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Karlsruhe-Durlach Katrin Göring-Eckardt in Karlsruhe: "Koalition ist kein Wunschkonzert"

Sowohl Cem Özdemir als auch Katrin Göring-Eckardt sind die Spitzenkandidaten der Grünen für die Bundestagswahl am 24. September. Am Freitag luden die Grünen die Karlsruher Bürger zu einem Treffen mit der Spitzenkandidatin auf dem Schlossvorplatz der Durlacher Karlsburg ein.

Unter dem Motto "Triff Katrin in Karlsruhe" veranstalteten die Grünen am Freitag ein Treffen mit Katrin Göring-Eckardt. Rund 100 Bürger waren dieser Einladung gefolgt und ergriffen die Möglichkeit der grünen Spitzenkandidatin Fragen zu dem aktuellen Wahlprogramm "Zukunft wird aus Mut gemacht" zu stellen.

Nach einer Begrüßung durch die Karlsruher-Direktkandidatin Sylvia Kotting-Uhl übernahm Alexander Salomon, Landtagsabgeordnete der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, die Moderation der Veranstaltung.

Bau von Fahrradschnellwegen

Die Grünen fordern in ihrem Wahlprogramm einen Produktionsstopp für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ab 2030 in Deutschland. Kann das funktionieren? "Der Gedanke 'Wenn ich 18 bin bekomme ich ein Auto' entspricht nicht mehr der Realität", so Göring-Eckardt. Immer mehr Menschen bevorzugen alternative Verkehrsmittel wie beispielsweise Fahrräder. "Der Bau von Fahrradschnellwegen sollte genauso selbstverständlich sein wie der Autobahnausbau", fordert die Spitzenkandidatin.

Neben dem Klimaschutz, beinhaltet das Wahlprogramm auch Themen der Landwirtschaft. Die Grünen wollen Ökolandbau fördern, die industrielle Massentierhaltung beenden, die Artenvielfalt schützen und den Einsatz von Pestiziden eindämmen. Auch die anwesenden Bürger wollten wissen, was die Grünen konkret für den Naturschutz zukünftig vorsehen.

Katrin Göring-Eckardt, Alexander Salomon und Sylvia Kotting-Uhl waren bei der Veranstaltung anwesend. | Bild: Melanie Hofheinz

Naturschutz: Kein Ackergift mehr!

"Es ist Zeit aus dieser irrsinnigen Landwirtschaft auszusteigen!", so Göring-Eckardt. "Die Landwirte sollen nicht mit Ackergift arbeiten." Darum wollen die Grünen zusammen mit den Landwirten etwas verändern. "Die Landwirtschaft ist ein zentraler Punkt", so die Grünen-Spitzenkandidatin. Doch wie wolle man das in den Köpfen der Menschen durchsetzten, fragte das Publikum.

"Vielen Menschen ist bereits wichtig, zu wissen was wir essen. Eine Kennzeichnung  - ähnlich wie bei Eiern - sollte es auch für Fleisch geben", so Göring-Eckardt. "Die deutsche Politik kann vieles verändern, denn wir sind ein mächtiges Land in der EU", sagt die Grünen-Spitzenkandidatin weiter.

Sicherheit: "Brauchen mehr Polizei"

Die Grünen sprechen sich für Programme gegen Rechtsextremismus, gewaltbereiten Islamismus und Salafismus aus und wollen diese stärker fördern. Videoüberwachung an "sensiblen, gefährdeten öffentlichen Orten" sehen sie als sinnvolle Zusatzmaßnahme. Mehr und besser ausgebildete Polizisten wollen die Grünen schon länger. "Was sagen Sie zu den Hauptthemen der AfD?", wurde von einem Bürger gefragt.

"Sicherheit kann man nicht nur mit Kameras und Datensammlung erreichen. Wir brauchen mehr Polizei, das ist die einzige Lösung", so die Spitzenkandidatin. Europa müsse hier zusammenwachsen. Eine "klare Ansage an die AfD" hatte Göring-Eckardt ebenfalls auf Lager: "Wir möchten kein Hass und keine Hetze in diesem Land - ohne uns, nur gegen uns!"

Kinderarmut: "Das kann in so einem reichen Land nicht sein"

Das Wahlprogramm der Grünen sieht weiter vor, dass das System aus privater und gesetzlicher Krankenversicherung durch eine Bürgerversicherung ersetzt werden soll, in die alle Bürger einzahlen. Damit wollen die Grünen  die Zweiklassenmedizin im bestehenden Gesundheitssystem beenden. "Wir brauchen endlich diesen Einstieg in die Bürgerversicherung", fordert Göring-Eckardt.

Eine alleinerziehende Frau wollte wissen, was die Grünen zukünftig für sie als Alleinerziehende verbessern können. "Kinderarmut findet zu 40 Prozent in alleinerziehenden Haushalten statt. Das kann in so einem reichen Land nicht sein. Wir fordern ein Reformpaket das Kinderarmut bekämpfen, Familien finanziell entlasten und Alleinerziehende unterstützen soll", informiert Göring-Eckardt.

"Strengen uns an, dass wir eine andere Politik bekommen"

"Unser Bildungssystem ist ineffizient - was sieht die grüne Bildungspolitik vor?", fragte ein junger Mann aus dem Publikum. "Bund und Länder müssen besser zusammenarbeiten. Die Bildung bleibt weiterhin ein zentrales Thema", so die Spitzenkandidatin.

