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Karlsruhe Wahlplakate in Karlsruhe: "Belästigung in noch nie dagewesenem Ausmaß"

Am 24. September wird der 19. Deutsche Bundestag gewählt. Im Vorfeld machen die Kandidaten und ihre Parteien ordentlich Werbung für sich- so auch in Karlsruhe. Aber nehmen die Menschen in der Fächerstadt die Wahlplakate in den Straßen wahr? Wir haben uns umgehört - und das Ergebnis fällt nicht positiv aus.

Beeinflussen Wahlplakate die Entscheidung der Karlsruher Bürger? Hört man sich um, so fällt das Ergebnis recht eindeutig aus: Nein, tun sie nicht. Das zeigt auch eine nicht repräsentative Umfrage von ka-news. 1.429 Stimmen wurden bei der Umfrage abgegeben- und ein Großteil der Befragten gibt an, sich von Plakaten auf der Straße nicht beeinflussen zu lassen. Für 84,18 Prozent sagen die Plakate zu wenig über das Programm aus. 

Plakate sind nur lästig

Auch ka-news-Leser Salaud spricht gar von einer "Belästigung in noch nie dagewesenem Ausmaß". Vor allem die Plakate des CDU-Kandidaten Ingo Wellenreuther seien ihm negativ aufgefallen. Skeptisch zeigt sich auch ka-news-Kommentator Smartraver: "Meine Meinung entsteht aufgrund dessen, was ich lese, sehe und erlebe. Und das nicht 45 Tage vor der Wahl, sondern die ganze Zeit über. Auf den Plakaten sind Worthülsen und leere Versprechungen. Ich will Taten sehen."

Mit dieser Meinung sind die ka-news-Kommentatoren nicht allein. Auch der 37-jährige Hassan Fayez Bayad äußert sich im Gespräch mit ka-news wenig positiv. Zwar findet er, dass manche Parteien ansprechende Wahlwerbung machen. Für seinen Geschmack wurden aber zu viele Plakate in Karlsruhe aufgehängt. 

Straßenumfrage: Beeinflussen Wahlplakate?
Bild: Melissa Betsch

Die Durlacherin Elke Hansen lässt sich nach eigener Aussage ebenfalls nicht von Plakaten allein überzeugen. "Mich persönlich beeinflussen die Wahlplakate nicht, aber viele Menschen brauchen den Sympathiefaktor", meint sie gegenüber ka-news. Sie ist der Meinung: Berufstätige orientieren sich ihrer Meinung nach am Tages- und Jahresgeschehen der Politik, nicht an Wahlplakaten kurz vor der Wahl. 

Straßenumfrage: Beeinflussen Wahlplakate?
Bild: Melissa Betsch

Verneinend reagiert auch der 23-jährige Timo Winstel aus Karlsruhe. Besonders sind ihm die Plakate der AfD aufgefallen. Es sei "witzig, was die sich dabei denken", meint er schmunzelnd. 

Straßenumfrage: Beeinflussen Wahlplakate?
Bild: Melissa Betsch

Die Karlsruherin Flora Kubutat wiederum findet die Wahlplakate "hübsch da alle darauf abgebildeten Personen lachen und die Bilder gut retuschiert sind". Sie schließt sich allerdings der Ansicht ihrer Vorredner an, dass sich das auf ihre Meinung nicht auswirke.

Straßenumfrage: Beeinflussen Wahlplakate?
Bild: Melissa Betsch

Wahlplakate als sichtbare Erinnerung 

Es gibt allerdings auch Stimmen, die das Ganze weniger kritisch sehen. So geben 4,69 Prozent der Teilnehmer unserer nicht repräsentativen Umfrage an, dass Wahlplakate bei Ihnen Sympathien oder negative Gefühle wecken können. Weitere 8,75 Prozent der Befragten geben an, von Plakaten zumindest beeinflusst zu werden. Eine endgültige Wahlentscheidung bringt die Wahlwerbung für sie allerdings nicht. 

ka-news-Kommentator Waterman ist der Ansicht, dass die Plakate mehr sind als nur störend: "Es erinnert daran sich mit der Materie zu beschäftigen und wählen zu gehen." Keine Meinung zu diesem Thema hatten 2,38 Prozent der Teilnehmer.

Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2017 in Karlsruhe: Infos und Ergebnisse der Bundestagswahl 2017: Im Dossier zur Wahl des Deutschen Bundestages am 24. September 2017 sammeln wir die gesamte Berichterstattung rund um die Bundestagswahl 2017. Außerdem: Infos zu den Kandidaten aus Karlsruhe Ingo Wellenreuther (CDU), Parsa Marvi (SPD), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Michel Brandt (Linke), Michael Theurer (FDP) und Marc Bernhard (AfD).


Alle Ergebnisse aus Karlsruhe und Baden-Württemberg gibt es ab Sonntag im ka-news-Wahlportal: ka-news-Wahlportal

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Kommentare (39)
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  •   Toleranz
    (147 Beiträge)

    Nervende Plakate! ...erst TUN, Praxis zählt alleine
    Die Wahlplakate ALLER Parteien nerven einfach nur ! - Überall nur Bla, Bla und größe Töne. Das glaubt kein Mensch mehr, weil .... mindestens die letzten 20 Jahre ( und sicher auch davor) von Politik insgesamt NUR gelogen und alle Bürger belogen und betrogen wurden. Wer einmal lügt dem glaubt man nicht, selbst wenn er auch die Wahrheit spricht, heißt es. ... doch bei der Wahrheit ist alle Politik noch lange nicht angekommen, eher beim Punkt PROPAGANDA o. neudeutsch NLP, altdeutsch Manipulation.Kinder und Jugendliche werden mit angeblichem Slogan: Bildung ist die Lösung! getrieben anzunehmen,man müsse nur gebildet sein, dann wäre Job & Lohn sicher (Berufspraxis zeigt: Quatsch, sie werden alle ausgebeutet ob Akademiker oder Ausgebildete oder Helfer.). Rente: Was soll das mit Privatvorsorge?Es gibt keinen Arbeitnehmer der ausreichend Lohn (5-10k€ netto) hat um ausreichend sparen zu können(-30% Löhne seit 2004/hohe Mieten/hohe Allgemeinpreise) . und selbst bei 5-10 k € net wirds eng.Also?
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  •   plokk
    (51 Beiträge)

    Wahlversprechen = Heisse Luft
    Zitat von Franz Müntefering Wir werden an den Wahlversprechen gemessen - das ist unfair.
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  •   lynx1984
    (2688 Beiträge)

    Inhalte?!
    Leider fragt Ka-news immer nur nach den Meinungen zu Plakaten oder schreibt Artikel darüber dass Plakate wenige Stunden zu früh aufgehängt wurden. Leider kommt inhaltlich gar nix rüber.
    Sprich was wollen die Parteien? Wer sind denn überhaupt die Kandidaten für die Stadt und den Landkreis?
    Die Energie Leute nach Meinungen zu fragen und diese abzulichten hätte ich lieber in einer knappen Berichtserstattung zu den Kandidaten und deren Zielen gesehen. Tipp@Ka-news Redaktion: Auch diese Arbeit kann man die Kandidaten selbst machen lassen zwinkern
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  •   albern
    (202 Beiträge)

    Ja, die Plakatierung in Karlsruhe hat ein irres Ausmaß angenommen
    All die bunten Aufsteller, Dreieckständer, Wesselmänner, A1- und gar A0-Plakaten an Lichtmasten und anderen Pfählen, teils auch illegal an Schildermasten, in Kreuzungen und in Haltestellen.
    Da wird es zur Glückssache die reguläre Beschilderung noch wahrzunehmen. Gut, dass Leuchtreklame und Reflexionsmaterial noch zu teuer für die Massenproduktion zu sein scheint.

