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Karlsruhe Verschenke - Tausche - Suche: Karlsruher Online-Sperrmüllbörse gestartet

Was auf dem Sperrmüll landet, ist nicht unbedingt unbrauchbar. Für viele Menschen sind Sperrmüllsammlungen eine wahre Fundgrube an Raritäten. Eine solche Fundgrube bietet die Stadt Karlsruhe nun seit rund vier Wochen mit ihrem Tausch- und Verschenkmarkt im Internet an. ka-news hat nachgefragt, wie der Markt bei Anbietern und Abnehmern ankommt und welche Kuriositäten schon den Besitzer gewechselt haben.

Rund 190 Inserate zu ausgedienten Artikeln stehen derzeit auf dem Tausch- und Verschenkmarkt online. So möchte zum Beispiel ein Nutzer seine alte Schreibmaschine gegen Kinokarten eintauschen. Ein anderer verschenkt seinen Röhrenfernseher und ein dritter sucht einen Elektroherd. Anfang Februar hatte Bürgermeister Klaus Stapf den ersten Artikel inseriert. Seitdem ist der Markt stetig gewachsen.

Verschenke - Tausche - Suche

Bisher habe es rund 500 Inserate gegeben. Eine gute Zahl, findet Helga Riedel vom Presse- und Informationsamt der Stadt: "Wir sind eigentlich ganz angetan, dass die Bürger das Angebot so gut annehmen", freut sie sich. "Wir wünschen uns, dass es noch mehr werden." Dazu will die Stadt und das für die Tauschbörse zuständige Amt für Abfallwirtschaft (AfA) potentielle Zielgruppen noch direkter informieren. So sollen sowohl in Kindergarten, als auch intern bei der Stadt Flyer verteilt werden, die auf das Angebot hinweisen.

Wer ein Inserat auf dem Verschenkmarkt aufgeben möchte, muss diesen über die Internetadresse karlsruhe.internet-verschenkmarkt.de zunächst aufrufen. Unter der Option "Inserat aufgeben" erscheint eine Eingabemaske, wo der Nutzer Artikel verschenken, tauschen oder auch suchen kann. Wer einen Artikel anbieten möchte, sei es zum Verschenken oder zum Tausch, kann sein Angebot mit einem Foto und einem 350 Zeichen umfassenden Text eingeben.

Kein Tausch gegen Alkoholika

Dabei gilt es, die Nutzungsregeln zu beachten. Darin ist beispielsweise festgelegt, dass die angebotenen Artikel nicht gegen Alkoholika getauscht werden dürfen. "Wir wollen keine Altersbefragung machen müssen. Denn die Tauschbörse soll auch etwas für Kinder und Jugendliche sein", betont Helga Riedel. Außerdem dürfen weder die Anbieter, noch die Abnehmer gewerbliche Zwecke verfolgen.

"Wir legen wirklich wert darauf, dass die Plattform ausschließlich für Privatleute ist. Haben wir daran Zweifel, fragen wir nach." So geschehen bei einem Nutzer, der gezielt nach Schildern und Verkehrsspiegeln gesucht hatte. "Dabei hat sich herausgestellt, dass das eine Firma war, die solche Dinge vermietet und ihr Inventar aufrüsten wollte", erklärt Riedel. Solche Inserate geben die Mitarbeiter des Afa dann erst gar nicht frei.

Knapp ein Viertel der Objekte findet neuen Besitzer

Mindestens 20 Prozent der eingestellten Artikel finden am Ende einen Abnehmer. Davon werden zirka Zweidrittel verschenkt. Das andere Drittel wird beispielsweise gegen Kaffee, Mineralwasser und Ähnliches eingetauscht. Ein besonders kurioses Angebot sei ein - wie es im Inserat hieß - "alter und schon rostiger, aber funktionsfähiger" Betonmischer gewesen, berichtet Riedel. "Der war innerhalb von einem Tag weg." Auch so genannte Flohmarktkisten seien recht beliebt. "Die verschenken Leute, die selbst keine Zeit haben, auf den Flohmarkt zu gehen. Und der Abnehmer bekommt dann eine Art Überraschungspaket."

Die Tauschbörse beziehe sich eigentlich nur auf die Region Karlsruhe. "Unsere Zielgruppe kommt in erster Linie aus der Region", erklärt sie. "Wir haben aber nichts dagegen, wenn sich beispielsweise auch Leute aus Frankfurt einklinken, solange sie die Sachen auch selbst abholen kommen." Denn aufwendig verpacken und verschicken sollen die Anbieter ihre Waren nicht müssen.

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