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15.03.2012 12:26
 
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Vereinsdrama: Wasserschaden macht Karlsruher Modellbahner obdachlos [28]

Karlsruhe (hhs) - Eigentlich war schon alles geplant: Große Feierlichkeiten sollte es zum 50-jährigen Vereinsjubiläum der Modellbahn- und Eisenbahnfreunde Karlsruhe (MEK) geben - bis ein Unglück dem Verein einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machte.
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Modellbahn- und Eisenbahnfreunde Karlsruhe
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Wasserschaden auf der Anlage der Modellbahn- und Eisenbahnfreunde Karlsruhe
Foto: privat

Im Jahre 1962 als Modelleisenbahnclub Karlsruhe gegeründet und in den 70er Jahren mit dem heutigen Namen Modellbahn- und Eisenbahnfreunde Karlsruhe bedacht, stünde heuer der 50-jährige Geburtstag des Vereins an, nur der ist leider im wahrsten Sinne des Wortes "ins Wasser gefallen". 

Im Februar gab es in dem Haus, in dem der Verein seine große Anlage von den Bahnhöfen Durlach und Grötzingen aufgebaut hatte, einen Wasserschaden. Durch die Decke tropfte es auf die sechs mal 13 Meter große Modelleisenbahnanlage in U-Form. "Der eine Schenkel zeigt den Bahnhof Karlsruhe- Durlach mit ehemaliger Autoverladung im Reisezug und Wendeschleife der Straßenbahn, anschließend auf dem kurzen Schenkel die Haltestelle Hubstraße, danach folgt der Bahnhof Grötzingen mit dem nachgebildeten Systemwechsel", erklärt Vereinsbeisitzer Stephan Viel auf ka-news Nachfrage. 

Es macht sich schon der Schimmel breit

Neben der Tatsache, dass dadurch die in über 20-jähriger aufopfernder Kleinarbeit gebaute Anlage komplett zerstört wurde, macht den Modelleisenbahnfreunden auch die Obdachlosigkeit sorgen. Der Eigentümer des Gebäudes in der Ettlinger Straße 109 will nicht sanieren, sondern abreißen. Damit wären die Hobby-Eisenbahner quasi heimatlos in ihrem Jubiläumsjahr.

Es kommen sämtliche möglichen Unglücke zusammen: "Da wir die Landschaft aus Drahtgeflecht mit Gipsbinden hergestellt haben, ist das Wasser tief in das Gelände eingedrungen. Die Folge ist eine Schimmelpilzbildung im Gelände, die sich durch den Gips ausbreitet. Durch das aufgebrachte Streumaterial, wie Gras oder Büsche, wird das Wasser wie ein Schwamm festgehalten, auch hier hat der Pilz beste Voraussetzungen zum Wachsen", klagt Viel ka-news das Vereinsleid

Das weitere Problem mit dem Wasser betreffe die eingebauten Schaltplatinen zur Anlagensteuerung. Diese Platinen steuerten die einzelnen Abschnitte der Anlage und seien für das sichere Schalten der Signale und Weichen zuständig. Durch die lange Wartezeit auf die Trocknungsgeräte seien diese Platinen durch die Feuchtigkeitseinwirkung nicht mehr zu gebrauchen. "Sie schalten nicht mehr zuverlässig", so Viel.

Von der Politik allein gelassen

Die eingebauten Trafos seien ebenfalls nicht mehr betriebssicher, da Wasser in die Gehäuse eingedrungen sei. Eine Weiterverwendung sei damit ausgeschlossen. "Durch die Verwendung von Holz als Rahmen für die Geländeteile hat sich die gesammte Anlage verzogen, ganz extrem in den Gleiswendeln. Da hier die Gleise auf Sperrholz aufgeklebt sind, ist eine Korrektur nicht durchführbar. Das Problem ist auch hier die Schimmelbildung im Holz, die zudem gesundheitsgefährdend ist", erläutert der Vereinsbeisitze weiter.

An eine große Jubiläumsfeier ist nun nicht mehr zu denken, zwar will der Verein mit seiner mobilen Anlage, die die Bahnhöfe Bad Herrenalb, Fischweier und Busenbach der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) nachgebildet zeigt, weiter in der Öffentlichkeit präsent bleiben, für die Zukunft muss jedoch definitiv eine neue Unterkunft gefunden werden. An Politiker habe man sich schon gewandt, aber die Resonanz ist wohl nicht so positiv ausgefallen. Das Aktivbüro der Stadt Karlsruhe, dass sich auch um das Wohl der Karlsruher Vereine kümmert, wusste von dem "Fall" noch nichts, hat aber auf ka-news Nachfrage bestätigt, dass der Schritt in die Öffentlichkeit wohl das beste Mittel sei, dem Verein ein neues Heim zu verschaffen.

