Karlsruhe Ungeziefer und Terminchaos: Kritik an Karlsruher LEA nimmt zu

Jetzt auch noch Terminchaos und Ungeziefer: Die Kritik an der Karlsruher Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge (LEA) reißt nicht ab. Nachdem Berichte über verschwundene Pässe publik wurden, sollen die Bewohner nun auch unter unverhältnismäßig langen Wartezeiten und Ungeziefer leiden. Die Karlsruher Linke fordert die Stadt zum Handeln auf.

Die Karlsruher Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge (LEA) macht derzeit keine positiven Schlagzeilen: Nach den Medienberichten über unauffindbare Pässe steht die Flüchtlingsunterbringung in der Fächerstadt erneut im Fadenkreuz von Kritikern. In einer Anfrage an den Karlsruher Gemeinderat kritisiert die Karlsruher Linke die Zustände in der Unterkunft in der Durlacher Allee.

Karlsruher Linke sieht Stadt für Verbesserung in der Pflicht

So kritisieren die Linken-Stadträte Sabine Zürn und Niko Fostiropoulos die Vergabe der Asylantrags-Termine durch das Bamf. Flüchtlinge, die nach ihrer Erstaufnahme in Karlsruhe auf auswärtige Unterkünfte verteilt würden, bekämen erst nach einiger Zeit einen Termin, um ihren Asylantrag zu stellen, heißt es in der Anfrage an den Karlsruher Gemeinderat.

Zu diesem Termin müssten sie wieder nach Karlsruhe in die Durlacher Allee anreisen. "Flüchtlingsbegleiter setzen sich schon länger dafür ein, dass das Bamf diese Asylantrags-Termine so setzt, dass die Flüchtlinge nicht mehr einen Tag vorher in die LEA anreisen und dort übernachten müssten", so die Karlsruher Linken-Stadträte.

Die Stadt soll sich laut den Karlsruher Linken dafür einsetzen, diesen Ablauf zu verbessern - nicht zuletzt, da die Karlsruher Asyl-Unterkünfte immer wieder von Ungeziefer befallen wären. "Flüchtlingsbegleiter weisen darauf hin, dass in der LEA Gebäude von Ungeziefer wie Bettwanzen befallen sind", berichtet die Karlsruher Linke. Aber auch andere Flüchtlingsunterkünfte in der Fächerstadt seien betroffen.

Stadt und RP wollen sich für Verbesserungen einsetzen

Einer Stellungnahme geht das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP), das für die LEA verantwortlich ist, auf die Kritik der Karlsruher Linken ein. So bestätigt das RP, dass in der Durlacher Allee immer wieder zu Insektenbefall kommt - allerdings in unterschiedlicher Häufigkeit. Das RP begründet den Ungezieferbefall mit dem ständigen Bewohnerwechsel in der Karlsruher Unterkunft.

"Sobald das RP hiervon Kenntnis erlangt, wird unverzüglich eine Firma mit der Schädlingsbekämpfung beauftragt", heißt es in der Stellungnahme. Darüber hinaus würden die Einrichtungen in einem regelmäßigen monatlichen Turnus überprüft, um bei ersten Anzeichen von Schädlingen reagieren zu können. Verhindern kann man Insektenbefall aus Sicht des RP aber nicht: "Um einen Befall mit Bettwanzen vollständig auszuschließen, müsste die komplette Kleidung und das Gepäck aller anreisenden Flüchtlinge untersucht und von Bettwanzen befreit werden." Das sei aber nicht realisierbar.

Auf die Terminvergabe durch das Bamf hätten sie allerdings keinen Einfluss, erklären die Stadt und das RP in der Stellungnahme. Die Problematik sei bekannt, vonseiten des Karlsruher RP habe es auch schon mehrfach Anregungen gegeben, um unnötig lange Wartezeiten zu vermeiden. "Eine Änderung der Vergabepraxis wurde jedoch nicht in Aussicht gestellt", heißt es in der Stellungnahme. Die Stadt und das RP wollen sich nach eigener Aussage dennoch weiter in Gesprächen für eine Verbesserung der Lage einsetzen.

Karlsruher LEA macht ungewollt Schlagzeilen

Wie die Stuttgarter Zeitung vergangene Woche berichtete, sollen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) tausende Pässe von Asylsuchenden verloren gegangen sein. Gegenüber ka-news sprach die Asylbehörde von "Fällen, bei denen vorübergehend ein Dokument nicht einem konkreten Asylverfahren zuordenbar sei".

Als besonders schwierig schätzt die Stuttgarter Zeitung die Situation in der Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge (LEA) ein, wobei sie sich auf die Aussagen mehrere Anwälte beruft.

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