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28.03.2015 06:30
 
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Fußball ist Integration: FC Busenbach kickt mit Flüchtlingen [109]

Die Alten Herren des FC Busenbach spielen jeden Samstag gemeinsam mit syrischen Flüchtlingen Fußball.
Bild:(ks)

Waldbronn (Karsten Schäfer) - Vor gut einem Monat trafen sie zum ersten Mal aufeinander. Die Fußballer der Alten Herren des FC Busenbach und die syrischen Flüchtlinge, die in Waldbronn untergebracht sind. Seitdem kicken sie jeden Samstag in der Gemeinde südlich von Karlsruhe miteinander - längst hat sich die gemeinsame Begeisterung für die schönste Nebensache der Welt etabliert. ka-news hat sich das Projekt angeschaut - und selbst die Kickschuhe geschnürt.
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"Angefangen hat alles mit dem Spiel gegen die syrischen Flüchtlinge. Sie wollten gegen uns antreten, in einem umkämpften Match haben wir schließlich 15 zu 12 gewonnen", erzählt Oliver Barlinn und lacht. Er ist Organisator und Spieler der Alten Herren des FC Busenbach und seit Beginn des Projekts dabei. Das war vor gut einem Monat. Seitdem kicken die Busenbacher Alten Herren jeden Samstag mit den syrischen Flüchtlingen. Sie alle sind in Waldbronn untergebracht.

Die Syrer sind fußballbegeistert

An diesem Samstag sind knapp 20 Spieler in die Halle gekommen: "Mittlerweile sind die Teams bunt gemischt", erklärt Cheftrainer Martin Reiser. Deutsche, Syrer und andere Nationalitäten kämpfen leidenschaftlich um den Ball. Die Stimmung ist gut, die Lust auf Fußball groß. Verständigungsprobleme gibt es kaum. Die Syrer können gut Englisch - ein Mitspieler auf Seiten der Alten Herren spricht arabisch, fungiert gelegentlich als Übersetzer.

Die Idee, die fußballbegeisterten Syrer mit den Alten Herren des FC Busenbach zusammenbringen, stammt aus den Reihen des Arbeitskreises Asyl. Vor gut einem Jahr hat er sich in der Gemeinde im südlichen Landkreis der Fächerstadt formiert. Im Laufe der Zeit wurde der Kreis immer größer. Bis zu 100 Helfer mit unterschiedlichem Hintergrund unterstützen die Flüchtlinge inzwischen, begleiten sie bei Behördengängen oder geben kostenfreien Deutschunterricht.

Auch Michael Masino gehört zum Arbeitskreis. Wie alle anderen, arbeitet er ehrenamtlich, stellt den Asylbewerbern Fahrräder zur Verfügung und knüpft Kontakte zu den Sportvereinen, so auch zu den Alten Herren des FCB: "Für die Flüchtlinge ist es eine schwere Situation, wenn sie neu hier sind", sagt Masino.

"Die Nervosität steigt"

Einige Flüchtlinge sind traumatisiert und erschöpft, haben einen steinigen Weg hinter sich. Masino erzählt: "Einer der Männer kam nach seiner Flucht aus Syrien in Griechenland an. Er kam zu Fuß bis nach Deutschland." Ein anderer harrte fünf Tage auf einem kaum seetauglichen Schleuser-Schiff aus. Diese Geschichten sind es, die Masino und die anderen zum Helfen bewegen: "Wie wäre es für uns, wenn wir in ein völlig fremdes Land kommen würden?", fragt er.

Für Mohieddin ist diese Hilfsbereitschaft ein starkes Signal. Er ist einer der Flüchtlinge, die an diesem Samstag auf dem Platz stehen. Nach dem letzten Spiel erzählt er Teile seiner Geschichte. Vor sieben Monaten kam er nach Deutschland, ließ seine Familie im kriegsgeplagten Syrien zurück. In seiner Heimat ist er Kickbox- und Fitnesstrainer - in Deutschland darf er nicht arbeiten.

Das sei das Schlimmste, sagt Mohieddin auf Englisch, denn dadurch könne er seit Monaten nichts für die Daheimgebliebenen tun. Per Internet und Telefon hält er Kontakt zu seiner Familie. Wie die anderen, wartet er auf die Bearbeitung seines Asylantrags: "Die Wartephase ist natürlich nicht einfach, die Nervosität steigt", erzählt er. Selten ist es leicht für ihn, sich auf sein Dasein in Deutschland zu konzentrieren: "Oft bin ich Gedanken bei meiner Familie in Syrien, die vom Krieg umgeben ist", erzählt Mohieddin, "Der Fußball tut da richtig gut", sagt er. Damit, so scheint es, beschreibt er das Gefühl aller seiner Mitspieler - ganz egal, welches Heimatland ihren Ausweis ziert.