Verein sucht neues Zuhause

"Die für unseren Verein überlebenswichtigen Räume sollten sich, wie bisher auch, in der Nähe von öffentlichen Verkehrsanbindungen befinden. Idealerweise sollte die Raumgröße bei 120 bis 150 Quadratmetern liegen, um die vorhandene Albtalbahnanlage aufbauen zu können. Eine Unterteilung in einen Anlagenraum und einen Aufenthaltsraum oder Werkraum könnten wir auch selbst vornehmen. WC und Wasseranschluss wäre natürlich auch wichtig. Die Mietkosten sollten 300 Euro pro Monat nicht übersteigen", beschreibt Stephan Viel die Wünsche des Vereins und hofft, auf diesem Weg ein neues Zuhause für seinen Verein zu finden. Denn nur wenn das zeitnah klappt, könnte es vielleicht doch noch ein Happy End und ein würdiges Jubiläum für die Modellbahn- und Eisenbahnfreunde Karlsruhe geben.

Sie können dem Verein bei seiner Suche nach einer Unterkunft helfen? Über das ka-Reporter-Formular können Sie schnell und einfach mit der ka-news-Redaktion Kontakt aufnehmen und uns, wenn Sie möchten, auch direkt Bilder oder Videos schicken. Wir leiten Ihre Ideen dann an die MEK weiter.

Mehr zu: ka-reporter Vereine Modelleisenbahn "Modellbahn- und Eisenbahnfreunde Karlsruhe" Topmeldung



Kommentare [28]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (278 Beiträge) | 15.03.2012 12:55
    kleine Idee
    Die DB hat in den letzten Jahren überall ihre ESTW`s in Betrieb genommen. Seither stehen in vielen Bahnhöfen alte Stellwerke einfach leer rum.... - vielleicht gibts ja da ne Möglichkeit.....
  • (682 Beiträge) | 15.03.2012 13:39
    Haste heute frei
    oder streikt Ihr schon wieder?
  • (16 Beiträge) | 15.03.2012 13:19
    bimmelfuzzi
    gute Idee, nur Problem, dass viele alte Stellwerke im Gleisbereich liegen, und hier eine Gefahrenquelle sich verbirgt.
    Stellwerk 14, ehem. Rangierbahnhof, gegenüber Fautenbruchstr. 17, wäre doch was...da kann man mit dem Auto hinfahren.....und hat eine Brücke.
  • (5416 Beiträge) | 15.03.2012 17:17
    ?
    Brücke?

    In der Tat liegt das am Weg im Gegensatz zu den anderen beiden (1 und 5), 9 sollte auch ohne Gleisquerung erreichbar sein, ist aber wohl deutlich kleiner.
    Dort tauchen die 4 noch nicht auf. Als ich zur Zeit deren Stilllegung dorthin mal mailte, dass das total einsturzgefährdete Teil auf dem dort angebotenen "Freizeitgrundstück" offen stünde (festgestellt bei Stellwerkfotorunde) und man sich doch mal wegen Haftung und so mal drum kümmern solle (inzwischen platt gemacht), fragte ich auch mal wegen kursierenden Abrissgerüchten nach dem weiteren Schicksal der Stellwerke. Das sei noch völlig offen, war der telefonische Rückruf. Fragen könnte sich also durchaus lohnen. Bitte auch mir das Ergebnis berichten zwinkern Wäre nicht der erste Modellbahnverein in einem alten Stellwerk.
  • (181 Beiträge) | 15.03.2012 17:46
    nochmals zu Stellwerk 14
    wenn sie gar nicht weiterkommen, schicken sie mir mal ne email mit ihrer Telefonnummer:
    Ralf-Achim@t-online.de
    kenn mich ein bissel aus und versuche zu helfen
  • (2080 Beiträge) | 15.03.2012 13:59
    120-150 m²,
    für nicht mehr als 300 €.

    Ist das wirklich realistisch?
  • (20148 Beiträge) | 15.03.2012 14:07
    Das ist
    dann realistisch wenn sie jemanden finden, der sie mit einer geringen Miete sozusagen aktiv unterstützt.
    Wenn ich solche Räumlichkeiten hätte, die seit ewig keiner will, dann würd ich das sofort machen.
  • (5416 Beiträge) | 15.03.2012 17:22
    !
    Auf ein solches Wunder hoffe ich auch noch, damit ich mit meinem ganzen Kruscht nicht nur billiger wie jetzt wohnen kann, sondern auch noch meine eigene kartonierte Modellbahn wieder aufbauen kann ... zwinkern
    Wie ich die früher mal in meiner halb so großen alten Wohnung untergekriegt habe, ist mir ja ein völliges Rätsel ... zwinkern
  • (20148 Beiträge) | 15.03.2012 14:04
    Ziemliche Katastrophe,
    wenn man bedenkt was da an Arbeit, Liebe und Geld drinsteckt.

    War das wenigstens auf einen ordentlichen Betrag versichert?

    Und wie konnte dieser gigantische Schaden entstehen? Da muss es ja in Strömen von der Decke geregnet haben eine gewisse Zeit. Geht da nicht jeden Tag einer hin und guckt nach dem Rechten?
  • (1540 Beiträge) | 15.03.2012 15:58
    Ein Jammer
    Es reicht sicher, wenn abends, nachdem der letzte Modellbahner gegangen ist, ein paar Liter Wasser auf die Anlage kleckern. Über Nacht hat die Konstruktion reichlich Zeit, sich vollzusaugen.

