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05.03.2016 19:00
 
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Zirkus-Elefanten aufnehmen: Ist der Karlsruher Zoo dafür gewappnet? [6]

Der European Elephant Group Vorsitzender Jürgen Schilfarth (rechts) im Gespräch mit dem Karlsruher Zooleiter Matthias Reinschmidt.
Bild:(ps)

Karlsruhe (ps/mn) - Kann der Karlsruher Zoo bald in die Jahre gekommene Zirkus-Elefanten aufnehmen? Die Vorhaben im Rahmen des Masterplan Zoologischer Stadtgarten diskutierte Zoodirektor Matthias Reinschmidt mit der European Elephant Group, wie die Stadt der Presse mitteilt. Das sagt der Elefanten-Schutz-Verein zu den Plänen.
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Die Erweiterung der Elefantenanlage zu einer Altersresidenz für Asiatische Elefanten sei tiergerecht und auch im Sinne des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) sinnvoll, waren sich Jürgen Schilfarth, Vorsitzender der European Elephant Group (EEG), und der Karlsruher Zoodirektor Matthias Reinschmidt einig. Auf Initiative von Schilfarth hatte der Austausch des europäischen Elefanten-Schutz-Vereins mit Reinschmidt über die künftige Elefantenhaltung im Zoologischen Stadtgarten stattgefunden.

"Die Altersresidenz ist ein Angebot an Zirkusse für Elefantenkühe, die nicht mehr reisen sollen", erläuterte Reinschmidt beim Treffen am vergangenen Freitag. "Das Tierschutzprojekt ist unser erstes Großvorhaben im Masterplan Zoologischer Stadtgarten", so der Zoodirektor weiter.

Gemeinderat hat das letzte Wort

Über den Masterplan entscheidet der Gemeinderat am 22. März. Mit der bis 2017 vorgesehenen Erweiterung der Außenanlage reagiert der Zoo auch auf das Säugetiergutachten, das unter anderem für die Elefantenanlage Handlungsbedarf vorgibt. Beim Vororttermin mit Jürgen Schilfarth und weiteren EEG-Mitgliedern hatten Reinschmidt, Chef-Elefantenpfleger Robert Scholz sowie Betriebsinspektorin Claudia Vollhardt die Erweiterung der Elefanten-Außenanlage von derzeit 1.100 auf dann 2.700 Quadratmeter vorgestellt.

Im Zoo Karlsruhe kümmert sich ein fünfköpfiges Tierpfleger-Team im direkten Kontakt um die Elefanten, das um die speziellen Belange von Oldies weiß. Denn mit der 61-jährigen Rani, dem ältesten in einem deutschen Zoo lebenden Elefant, und der ein Jahr jüngeren Shanti leben hier heute schon zwei hochbetagte Damen. Nach südlicher Erweiterung der Außenanlage unter Aufgabe des Südamerikahauses und Erhalt der unterschiedlichen Bodenstruktur sowie des Baumbestands können bis zu fünf Tiere auf der Anlage leben.

Die tiergerechte Haltung von Elefanten ist ein Anliegen der EEG. Schöpfend aus einer langjährigen intensiven Beschäftigung mit Haltungsformen im Zirkus, in Zoos oder anderen Einrichtungen mit Elefantenhaltung, habe der Verein es sich zur Aufgabe gemacht, "die Elefantenhaltung begleitend fortzuentwickeln", informierte Jürgen Schilfarth.

"Elefanten-Dialog"

Aus ihren verschiedenen Blickwinkeln heraus wollen die EEG und der Zoo Karlsruhe im "Elefanten-Dialog" bleiben. Erkenntnisse in der Elefantenhaltung erweitern sich beständig. "Vor 30 Jahren wurde eine Freilaufhalle noch als romantisierende Idee abgetan, heute ist sie Standard", nannte Schilfarth ein Beispiel.

Aktuell setzt sich die EEG für den "geschützten Kontakt" (protected contact) ein, bei dem Elefantenpfleger durch eine sichere Abschrankung mit den Elefanten arbeiten. "Unsere Tiere sind noch den direkten Kontakt gewohnt, das Tierpfleger-Team verfügt hier über eine hohe Kompetenz", so Reinschmidt. Bei der Altersresidenz geht der Zoo vom direkten Kontakt aus. "Wir werden uns aber bei der Planung für die Erweiterung nichts verbauen und Gesichtspunkte für eine spätere Umstellung der Haltung mitdenken", betonte Reinschmidt.

Zoodirektor will flexibel bleiben

Dazu gehöre auch, dass sich das Pfleger-Team entsprechend fortbilde. Wichtig sei, flexibel zu bleiben, um auf künftige Entwicklungen reagieren zu können, war sich der Zoo mit der EEG-Gruppe einig, die beim Vor-Ort-Termin auch das Bestandsgebäude ansprachen. "Unser Fokus liegt momentan bei der Erweiterung", so Reinschmidt, wohl wissend dass es auch im Gebäude selbst noch ein paar Stellschrauben für Optimierungen gibt. 

Der EEG liege auch die Dokumentation über alle in Zoos gehaltene Elefanten am Herzen, hatte Schilfarth beim Treffen erwähnt. Wo der Zoo Karlsruhe helfen kann, noch vorhandene Lücken in der Dokumentation über Karlsruher Zoo-Elefanten zu schließen, unterstütze dieser die EEG gerne, sicherte Reinschmidt zu.

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Kommentare [6]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (703 Beiträge) | 07.03.2016 04:31
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    Elefanten gehören weder
    in eine Zirkus noch in einen Zoo. Da kann von mir aus der EEG sagen was er will.
    Und wer bitte schön definiert "artgerecht"? Das ganze Geld was hier in das EEP gesteckt wird bitte lieber in den Schutz der wildlebenden Tiere investieren. Hieraus werden Einnahmen durch Tourismus generiert die den Ländern zu gute kommen.
  • (8614 Beiträge) | 06.03.2016 11:29
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    wer zahlt das Gnaddenbrot der Dickhäuter?
    der Zirkus als derjenige, der den Elefanten ausgebeutet hat?
  • (703 Beiträge) | 07.03.2016 04:35
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    Die Antwort lautet.....
    natürlich der Steuerzahler. Ist wie im Tierheim wenn die Tiere dort "entsorgt" werden.
    Ich kann mir nicht vorstellen das ein Zirkus für die Tiere dort eine "Rentenkasse" angelegt hat um das Gnadenbrot zu bezahlen.
  • (327 Beiträge) | 07.03.2016 11:42
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    Die Ausgaben des Steuerzahlers
    für das Gnadenbrot aller Tiere ist sicherlich um das Milliardenfache kleiner
    als die Ausgaben für Kriegswaffen,
    Zu dem wird das Meiste aus Spenden finanziert.
    In vielen Ländern sind Wildtiere von Ausrottung durch den Menschen bedroht
  • (787 Beiträge) | 06.03.2016 10:46
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    Vielleicht sollte man sich lieber für ein Verbot einsetzen
    das "Elefanten,Löwen und Tiger" in einem Zirkus erst gar nicht gehalten werden dürfen.
  • (412 Beiträge) | 07.03.2016 08:18
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    Abschieben
    ausländische Tiere gehören in die Herkunftsländer abgeschoben.
    Sie haben nichts in die Rentenkasse eingezahlt und viele sind nicht zu integrieren. Erklären sie mal einem Tiger, er soll keine Deutschen fressen, der kann ja noch nicht einaml richtig deutsch.
    Papageien ja, die können bleiben, denen kann man ja einiges beibringen,
    Braunbären auch, kann man vielleicht in der Bürgerwehr einsetzen.
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