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27.02.2016 07:00
 
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Von Studis für Studis: Karlsruher Start-Up will Jobsuche easy machen [5]

Karlsruher Start-Up: Campusjäger
Bild:(ps)

Karlsruhe (Marie Wehrhahn) - Bewerbung ohne Stress: Das Ziel des Karlsruher Start-Ups Campusjäger ist es, Studenten bei der Jobsuche und Firmen bei der Mitarbeiterfindung zu unterstützen. Dabei stecken die Jung-Unternehmer selbst noch im Uni-Stress. Wie es ist, morgens im Arbeitszimmer statt im Club aufzuwachen und mit Anfang 20 schon ein zweistelliges Team zu führen - wir haben mit den Campusjägern gesprochen.
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Hallo Martin, schön Euch kennenzulernen. Du hast vor etwa zwei Jahren gemeinsam mit zwei Freunden bzw. Kommilitonen das Karlsruher Start-Up "Campusjäger" gegründet, um Unternehmen und Studenten bei der Job- bzw. Bewerbersuche zu unterstützen. Wer seid Ihr?

Ich bin Martin Trenkle und kümmere mich bei Campusjäger um die Organisation, die Finanzen und das Marketing. Zum Gründungs-Trio gehören darüber hinaus noch Matthias Geis, verantwortlich für das operative Geschäft, und Jannik Keller als Entwickler. Wir sind alle Anfang 20 und studieren nebenher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Wirtschaftsingenieurwesen.

Campusjäger ist im Juli 2014 an den Start gegangen. Wie kamt ihr auf die Idee, Campusjäger zu gründen bzw. überhaupt ein Unternehmen zu gründen?

Viele Studenten sind sich heutzutage unsicher, was den Berufseinstieg und Bewerbungsprozess betrifft. Außerdem ist es für viele schwierig, einen Job zu finden, der zu einem passt. Auf der anderen Seite haben viele Unternehmen keine Zeit für ein gutes Recruiting, wollen aber trotzdem gute Mitarbeiter gewinnen. Uns ist aufgefallen, dass viele etablierte Jobbörsen sehr unpersönlich sind und wollten diese Erkenntnis als Chance nutzen, es besser zu machen.

Darüber hinaus ist es eine super spannende Aufgabe, Studenten zu motivieren und sie während des Berufseinstiegs zu begleiten. Für uns selbst stand sehr schnell fest, dass wir Gründer werden wollten - schon zu Beginn des Studiums. Die Praxis macht uns super viel Spaß und schafft einen guten Ausgleich zum eher theoretisch geprägten Studium. Auch wenn beides gleichzeitig oft mit sehr viel Stress verbunden ist.

Das kann ich mir vorstellen. Ihr habt Campusjäger während des Studiums hochgezogen und arbeitet mittlerweile Vollzeit. Hat das Unternehmertum für Euch Priorität?

Das kann man so sagen, ja. Für mich war es keine große Entscheidung, sich mehr der Arbeit zu widmen. In der Praxis lerne ich mehr als im Studium. Wirtschaftsingenieurwesen ist ein guter Studiengang, aber wie gesagt oft sehr theoretisch. Anfangs war der Stress wirklich enorm, beides gleichzeitig gestemmt zu kriegen. Lernen, Klausuren schreiben und gleichzeitig ein Start-Up hochzuziehen. In den ersten Monaten habe ich quasi im Büro gelebt und oft alltägliche Dinge wie Einkaufen vergessen oder vernachlässigt. Der Kühlschrank war quasi ständig leer (lacht). Aber es hat sich gelohnt: Campusjäger hat einen guten Start gemacht und wächst und wächst.

Wie funktioniert Campusjäger?

Campusjäger ist eine Online-Plattform für Jobsuchende und Unternehmen, vor allem Start-Ups und Mittelständler. Junge Menschen bzw. Studenten können sich bei uns registrieren, wenn sie auf der Suche nach einem spannenden Werkstudentenjob, einem Praktikum sind oder gleich in den Beruf einsteigen wollen. Auf der anderen Seite arbeiten wir mit den Unternehmen zusammen, die uns die Bewerbersuche überlassen. Wir fungieren als Vermittler, betreiben das Recruiting. 

Ist dieser Prozess abgeschlossen, bekommt der Bewerber Jobvorschläge, basierend auf seinen Angaben und Präferenzen. Gleichzeitig schlagen wir den Unternehmen Gesuche vor. Passt es von beiden Seiten, wird von unserer Seite ein Bewerbungsgespräch vermittelt. Mittlerweile haben wir mehrere tausend Studenten im Pool und konnten viele regionale Firmen für uns gewinnen.

An wen richtet sich Campusjäger? Habt ihr einen Fokus bei den Branchen gesetzt?

Wir vermitteln vor allem kaufmännische Jobs oder solche in der IT-Branche. Weiter fokussieren wir uns auf Ingenieurberufe und die regionale Industrie. Der Vorteil von Campusjäger ist, dass wir Großkonzerne zunächst außen vor lassen und in der Übersicht daher keine Sammel-Anzeigen zu finden sind. Die Einträge bei uns sind ausgewählter und konkreter - im Durchschnitt punkten sie auch mit einer höheren Vergütung.

Mittlerweile ist Euer Team gewachsen...

Ja, wir haben jetzt gut ein Dutzend festangestellter Mitarbeiter.

Was sind Eure Erfahrungen - wie schätzt Ihr Karlsruhe als Wirtschaftsstandort ein?

Karlsruhe ist ein toller Standort! Wir sind hier gut vernetzt und erfahren viel Unterstützung, beispielsweise vom Cyberforum, die wir auf unterschiedlichen Ebenen gerne zurückgeben wollen. Hier herrscht insgesamt eine tolle und kollegiale Mentalität.

Wie soll es für Campusjäger und Euch persönlich in der Zukunft weiter gehen?

Wir wollen weiter wachsen und an andere Standorte expandieren. Das ist natürlich auch unser persönlicher Wunsch. Alles in allem macht uns das großen Spaß. Ich für meinen Teil kann mir insgesamt nicht mehr vorstellen, in einem Großkonzern angestellt zu sein. Mir liegt es wohl besser, in kleinen Betrieben bzw. Start-Ups zu arbeiten und mich hier zu verwirklichen.

Die Fragen stellte Marie Wehrhahn.

Mehr zu: Ticker KIT Studenten Jobbörse

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