    Bei so einer Anlage kommt man wahrscheinlich schon mit ein paar Litern Wasser recht weit. Ich habe mal einen Wasserschaden erlebt, wo durch ein undichtes Flachdach bei einem Wolkenbruch 200 l ins Büro gelaufen sind. Da waren mehrere PCs und die ganzen Pressdreckmöbel futsch. Der Teppichboden musste auch ausgewechselt werden, wegen Schimmel drunter.

    Die Modellbahn hätte man sicher mit einem Zehntel der Menge hinübergekriegt, die Brühe muss nur an die richtige Stelle gegossen werden. Die Leute haben jedenfalls mein Mitgefühl.
  • (4047 Beiträge) | 15.03.2012 16:01
    Ob
    in so einem Klub sich die Leute täglich treffen weiss ich nicht,kann aber sein,dass da mal ein paar Tage keiner ist.
    Wenn aber das Dach undicht ist,dann ist das die Sache des Vermieters .Und für eventuelle Schäden müsste der dann eigentlich haften
  • (7467 Beiträge) | 15.03.2012 16:55
    -->
    Montag abend war Stammtisch angesagt und Donnerstag abend war Basteln angesagt. Oder umgekehrt. Schade um die Anlage, letztens erst gesehen. Vor allem alles analog gesteuert über einzelne Gleisblockabschnitte. km-lange Kabel im Untergrund. Gut. ist nix für die digitalfraktion.

    Da gibt es auch noch solche Sachen unter den Mitgliedern:
    Marke Eigenbau
    Stuttgart

    Wenn man Glück hat, dann werden die Sachen auch mal mitgebracht. Gut jetzt erst mal nicht.
  • (1340 Beiträge) | 15.03.2012 17:12
    Vermutlich hat der Verein...
    ...den Schuppen billig bekommen, weil er zu nix anderem mehr zu gebrauchen war. Und dann den Vermieter angehen...? Ok, wenn der ne Versicherung hat...
  • (5416 Beiträge) | 15.03.2012 17:25
    !
    Das Gebäude sieht eigentlich nach Wohnhaus aus. Aber so eingezwängt zwischen Straßen, Güterbahn und Gewerbe sicher keine favorisierte Wohnandresse, da kommt ein Modellbahnverein grad recht ... Die sind da aber schon ewig drin. 1x war ich dort, aber das ist bestimmt schon 10-20 Jahre her, eher 20, damals war noch meine eigene Modellbahn aufgebaut ...
  • (751 Beiträge) | 15.03.2012 18:07
    Leider
    Die Versicherung wird wohl leider nur den materiellen Schaden ersetzen. Die zigtausend Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder werden wohl kaum ersetzt. Und vor allem der ideelle Schaden, dass etwas in dem vie Liebe und Enthusiasmus steckt zerstört ist.

    Tut mir leid für die Leute
  • (427 Beiträge) | 15.03.2012 14:17
    "Von der Politik allein gelassen"
    was soll die politik denn hier machen? floskeln......
    ne versicherung wäre evtl ne gute idee, oder?
  • (5416 Beiträge) | 15.03.2012 17:29
    !
    Ach, u.U. kann die Politik durchaus was machen, wenn sie von leerstehenden Räumen weiß ...
    Einer meiner Vereine residierte viele Jahre neben anderen in einem Kellerloch des Rathauses West.

    Volkswohnung wäre noch ein Ansprechpartner. Das Umweltzentrum ist bspw. in einem Haus der Volkswohnung. Vielleicht haben die ja ehemalige Läden, die, weil abgelegen, niemand mehr will ...

    Versicherung will 1. bezahlt werden und hilft 2. nicht, die Arbeitsaufwand zu ersetzen. Der Materialschaden dürfte das geringere Übel sein ...
  • (181 Beiträge) | 15.03.2012 17:43
    Stellwerk 14 Karlsruher Rbf
    also Stellwerk 14 im ehem RBF steht lehr, einfach mal DB S Imm anrufen - 0721 938-1758 anrufen, was damit passiert.
    Kann aber sein, dass das netz zuständig ist, dort gibt es auch eine Immobilienabteilung, über 938-7007 einfach mal die Nummer fragen......
  • (5416 Beiträge) | 15.03.2012 17:59
    !
    Der auf der oben von mir verlinkten Seite genannte und angemailte Kontakt wusste zumindestens von der Existenz der Stellwerke, also vermutlich die richtige Stelle.
  • (181 Beiträge) | 15.03.2012 18:06
    Stellwer 14
    wenn da jemand sitzt, der sich im Karlsruher Betriebsdienst auskennt, kennt er das Stellwerk schon, aber ob es zu DB Immobilien gehört, ist damit nicht gesagt; es wird unterschieden zwischen betriebsnotwendingen und nicht betriebsnotwendingen Gebäude.
    Würde trotzdem auf der 938-7007 die Netz Immobilienabteilung fragen...ist nur ein guter Rat von einem Eisenbahnkenner.

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