Karlsruher "Straßenkampf": Bürgermeister Obert fordert mehr Rücksicht im Verkehr
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Karlsruhe (sas) - Bei trockenem Wetter und Sonnenschein schwingen sich deutlich mehr Karlsruher auf ihren Drahtesel als zu anderen Zeiten im Jahr. Ganz zur Freude der Stadtväter, die sich mit einem 20-Punkte-Programm schon seit geraumer Zeit dafür einsetzen, das Radfahren in der Fächerstadt attraktiver zu machen. Um dies den Bürgern weiterhin attraktiv zu machen, veranstaltet die Stadt alljährlich den Draistag auf dem Friedrichsplatz. Bei einer Podiumsdiskussion diskutierten Bürgermeister Michael Obert und andere Radexperten am Freitag mit Zuschauern über den Radverkehr in Karlsruhe.

Michael Obert gibt zu, dass er eher Straßenbahn-, als Radfahrer ist. "Aber wenn die Verbindung nicht so gut ist, dann steige ich auch aufs Rad", sagt er. Doch als Baubürgermeister ist Obert für das Planen und Bauen zuständig. Darunter fallen auch Radwege, die noch geplant und gebaut werden sollen oder müssen.
Mehr Unfälle wegen schönem Wetter und teurem Sprit
Das sei absolut der Fall, findet ein Mann im Publikum. Zum Beispiel sei es schwierig, den Weg von Ettlingen nach Karlsruhe zu finden, wenn man nicht ortskundig ist. "Eine durchgängige Verbindung des Landkreises mit der Innenstadt ist teilweise recht schwierig", bekennt Obert. Das liege unter anderem an den Begebenheiten vor Ort, wie vorhandene Landstraßen und Waldflächen. Die Entwicklung der Infrastruktur für den Radverkehr brauche jedoch längere Zeit.
Doch in den letzten fünf bis sieben Jahren tue sich etwas, ist auch Christian Büttner, Geschäftsführer des ADFC Kreisverbands Karlsruhe, aufgefallen. "Der Radler wird auf die Straße geholt, weil Radwege aufgehoben und stattdessen Radstreifen eingerichtet werden." Obwohl die Zahl der Beanstandungen im Radverkehr gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück gegangen ist, bedauert die Polizei, dass sich die Zahl der Radlerunfälle im vergangenen Jahr um 21 Prozent erhöht hat.
Das liege zum einen an den hohen Spritpreisen, zum anderen am schönen Frühlingswetter. Ein grundlegendes Problem ergebe sich außerdem mit der Forderung, dass mehr Menschen mit dem Fahrrad fahren sollen. "Mehr Räder fahren auf dem gleichen Raum", erläutert Obert. Deshalb sei es eine Aufgabe, die Verkehrsräume neu aufzuteilen. "Wir bauen nichts zurück. Wir bauen nur um."
Für die Sicherheit der Radfahrer sei entscheidend, dass der Verkehrsraum anders aufgeteilt werde und somit eine Voraussetzung dafür geschaffen werde, dass die gestiegenen Unfallzahlen wieder zurückgehen, findet Michael Adler, Geschäftsführer der Bonner Agentur "fairkehr", die hinter der Kampagne "Motor aus. Kopf an" der Bundesregierung steckt. Der gebürtige Karlsruher lobt die Fächerstadt, wie sie versuche bei zeitgemäßen Entwicklungen im Straßenverkehrs Schritt zu halten.
Neue Form von Lifestyle: mit dem Rad durch die City
Was die Sicherheit im Straßenverkehr angeht, müssten die Radfahrer selbst auch nachbessern, waren sich die Podiumsteilnehmer einig. Eine Helmpflicht einzuführen hielten sie aber für unpassend. Wilfried Frietsch, Leiter der Verkehrserziehung bei der Polizei Karlsruhe, empfiehlt einen Helm zu tragen, weil er einen effektiven Schutz gegen Kopfverletzungen liefere. "Ein Helm ist gut gegen Kopfweh", aber auch gegen tödliche Kopfverletzungen, die sich ein Großteil der tödlich verunglückten Radfahrer im Land letztes Jahr zugezogen hatte.
Generell sei der Fahrradanteil in größeren Städten höher als auf dem Land. Karlsruhe mache dabei keine Ausnahme. "Junge Leute in den Städten wollen eher ein cooles Bike mit einem Messenger-Rucksack haben, mit dem sie ihren Tablet-Computer transportieren", glaubt Agentur-Chef Adler. Das sei ein neue Form von Lifestyle. Auf dem Land sehe es anders aus. Allein aufgrund der Wege gelte das Auto dort nach wie vor als unentbehrlich.
Abschließend appellieren die Radexperten an die Vernunft und die Rücksicht der Verkehrsteilnehmer. Radfahrer dürften zum einen nicht wie Verkehrs-Rowdys durch die Straßen flitzen und andere Radfahrer und Fußgänger gefährten. Zum anderen müssten Autofahrer die Präsenz der Radler auf "ihren" Straßen akzeptieren und sich entsprechend verhalten. So ließen sich deutlich mehr Unfälle verhindern.
Mehr zu: Sicherheit Fahrradfahren Verkehrskonzept Unfall
- (8673 Beiträge) | 27.05.2012 08:33Naja...... wenn er jetzt 'nen Job bei so einer einschlägig bekannten Möbelhauskette aus Schweden findet verteidigt er seinen Arbeitgeber auch mit religiösem Eifer - das erste Viertel Jahr...
- (390 Beiträge) | 27.05.2012 12:47Verwechslung?Ich kann mich nur an den Artikel Verkehrsmoral in Karlsruhe ist am Tiefpunkt erinnern, wo ich lediglich zu mehr Rücksicht im Straßenverkehr appeliert habe. Soweit ich mich recht erinnere, habe ich die AVG nicht verteidigt, sondern überall nur meine Meinung geschrieben. Sicher sind die meisten Worte davon wohlwollend. Wenn ich etwas Schlechtes schreiben würde, gäbe das nur Ärger. Welcher Chef möchte schon einen Negativbericht von seinen eigenen Mitarbeitern im Netz lesen?
Wobei ich gerade mit den Gedanken spiele, zu ka-news zu gehen und ein Interview zu geben, was bei der AVG intern eigentlich alles abgeht und wie viel Mist eigentlich gebaut wird, der dann alles wieder auf dem Fahrpersonal abgetragen wird. Doch das hätte sicher rechtliche Konsequenzen zwecks Weitergabe von Interna ... - (8673 Beiträge) | 27.05.2012 16:39Es ging ja auch......um einen anderen Artikel. Es war glaube ich ein Streik oder eine Kundgebung...
- (1414 Beiträge) | 25.05.2012 19:38Darf ichjetzt die Fahrradtaliban in der Fußgängerzone vom Rädle runterstockschirmen oder nicht? Ich dät jo gern, aber trau mich net so recht. Zumal grad die mit de Kopfhörer immer so gfährlich schaue due.
- (1880 Beiträge) | 25.05.2012 20:07Also die, die mit de Kopfhöreruff de Ohre Rädle fahre, ich glaub die gucke nirgendwohin, isch mei Eindruck, die merke net emol, wenn ma se vom Rädle runterstock-
schirme dut, es sei denn, de Kopfhörer fällt ne von de Ohre. Des merke se.
- (20148 Beiträge) | 26.05.2012 00:55Bonsoir!Bin grad aus Kosika zurück, so einen Blödsinn wie Radfahren gibts da gar nicht erst. Es sei denn man sitzt auf einer Carbon- oder Titanrakete an der der Fächerstadt Guerilla seine helle Freude hätte. Aber dann im vollen Ornat des Lieblingsrennstalles und aus rein sportlichen Gründen. Kein Korse oder Franzose würde auf die Idee kommen ein Rad als Nahverkehrsmittel zu benutzen.
Nicht mal einem Italiener würde das einfallen. Die haben Roller um einen über den Haufen zu fahren.
- (7421 Beiträge) | 26.05.2012 09:12Fordert?Da kann man nichts fordern, höchstens appellieren. Aber lassen wir die semantischen Feinheiten.
Dann bedienen ich mal wahr gewordene Klischees: Älterer Herr im extrem dicken Auto kutschiert auf Parkplatzsuche am Samstagvormittag rund um den Gutenbergplatz. So ein Depp, zwei Straßen weiter gibt es genug Parkplätze.
Oder, der junge Spritzer im getunten Golf bringt Nachschub (eine ! Kiste) zum Marktstand. Und parkt natürlich so als ob als erstes sein Auto war und danach Gott die Welt außen rum gebaut hat.
Größter Nervfaktor sind die, die kein Gefühl für Geschwindigkeit und Abstand haben. Extremcoole FaherInnen kleben an der hinteren Stoßstange, die Schweinwerfer sind nicht mehr zu sehen. 50, 60 80, 100 km/h, der Abstand ändert sich nicht.
Da würde ich gerne mal so richtig in die Eisen steigen und mir einen neuen Heckstoßfänger bezahlen lassen. - (1880 Beiträge) | 26.05.2012 11:04Also das ist garnichts Neues,"Oder, der junge Spritzer im getunten Golf bringt Nachschub (eine ! Kiste) zum Marktstand. Und parkt natürlich so als ob als erstes sein Auto war und danach Gott die Welt außen rum gebaut hat"
Die zweite Hälfte meiner Kindheit und Jugend habe ich in der Gutenbergstraße gewohnt. Schon damals sind "Junge und bis Alte"
wegen der Rückgabe von Gemüsekisten, so was gab es damals noch oder Sauerkrautfässer, ach was Fässle, dermaßen mit ihren Autos rangesprescht, daß wir uns schon beinahe entschuldigt haben, und uns fragten , ob wir noch am Auto vorbeikommen, um unsere Haustür aufschließen zu könnnen. Also ganz alte Sitte. Wir sind halt ein konservatives Volk. Alles bleibt wie immer, wenigstens in einigen Bereichen.
- (8639 Beiträge) | 26.05.2012 12:03Das Bild ist der Knaller!Sieht aus, als ob er gerade das Vater-Unser ins Mikro stammelt, der Herr Obert. Amen.
- (2080 Beiträge) | 27.05.2012 01:49Messenger-Rucksack, Tablet-Computer?WTF?
Haben die Leute nichts Ordentliches zu schaffe, außer "Leifsteil"? - (372 Beiträge) | 27.05.2012 19:00OrdnungsamtHauptproblem ist die behördlich angeordnete Verkehrsführung.
Vorrangschaltung ist natürlich ok, es sollte nicht so sein, dass Busse/Straßenbahn wegen des Autoverkehrs behindert werden.
Aber Radfahrer und Fußgänger ständig einfach so an Ampeln stehen lassen, einfach nur aus Ignoranz? Wenn man Fußgängern/Radfahrern jahrelang eintrainiert, dass Ampeln grundlos 'rot' sind, auch wenn gar nichts kommt, dann darf ich mich nicht wundern, wenn sie dann auch tatsächlich bei 'rot' gehen/fahren.




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