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Karlsruhe Ingo Wellenreuther: "KSC-Ehrenamt hat mir keine Vorteile gebracht"

Die CDU setzt in ihrem Wahlprogramm auf innere Sicherheit. "Hier muss man klare Worte finden", findet der Karlsruher Bundestagskandidat Ingo Wellenreuther. Bei einer Veranstaltung am Mittwochabend sprach der 57-Jährige zusammen mit Clemens Binninger über das Thema Sicherheit - und seine Tätigkeit beim Karlsruher SC.

"Innere Sicherheit: Was Deutschland jetzt braucht!" So lautete der Titel einer Wahlkampfveranstaltung, zu der der CDU-Kreisverband Karlsruhe-Stadt am Mittwochabend in das ökumenische Gemeindezentrum in Oberreut eingeladen hatte. Sowohl Ingo Wellenreuther, CDU-Direktkandidat bei der Bundestagswahl für den Wahlkreis Karlsruhe-Stadt, als auch Bundestagsabgeordneter Clemens Binninger, sprachen zu den Themen Flüchtlingskrise, Terrorismus und Alltagskriminalität.

"Müssen den Menschen dort helfen wo sie herkommen"

Die CDU fordert in ihrem Wahlprogramm unter diesem Punkt unter anderem eine dauerhaft niedrige Zahl von Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen. "Beim Thema Flüchtlingskrise muss man klare Worte finden. Die CDU ist die einzige Partei, die dieses Thema hochhält. Hier unterscheiden wir uns gravierend von den anderen Parteien", so Wellenreuther zu Beginn der Veranstaltung. "So hohe Flüchtlingszahlen wie in 2015 wird es in Deutschland nicht mehr geben!"

Dass 2015 knapp eine Million Flüchtlinge nach Deutschland kamen, dürfe so nicht mehr passieren, bekräftigt auch CDU-Politiker Binninger. Die Christdemokraten sprechen in ihrem Wahlprogramm von der Verstärkung der Bemühungen, "diejenigen zurückzuführen und gegebenenfalls abzuschieben, deren Asylanträge rechtskräftig abgelehnt werden". Gleichzeitig kündigt die CDU an, gemeinsam mit internationalen Organisationen die Lebensbedingungen in den Heimatländern der Flüchtlinge verbessern zu wollen. "Wir müssen den Menschen dort helfen wo sie herkommen, das ist der wirkungsvollste Hebel", erklärt Binninger.

"Kann nicht sein, dass Behörden nebeneinander herarbeiten" 

Den Kampf gegen den internationale Terrorismus thematisiert die CDU ebenfalls in ihrem Wahlprogramm. "Es sind rund 600 bis 650 Gefährder aus dem islamischen Spektrum in Deutschland. Nimmt man die Personen aus Gefängnissen hinzu, kommen wir auf knapp 1.000", so Binninger. Als Gefährder definiert der Innenpolitiker verdächtige Personen, denen die Begehung eines Anschlages zugetraut werde. In Europa belaufe sich die Gefährder-Zahl auf zirka 4.500. Die CDU fordert daher eine Zentralisierung der unterschiedlichen Sicherheitsbehörden.

"Es ist rund 600 bis 650 Gefährder aus dem islamischen Spektrum in Deutschland", so Binninger. | Bild: Melanie Hofheinz

Zonen unterschiedlicher Sicherheit dürfe es in Deutschland nicht geben. Mit einem gemeinsamen Musterpolizeigesetz für alle Bundesländer und der Weiterentwicklung des gemeinsamen Terroriusmusabwehrzentrums will die CDU für höhere Sicherheitsstandards sorgen."Es kann nicht sein, das 40 Behörden nebeneinander herarbeiten. So kann man mit der Sicherheit der Menschen nicht umgehen", erklärt Binninger bei der Veranstaltung. Aber auch die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden der EU-Staaten müsse verbessert werden. 

