"Wachgeküsst": Altes Artilleriegelände in Nordweststadt bekommt neues Gesicht
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Karlsruhe (mj) - Eine neue Veränderung in Karlsruhe steht an. Das ehemalige Artilleriegelände in der Nordweststadt zwischen der Kußmaul- und der Hertzstraße soll ein neues Gesicht bekommen, ohne das alte zu verlieren. Zu diesem Zweck wurde eine Planungswerkstatt für ein städtebauliches Gesamtkonzept veranstaltet, an dem fünf Büros teilnahmen. Am Donnerstag wurden die Ergebnisse vorgestellt.
Die ehemalige Artilleriekaserne steht unter Denkmalschutz. Ein Aspekt, der Städteplaner vor eine besondere Herausforderung stellt, da sie nicht unbedingt "so können wie sie wollen". Unter diesen Bedingungen reichten fünf Büros ihre Vorschläge dafür ein, wie es in Zukunft auf dem ehemaligen Artilleriegelände grundsätzlich aussehen könnte.
Rein städtebaulicher Wettbewerb
Das Auswahlverfahren war ein ganz Besonderes. "Normalerweise íst ein solcher Wettbewerb anonym. Die einzelnen Teilnehmer wissen nichts voneinander. Hier war das nicht so," erläutert Jurymitglied Bernd Fahle. "Es gab sogar eine Zwischenpräsentation. Jeder wusste also, was der andere plant." Trotzdem seien fünf völlig unterschiedliche Vorschläge eingegangen, die die Entscheidung für die 13-köpfige Jury nicht einfach gemacht haben. "Wir haben sehr mit uns gerungen", gibt Fahle zu.
Er betont, dass es sich nicht um einen architektonischen Wettbewerb gehandelt habe, sondern um einen rein städtebaulichen. Das bedeutet, es wird nur der Rahmen geplant. Vergleichbar ist dies etwa mit dem Grundriss einer Wohnung oder eines Hauses. Wie es aber schließlich aussehen wird, sei noch unklar.
Wachgeküsst aus dem Dornröschenschlaf
Den Gewinnern des Wettbewerbs bescheinigte die Jury Mut und Experimentierfreude, da es sich um ein sehr außergewöhnliches Konzept handle. Vor allem der Wohnsolitaire wurde besonders hervorgehoben. Neben dem Wohnhof gibt es noch einen Werkhof und einen Officehof, womit alle drei Höfe der ehemaligen Artelleriekaserne gut genutzt seien.
"Eigentlich sind wir gar nicht so mutig. Wir wollten den Charakter möglichst erhalten, der Ort lebt von seiner historischen Bebauung. Trotzdem brauchte er neue Impulse", so Timo Amann, Stadtplaner der Firma Mess aus Kaiserslautern, der den Wettbewerb zusammen mit dem Architekten Josef Hämmerl von MGF Architekten GmbH aus Stuttgart gewann. Er fügte noch hinzu: "Dieser Ort lag in einem Dornröschenschlaf. Es hat nur der Kuss gefehlt, dass er aufwacht."



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