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Karlsruhe Volle Fahrt voraus: Karlsruher Piraten wollen den Bundestag entern

Am 22. September wird Deutschland aufgerufen einen neuen Bundestag zu wählen. Neben den großen, alteingesessenen Parteien stehen auch kleinere am Start und hoffen auf einen der begehrten Plätze auf Bundesebene. Seit dem Wahlerfolg 2011 in Berlin schaffte die Piratenpartei den Einzug in drei weitere Landtage. Seitdem steht der Kurs für die Bundestagswahl in diesem Jahr: Volle Kraft voraus. Doch gerade bei dem Prestigethema der jungen Partei, die aktuelle NSA-Ausspähaffäre, bleibt es seltsam ruhig. Direktkandidat Christian Alkemper und Sven Krohlas haben dafür eine Erklärung und noch mehr Themen in ihrem Wahlprogramm.

"Wir werden meistens nicht gefragt", erklärt Christian Alkemper, Direktkandidat der Piratenpartei für den Wahlkreis Karlsruhe-Land. Zu Podiumsdiskussionen seien sie selten eingeladen. Sven Krohlas, Listenplatz 2, ergänzt: "Als kleinere Partei ist es natürlich normal, dass uns weniger Platz in den Medien eingeräumt wird, als den größeren."

"Unser Thema ist in den Medien"

Trotzdem haben die Piraten einiges zu sagen. "Unser Thema ist derzeit in den Medien", betont Krohlas und bezieht sich dabei auf den aktuellen Ausspäh-Skandal, der in den Köpfen der Bevölkerung noch nicht richtig angekommen sei. Denn: "Dieser Fall geht jeden etwas an, egal ob er etwas zu verbergen hat oder nicht", so Alkemper. Zusätzlich kritisiert er: "Es ist schockierend zu sehen, dass das, was wir mit ACTA verhindern wollten, größtenteils schon in Gange ist." Mit sogenannten Krypto-Partys wollen sie auf das Problem aufmerksam machen und den Bürgern Möglichkeiten zeigen, ihre Daten im Internet zu verschlüsseln. Neben anderen Terminen sei am 27. August jeder zu einer solchen Krypto-Party in Karlsruhe eingeladen. Zusätzlich finde bereits diesen Samstag, 27. Juli, eine Demonstration auf dem Stephanplatz in Karlsruhe ab 14 Uhr statt.

Datenschutz bleibt also weiterhin ein wichtiges Themengebiet, hinzu kommen aber auch Schwerpunkte wie der Umweltbereich, vor allem in Bezug auf Atomenergie und die Frage nach dem Lagern des Atommülls oder erneuerbaren Energien. Die eigens eingerichtete Informationskommission für das Atomkraftwerk Philippsburg sei unter anderem ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, sagt Krohlas, der dieses Thema als eines seiner Schwerpunkte benennt. Außerdem müsse man den Bürgern entgegenkommen, die zwar beispielsweise Windenergie unterstützen, aber in ihrer direkten Umgebung keine Windkrafträder sehen möchten. "Den Bürgern sollte ein Ausgleich geboten werden, damit sie auch Vorteile daraus ziehen können."

Neue Wege in der Bildungspolitik

Besonders am Herzen liegt dem Direktkandidaten Alkemper aber auch die Bildungspolitik. "Es gibt nur eines was teurer ist als Bildung - keine Bildung", formuliert er. Es gehe ihm darum neue Ideen zur Debatte zu bringen, dafür habe er eigens an einem Bildungsentwurf der Piratenpartei mitgearbeitet. "Ich persönlich lehne den Föderalismus im Bildungssystem ab und finde, das sollte Bundessache werden", sagt Alkemper. In der Gemeinschaftsschule sieht er eine gute Chance. "Unser Entwurf sieht einen modularen Aufbau vor, bei dem es beispielsweise das Modul 'Erdkunde' oder 'Mathematik' gibt. Wann der Schüler jedoch welches Modul bearbeitet, bleibt ihm überlassen. Klar ist nur, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt X ein bestimmter Leistungsstand Y erreicht werden muss." Die Idee dahinter sei ein lernzielorientier Bildungsaufbau, der Sitzenbleiben und differenzierte Schulformen überflüssig mache.

Das nächste Ziel sei nun erst einmal das Anbringen der Wahlplakate, was mancherorts bereits zu Schwierigkeiten führe. Krohlas zeigt sich trotz bisheriger negativer Umfragewerte optmistisch: "Wir werden die fünf Prozent schaffen und in den Bundestag einziehen." Die Entscheidung fällt am 22. September in Berlin.

Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2013: Infos und Ergebnisse der Bundestagswahl 2013: Im Dossier zur Wahl des Deutschen Bundestages am 22. September 2013 sammeln wir die gesamte Berichterstattung rund um die Bundestagswahl 2013. Außerdem: Infos zu den Kandidaten aus Karlsruhe Ingo Wellenreuther (CDU), Parsa Marvi (SPD), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Karin Binder (Linke) und Martin Bartsch (Piraten) sowie regelmäßige Sonntagsfragen zur Bundestagswahl 2013.
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Kommentare (39)
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  •   teflon
    (2205 Beiträge)

    26.07.2013 06:30
    Piraten?
    Da mach ich mir genauso wie beim AfD keinen Kopp drum - die 5% Hürde wird es regeln bzw. die Piraten entern ja nur sich selbst und gehen freiwillig über die Planke. Die Piraten werden nach der Wahl im Selbstzerfleishungsmodus übergehn und damit die politische Komplettdemontage abschliessen - ist nicht schlimm: niemand braucht euch.
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  •   timo
    (2865 Beiträge)

    26.07.2013 23:03
    Genau, wer braucht die Piraten
    Es gibt ja eine fähige und nicht vorbelastet Opposition *hust* und Mutti hat sowieso alles im Griff. Unser Zwei-Parteien-System (Schwarz-Gelb und Rot-Grün) ist völlig ausreichend. Frischer Wind? Kritische Stimmen? Weniger Machtgeilheit? Nicht das letzte Land sein, dass Abgeordnetenbestechung verbietet? Ne, ist schon alles ok wie es ist.
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  •   jabbah
    (298 Beiträge)

    25.07.2013 18:00
    Auch ich schrieb die Wahrheit...
    allerdings in ungeschönter Form....
    Und bei Dir...Naja, warten wir mal ab wie lange es noch Gut geht mit der Wahrheit in Verbindung mit den Piraten...
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  •   jabbah
    (298 Beiträge)

    25.07.2013 17:44
    He Piraten, ka-News oder wer auch immer....
    Dann muss der Strategenpost aber auch weg,ne???
    Gleiches Recht,oder besser gesagt, gleiches Beschneiden der Meinungsfreiheit für alle!!!
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  • 0
    unbekannt
    (266 Beiträge)

    25.07.2013 17:51
    ein Stratege
    wird niemals zensiert, denn die Wahrheit muss man schreiben,
    schreibe Dir das hinter die Löffel
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  • 0
    unbekannt
    (266 Beiträge)

    25.07.2013 17:40
    Niemand braucht eine Mobbing-Partei
    zwei Hungrige geil auf Abgeordnetenposten.
    Nein, Euch braucht kein Mensch sieht man sich den Umgang bei den Piraten an könnte man nur kotzen wie es da abgeht, schlimmste Beleidigungen untereinander, Drohungen gegeneinander,
    Laut Sebastian Nerz Mobbing übelster Art innerhalb der Piraten, Frauen gibt es bei denen nur auf Wahlplakaten aber kaum als Mitglieder,die wenigen Piratinnen sprechen von einem frauenfeindlichen Klima
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  • 0
    unbekannt
    (1 Beiträge)

    25.07.2013 21:35
    Als aktive Piratin in Stuttgart...
    ...kann ich persönlich weder Beleidigungen noch Drohungen oder Mobbing bestätigen. Der Frauenanteil unter den aktiven Piraten bei uns liegt bei ca. 50% (ja, wirklich!). Eine davon hat es auch als Gesicht auf eines der Bundesplakate geschafft.
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  •   juanzorro
    (889 Beiträge)

    25.07.2013 19:28
    wow
    jetzt bin ich aber fasziniert. Musst ein Insider sein, bei so viel Hintergrundwissen...

    In anderen Parteien geht es genauso zu, sie tragen es nur nicht so nach außen.

    Im Übrigen, den beiden Kandidaten Pöstchengeilheit vorzuwerfen ist das allerletzte.

    Ich mein, anderen schlechtes Verhalten unterstellen, aber selbst mit Dreck werfen...hmmm, deine Bigotterie merkste selber...???
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  •   jabbah
    (298 Beiträge)

    25.07.2013 16:58
    "Wir werden meistens nicht gefragt"
    Seien Sie froh, Sie hätten auch meistens keine Antwort...
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  •   jabbah
    (298 Beiträge)

    25.07.2013 15:56
    Beitrag gelöscht???
    Ach ja, ich vergaß, wie Piraten mit Kritik und Meinungsfreiheit umzugehen pflegen......
    Wasser predigen aber Wein saufen...damit habt Ihr Euch keinen allzu grossen Gefallen getan.....
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