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Karlsruhe Verletzungsgefahr! Pappeln im Rheinstrandbad müssen gefällt werden

Im Karlsruher Rheinstrandbad sollen alte Bäume gefällt werden, so der Plan der Stadt. Der Grund: Verletzungsgefahr durch herabfallende Äste. Das Vorhaben stößt jedoch nicht bei allen auf Begeisterung - schließlich dienten die Pappeln im Rheinstrandbad Jahre lang als natürliche Schattenspender.

In einer Karlsruher Facebook-Gruppe kritisierte ein Nutzer vor wenigen Tagen das Vorhaben, einige Bäume im beliebten Freibad zu fällen. Er hatte vom Plan der Stadt gehört. Auf Anfrag von ka-news bestätigt diese, dass in absehbarer Zeit Bäume im Rheinstradbad weichen müssen. Der Grund: Mögliche Verletzungsgefahr. Herabfallende Äste könnten Badebesuchern zum Verhängnis werden. Es liege eine "konkrete Fällerfordernis für Teile des dortigen Pappelbestandes" vor. Die Bäume seien mittlerweile schlicht zu alt.

"Neun Bäume sollen gefällt werden"

"Die Bäume kommen an ihr natürliches Lebensende. In dieser Alterungsphase steigt die Anfälligkeit gegen Pilzerkrankungen. Diese können zu Astbrüchen führen", so fasst eine Pressesprecherin der Stadt die Situation zusammen. Auch die Neigung zur sogenannten Stockfäule im Wurzelbereich nehme zu. Mit der Folge, dass der gesamte Altpappelbestand in einem Zeitraum von 15-20 Jahren insgesamt erneuert werden müsse. "Nur einen Rückschnitt vorzunehmen, ist hier nicht möglich", heißt es weiter.

Vor diesem Hintergrund sei die Fällung zu sehen. In enger Abstimmung haben die städtischen Fachdienststellen Bäderbetriebe, Gartenbauamt, Umweltamt und Untere Naturschutzbehörde unter Einbeziehung eines Fachgutachters die nun erforderliche Fällung von insgesamt neun Bäumen, davon sieben Pappeln, vorbereitet. "Dies sind Bäume, deren Schädigung derart hoch ist, dass eine Gefährdung im laufenden Badebetrieb nicht sicher ausgeschlossen werden kann", weiß die Pressesprecherin.

Junge Schwarzpappeln werden im Frühjahr nachgepflanzt

Derzeit erstelle das Gartenbauamt ein Konzept für die Nachpflanzung junger Schwarzpappeln, die noch im Frühjahr, also vor Beginn der Badesaison, durch die Auszubildenden des Gartenbauamtes gepflanzt werden. "Die formelle Fällgenehmigung erwarten wir in Kürze. Die Ausschreibung der Fällarbeiten ist erfolgt", heißt es von der Stadt. Die Maßnahme soll dann im Februar umgesetzt werden.

So werden die Badegäste keine Einbußen durch die geplanten Arbeiten haben. Zudem gibt das Bundesnaturschutzgesetz zwischen dem 1. März und dem 30. September jedes Jahres einen Schutzraum vor, in dem Fäll- und Schnittverbote für Bäume gelten, die außerhalb des Waldes oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, so heißt es im Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes.

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Die alten Pappeln boten den Badegästen über die Jahre hinweg schattige Plätze, so die Kritik des Facebook-Users. Bis die jungen Pappeln wieder die Dimension der alten erreichen werden, kann es also noch einige Jahre dauern.

Der Artikel wurde nachträglich aktualisiert.

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