Zehn Jahre ka-news: Von Bolzen und Böcken, Patzern und Pannen
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Karlsruhe (ka-news) - Klar, wo gehobelt wird, da fallen Späne, wo gearbeitet wird, werden Fehler gemacht. Und wo schnell gearbeitet wird, wie in einer Onlineredaktion, die unter dem Druck steht, ihren potenziellen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber den Printmedien auch auszuspielen, werden vielleicht sogar mehr Fehler gemacht als anderswo. Beispiele gefällig?
Dass sich in der Eile Tipp- oder auch mal echte inhaltliche Fehler einschleichen und bei der Korrektur übersehen werden - unschön, aber kaum vermeidbar - und, wie wir hoffen, auch nachvollziehbar. Zumal wir auf Leserhinweise auf solche Patzer gerne reagieren. So zum Beispiel, wenn aus einer Erschließungsstraße eine Erschießungsstraße wird, was eine Leserin auf die nicht ganz ernst gemeinte Frage brachte, wer denn da erschossen werde.
Ob die Bolzen tatsächlich aus unserer "digitalen Feder" stammen oder von Nachrichtenagenturen oder aus Pressemitteilungen übernommen werden, dient vielleicht intern als Entschuldigung - Sie als Leser muss das nicht interessieren. Wenn wir im Zuge unserer Berichterstattung über die Schweinegrippe übersehen, dass die Agentur daraus ein Schweingerippe gemacht hat, ist das eindeutig unser Fehler. Aber, um auf nur einen Vorteil des Mediums zu sprechen zu kommen: einer, der leicht und ebenso schnell zu entfernen wie zu machen ist...
ka-news bei "Spiegel Online"
Und, liebe Kommentarschreiber, Hand aufs Herz: Mit Tippfehlern und den Tücken der deutschen Sprache haben ja nicht nur wir Berufsschreiber gelegentlich zu kämpfen. Seien wir hier also nachsichtig, zumal's ja deutlich amüsantere Schnitzer gibt. Beispielsweise der, der uns einen Eintrag beim "Zwiebelfisch", der Kolumne von Sprachwächter Bastian Sick, eingebracht hat und redaktionsintern Kultstatus besitzt.
So textete einstmals eine Praktikantin den legendären Satz: "Für Frauen sind zuene Schuhe und längerer Rock das ideale Büro-Outfit." Zur Ehrenrettung des verantwortlichen Redakteurs sei gesagt: Er bemerkte das peinliche Abgleiten ins Umgangssprachliche (in einer Bildunterschrift, kann man schon mal übersehen...) selbst und behob den Fehler, bevor wir auf den "Zwiebelfisch"-Eintrag aufmerksam gemacht wurden. Aber da hatten die "zuenen Schuhe" halt schon ihren Abdruck im Netz hinterlassen. Dank Google ein Patzer für die Ewigkeit!
Ebenfalls immer wieder schön: Das Abrutschen unter die Gürtellinie, auch wenn's gar keine Absicht war. Sisyphos, die traurige Sagengestalt aus der griechischen Mythologie, war mit der Aufgabe, einen Stein auf den Gipfel eines Berges hinaufzurollen, nur um zu erleben, dass dieser kurz vor dem Ziel wieder hinunterrollt, beileibe genug gestraft. Dass wir ihm dann auch noch eine Syphillis anhängten, hat er nicht verdient! (Umso schlimmer: Der, der die Syphillisarbeit zu verrichten hatte, war ausgerechnet der Hausmeister einer Kirche...)
Der geilste Konzertbericht in zehn Jahren
Als Bonmot zum Abschluss noch eine besondere Köstlichkeit. Eine schlüpfrige zwar, aber gleichermaßen erinnerungswürdig. Und weil sich unser Autor damals zu im wahrsten Wortsinne orgiastischen Vergleichen aufschraubte, möchten wir die entsprechende Passage seines Konzertberichts über einen Auftritt der Jon Spencer Blues Explosion im November 2002 in voller Länge präsentieren. Minderjährigen und zartbesaiteten Gemütern sei empfohlen, hier nicht weiterzulesen.
"Der Blues tropfte den Musikern aus den Poren und ergoss sich über die Fans. Die sogen den scharfen Dampf gierig ein und verlangten nach mehr. Und bekamen alles, was Rock 'n' Roll zu bieten hat. Denn Rock 'n' Roll bedeutet stets Überschwang und Exzess. Für all dies steht die Jon Spencer Blues Explosion." Harmlos? Es kommt noch...