    Ein echtes Problem ist es, wenn die Blickfänger zu Sichtverhinderern oder gar zu Verkehrshindernissen werden. An manchem Fußweg müssen Rollstuhlfahrer oder Kinderwagenschieber auf die Straße ausweichen, Manch Radweg wird von Plakaten in Kopfhöhe eingeengt oder die Werbung wird dreist einfach draufgestellt. Im Kreuzungsbereichen wird die Sicht behindert und gerade bei Fuß- und Radwegen hat man bei Kurven oft so eine oder viele debil grinsenden Fressen statt den Blick auf andere Verkehrsteilnehmer im Rückspiegel.

    Danke dabei insbesondere den Kraftfahrern, die da mit erhöhter Umsicht, Rücksicht und Vorsicht unterwegs sind!
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  •   Mondgesicht
    (1515 Beiträge)

    Belästigung?
    So weit würde ich nicht gehen. Einen inhaltlichen Nutzen haben die Plakate allerdings nicht (ausgenommen vielleicht mal zur Belustigung...).

    Dennoch gehört es zur Demokratie, dass jeder für seine Wahlvorschläge Werbung machen darf. Also ich sehe es einigermaßen entspannt, so lange
    - die Plakate nicht zerfetzt und zerfleddert rumbaumeln oder in der Landschaft liegen und
    - sie nach der Wahl so schnell wie möglich verschwinden und alle Reste (Befestigungen, Kablebinder usw.) beseitigt werden.

    Da sind die Parteien in der Pflicht, vor der Wahl regelmäßig alle Standorte zu überprüfen und nach der Wahl alles sauber zu hinterlassen. Und bitte: keine Aufkleber!
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  •   Kanzler
    (164 Beiträge)

    Belohnung
    Eine Belohnung auszusetzen gegen das Gesindel welches die Plakate zerstört ( aller Parteien) ist richtig. Es kann nicht sein das eine solche Sachbeschädigung geduldet wird. In meinem Bereich habe ich Leute für ein paar Stunden organisiert , die nichts anderes machen als Fotos und natürlich dann auch diese Typen anhalten.
    Von diesem Gesindel die unserer Partei hier in KA durch eine solche Zerstörungswut schaden, sind 3 vom OA und Polizei festgehalten worden und bekommen nun Post von der Staatsanwaltschaft. Desweiteren werden unsere Leute durch einen schönen Stundenlohn von 10€ belohnt.
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  •   Joerg_Rupp
    (1995 Beiträge)

    In Nürnberg
    dürfen pro Partei nur 500 Plakate aufgehängt werden, jedes weitere Plakat kostet 4,70 €. Würde vielleicht helfen.

    Problematisch sehe ich die "modernen" Hohlkammerplakate an, befestigt mit Kabelbindern. Die rutschen oft nach unten oder klappen ein und man kann nicht mehr lesen, was draufsteht. So werden sie eher als Müll wahrgenommen.

    Die AfD hat übrigens dazu aufgerufen, Leute zu melden, die ihre Plakate zerstören und 1000 € Belohnung ausgelobt. Problematisch ist ja so ein Kopfgeld schon. Darüber hinaus behauptet sie, dass die Plakatzerstörer/innen bandenmäßig organisiert seien und bewaffnet und gefährlich. Wer sowas wählt, der/m ist nicht zu helfen.
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  •   Waldbronner2017
    (50 Beiträge)

    In Ettlingen und Umgebung
    scheint mir das ganze schon organisiert zu sein, hier hängen AfD-Plakate in der Regel nicht lange! Dafür kleben an den Laternenmasten vielerorts Antifa-Aufkleber. Da weiss man woher der Wind weht...
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  •   toilettenfrau
    (163 Beiträge)

    Plakatzerstörer
    bandenmässig organisiert? Vielleicht dachten die an so was wie Antifa o.ä.

    Das wäre ja echt eine ganz unverschämte und unrealistische Unterstellung... ... ...
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  •   Ozeiger
    (1328 Beiträge)

    Können
    sie etwas näher beschreiben was an so einem 'Kopfgeld' (gleich mal wieder Kampfrhetorik) problematisch sein soll?
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