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04.04.2012 09:46
 
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Wirtschaftlich unrentabel: S-Bahn-Linie S2 wird nicht bis Waghäusel fahren [34]

Karlsruhe (sas) - Die Stadtbahnlinie S2, die bisher bis nach Stutensee fährt, wird nicht erweitert. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das der Karlsruher Kreistag in Auftrag gegeben hatte. Dieses sollte überprüfen, ob eine Erweiterung der Linie bis nach Waghäusel wirtschaftlich rentabel ist. Landrat Christoph Schnaudigel und die Bürgermeister der beteiligten Kommunen zeigten sich sichtlich enttäuscht von dem Ergebnis. Dennoch wolle man nicht klein beigeben, sondern das Nahverkehrsnetz anderweitig ausbauen.
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Erweiterung Stadtbahn-Linie S2
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Landrat Christoph Schnaudigel (Mitte links) stellt gemeinsam mit Walter Cassazza (Mitte rechts) und Bürgermeistern aus der Region das Ergebnis des Gutachtens zur Erweiterung der Stadtbahnlinie S2 vor.
Foto: ka-news

Eine Stadtbahnlinie, die von Karlsruhe aus über Stutensee, Karlsdorf-Neuthard, Bruchsal, Forst und Hambrücken bis nach Waghäusel fährt - das wäre aus Sicht dieser Gemeinden im nördlichen Landkreis eine sinnvolle Maßnahme gewesen, um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in dieser Region zu stärken.

260 Millionen Euro für 31 Kilometer

Leider wird nichts aus den Plänen des "Großen Arbeitskreises", bestehend aus Vertretern der beteiligten Kommunen, des Landkreises, des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG). Das Projekt erfülle laut Gutachten nicht die notwendigen Voraussetzungen, um von Land und Bund gefördert zu werden. Der Arbeitskreis hatte den Neubau einer Stadtbahntrasse auf einer Länge von zirka 31 Kilometer für insgesamt rund 260 Millionen Euro vorgesehen.

Zwar habe die Bewertung des Projekts ergeben, dass rund 4.200 Personen pro Tag mit der zusätzlichen Verlängerung für den ÖPNV gewonnen werden können: 4.200 Fahrgäste, die vom Auto auf die Bahn umsteigen könnten - was aus volkswirtschaftlicher Sicht relevant, aber für eine Förderung zu gering sei. Landrat Christoph Schnaudigel sieht bei dem Gutachten dennoch auch positive Seiten: "Auch wenn das Ergebnis negativ ist, haben wir weiterhin ein großes Potential an Fahrgästen, die wir für den ÖPNV gewinnen können."

So sei das Gutachten nicht umsonst gewesen und weise vielmehr die nächsten Schritte: "Wir müssen nun schauen, wie wir die Ergebnisse verwenden, um den ÖPNV im nördlichen Landkreis unabhängig vom Thema Schiene zu verbessern", betonte der Landrat am Dienstag. Mögliche Entwicklungen beträfen dabei insbesondere den Bussen. "Wenn wir keine neue Bahn bekommen, müssen wir uns auf die Entwicklung des Busverkehrs konzentieren", resümierte Walter Heiler, Bürgermeister von Waghäusel.

Alternative zur S2: Busverkehr intelligent vernetzen

Gleicher Meinung ist auch die Bruchsaler Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick. Zwar könne man das Thema Stadtbahn nun beerdigen. Das gelte jedoch keineswegs auch für das Thema Ausbau und Erweiterung des ÖPNV. So müsse der Busverkehr im Landkreis grundsätzlich gestärkt und intelligent weiter vernetzt werden. Obwohl Stutensee mit der Buslinie 123 bereits eine gute Verbindung nach Bruchsal habe, sei eine S-Bahn-Anbindung ebenfalls deutlich interessant gewesen, gab Klaus Demal, Oberbürgermeister von Stutensee, zu. Auch er wünscht sich, dass die Gemeinden zudem besser an die Bahnstrecke zwischen Karlsruhe und Mannheim angebunden werden.

Obwohl die Stadtoberhäupter geschlossen äußerst enttäuscht über das Nein zur Erweiterung waren, glauben sie dennoch daran, dass es "unterm Strich eine Verbesserung im Nahverkehr geben wird" - auch ohne die S2. Erste Vorschläge dazu will der Arbeitskreis bereits im kommenden Herbst vorlegen. Wie diese explizit aussehen - also ob neue Busse angeschafft, Linien höher vertaktet, neue Linien eingeführt oder Streckenführungen optimiert werden - sei zu diesem Zeitpunkt noch völlig unklar. Auch diese Maßnahmen müssten Experten erst auf ihre Wirtschaftlichkeit hin überprüfen.