"Oh Wonne, sie schluckte begierig"
"Als sich gegen Ende des Konzerts die Instrumente zu einem infernalischen Urknall zusammentun, Jon Spencer gegen die Orgie der Feedbacks ein 'I Love You' ins Mikro brüllt, winkt Neil Young verschmitzt hinter der Ecke hervor. Und das Ende, Ladies und Gentlemen, das war wie aus dem Lehrbuch des Rock: Der Blues wurde zur Explosion, steigerte sich zur Ekstase und schließlich schleuderte Jon Spencer sein Ejakulat Rock in die Gesichter der Meute. Und, oh Wonne, sie schluckte begierig."
Wer da beim Lesen noch alles schlucken musste - wir wissen es nicht. Aber damals steckte ka-news ja quasi noch in den Kinderschuhen (zuenen, nebenbei bemerkt) - einem medialen Kleinkind seien Fehltritte beim Laufen lernen verziehen.
Ein Rotzgör von zehn Jahren
Das Rotzgör ist jetzt zehn, nimmt den Mund gelegentlich immer noch ganz schön voll, verbrennt sich auch immer mal wieder den Mund und holt sich beim kritischen Leser einen Satz heiße Ohren. Danke dafür! Denn gäb's nix zu schelten, wären wir tot. Wie gesagt: Wo gearbeitet wird, werden Fehler gemacht, und sei es nur zum Amüsement der Leser. Weiterhin - nicht nur, aber auch: viel Spaß!
[Anm. d. Red.: Bitte seien Sie nachlässig, falls die Fehlerquote in den nächsten Tagen wieder steigen sollte - wir feiern... ]
- (1100 Beiträge) | 15.02.2010 11:01Göttlichbesser gehts nicht
Lärmbelustigung
Zitat von ka-news
......da keine Lärmbelustigung für Berghausen besteh.......
Stand: 15.Feb.2010 11:00 Uhr - (49 Beiträge) | 25.02.2010 14:25'tschuldigung...... hab's korrigiert. Aber der war echt gut!
Denis Elbl
Redaktionsleiter - (475 Beiträge) | 08.02.2010 14:00Ich kann mich nur wiederholenIhr seid in netter Art lebendig und offen und eine Bereicherung für Karlsruhe.
- (125 Beiträge) | 08.02.2010 09:05Zwiebelfisch...und wens interessiert: hier ist der Bastian-Sick-Zwiebelfisch-Beitrag. Unteres Drittel.
http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,523009,00.html - (125 Beiträge) | 08.02.2010 09:01...Herzlichen Glühstrumpf und viel Spaß beim Feiern!
Und weiter gehts! =) - (28 Beiträge) | 08.02.2010 08:31na dann ........machen wir mal weiter...freu mich schon auf die nächsten Fehler
- (572 Beiträge) | 08.02.2010 08:25Ich finde es genial:"Als sich gegen Ende des Konzerts die Instrumente zu einem infernalischen Urknall zusammentun, Jon Spencer gegen die Orgie der Feedbacks ein 'I Love You' ins Mikro brüllt, winkt Neil Young verschmitzt hinter der Ecke hervor. Und das Ende, Ladies und Gentlemen, das war wie aus dem Lehrbuch des Rock: Der Blues wurde zur Explosion, steigerte sich zur Ekstase und schließlich schleuderte Jon Spencer sein Ejakulat Rock in die Gesichter der Meute. Und, oh Wonne, sie schluckte begierig.".....
- (2 Beiträge) | 08.02.2010 07:45bitte um Nachlässigkeitzur Anm. d. Red.: also deshalb werde ich jetzt nicht nachlässig, höchstens nachsichtig, falls ich es nicht schon bin.
- (49 Beiträge) | 08.02.2010 10:22NachlässigkeitLieber Nutzer "Schluetter",
finde ich toll, dass gleich der erste, der diesen Beitrag kommentiert hat, das Fehlersuchspiel gewinnt!
Und Sie können auch nicht behaupten, wir hätten Sie nicht gewarnt...
Denis Elbl
Redaktionsleiter - (2 Beiträge) | 08.02.2010 12:34ja,...... so ist das Leben: voller Überraschungen!
Es wäre auch sonst viel zu langweilig, gell?!




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