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Karlsruhe AfD-Vize in Karlsruhe: Von "Lösch-Tsunamis" und "hirnlosen Gutmenschen"

Beatrix von Storch rührte am vergangenen Freitag die Werbetrommel für die Alternative für Deutschland (AfD) in Karlsruhe. Zusammen mit Direktkandidat Marc Bernhard sprach sie auf einer Veranstaltung des Kreisverbands Karlsruhe-Stadt im Karl-Benz-Saal der Europahalle.

Vor der Europahalle demonstrierten im Vorfeld rund 50 Personen mit Plakaten, Transparenten und lauter Musik gegen die AfD-Veranstaltung. Im Saal fanden sich wiederum über 200 Personen zur AfD-Veranstaltung ein. Der Karlsruher Direktkandidat Marc Bernhard sprach in seiner halbstündigen Rede über einige Wahlkampfversprechen.

"ADHS-Gestörte" und "Fake-News"

Darunter die Forderung nach Volksentscheiden nach Schweizer Vorbild, die Direktwahl des deutschen Bundespräsidenten, ein Zuwanderungsgesetz nach kanadischen Vorbild, Grenzkontrollen, teils höhere HartzIV-Sätze und die Förderung von Familien durch Steuer- und Rentenbegünstigungen. Das Thema Angst war auf der Themen-Prioritätenliste ganz vorne mit dabei: "Wollen Sie, dass unser Volksfeste weiterhin mit Maschinenpistolen und hunderten Polizisten und Betonpollern geschützt werden oder wollen sie lieber, dass unsere Grenzen offensiv geschützt werden. Diese Wahl können Sie am 24. September treffen", so Bernhard.

Beatrix von Storch, stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD, Landesvorsitzende der AfD Berlin sowie Abgeordnete des EU-Parlaments, verteilte in ihrer rund einstündigen Rede verbale Rundumschläge und Beleidigungen gegen Politiker, Medien und Dritte. SPD-Bundestagsabgeordnete Eva Högl etwa bezeichnete von Storch als ein "kleines, ungezogenes Schulmädchen" und "ADHS-Gestörte". Die ARD, Die Welt sowie sogenannten "Altparteien" verbreiten laut von Storch "Fake-News", Religionsfreiheit befürworte man, allerdings ohne "Minarette als Machtsymbol" und Christen wurden am Freitagabend zur "größten verfolgten Gruppe weltweit."

Merkel soll vor Gericht

Justizminister Heiko Maas wurde von der AfD-Politikerin als "Mann, der keine Ahnung von Gewaltenteilung" hat und "nicht die hellste Kerze ist" bezeichnet. Mit dem Netzwerksdurchsetzungsgesetz, welches im August verabschiedet wurde, habe er einen "Lösch-Tsunami" im Internet ausgelöst. "Es kommt ihm nur darauf an, dass Dinge gelöscht werden, die diese ganzen Truppen von Gutmenschen immer als Hate-Speech melden - wenn man zum Beispiel sagt 'Wir schaffen das nicht' oder 'Wir brauchen Grenzschutz' oder sowas."

Zusammen mit der Kritik an einem Tweet des Innenministeriums - in diesem wird Hate Speech ausdrücklich abgelehnt - bezog von Storch Stellung zu sachlichen Äußerungen: "Es dürfen jetzt nur noch Meinungen vorgetragen werden, die sachlich sind und keine Angriffe - insbesondere keine Angriffe auf die Regierung - enthalten. Wir müssen also in Zukunft so etwas sagen wie 'Sehr geehrte Frau Merkel, wäre es für Sie vielleicht angemessen, dass Sie einmal darüber nachdenken, etwas mehr für unseren Grenzschutz zu tun, denn wir sind der Meinung, dass das vielleicht besser in unserem Interesse wäre.'" 

"Gutmenschen haben kein Hirn"

Und weiter: "So oder ähnlich müssen wir dann formulieren, wenn wir eigentlich sagen wollen 'Diese Kanzlerin verletzt Recht, Gesetz und Verfassung, sie vertritt nicht die Interessen unseres Landes und gehört deswegen verantwortlich gemacht, vor einem Zivilgericht, vor einem Strafgericht - politisch und juristisch."

Zum Ende ihrer Rede jonglierte von Storch mit Flüchtlingszahlen in Millionenhöhe ("Liebe Guten, sagen Sie mir eine Zahl, wie viele noch kommen werden und runden Sie sie auf 80 Millionen") und bekräftigt ihre Partei, man habe bisher in allem Recht gehabt. Applaus gibt es am Ende der Rede für folgende Aussage: "Der Unterschied zwischen den Gutmenschen und uns ist: Die haben ein Herz und wir haben ein Herz -  und wir haben zusätzlich zu dem Herz auch noch ein Hirn."

Am 24. September wolle sie dem Bundestag zurückgeben, was ihm so sehr fehle - "eine Opposition. Ab dem 25. September holen wir uns unser Land zurück." Den Nerv des anwesenden Publikums traf von Storch - zum Ende gab es Standing Ovations und "Jawohl"-Rufe.

Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2017 in Karlsruhe: Infos und Ergebnisse der Bundestagswahl 2017: Im Dossier zur Wahl des Deutschen Bundestages am 24. September 2017 sammeln wir die gesamte Berichterstattung rund um die Bundestagswahl 2017. Außerdem: Infos zu den Kandidaten aus Karlsruhe Ingo Wellenreuther (CDU), Parsa Marvi (SPD), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Michel Brandt (Linke), Michael Theurer (FDP) und Marc Bernhard (AfD).


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Kommentare (139)
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (446 Beiträge)

    06.09.2017 18:49
    Wenn ich mir bei ka news die Einlassungen
    von Personen des linken Rands sowie Ihre Repliken zu Gemüte führe, dann komme ich zu dem Schluss, dass die AfD mit Abstand das kleinere Übel ist.
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  •   OtusScopus
    (1599 Beiträge)

    06.09.2017 21:29
    Wenn ich mir Ihre Kommentare so durchlese...
    dann komme ich zu dem Schluss, dass für Sie der linke Rand schon in der CSU beginnt.

    Wer die Störchen sieht und hört und trotzdem noch die Partei wählt, für die Sie antritt, dem ist eh nicht zu helfen. Diese Frau ist nicht nur rechtsextrem sondern auch grenzdebil.
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  •   kritiker_2014
    (236 Beiträge)

    06.09.2017 22:20
    Wenn ich mir Ihre Kommentare
    so durchlese,sollten sie erstmal vor der eigenen Tür kehren.
    Die Grünen haben nachweislich Kontakte zur Linksextremistischen Szene und unterstützen diese auch.
    Vielleicht sagt Ihnen der Name Jürgen Kasig was?
    Wer die Linksextremen sind und was ihre Ziele sind ist allgemein bekannt.
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  •   EmilyHobhouse
    (845 Beiträge)

    06.09.2017 22:50
    Thema?
    Ich dachte hier geht es gerade um eine Frau von Storch die durch ihren Auftritt hier wieder einmal eindeutig rechtsextreme Tendenzen gezeigt hat und erweitert dann noch um Rechtsextremismus innerhalb der AfD wofür es schier zahllose Belege gibt und den Verfassungsschutz nun doch veranlasst hat ein Auge auf einige Angehörige dieser Partei zu werfen.
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  •   schmidmi
    (234 Beiträge)

    06.09.2017 19:52
    Naja
    aber was die von Extra 3 als "Nazischlampe" titulierte Dame da gestern wieder abgeliefert hat, lässt mich genau daran zweifeln....
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  •   Mondgesicht
    (1485 Beiträge)

    06.09.2017 19:43
    Diese seitenlangen Tiraden
    einer bestimmten Person lese ich gar nicht mehr. Da kommt nichts mehr "Erhellendes" zur Sache. Wenn jemand zehn Seiten braucht, um seine Position zu erklären, dann ist schon aus. Man kann seine ablehnende Haltung zu Frau Storch oder der AfD auch in drei, vier Sätzen zum Ausdruck bringen - und gut ist.
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  •   betablocker
    (363 Beiträge)

    06.09.2017 19:28
    Ein
    wahres Wort, gelassen ausgesprochen. grinsen
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  •   ProKA
    (620 Beiträge)

    05.09.2017 18:14
    Man
    spürt richtig den Wahlkampf. 😀
    Einer will, mit seinen Kommentaren unbedingt wieder in die Bildzeitung, denn das wäre eine tolle Werbung und die anderen sehen die rotenFelle Ihrer Lieblinge davon schwimmen. Einfach Wunderbar 👍
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  •   Nando
    (2 Beiträge)

    05.09.2017 19:07
    Menschen mit ADHS diskriminiert
    "SPD-Bundestagsabgeordnete Eva Högl etwa bezeichnete von Storch als ein "kleines, ungezogenes Schulmädchen" und "ADHS-Gestörte"[b]

    Ach so, Frau Högel von der SPD. Ich bin also "gestört", ja ?!
    Ist das jetzt nun NICHT diskriminierend sowie Rassismus, wenn Sie Kranke oder "gestörte" Menschen abwerten und hier als Negativbeispiel anführen?
    Sie sind kein Deut besser!

    Tja, Frau Högel, für mich hat sich das Thema SPD dann auch erledigt. Sie gaben sich eben selbst den Genickbruch.
    Wusste ich's doch. Das war das Zünglein an der Wage.
    Bleibt dann also doch, nur die AFD als Letzte Option für mich.
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  •   HerrNilson
    (127 Beiträge)

    05.09.2017 19:50
    Lesen hilft
    Frau Storch hat, wie Sie dem Text entnehmen können, Frau Högl mit ADHS beschimpft.
    Wer ist jetzt also unwählbar? *kopfschüttel
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