Mehr zu: ÖPNV S2 Stadtbahn VBK KVV Landratsamt



Kommentare [34]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (1526 Beiträge) | 04.04.2012 10:03
    Aber der Tunnel ist rentabel?
    Oder passen die Bahnen nicht unnötiger Weise in den Tunnel??
  • (396 Beiträge) | 04.04.2012 10:13
    Da
    werden dann wahrscheinlich auch mehr wie 4200 Fahrgäste am Tag durchgeschleust zwinkern
  • (946 Beiträge) | 04.04.2012 10:17
    Aber eher keine
    4200 zusätzlichen Fahrgäste...
  • (2671 Beiträge) | 04.04.2012 10:56
    Wenn man die Zahlen richtig verdreht...
    ... dann passt das schon irgendwie.
  • (5417 Beiträge) | 04.04.2012 14:33
    !
    Ich weiß nicht, wie's bei der 2002er U-Strab ist, aber die 1996er U-Strab zog ihren fulminanten Nutzen nur aus dem Trick, dass sie zum Stadtbahnprojekt nach Bretten und glaub auch PF gehörte. Für die vielen neuen Fahrgäste definierte man in der kaiserstr keinen ausreichenden Platz, weswegen das nur mit Tunnel ginge.
    Da man 1997 ff. den Gegenbeweis antrat, dürfte das nicht mehr als Basis für die heutige U-Strab gehen. Wahrscheinlich wäre die ohne Kriegsstr verloren ... zwinkern Weil aus 2 min max. Fahrzeitgewinn bei 1-2 Linien weniger holt man keinen ausreichenden Nutzen für sowas teueres, das geht nur über neue Linien und die gibt's nur in der Kriegsstr. Aber nach Korrekturen (u.a. die aufgeflogenen Reisezeittricksereien) schrammt sie ja wohl knapp an der 1,000 vorbei ... (Kennt wer den aktuellen Faktor?)
  • (638 Beiträge) | 05.04.2012 10:24
    CO2 bleibt unberücksichtigt
    leider haben die Verkehrsstrategen vergessen, dass mit der Beibehaltung und Ausweitung des Dieselbusnetzes die in Sonntagsreden propagierte CO2 Reduzierung hinfällig ist. Selbst noch so "moderne" Busantriebe basieren auf Verbrennung und damit auf
    schädliche Abgase.
    Die Stadtbahngegner in Bruchsal werden aufatmen, die Hundeklos
    und die Privatparkplätze auf öffentlichem Gelände bleiben bestehen.
  • (8677 Beiträge) | 05.04.2012 18:38
    CO2
    Na und, im Schienenverkehr wird Strom verbraucht - und wie wird der hergestellt? Mit Kohle! Und klein wenig Atom und Windräder...

    Außerdem sollte es wirklich höhere Prioritäten als der CO² Austoß geben! Und selbst wenn Busse CO² ausstoßen, wenn dann Leute mitfahren die sonst selber mit dem Auto gefahren wären ist es unterm Strich auch weniger - wenn man bei der Denkungsweise bleibt...
  • (49 Beiträge) | 04.04.2012 11:17
    Saftladen?
    Also ich sehe hier nur Flaschen...
  • (8677 Beiträge) | 04.04.2012 12:07
    Unrentabel
    Die Grün-Rote Landesregierung könnte ja die Förderungsbedingungen dahingehend ändern, daß auch kleinere Projekte Geld abbekommen. Die sind doch so für Umweltschutz und so - steht zumindest im Parteiprogramm...
  • (946 Beiträge) | 04.04.2012 13:08
    Wird schwierig...
    bei per Bundesgesetz geregelten Förderbedingungen
    [quote=frischluftschneise]Grün-Rote Landesregierung könnte ja die Förderungsbedingungen dahingehend ändern/quote]
  • (8677 Beiträge) | 04.04.2012 14:14
    Die vom Land...
    ...das Land fördert ja auch, wie dem Artikel zu entnehmen ist. Das Land könnte ja mehr fördern, wenn der Bund nicht einspringt...
  • (946 Beiträge) | 04.04.2012 16:00
    Das Land...
    verteilt in aller erster Linie Mittel, die es aus einem Bundesprogramm erhält. Deren Verwendung ist in einem Bundesgesetz (GVFG /EntflechtG) geregelt. "Freie" zusätzliche Landesmittel gibt es im Verkehrsbaubereich nicht, weil schon die Regierung Mappus in Summe mehr Mittel zugesagt hat, als ihr Verkehrsbudget vorgesehen hatte.

