90  

Karlsruhe Schulz in Karlsruhe: "AfD ist eine Schande für unsere Nation!"

Am Samstag stoppte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz auf seiner Wahlkampftour in Karlsruhe. Auf dem Platz der Menschenrechte vor dem Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) hat Schulz zu über 1.500 Menschen gesprochen. Der Ton war bestimmt und kämpferisch - die AfD bezeichnete er als rechtsextrem und hetzerisch, Bundeskanzlerin Merkel wurde zur "Weltmeisterin des Ungefähren".

Für die Alternative für Deutschland (AfD) hatte Martin Schulz in seiner einstündigen Rede am Samstag folgende Worte: "Diese Organisation der Hetzer ist keine Alternative für Deutschland. Sie ist eine Schande für unsere Nation!" Schulz bezeichnete die AfD weiterhin als "rechtsextrem" und kritisierte ihre Sprache als "die Sprache der Totengräber der Weimarer Republik".

"AfD ist rechtsextremistisch"

Schulz bezieht sich damit auf den Umgang von Björn Höcke und Alexander Gauland mit der Zeit des Nationalsozialismus - konkret auf Höckes Forderung nach einer "180 Grad-Wende in der Erinnerungspolitik" und Gaulands Äußerungen, die Deutschen dürften stolz auf "die Leistungen deutscher Soldaten" im Ersten und Zweiten Weltkrieg sein.

"Diese Partei, die die Herren Gauland und Höcke vertreten, ist inzwischen so rechtsextremistisch, dass Frauke Petry als gemäßigter Flügel gilt", sagte Schulz in Karlsruhe, "da können wir uns ausrechnen, was wir vom radikalen Flügel zu erwarten haben." Die extreme Rechte zeige wieder ihr böses Gesicht, daher sei man mehr denn je als Deutsche verpflichtet, Europa stark zu machen, so Schulz.

Schulz: Gesellschaft muss zusammenhalten

Gegenüber seiner Gegner, die ihn mit dem "Charme eines Eisenbahnschaffners" und "Ausstrahlung eines Sparkassenmitarbeiters" beschreiben, forderte Schulz mehr Respekt. "Mich trifft das nicht, aber mich besorgt die Verachtung, die aus diesen Aussagen spricht. Was ist denn an einem Eisenbahnschaffner oder einem Sparkassenmitarbeiter so schlecht?"

Ein Busfahrer, der für den sicheren Transport seiner Insassen sorge, verdiene den gleichen Respekt wie ein Herzchirurg, der Leben durch Herztransplantationen rettet - beide seien für Menschenleben verantwortlich. Man müsse zusammenhalten und dürfe sich nicht durch eine zunehmende Verrohung der Sitten als Gesellschaft auseinander reißen lassen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte Schulz in seiner Rede als "Weltmeisterin des Ungefähren" und bezeichnete das Thema Rente als klare Differenz zwischen den beiden Kanzlerkandidaten. Viele Themen seien beim TV-Duell zwischen den beiden nicht diskutiert worden - Schulz erklärte sich "jederzeit bereit" für ein zweites TV-Duell, egal ob "bei Tag oder Nacht zu Wasser, Land oder Luft".

"Deutschland kann es besser gehen!"

Schulz versäumte es nicht, am Samstag seine Wahlversprechen auszuführen: Der SPD-Kandidat will sich für mehr Generationengerechtigkeit, ein stabiles Rentenniveau und ein stabiles Rentenbeitrittsalter einsetzen. Die Bedingungen in der Pflege sollen verbessert werden, die "Würde im Alter" will Schulz zur "zentralen Staatsaufgabe" machen. Für die CDU ist "sozial, was Arbeit schafft", so Schulz, die SPD will "gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort".

Sozialer Ungerechtigkeit will Schulz mit der Einführung einer Bürgerversicherung, einer Verschärfung der der Mietpreisbremse, einem Rechtsanspruch von Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit, Lohngleichberechtigung für Frauen gegenüber Männern sowie für Leiharbeiter gegenüber Facharbeitern und mehr Investitionen in den Wohnungsbau begegnen. "Deutschland geht es gut, der Satz stimmt", so Schulz, "aber Deutschland kann mehr. Deutschland kann es besser gehen!" Daher werde man bis zum Schluss für einen Sozialdemokraten als Bundeskanzler kämpfen.

Wichtig sei, überhaupt wählen zu gehen - appellierte Schulz am Samstag vor allem an die jungen Wähler: "Denkt an Brexit, denkt an Trump." Wählen zu gehen, stärke die Demokratie. Nur so könnten rechtsgerichtete und populistische Politiker und Parteien klein gehalten werden, erklärte Schulz.

Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2017 in Karlsruhe: Infos und Ergebnisse der Bundestagswahl 2017: Im Dossier zur Wahl des Deutschen Bundestages am 24. September 2017 sammeln wir die gesamte Berichterstattung rund um die Bundestagswahl 2017. Außerdem: Infos zu den Kandidaten aus Karlsruhe Ingo Wellenreuther (CDU), Parsa Marvi (SPD), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Michel Brandt (Linke), Michael Theurer (FDP) und Marc Bernhard (AfD).


Alle Ergebnisse aus Karlsruhe und Baden-Württemberg gibt es ab Sonntag im ka-news-Wahlportal: ka-news-Wahlportal

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (90)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   tomfrance
    (86 Beiträge)

    Nachtrag:
    Was erzählt denn wohl Schulz den Eltern der 16jährigen, die gestern von 3 Afghanen auf offener Strasse in Bayern vergewaltigt wurde?
    DAS ist eine Schande. Wo bleiben denn da die Lichterketten der rotgrünen Weltretter? Ach Sch ....
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (4079 Beiträge)

    War denn die Strasse....
    ......menschenleer und wo war das den in Bayern? Bayern ist gross.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   diwd
    (500 Beiträge)

    Auf offener Strasse
    um ca. 20:00 Uhr.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   toilettenfrau
    (162 Beiträge)

    Frau Merkel und ihre GroKo
    sind die Mütter und Väter des heutigen AfD-Erfolgs. Wäre die CDU noch so wie früher wäre das nicht passiert.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Malerdoerfler
    (3621 Beiträge)

    Genau!
    MAn kann es nicht oft genug erwähnen!

    Irgendwann kapiert es auch .................................
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   EmilyHobhouse
    (881 Beiträge)

    Gründung
    Von den 18 Gründungsmitgliedern 2013 sind gerade einmal 4 noch dabei. Nach der Machtübernahme der Rechten von 2015 hat sich die Mitgliederschaft deutlich verändert. Viele der Eurokritischen haben das nach rechts driftende Boot verlassen und wurden durch Rechtsextreme ersetzt. Auch wenn sie sich gegen Götz Kubitschek als Mitglied noch zur Wehr setzte, so wird die Partei durch die OstAfD stark von diesem rechtsextremen Autor und Verleger beeinflusst. Du solltest das Buch "Angst für Deutschland" lesen trotz dem es durchaus AfDfreundlich ist, so räumt es doch mit so mancher Legende auf.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   diwd
    (500 Beiträge)

    Von Ihnen kommt nur ein Schmarrn, das ist echt nur noch zum Ko....
    Bernd Lucke, der Gründer der AfD, wurde schon immer als rechtsextrem eingeschätzt. Siehe youtube Michel Friedman - Bernd Lucke. Später, wesentlich später, vermutlich wegen Druck auf Familie, hat er seine Meinung in Richtung Mainstream geändert.
    Kann mir nur vorstellen, entweder Sie sind noch sehr jung und Nachplapperer oder total hirngewaschen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   EmilyHobhouse
    (881 Beiträge)

    Bewusstsein
    Habe zwar Lucke mit keinem Wort erwähnt aber es scheint dir klar zu sein, dass die AfD eine rechtsextreme Partei ist. Die du am Sonntag in diesem vollen Bewusstsein wählst, wie du in mehreren deiner Kommentare zu verstehen gibst. Also, was bist dann du?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   tomfrance
    (86 Beiträge)

    Nicht rechtsextrem !
    ... bitte kein linker Hatespeech hier, seien wir doch ein wenig präziser in der Einordnung. "Rechtsextremismus" definiert sich anders: Weder befürwortet die AfD einen ethnisch reinen Nationalstaat, noch strebt sie die Abschaffung eines pluralistischen, demokratischen Gemeinwesens an, noch huldigt sie in irgendeiner Weise einer dem Faschismus nahestehenden Ideologie.
    Also lassen Sie bitte derartige Beschimpfungen in diesem Forum.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   EmilyHobhouse
    (881 Beiträge)

    Hatespeech des linken Verfassungsgerichtes:
    Nach einer Definition des Bundesverfassungsschutzes ist ''Rechtsextremismus in Deutschland nicht ideologisch homogen. Eine Überbewertung ethnischer Zugehörigkeit und eine gegen den Gleichheitsgrundsatz gerichtete Fremdenfeindlichkeit sind allerdings bei allen Rechtsextremisten festzustellen.''
    Das sind so zusagen die Minimalvoraussetzungen die unzweifelhaft auf die AfD zutreffen und genau aus diesem Grund werden auch einzelne Personen und Gruppen der AfD vom Verfassungsschutz überwacht. Die AfD selbst ist nicht homogen, dort tummeln sich typen, die sich auf Eichmann berufen genau so wie Altrechte die zutiefst antisemitisch sind. Die AfD ist eindeutig eine Stufe mehr als Rechtsradikal. Du willst wieder Schlauberger spielen, aber klappt halt wieder nicht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 7 8 9 (9 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben