Karlsruhe Flüchtlinge in Karlsruhe: Neuer Busbahnhof soll Verteilung verbessern

Wenn Menschen auf der Flucht nach Deutschland kommen, stranden sie auch in Erstaufnahmeeinrichtungen in Karlsruhe. Von hier aus werden sie nach der Registrierung auf die Stadt- und Landkreise weiter verteilt. Das lief allerdings nicht immer geordnet ab - ein neuer Busbahnhof in Karlsruhe soll den Transfer künftig schneller und sicherer machen.

"Die Balkanroute ist geschlossen, die Ankünfte in Baden-Württemberg haben abgenommen. Das ist jedoch kein Grund, sich zurück zu lehnen", betont Jochen Zühlcke, Leiter der Abteilung  für Flüchtlinge des Regierungspräsidiums Karlsruhe bei einer Pressekonferenz am Freitag, "wir nutzen die Zeit, um uns besser aufzustellen, die Infrastruktur zu verbessern." Teil dieses Vorhabens: ein neuer Busbahnhof neben der Karlsruher Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge (LEA).

Bis zu 2.500 Menschen steigen in den Bus

Bislang wurde eine Freifläche ohne Wartehalle auf dem Gelände der LEA - manchmal auch der Messplatz und ein Gelände in der Bannwaldallee als Ausweichsmöglichkeiten - für den Bustransfer von Flüchtlingen genutzt. "Es war total eng, ein Gewusel, die Busse standen direkt hintereinander", beschreibt Martin Steffens, Leiter des RP-Referats für den Betrieb der LEA, die frühere Situation gegenüber ka-news. Der neue Busbahnhof bringe deutliche Verbesserungen in Bezug auf Sicherheit und Logistik mit sich, erklärt Regierungspräsidentin Nicolette Kressl bei der Pressekonferenz. 

12 Wochen hat dessen Fertigstellung in Anspruch genommen. Insgesamt ist im neuen Busbahnhof Platz für bis zu 1.500 Menschen. Von hier aus werden die Asylsuchenden künftig mit Bussen auf die insgesamt 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg verteilt - vorausgesetzt sie haben ihre Registrierung und den Gesundheitscheck in einer baden-wüttembergischen Einrichtung durchlaufen. Aktuell steigen 2.500 Flüchtlinge pro Woche in einen Bus in Richtung einer der Stadt- und Landkreise. Im Herbst 2015 waren es noch bis zu 4.500 wöchentlich. 

Und so funktioniert der Transfer: Der Bahnhof setzt sich zusammen aus einer Außenfläche, auf der die Flüchtlinge in die Busse einsteigen und das Gepäck eingeladen wird, sowie aus einem Parkplatz für Kleinbusse. Für die Zufahrtsfläche mit Anschluss an den Ostring wurde das Gelände gerodet und asphaltiert. Das Herz des Bahnhofs ist eine beheizte Wartehalle inklusive Gepäck- und Sanitätsraum, einer Ausgabestelle für Lunchpakete und Getränke sowie Dixi-Klos im Außenbereich.

Busbahnhof LEA Karlsruhe

Im Wartebereich bekommen die Flüchtlinge Zuweisungsbescheide, auf denen vermerkt ist, wo ihre Reise hingeht. Über zahlreichen Sitzbänken hängen Nummern aus, die für verschiedene Stadt- und Landkreise stehen, damit der Transfer ohne Chaos ablaufen kann. Steht ein Bus bereit, stellen sich die Flüchtlinge in eine Schlange, warten bis ihr Gepäck verladen ist und steigen dann ein. Auf dem neuen Busbahnhofs-Gelände ist nun genug Platz, dass dabei niemand gefährdet wird.

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