    Im Klartext: das verfügbare Geld gehört dem Bund - und das Land verwaltet dieses Geld nur und muß sich dabei selbstverständlich an die Vorgaben des Bundes halten.
  • (8677 Beiträge) | 04.04.2012 16:50
    Gut zu wissen...
    Dann hat die Landeregierung noch weniger zu pfeifen als ich schon dachte...
  • (67 Beiträge) | 04.04.2012 13:15
    sinnvoll wäre es aber schon
    Genau dafür zahle ich meine Steuern, damit sinnvolle Projekte auch mal nicht rentabel sein dürfen.

    Ich finde es dringend notwendig, den ÖPNV rund um Karlsruhe zu verbessern. In Richtung Innenstadt Karlsruhe ist er ja schon prima, aber schon der Weg von Stutensee nach Bruchsal ist zurzeit mit ÖPNV sehr umständlich.

    Also bitte trotzdem her mit der Verlängerung der S2.

    Vielleicht kann man ja ein Spendenkonto einrichten, damit der ÖPNV ausgebaut werden kann.
  • (8677 Beiträge) | 04.04.2012 14:25
    Spendenkonto
    Man bräuchte also 23 000 000 - wenn jeder 10 Euro abdrückt, wären das 230 000 Leute - 2/3 unserer Einwohnerzahl. Kaum zu schaffen...

    Aber wofür zahlen wir Steuern? Da liest man Schwachsinn wie CityMaut aber gleichzeitig sind Linien angeblich unrentabel - ich denke 4.200 potentielle Nutzer (sagen wir mal 3.000 die dann wirklich so konsequent sind) wären schon eine Hausnummer!

    Ansonsten gäbe es noch viele Querverbindungen die man machen könnte. Ich wäre für sowas wie eine "Bahn-Nordtangente", die von Bebel über Neureut, Nordstadt, Waldstadt nach Hagsfeld verläuft, von dort nach Durlach und dann nach Ettlingen -sowas wie ein Halbring - könnte man auch vieles entlasten, v.a. die FuZo und die Leute kämen teilweise schneller ans Ziel. Die Zentralisierung des ÖPNV-Netzes ist in einer Region wie KA nicht sinnvoll, das kann man bei Kleinstädten machen...

    PS: S2 in südliche Richtung nach Rastatt, von dort evtl. ins Elsaß?
  • (5324 Beiträge) | 04.04.2012 17:12
    ja und im Elsaß
    Anschluß an die Straßenbahn in Straßburg und noch einmal an den TGV in sämtliche französische Relationen.

    Und um KA herum bitte 2 Halbringe Krakauer Wurst!

    grinsen
  • (8677 Beiträge) | 04.04.2012 21:45
    Übergangslösung
    Übergangsmäßig könnte man das so machen, aber für die Zukunft will ich eine durchgezogene S2 von Königsberg im Nordosten bis nach Lissabon im Südwesten - und Karlsruhe mittendrin!

    Ebenso wäre eine S1 von Amsterdam nach Athen längt überfällig! Und wer von Athen nach Lissabon will, steigt halt an der Pyramide bzw. bis dahin im U-Bahn-Tunnel bequem um. Dann wird er schon nicht naß!

    Weite Varianten: S3 - Trondheim - Karlsruhe - Sizilien/S4 - Moskau - Karlsruhe - Monaco/S5 - Novosibirsk - Prag - Karlsruhe - Paris - Bordeaux

    Sollte man mal nach und nach in Erwägung ziehen, so als Weltmetropole Karlsruhe, gerne in einem Atemzug mit New York, Tokio, Singapur genannt - zumindest wenns darum geht den Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen...
  • (5417 Beiträge) | 04.04.2012 23:54
    !
    Die S3 bitte ab Bad Bederkesa nach Sizilien.
    Und die S5 bitte über Novosibirsk nach Edmonton und Ushuaia zwinkern
  • (5417 Beiträge) | 04.04.2012 23:48
    ?
    Strasbourg? Wen interessiert schon Straßburg? Zu weit.
    Nach Haguenau liegen ungenutzte Gleise ... Das wäre auch genau die richtige Entfernung.
  • (1018 Beiträge) | 04.04.2012 13:27
    richtige entscheidung
    ein gescheit gemachter busfahrplan ist für die gegend völlig ausreichend, da braucht man keine sündteure zwangsverschienung von dörfern und landschaften.
    meinetwegen öpnv mit elektrobussen, damit die fundi-ökos auch zufrieden sind.

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