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Karlsruhe Jens Spahn in Karlsruhe: "Noch nie gab es ein besseres Deutschland als heute"

Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) sprach am Mittwochabend im Karlsruher Restaurant Besitos über das Thema "Perspektive Zukunft - wie Deutschland wirtschaftlich stark bleibt" und fand deutliche Worte zu Fahrverboten, Vollverschleierung und seiner Position zu Angela Merkel als Kanzlerin.

Jens Spahn (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium der Finanzen unterstützte am Mittwochabend mit seinem Besuch in der Fächerstadt, den  CDU-Direktkandidat für den Wahlkreis Karlsruhe-Stadt, Ingo Wellenreuther, im Wahlkampf.

Unter dem Motto "Perspektive Zukunft - wie Deutschland wirtschaftlich stark bleibt" erklärte Spahn, dass man auch darüber nachdenken solle, wie gut es uns in Deutschland gehe. "Noch nie gab es ein besseres Deutschland als heute. Noch nie haben wir 70 Jahre Frieden und Freiheit in Deutschland gehabt", so der Bundesfinanzsekretär. Auch wies Spahn auf die niedrige Arbeitslosenzahl hin, die nicht als selbstverständlich zu betrachten sein sollte.

"Unsere Gesellschaft wird immer älter und fitter und die Lebenserwartung in Deutschland steigt täglich um sechs Stunden", so das CDU-Mitglied. Hier nennt Spahn die Durchsetzung der Flexi-Rente in Hinblick auf eine Kultur des längeren Arbeitens. Gleichzeitig greift der CDUler die duale Ausbildung auf: "Natürlich brauchen wir Akademiker, aber wir brauchen auch Tischler, Elektriker und so weiter. Diese Berufe werden in Zukunft mehr verdienen. Eine duale Ausbildung ist ein guter Weg und sicherlich kein Bildungsabstieg. Die CDU möchte die duale Ausbildung stärken".

Jens Spahn ist mit 37 Jahren das jüngste CDU-Präsidiumsmitglied. | Bild: Reiff

"Von Fahrverboten halte ich nichts!"

"Deutschland ist ein reiches Land. Das Geld ist da - doch wir bekommen es nicht verbaut", erklärte Spahn. Man muss sich fragen, wo man besser werden kann: "Der Berliner Flughafen wird nicht fertig, weil Geld fehlt – der Stuttgarter Tunnel übrigens auch nicht", merkt Spahn an. Man brauche mehr Dynamik, um vorne dabeizubleiben. Er fordert eine Offenheit für Technologie und Wandel, "damit die Technologie hier stattfindet und nicht im Silicon Valley oder in China." Als konkretes Beispiels nennt Spahn das autonome Fahren: "Das autonome Fahren wird kommen, die Frage ist nur: Werden wir das umsetzen oder jemand anders?".

Zum Thema Dieselmotoren und möglichen Fahrverboten nahm Spahn klar Stellung: "Von Fahrverboten halte ich nichts! Die Politik sollte nicht die Technik vorgeben, da kennen sich andere besser aus. Auch dürfen die Pendler nicht das ausbaden müssen, was andere verursacht haben." Statt Fahrverboten sollten, so Spahn, verstärkt intelligente Verkehrskonzepte entwickelt werden.

"Vollverschleierung gehört nicht nach Deutschland"

Um die innere Sicherheit zu stärken will die CDU eine Mitarbeitererhöhung bei der Polizei und der Justiz. Die Videoüberwachung soll ebenfalls verstärkt sowie eine irreguläre Migration gestoppt werden. "Viele wollen ein besseres Leben und das kann ich auch verstehen", sagte Spahn. "Es geht darum Einwanderung gezielt zu steuern. Irreguläre Integration muss überwunden werden, denn Schleuser und Schlepper dürfen nicht entscheiden wer nach Deutschland kommt", so Spahn weiter.

Kein Verständnis zeigte Spahn gegenüber Menschen, die in dritter Generation in Deutschland leben, mit der deutschen Sprache aufgewachsen sind und trotzdem die Fahne für Erdogan und die Todesstrafe hissen. "Man sollte sich zumindest ein bisschen für das Land interessieren in dem man lebt und sich fragen wo man mit anpacken kann - und nicht nur Anträge stellen", so der Bundesfinanzsekretär. "Kulturelle Unterschiede können bereichernd sein. Ich bin kein Rassist, aber - ist eine Vollverschleierung eine offene Gesellschaft? Für mich gehört Vollverschleierung nicht nach Deutschland", so Spahn weiter.

"Angela Merkel muss Kanzlerin bleiben"

Abschließend wies Spahn darauf hin, dass es ein Unterschied ist, ob man über Probleme spricht um sie zu lösen oder die Menschen zu spalten. "70 sein ist nicht schön, die Alternative aber nicht besser", merkt Spahn an, der bis Sonntag dafür kämpfen wird, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt. "Seit dem Brexit und Trump muss doch klar sein, dass es wichtig ist wer ein Land regiert", so Spahn. 

Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2017 in Karlsruhe: Infos und Ergebnisse der Bundestagswahl 2017: Im Dossier zur Wahl des Deutschen Bundestages am 24. September 2017 sammeln wir die gesamte Berichterstattung rund um die Bundestagswahl 2017. Außerdem: Infos zu den Kandidaten aus Karlsruhe Ingo Wellenreuther (CDU), Parsa Marvi (SPD), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Michel Brandt (Linke), Michael Theurer (FDP) und Marc Bernhard (AfD).


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  •   dipfele
    (4064 Beiträge)

    Der Herr Spahn....
    .... geht von seinem Abgeordneten- Phantasiegehalt aus.
    Die reichsten 10% der Bevölkerung besitzen 2/3 des Gesamtvermögens in Deutschland. 45% der Bevölkerung besitzen nur 1,4 % des Gesamtvermögens. Kann jeder auf Wikipedia nachlesen.
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  •   max
    (123 Beiträge)

    Hier kommt ganz deutlich zum Ausdruck,
    dass dieser Herr Spahn überhaupt keine Ahnung hat, wo dem Bürger der Schuh drückt. Wenn man sehr viel Geld als Angeordneter bekommt, nicht verdient, der weiß doch überhaupt nicht, was es bedeutet zu sparen. Was es bedeutet in einer Tagespflege oder in einem Seniorenstift oder Alten-/Pflegeheim zu arbeiten und dafür nicht ausreichen entlohnt zu werden. So sieht es in Wirklichkeit aus; aber Schwätzer der Nation, wie gestern der Linder, auch keine Ahnung. Die müssten erst einmal arbeiten lernen, natürlich schwerer Arbeit, dann würden sie anderst reagieren.
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  •   Chartist
    (210 Beiträge)

    soweit d´accord Herr Spahn
    jedoch mit Ihrer Chefin als Kanzlerin bzw. Kanzlerkandidatin bleibt für mich die CDU links liegen und ist nicht wählbar
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  •   stoersender
    (899 Beiträge)

    Der Mann hat Glück
    dass er hier keine Kommentare schreibt. Was müsste er sich da anhören für:"Ich bin kein Rassist, aber.. ". Da hüpfen doch einige dann im Dreieck grinsen
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  •   KA300
    (22 Beiträge)

    Jens Spahn in Karlsruhe
    ich kann einfach nicht glauben was ich da lese!. Richtig ist, dass wir 70 Jahre in Frieden und relativer Freiheit erleben durften. Ob das so bleibt nach der Bundestagswahl, wird sich zeigen. Es brodelt in Deutschland, wie auch gestern wieder im SWR die Reportage zeigte. Menschen, die Angehörige pflegen und ihre Arbeitszeit dafür reduzieren um vor Ort sein zu können, zahlen weniger in die Rentenkasse und werden nicht aufgefangen. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie ein Beispiel zeigte. Auch diese Dame hat verloren mit Anfang 50, Ausbildung zur Bankkauffrau und knapp 30 Jahren Berufserfahrung. Nur Gelegenheitsjobs, die nichts einbringen. Oder die Pendler und der überbordende Verkehrskollaps. Anderes Thema: Gentrifizierung in Städten, am Beispiel Stuttgart, wie gestern Abend zu sehen war. Durchschnittsverdiener werden an den Rand oder nach draußen gedrängt. Das Stadtzentrum bleibt nur Wohlhabenden vorbehalten, mit den entsprechenden Folgen.... Hier hat die CDU die letzten Jahre gepennt
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  •   dipfele
    (4064 Beiträge)

    Dafür müssen die Wohlhabenden.....
    ...... jetzt mehr Feinstaub schlucken.
    Generelles Problem ist doch die Verteilung der finanziellen Lasten von unten nach ganz unten und die Vermögensmillionäre nehmen zu. 10 % Reiche besitzen 2/3 des Gesamtvermögens.
    Mit Phantasie- Diäten von 15.000,- und mehr pro Monat lässt sich s in Deutschland sehr gut leben.
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  •   myopinions
    (761 Beiträge)

    .................das übliche
    Wahlkampf-Geschwätz halt.
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  •   ralf
    (3514 Beiträge)

    KSC-Fans geht es so gut wie noch nie
    In wenigen Spielzeiten waren mehr Live-Übertragungen im Free-TV geplant, Eintrittspreise sind im internationalen Vergleich günstig und bald gibt's wieder günstige Fan-Utensilien. Darum auf jeden Fall Erststimme für KSC-Präsident Wellenreuther!
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  •   Aussie
    (535 Beiträge)

    Weiß der Mann, was er sagt? Und was meint er damit?
    Ein paar Beispiele:

    "Mitarbeitererhöhung bei der Polizei und der Justiz"
    "Irreguläre Integration"
    "70 sein ist nicht schön, die Alternative aber nicht besser"
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  •   lynx1984
    (2684 Beiträge)

    Herr Spahn
    ich empfehle Ihnen einen nächtlichen Bummel durch die Karlsruher Innenstadt.
    Dann werden Sie sehen dass die Aussage "noch nie gab es ein besseres Deutschland als heute" in elementaren Sicherheitsbereichen definitiv nicht zutrifft.
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