Ein weiterer Ansatz der CDU: verstärkte Videoüberwachung zu Fahndungszwecken sowie 15.000 neue Polizeistellen.  "Wir brauchen mehr präsente Polizei, denn wir haben einfach zu wenig. Mit weiteren 15.000 Stellen können wir ein richtiges und deutliches Signal setzen", meint Binninger. Auch die Verstärkung der Jusitz sei notwendig, damit Verfahren zeitnah bearbeitet werden können. 

Weniger Wählerstimmen durch KSC-Probleme?

Ingo Wellenreuther ist allerdings nicht nur CDU-Bundestagsabgeordneter, sondern auch Präsident des KSC. Könnten sich die Probleme des Vereins möglicherweise negativ auf seine Wählerstimmen auswirken? "Ich glaube schon, dass die Menschen das unterscheiden können. Ich mache das Amt beim KSC seit sieben Jahren im Ehrenamt und es hat mir bislang sicherlich keine Vorteile gebracht, sondern öfter mal Kritik", erklärt Wellenreuther im Gespräch mit ka-news.

"Ich denke, dass die Menschen sehen, dass ich Karlsruhe seit 15 Jahren erfolgreich in Berlin vertrete, mich aber auch um eine große Nähe zu den Bürgern hier bemühe und um die Anliegen in Karlsruhe kümmere. Ich bin hier oft präsent und ich glaube auch, dass das von mir erwartet wird - und das mache ich auch gerne für meine Heimatstadt", so Wellenreuter weiter. "Meine ehrenamtliche Tätigkeit beim KSC ist zwar anstrengend, aber ich mache sie gerne - und wir hoffen alle zusammen, dass wir wieder den Erfolg haben, den wir uns wünschen." 

Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2017 in Karlsruhe: Infos und Ergebnisse der Bundestagswahl 2017: Im Dossier zur Wahl des Deutschen Bundestages am 24. September 2017 sammeln wir die gesamte Berichterstattung rund um die Bundestagswahl 2017. Außerdem: Infos zu den Kandidaten aus Karlsruhe Ingo Wellenreuther (CDU), Parsa Marvi (SPD), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Michel Brandt (Linke), Michael Theurer (FDP) und Marc Bernhard (AfD).


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Kommentare (39)
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  •   vordprefect
    (86 Beiträge)

    "erfolgreich in Berlin vertrete.."
    Sein letzter Redebeitrag hatte im Bundestag mit dem Thema Wettbetrug im Sport zu tun..
    Kennt er sich damit etwa aus?

    Kann jeder selbst nachschauen:

    https://www.bundestag.de/abgeordnete18/biografien/W/wellenreuther_ingo/259208

    https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/ingo-wellenreuther
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  •   Nachteule
    (361 Beiträge)

    Dem KSC leider auch nicht !
    Im übrigen ist die Wellenreuther-CDU für den ganzen Schlamassel, den wir jetzt in Deutschland nicht nur beim Thema Sicherheit erleben, selbst verantwortlich. Ein Witz, dass gerade er und seine CDU sich kurz vor der Wahl als die großen Retter inszenieren. Selbst die Karlsuher CDU-Fraktion hat zum Thema Sicherheit im Gemeinderat nur Desinteresse gezeigt. Sämtliche Anträge, die zu einer Verbesserung der Sicherheitslage in Karlsruhe geführt hätten, hat sie abgelehnt.
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  •   Deisyy
    (202 Beiträge)

    Merkel pisst sich den Hosenanzug voll
    vor lauter Lachen über klein Ingo, keiner hat ihn mehr lieb, als alternativlose Politikerkarikatur zwinkern grinsen
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  •   Kanzler
    (164 Beiträge)