Abschließend interessierten sich die Bürger für die Koalitionsabsichten der Grünen. "Eine Koalition ist kein Wunschkonzert, darum können wir nicht sagen, was wir am liebsten hätten. Aber wir strengen uns an, dass wir eine andere Politik bekommen - damit es nicht so weitergeht oder schlechter wird", nach diesen Worten beendete Göring-Eckardt die Veranstaltung.

Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2017 in Karlsruhe: Infos und Ergebnisse der Bundestagswahl 2017: Im Dossier zur Wahl des Deutschen Bundestages am 24. September 2017 sammeln wir die gesamte Berichterstattung rund um die Bundestagswahl 2017. Außerdem: Infos zu den Kandidaten aus Karlsruhe Ingo Wellenreuther (CDU), Parsa Marvi (SPD), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Michel Brandt (Linke), Michael Theurer (FDP) und Marc Bernhard (AfD).


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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (569 Beiträge)

    Fahrradschnellwege?
    Die ganze Innenstadt ist ein einziger großer Fahrradschnellweg. Wenigstens Rechts-vorLinks sollte man denen mal erklären.
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  •   art5gg
    (258 Beiträge)

    Wer auch mal was unterhaltsames zu KGE lesen will....
    ....dem kann ich nur wärmstens diese Buchbesprechung zu ihrem neuesten Buch empfehlen:
    "Ich entscheide mich für Mut!"
    Ansonsten hoffe ich natürlich, das Frau Goering-Eckhardt ihren Beitrag leistet, um ihre Partei unter die Fünf-Prozent-Hürde zu bringen.
    Damit würde sie dazu beitragen, dass Deutschland zukunftsfähig wird.
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  •   ALFPFIN
    (5611 Beiträge)

    "Ich entscheide mich für Mut",
    um dieses Buch zu lesen, ja da braucht man Mut. grinsen
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  •   ALFPFIN
    (5611 Beiträge)

    Was soll dazu sagen,
    viel gschwätzt und nix gsagt. grinsen

    Zustimmen könnte ich zur Umwandlung der gesetzlichen Krankenkasse für alle, dass also alle Arbeitnehmer nur noch gesetzlich krankenversichert sind. Da macht der beamtete öffentliche Dienst mit Sicherheit nicht, obwohl die auch nicht komplett durch die Beihilfe, die sie vom Staat bekommen abgedeckt sind und sich zusatzversichern müssen. Und Frau Göring-Eckhardt soll mal erklären, wie dann die Politiker "bürgerversichert" werden. Wird die "Arbeitgeberhälfte" aus dem Parteivermögen zugeschossen oder vom Steuerzahler zusätzlich finanziert, zu dem Politikergehalt den sie von uns schon bekommen.
    Bürgerversicherung heißt ja für alle. Soll mal Frau Angie fragen.

    Fahrradschnellwege, die Grünen wollen die Autos ja ganz abschaffen. Dann sollte man so übergangsmäßig überlegen, ob man neben den Autobahnen Fahrradschnellwege baut.

    Ach ja, wie ist die Frau Katrin hergekommen, doch hoffentlich mit der Bahn, oder mit dem Fahrrad? grinsen
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  •   Irgendwas_mit_Medien
    (586 Beiträge)

    Das ist auch niemals so gedacht
    Sinn der Bürgerversicherung ist, dass wirklich alle solidarisch in sie einzahlen - wer sich zusätzlich privat "höher" versichern will, kann das gern tun. Siehe Schweiz zB. Prinzipiell ist das gut und richtig, weil die Privaten sonst immer die jungen, gesunden, gutverdienenden "abgreifen", die auch in aller Regel im Alter immer noch wenigstens gut verdienend bleiben. Das nicht Lukrative bleibt dann für die gesetzliche KV. Also eigentlich eine gute Idee.
    Aber nicht neu und schon gar nicht grün. Und der Teufel steckt im Detail bzw. in der Ausgestaltung.
    Und zu KGE: Wer trotz all der gewalttätigen Geschehnisse der letzten Jahre lt. Artikel keine Programme gegen Linksextremismus fordert, wohl aber (zu Recht) gegen andere Extremisten, dem kann ich das mit "kein Hass und keine Hetze" leider nicht abkaufen.
    Ich war immer schon der Meinung, dass es keinen guten, sondern nur schlechten Hass und schlechte Hetze bzw. Gewalt gibt. Dazu gehört aber auch die von links.
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  •   rheiniheini
    (1449 Beiträge)

    Warum
    gibt es hier zwei Artikel einschließlich einer Fotostrecke, nur weil sich eine Angehörige einer Splitterpartei nach KA verirrt hat?
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  •   Kartoffelsalat
    (455 Beiträge)

    Splitterpartei
    Naja, Splitterpartei nicht gerade. Immerhin die viertgrößte Fraktion im Bundestag. Dann sind FDP und AfD auch Splitterparteien.
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  •   betablocker
    (613 Beiträge)

    Weil es
    offensichtlich seit neuestem jeden von ka-news selbst verfassten Artikel zweifach gibt. Vom KSC gar nicht zu reden, da gibts dann fünf allein nach dem Spiel.
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