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Karlsruhe Weltfrauentag 2016: Drei Karlsruherinnen verändern die Geschichte

Der Dienstag stand ganz im Zeichen der Frau: An diesem Tag wurde der Weltfrauentag gefeiert. Passend zum Datum forderten Wohlfahrtsverbände, Politik und Gewerkschafter mehr Gleichberechtigung von Frauen. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Auch Karlsruherinnen kämpften in der Vergangenheit für ihre Rechte - mit Erfolg.

Starke Frauen findet man nicht nur im Fitnessstudio: Die Geschichte kennt viele Frauen, die kämpfen mussten- für Bildungsmöglichkeiten für Mädchen oder die Gleichstellung von Mann und Frau. Drei Karlsruherinnen habe die Umstände für Mädchen und Frauen entscheidend verändert.

Eine Karlsruherin kämpft für das Abitur für Mädchen

Schülerin in Grundschule

Ein Beispiel für eine starke Karlsruherin ist Anna Ettlinger (1841-1934). Nachdem sie sich einer arrangierten Ehe verweigert hatte, legte Ettlinger ihr Lehrexamen ab. Danach unterrichtete sie nicht an einer Schule, sondern hielt Kurse und Vorträge über Literatur und Musik ab. Ihr Ziel: Die Bildungsmöglichkeiten für Mädchen zu verbessern. Daher förderte sie den Bau des ersten deutschen Mädchengymnasiums in Karlsruhe. Am St. Dominikus Gymnasium werden heute noch junge Frauen unterrichtet. Sie ist aber nicht die einzige starke Frau aus der Fächerstadt...

Das Streben einer Karlsruher nach Demokratie

Wen soll ich wählen?

... eine weitere berühmte Tochter Karlsruhes ist Henriette Obermüller (1817-1893). Diese hing schon sehr früh demokratischen Ideen an. Während der Revolution 1848/49 gründete sie den Verein "Demokratinnen Durlachs". Während der Revolution kämpfte sie im Juni 1849 als einzige Frau an der Barrikadenfront. Obermüller beteiligte sich stark an der Frauenbewegung und arbeitete bei verschiedenen Zeitungen unter anderem dem "Journal des femmes". 1999 wurden ihre Tagebücher veröffentlicht und die Stadt Karlsruhe benannte daraufhin eine Straße in der Südstadt nach ihr.

Die gesetzliche Gleichstellung von Mann und Frau

Bundesverfassungsgericht

Kämpfen musste auch Erna Scheffler (1893-1983). Sie war die erste Richterin am Bundesverfassungsgericht. Scheffler wirkte 1951 entscheidend an der rechtlichen Umsetzung der Gleichberechtigung von Frau und Mann mit, die heute im Grundgesetz verankert ist. 1959 verkündete sie ein Gesetz, das die Stellung der Frau in der Ehe verbesserte. Sie erklärte den "Stichentscheid" als ungesetzlich. Dieser hatte bis dahin bei Streit in der Erziehung dem Vater das letzte Wort zugesprochen.

Im Rahmen des Weltfrauentags werden in und um Karlsruhe verschiedene Veranstaltungen und Infoabende angeboten. Am Mittwoch, 9. März, findet im Tollhaus die Veranstaltung "Creative.Fem.Net" statt. Hier geht es um erfolgreiche Frauen und die Sicht der Gesellschaft: "Vorbild oder Störbild?!"

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