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Karlsruhe AfD in Badnerlandhalle: "Wollen Harmonie und Eintracht im Bundestag beenden"

Rund 350 Personen sind am vergangenen Donnerstag zu einer Wahlkampfveranstaltung der AfD in die Badnerlandhalle gekommen. Mehrere Personen demonstrierten vor der Halle gegen die Veranstaltung des AfD Landesverbands Baden-Württemberg.

Auf der Veranstaltung sprachen Marc Jongen (Landessprecher der AfD Baden-Württemberg und Bundestagskandidat), Marc Bernhard (Bundestagskandidat für Karlsruhe und Stadtrat in Karlsruhe), Guido Reil (Bundestagskandidat und Stadtrat in Essen), Jörg Meuthen (Bundessprecher AfD Deutschland). Begleitet wurden die Reden mit viel Applaus sowie "Buh"- und "Ihh"-Rufen, die sich jedoch nicht gegen die Redner richteten, sondern die Beleidigungen eben dieser gegen Politiker, Medien und die Kirche befürworteten.

Marc Bernhard wendete sich in seiner Rede gegen die "zerstörerische Einheitspolitik" von Bundeskanzlerin Angela Merkel und die "Politik der sogenannten Gutmenschen". Weiterhin plädierte er für mehr direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild, die direkte Wahl des Bundespräsidenten ("Ein Präsident ist nur dann ein Präsident, wenn er vom Volk gewählt wurde"), übte Kritik an der Europa-Politik sowie der Flüchtlingspolitik der aktuellen Regierung.

AfD: Keine lebendigen Debatten im Bundestag

Der zweite Redner des Abends, Marc Jongen, führte in seiner Rede nach eigenen Angaben Argumente auf, warum es so wichtig sei, dass die AfD in den nächsten deutschen Bundestag einziehe: Es müsse wieder eine Opposition geben, so Jongen, die Einheitsfront von Kartellparteien müsse enden und der Bundestag wieder zu einer lebendigen Debatte zurückfinden.

Aktuelle Politiker wurden von Jongen pauschal als "Kartellpolitiker", "Charaktermasken des Systems", "austauschbar, phrasendreschend, ideenlos und zutiefst schädlich für unser Land" bezeichnet. Merkel wurde  zur "bösen Stiefmutter der Nation", Wahlwerbung zu "Fake News" und aktuelle Politik zur "Schurkelpolitik".

"Sei es in der Eurofrage, bei der Energiewende, dem ganzen unsäglichen Gender Mainstreaming, es herrscht Harmonie und Eintracht im derzeitigen Bundestag", so Jongen und fügt hinzu: "noch!" Angela Merkel und Martin Schulz wurden bei Jongen zum Symbol homogener Politik: "Merkel und Schulz sind so austauschbar, dass ich sie gerne in eine Person zusammen ziehe: Margela Schurkel."

"Wir beziehen zu allen politischen Themen Position"

Das Thema Migration zog sich dominant durch die Wortbeiträge des Abends: Laut Jongen vergehe kein Tag ohne Flüchtlingskriminalität, entsprechende Statistiken sind "gefaked und zurecht gebogen". Man sei nicht ausländerfeindlich, sondern spreche Probleme an, so Jongen.

Man wolle es sich nicht bieten lassen, so Jongen, "wenn von einer bestimmten Gruppe Gefahr ausgeht." Laut Essener Stadtrat Guido Reil entsteht in Deutschland ein "völlig neues Phänomen von Gruppenvergewaltigungen", Messerstechereien, Angriffe mit Kettensägen oder Äxten werden beim AfD-Politiker zu alltäglichen Vorfällen.

Die AfD werde immer nur auf das Flüchtlingsthema reduziert, kritisiert Jörg Meuthen am Ende des Abends: "Ich bin zornig, dass man uns unterstellt, wir haben keine anderen Themen. Wir haben ein komplettes Parteiprogramm, das zu allen politischen Themen Position bezieht. Und wir haben auch ein solches Wahlprogramm. Ich kann Sie nur auffordern, glauben Sie mir das nicht, sondern schauen Sie auch mal in das Wahlprogramm."