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Kommentare [113]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (1385 Beiträge) | 31.03.2015 18:51
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    @einfachso: Mal eine ganz einfache Frage
    Würden Sie der Aussage grundsätzlich widersprechen, dass es in diesem Forum Teilnehmer mit rechtsextremen Hintergrund gibt, die hier regelmäßig Beiträge mit entsprechendem Inhalt veröffentlichen ?

    Ich würde mich über eine klare Aussage von Ihnen zu dieser Fragestellung freuen.
  • (3464 Beiträge) | 31.03.2015 23:20
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    Aber gern
    Nennen Sie mir doch einfach die Namen der von Ihnen Verdächtigten, und ich werde Ihnen dann meine Einschätzung dazu mitteilen.

    Da in einer Population alle möglichen Typen vorkommen - Rechtsextreme, Linksextreme, Psychopathen (die Liste lässt sich beliebig fortführen), ist es sicher nicht unwahrscheinlich, dass welche davon auch hier "tätig" sind.

    Nun ist es offensichtlich, dass Sie manche Begriffe ganz speziell definieren, und deswegen zu anderen Ergebnissen kommen als andere.

    Für mich ist jemand dann extrem (links oder rechts), wenn mit ihm keine seriöse inhaltliche Auseinandersetzung möglich ist, da er nur beleidigt und diffamiert, wenn er gegen geltende Gesetze verstösst und zB Gewalt anwendet bzw. diese gutheisst oder zur Durchsetzung seiner Ansichten toleriert oder als notwendig ansieht.

    Anhand der posts und der linken Gewalt in Karlsruhe (s. die Analyse von OB Dr. M.) bei den NOKARGIDA Protesten erscheint der Linksextremismus momentan als die größere Gefahr.
  • (1385 Beiträge) | 31.03.2015 19:44
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    Entschuldigung - der Eintrag gehört in einen Anderen Thread
  • (1434 Beiträge) | 31.03.2015 08:15
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    An solchen gemeinsamen Sportprojekten
    kann man nun wirklich nichts monieren, ganz egal wie man zu der Flüchtlingspolitik im Allgemeinen steht.

    Auch hier wieder das Schreckgespenst der Überfremdung oder feindlicher Übernahme deutscher Kleinkickertruppen zu beschwören halte ich für komplett albern.

    Da geht es um Spaß am Sport und nicht um das Etablieren kruder Weltbilder.
  • (373 Beiträge) | 30.03.2015 08:33
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    Ich könen nicht erkenen wer auf Bild oben sollen sein Asylmann und wer nicht. wer mir ´elfen? Merci
  • (7117 Beiträge) | 30.03.2015 16:00
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    Das ist
    ganz einfach:
    Alle die irgendwie ausländisch aussehen. grinsen
    Das reicht ja für manche der hiesigen Kommentatoren.
  • (4 Beiträge) | 30.03.2015 13:04
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    Ich könnte ...
    ... dir helfen, jedoch auch nur da ich in der Verwaltung des FC Busenbach bin zwinkern
    Aber ich gebe zu, dass selbst ich bei 2 Personen unsicher bin.
  • (5 Beiträge) | 30.03.2015 09:26
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    Du wollen
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  • (2288 Beiträge) | 30.03.2015 08:03
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    daumen hoch
    eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung die auch zur Integration beiträgt. Mehr Schlagzeilen wie diese.
  • unbekannt
    (281 Beiträge) | 30.03.2015 07:35
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    Ist ja mal etwas Schwung in die Runde gekommen.
    Die AH, bei denen es sich zweifelsohne laut Artikel handelt, brauchen halt jeden Spieler. So kenne ich das auch von unserem Ortsverein. Es werden immer weniger und da wird genommen was kommt, blos um halbwegs zwei Mannschaften zum kicken zusammen zu bekommen. Weil der Michel keine Zeit hat vor lauter Schafferei...
  • (1260 Beiträge) | 30.03.2015 09:49
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    ...
    Was? Auch kein AH-Team mehr in ihrem "örtlichen Verein"? Nennen Sie doch mal Ross und Reiter. Wo ist das denn, wo genommen wird, was man kriegen kann?
  • unbekannt
    (281 Beiträge) | 30.03.2015 12:51
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    Der
    Nachbarort ohne Männerfußball. Flüchtlinge Herzlich willkommen. Sportplätze sind genug da.
  • unbekannt
    (281 Beiträge) | 30.03.2015 12:46
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    Wo ist das denn, wo genommen wird, was man kriegen kann?
    Na in BUSENBACH. Steht mitten im Text. Und unser Ort hat noch AH Mannschaften. Aber es geht bergab, mangels aktiver Masse.
  • (4 Beiträge) | 30.03.2015 13:09
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    Blödsinn ...
    Wir beim FCB hatten schon VOR dieser Aktion das Problem, dass wir tendenziell eher zu viel Spieler hatten. Also totaler Quatsch was hier gemutmaßt wird.
    Diese Aktion verschärft das Problem jetzt natürlich noch etwas, so dass Ausweichtermine gefunden werden müssen. Bisher ist das eine voll und ganz gelungene Aktion.
    Was die Asylbewerber angeht muss ich sagen, dass es hier im Forum deutlich mehr Personen gibt mit denen ICH PERSÖNLICH in der Freizeit nichts zu tun haben will. Meine natürlich nicht dich Realsatire zwinkern
  • unbekannt
    (281 Beiträge) | 30.03.2015 13:44
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    Glückwunsch an den FCB
    Wäre schön, wenn überall Überschuss da wäre an Spielern. Aber der kommt sicher noch...
  • (935 Beiträge) | 29.03.2015 23:00
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    Eine gute Sache - zweifellos.
    So entstehen die ersten Kontakte. So kann Integration funktionieren. Weiter so! Und die Kontakte bitte noch weiter ausbauen.
  • (748 Beiträge) | 29.03.2015 16:03
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    Bisher hatte ich ja noch ein gewisses Verständnis,
    wenn gegen kriminelle Ausländer geschimpft wurde.

    Diesmal geht es um eine gute Sache und trotzdem wird gehetzt.

    Spätestens jetzt ist damit bewiesen, dass es ausschließlich um tumbe Ausländerfeinlichkeit geht!
  • (716 Beiträge) | 29.03.2015 16:52
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    Gerade eben, Herr Doktor,
    wollte ich etwas ähnliches schreiben. Allerdings unter anderem Vorzeichen.

    Ich finde es nämlich schade, dass Diskussionen zu einem guten Projekt (ich finde diese Fussballmannschaft sehr gut für die Integration) sofort durch Hetzer- und Rassistenvorwürfe ausarten. Schauen Sie sich mal gleich den ersten Kommentar an. Da geht es schon los. Und von den Ausfällen von Kommentator tapankoy wollen wir mal gar nicht reden.

    Es muss doch wohl möglich sein, so ein Projekt gut zu finden - und trotzdem die grüne Position in der Asylpolitik nicht zu teilen. Ohne wegen dieser Ansicht sofort diffamiert zu werden.
  • (1385 Beiträge) | 30.03.2015 07:05
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    Was halten Sie in diesem Zusammenhang...
    von Kommentaren, wie sie hier von "Realsatiere" und "Wuehlmaus" abgegeben wurden. Drücken diese nicht eine ausgesprochen ausländerfeindliche Haltung aus ?

    In meinen Augen liegt das Problem an diesem Forum darin, dass es eine recht überschaubare Anzahl von Nicks gibt, die tatsächlich rechtsextremes Gedankengut verbreiten, das nicht unwidersprochen bleiben darf. Wenn Ihnen wirklich an einer sachlichen Diskussion gelegen ist, wäre es konsequent, wenn Sie auch solchen Beiträgen widersprechen und nicht nur diejenigen, die es tun und dabei vielleicht nicht immer den richtigen Ton finden, pauschal verurteilen.
  • (716 Beiträge) | 30.03.2015 08:21
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    Eine Diskussion
    wird ja durch unterschiedliche Meinungen belebt. Wenn OtusScopus sich für mehr Asylbewerber ausspricht und Wühlmaus dagegen, dann kann man darüber diskutieren. Ich vertrete da meine Ansicht, und die deckt sich weder genau mit Ihrer noch mit der von Wühlmaus. Das ist doch aber gar nicht das Problem.

    Was nämlich hier maßlos stört, das ist die Tatsache, dass von bestimmten Schreibern überhaupt keine Sachargumente kommen, sondern nur die ständigen "Nazi"-Vorwürfe und Beleidigungen. Und es ärgert mich, dass dies einfach so geduldet wird.

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