wurde nur ein Drittel der Kartenmenge verkauft, die in den letzten Jahren zu diesem Zeitpunkt bereits weg war. Der Grund: Angst vor Terror, meint der Organisationsausschuss Karlsruher Fastnacht (OAF). An diese Situation angepasst werden einige Neuerungen in Sachen Sicherheit auf die Besucher der Karlsruher Umzüge zukommen.
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"Fastnachtsumzüge haben 175 Jahre Tradition in Karlsruhe", meint Jürgen Olm, Präsident des Festausschusses Karlsruher Fastnacht und Vorsitzender des Organisationsausschusses Karlsruher Fastnacht (OAF), bei der Pressekonferenz am Freitag.

In diesem Jahr ist jedoch vieles neu: Allem voran die Sicherheitsbedenken vieler Bürger aufgrund der Terror-Vorfälle der letzten Monate, meint der Obernarr. Das zeige sich am bisher stockenden Kartenverkauf für die Haupttribüne des Karlsruher Fastnachtsumzugs am Faschingsdienstag, die nach einer Verlegung auf den Berliner Platz wegen der Kombilösung-Baustelle nun wieder auf dem Marktplatz sein wird. Gerade ein Drittel der Kartenmenge sei verkauft worden, die in den Vorjahren zu diesem Zeitpunkt bereits vergriffen gewesen wäre, so Olm.

SOS-Inseln und Video-Überwachung

Auf die veränderten Umstände in diesem Jahr reagieren die Karlsruher Polizei, das Ordnungsamt und die Veranstalter mit einer Reihe von neuen Sicherheitsmaßnahmen. Wie Björn Weiße, Leiter des Ordnungs- und Bürgeramtes der Stadt Karlsruhe, berichtet, soll es beim Karlsruher Fastnachtsumzug sowie bei den Umzügen in Durlach und Daxlanden "SOS-Inseln" entlang der Strecke geben. Dabei handelt es sich um Anlaufstellen, an denen die Fastnachter unter anderem den Rettungsdienst antreffen können. Die Inseln sollen durch große Luftballons auch aus der Ferne gut erkennbar sein.

"Es geht darum, ansprechbar zu sein für alle Arten von Sorgen", erklärt Weiße. Die Idee der "SOS-Inseln" habe man von der Stadt Köln übernommen. Zudem gebe es einen Flyer angelehnt an jenen, der sich in diesem Jahr bei "Das Fest" bewährt habe und welcher Sicherheitshinweise und Tipps zum richtigen Verhalten im Notfall gebe. Die Wagenführer und Fußgruppen würden ebenfalls mit entsprechenden Hinweisen versorgt. 

Pressekonferenz Fastnachtsumzug Karlsruhe

Auch die Polizei wartet mit zahlreichen neuen Maßnahmen auf, unter anderem mit einer Video-Überwachung an Brennpunkten entlang der Strecke. "So können wir frühzeitig Entwicklungen erkennen und Straftaten dokumentieren", führt Peter Roth, Polizeidirektor und Einsatzleiter, aus.

Zudem wolle die Polizei lageorientiert zusätzliche Einsatzkräfte stellen und die Haupttribüne sowie die Tribüne für Behinderte und große Kinderwägen auf der Karlstraße vor der Postgalerie speziell absichern. Was es aktuell zu beachten gibt, darüber will die Polizei vor und während des Umzugs alle Besucher wie auch schon im Vorjahr über Facebook und Twitter informieren. 

Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst arbeiten zusammen

Neben der Polizei, dem Jugendschutz und dem kommunalen Ordnungsdienst wird wie jedes Jahr auch der Rettungsdienst bei den Umzügen in Karlsruhe vor Ort sein. "Wir haben je rund 100 Helfer und werden uns an den SOS-Inseln beteiligen", sagt Christoph Nießner, leitender Notarzt. Wie bereits in den Vorjahren wolle man versuchen, Klinikfahrten zu vermeiden und, sofern möglich, Verletzte stattdessen in "medizinischen Zentren" nahe der Strecke zu versorgen, berichtet Nießner weiter. Beim Karlsruher Umzug befindet sich dieses auf dem Friedrichsplatz, beim Durlacher Tor in der Friedrichs-Realschule. 

Eines solle sich allerdings ändern: "Die Einsatzleiter der Polizei, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes wollen sich mehr koordinieren als in den Jahren zuvor", meint der leitende Notarzt. Neben zahlreich Sicherheitsmaßnahmen erwartet die Besucher noch etwas, das auf keinem Faschingsumzug fehlen darf: Zehn bis 15 Tonnen Bonbons und Co., die die Wagen- und Fußgruppen unter die Leute bringen wollen, schätzt der OAF-Vorsitzende Olm. Auf ähnliche Massen kommt auch das Tiefbauamt. Laut einer Pressemitteilung stehen rund acht Tonnen verkehrslenke Materialien bereit: 85 Verkehrszeichen, 250 Lichtkegel, 20 Absperrtafeln sowie 200 Meter Absperrgitter. 

"Wir lassen uns nicht unterbuttern!"

Die Veranstalter trotz verschärfter Sicherheitsvorkehrungen und stockendem Kartenverkauf dennoch zuversichtlich gestimmt: "Die Absperrung und das Sicherheitskonzept haben in den letzten Jahren super funktioniert. Es gab fast keine Probleme. Wir haben zur Not auch Gruppen entfernt, das ging ganz schnell", so Jürgen Olm, Vorsitzender des OAF. Mit dieser positiven Sichtweise ist er nicht alleine. "Wenn man sich unter den Fastnachtern umhört, meinen alle: 'Wir lassen uns nicht unterbuttern'", erzählt Michael Armbruster, Geschäftsführer des OAF.

Von den angemeldeten Teilnehmern - voraussichtlich 33 Wagen und 40 Musik- und Fußgruppen - habe keiner wegen Sicherheitsbedenken abgesagt. Dennoch seien 10 Gruppen weniger dabei als im Durchschnitt der letzten Jahre, allerdings aufgrund von beruflichen Verpflichtungen oder anderen Faschingsterminen außerhalb Karlsruhes. 

Zu den Besuchern gibt es dagegen noch keine Zahlen, wie Einsatzleiter Roth gegenüber ka-news sagt. Im letzten Jahr seien es den Veranstaltern zufolge 200.000 gewesen. "Der Veranstalter fährt auf einem Wagen mit und schätzt das dann", erklärt Roth. Die Polizei beteiligt sich nicht an der Besucherzählung.

Die altbekannte Fastnachts-Strecke durch die Karlsruher City

Die Strecke des Karlsruher Fastnachtsumzugs entspricht der des letzten Jahres: Es geht vom Adenauerring über das Durlacher Tor die Kaiserstraße entlang, dann in die Karl- und Mathystraße und endet auf dem Festplatz. 

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Auf den Karlsruher Fastnachtsumzügen warten in diesem Jahr zahlreiche zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, um der Terror-Angst gerecht zu werden. Haben Sie auch Bedenken? Oder können Sie Fasching unbeschwert genießen? Stimmen Sie ab und diskutieren mit!

Dateiname : Fastnachtsumzug Flyer Sicherheitshinweise
Dateigröße : 293.30 KBytes.
Datum : 01.02.2016 15:10
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Dateiname : Fastnachtsumzug Karlsruhe Streckenplan mit SOS-Inseln
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Datum : 01.02.2016 15:09
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Datum : 01.02.2016 15:17
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Datum : 01.02.2016 15:16
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