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26.05.2009 08:00
 
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Vermisst: "Die Umstände sprechen für Felix" [0]

So könnte Felix heute aussehen: Johann und Maria Schmitz zeigen das Fahndungsfoto, das die schottische Universität Dundee angefertigt hat.
Bild:fred

So könnte Felix heute aussehen: Johann und Maria Schmitz zeigen das Fahndungsfoto, das die schottische Universität Dundee angefertigt hat.
Bild:fred

Karlsruhe (fred) - Sie sind sicher, dass ihr Enkelsohn noch lebt. Seit drei Jahren kämpfen Maria und Johann Schmitz um die Aufklärung eines mysteriösen Falles: Am 6. Januar 2006 holt der Ex-Mann ihrer Tochter seinen damals zweijährigen Sohn für ein Wochenende in Oftersheim ab – und bringt ihn nicht zurück. Der Vater wird später tot im Wald gefunden, das Schicksal von Felix ist seither ungeklärt. Dafür, dass Felix vielleicht noch lebt, gebe es einige Indizien, sagen die Großeltern.
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Zum internationalen Tag der vermissten Kinder am Montag machte das Ehepaar mit einem Infostand auch Station in Karlsruhe. Beim Kulturfestival für Kinder- und Jugendliche (Kix) informierten sie über den erschütternden Fall.

"Wir können nicht einfach aufgeben", sagt Maria Schmitz, die Großmutter von Felix. Noch immer sei der Junge jeden Tag präsent. "Felix war mein Leben. Ich habe überall Fotos von ihm stehen. Sein Kinderbett, wo er immer Mittagsschlaf gehalten hat, steht noch in meinem Arbeitszimmer", sagt Johann Schmitz und die Augen des Rentners füllen sich mit Tränen.

Der Vater habe bewusst falsche Fährten gelegt

Dass die Ungewissheit über das Schicksal von Felix an ihren Nerven zerrt, das verbergen die Schmitz nicht. "Es wird jedes Jahr schwerer zu ertragen." Dennoch, die Hoffnung, dass der Vater von Felix, der Selbstmord begangen hat, seinen Sohn an eine unbekannte Person abgegeben hat, bleibt.

"Der Vater hat die Flucht bis ins kleinste Detail geplant, hat bewusst falsche Fährten gelegt. Das hätte er doch nicht gemacht, wenn er das Kind hätte umbringen wollen", ist sich Johann Schmitz sicher.

Mut machen den Schmitz auch Zeugenaussagen. So habe ein Zeuge das Auto des Vaters bereits viele Tage vor der Entführung am 6. Januar auf einem Parkplatz in Bühlertal gesehen - und zwar jeden Tag. "Der Vater muss einen anderen Wagen gehabt haben, denn zwischen Bühlertal und Felix Heimatort Oftersheim liegen über 100 Kilometer. Er hat Helfer gehabt", erklärt Maria Schmitz.

Das neue Foto hat die Mutter noch nicht gesehen

Um Felix auch heute noch möglichst intensiv suchen zu können, scheuen die Großeltern auch internationale Wege nicht. Erst vor kurzem waren sie in Schottland und haben dort mittels neuester Technik ein Rekonstruktionsfoto von Felix anfertigen lassen - ein Bild, wie er heute aussehen könnte. Felix Mutter hat das Bild noch nicht gesehen."Sie ist psychisch immer noch nicht in der Lage", betont Johann Schmitz. Dennoch, es gehe ihr gut, mittlerweile habe sie einen neuen Partner und sei wieder Mutter geworden.

In ihrem Engagement für Felix stützen sich die Eheleute gegenseitig. "Wir machen weiter, bis wir wissen, was mit dem Kind geschehen ist", betonen beide. Natürlich, sie seien keine Traumtänzer: "Felix kann ja auch tot sein", aber auch das wollten sie wissen.

Bisher ist ihr Enkelsohn für die Schmitz, ein "vermisstes Kind" und "kein totes". Auch die Polizei habe den Fall noch nicht abgeschlossen. "Solange Felix nicht gefunden wurde, bleibt die Akte offen."

Ähnliche Fälle auf der ganzen Welt

Den internationale Tag für vermisste Kinder, den es seit sechs Jahren auch in Deutschland gibt, nutzte das Ehepaar, um in Karlsruhe auf Felix Geschichte aufmerksam zu machen. Der Fall des Felix Heger - es gibt ähnliche Fälle auf der ganzen Welt. Allein in Deutschland werden laut Polizei pro Jahr rund 100.000 Vermisstenanzeigen für Kinder und Jugendliche aufgegeben.

Die meisten klären sich schnell wieder auf. Aber eben nicht alle: Auf der Internetseite der Hamburger Initiative für vermisste Kinder sind rund 150 vermisste Kinder dokumentiert - viele Fälle liegen schon Jahre zurück.

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