    Kritik an IW
    Liebe Leute,
    man kann IW natürlich an Entscheidungen beim KSC kritisieren, tue ich auch, besonders bei den Trainerentscheidungen.
    Aber das er sich nicht für seine Stadt einsetzt ist eine böswillige Unterstellung. Wer macht es denn?Kotting-Uhl???Frau Binder ?? Diese haben nur ihre verblendeten Idiologien im Kopf? Gewählt wurde Ingo Wellenreuther 2013 und wird auch 2017 gewählt werden. Nicht ohne Grund! Er handelt nach seinem Gewissen nicht was Herr Kauder gerne hat. Siehe "Ehe für alle" oder andere Entscheidungen. Herr Marwi ist doch nicht in der Lage Politik für KA zu machen wenn Mentrup ihm das nicht einflüstert. Wellenreuther, Sie kennen mich ... Oder Keine EXPERIMENTE grinsen
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  •   betablocker
    (564 Beiträge)

    Also
    jetzt mal im Ernst. Ob man Wellenreuther jetzt mag oder nicht. Seine Aussage (zumindest die im Text zitierte) war, dass ihm das Amt beim KSC keine Vorteile gebracht hat. Nirgends steht was davon, dass er sich welche ausgerechnet hatte. Das ist reine Interpretation. Er agiert sicher nicht immer glücklich, aber einige andere hätten bei den Anfeindungen der letzten Jahre längst hingeschmissen.
    Und die Weichen für die bescheidene Situation in der sich der Verein jetzt befindet wurden schon vor seiner Amtszeit gestellt.
    Und man kanns drehen und wenden wie man will: Wellenreuther = Pilarsky = Überleben. Solche Seilschaften gibt es überall. Und es wäre auch nicht das erste Mal, dass ein Verein von der Bildfläche verschwindet.
    Und das droht grade mehr als je zuvor.
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  •   Route66
    (840 Beiträge)

    Herr Wellenreuther
    Es gibt unzählige Menschen, die neben ihrer täglichen Arbeit, ein Ehrenamt ausüben. Dese Menschen sind in der Altenpflege, Behinderten- und Jugendarbeit tätig. Diese Menschen packen tatkräftig an und helfen. Diese Menschen haben sich von ihrer Arbeit keine Vorteile versprochen. Diese Menschen machen das einfach weil sie anständig sind und helfen wollen.
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  •   wolkenschauer
    (1278 Beiträge)

    Für die gentrifizierte, gutsherrliche, daxlich-autogerechte, wohltuend dieselbelüftete Weltstadt...
    Ach was, die verdienen auch ehrenamtlich viel zuviel... zwinkern

    Deswegen - Hilfe !

    Herr Wellenreuther handeln sie !

    Damit es hier wieder bzw. noch mehr autogerechter zugeht. Verlangen sie die Citymaut fürs übel leisetretende Fahrrad, beispielh. hier fahrradfahrende Harzler (Flüchtlinge !) und andere 20dezibelunterschreitende Roller ! Und setzen sie einen Soli für die 12 Mille VIP-Garage am Wildpark durch ! Nehmen sie hier die FDPSozis - die Marvis, Mentrups - wie gewohnt - ins Grokobett !

    Tun sie noch mehr für die zT hochgradig betrügerische, offensichtlich auf Gesundheit von Leut, Tier und die Umwelt herabhöhnende grosskonzernige SUV-Autolobby mit ihren Wissmanns, Winterkorns, Zetsches, von Klaedens, Weils, Stegs....... DOBRINDT

    Wir bauen hier schliesslich keine Hinterhofgaragen (für dumme, unmündige Bürger) - gell Herr Marvi ! zwinkern

    Drill, baby, drill - feeling like Trump ! Ein Wohl auf unsere Umweltkanzlerin ! Wir kennen Sie und ihre PR- Selfies auf dem Grönenlande ! zwinkern
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  •   wolkenschauer
    (1278 Beiträge)

    Point of no return
    Wir konsumieren nicht, wir verschlingen !

    https://www.youtube.com/watch?v=vnH7yRpnAVE
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  •   betablocker
    (564 Beiträge)

    Und im
    Tierschutz!
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  •   Route66
    (840 Beiträge)

    Genau
    und Ärzte, die 24-Stunden-Schichten schieben müssen, sind im Urlaub noch als Ärzte bei Ärzte ohne Grenzen tätig. Jammert einer von denen?
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