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  •   EmilyHobhouse
    (883 Beiträge)

    "Mut zur Taktik"
    "Die Politik der AfD ist also grundsätzlich taktisch angelegt und allein darauf aus, durch Polarisierung und Provokationen Stimmen zu gewinnen. Ein konsistentes Programm liegt nicht vor, auf Lösungskompetenz wird bewusst verzichtet. Der Slogan der Partei "Mut zur Wahrheit" müsste - aufbauend auf das Strategiepapier - eigentlich umgewidmet werden zu der Aussage: "Mut zur Taktik". Deutlich wird zudem das Profil als reine Protestpartei, die Konfliktthemen - etwa Sozial- und Arbeitsmarktpolitik - gezielt ausklammert. Stattdessen will man auf Kernthemen wie Zuwanderung und Asyl, die Rolle des Islams oder Sorge um die nationale Identität in den Fokus rücken." von Von Thomas Leif, SWR und Patrick Gensing, tagesschau.de
    Frage mich warum der schwarz-braun versiffte Meuthen sich aufregt. Alles entspricht doch der eigenen Wahltaktik. Ach so ja, die AfD will ja auch immer noch das Opfer sein. Gut gemacht Meuthen!
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  •   Aussie
    (541 Beiträge)

    "Ich fürchte nicht die Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern die Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten"

    Theodor Adorno
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  •   yokohama
    (3125 Beiträge)

    Eigentlich völlig egal
    ob die Rechtsradikalen in den Bundestag einziehen oder nicht: Niemand wird mit ihnen zusammenarbeiten, Politik und Gesellschaft in Deutschland werden sich dadurch kein Stück weit ändern. Am besten die braunen Pöbeleien ignorieren und dem Affentheater medial keine Plattform bieten. ka-news ist in dieser Hinsicht leider kein allzu gutes Vorbild, über die Rep-/NPD-Klone wird hier mehr berichtet als über die etablierten Parteien.
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  •   Idiocracy
    (31 Beiträge)

    Ah..YokoOno, ein Bauchler :-)
    Wie gesagt, stänkern und Parolen dreschen. Belege, Fakten?
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  •   diwd
    (500 Beiträge)

    Belege, Fakten?
    Na hör mal, schauen Sie kein Fernsehen? Zeitungen lesen? zwinkern
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  •   Idiocracy
    (31 Beiträge)

    2 Fraktionen? Tatsächlich.
    Danke dafür Frau Bohner, sehr erfrischend in dem populistischen Bashingwald gegen die junge Partei AfD, auch mal korrekte Berichterstattung zu erfahren!
    Wenn man jedoch die Kommentare zu diesem sehr sachlich gehaltenen Artikel liest, finden sich 2 Faktionen: Die Bauchpartei und die Diskutanten. Die Diskutanten versuchen die Bauchler mit Fakten und Zahlen zu überzeugen, wobei diese wiederum überhaupt keine Lust haben, sich auf eine Diskussion einzulassen. Ist es mangelnder Intellekt oder fehlende Argumente, ruhig zur Sache zu diskutieren? Oder ist es einfach des Weges des Wassers sich kindesgleich den pöbelnden Massenmedien & sinnverzerrenden Parolen von verängstigten Politiker anzuschließen?
    Als Wirtschaftswissenschaftler kann ich nur sagen: Zeit für politischen Wandel! Höchste Eisenbahn. Wenn man nüchtern und ohne Rücksicht auf politische Ansichten die caritativen Ausgaben betrachtet, die Fehlentscheidungen der letzten ca. 10 Jahre und den Unwillen zur Änderung betrachtet: 5 vor 12!
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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (568 Beiträge)

    Schaut mal hier, was die Vorzeige-Kommunistin
    Wagenknecht von sich gibt:

    Integration scheitert selbst in dritter Generation

    Juckt keine Sau, diese Aussage. Was wäre los wenn ein AFDler sowas sagen würde?
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  •   Idiocracy
    (31 Beiträge)

    wenn 2 das GLeiche tun....
    Linke: verschweigen UU Wagenknecht: passiert nix
    AfD: Volksverhetzung
    CDU: verschweigen
    SPD: verschweigen
    FDP: nix wissen
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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (568 Beiträge)

    Anderer Link
    https://www.all-in.de/nachrichten/deutschland_welt/politik/Wagenknecht-Integration-scheitert-selbst-in-dritter-Generation;art15808,2501656
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  •   EmilyHobhouse
    (883 Beiträge)

    Schweizer Vorbild
    Es lohnt sich wirklich das Parteiprogramm der AfD zu lesen, vor allem für Frauen. Die Schweiz scheint tatsächlich Vorbild zu sein. Wenn man bedenkt, dass die "direkte Demokratie" bis 1990 verhindert hat, dass alle Schweizer Frauen die vollen Bürgerrechte erhielten. Nur durch ein Urteil des Verfassungsgerichtes war das möglich. So stellt sich mir auch die Einstellung der AfD z.b. bei der Familienpolitik dar. Das ist ein Aufruf, Frauen als Gebärmaschinen zurück an den Herd zu schicken.
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