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Verboten! Warum Karlsruhes Baggerseen keine Badeseen sind [42]

Karlsruhe (ks) - Das Baden in Gewässern der Stadt Karlsruhe ist verboten. Das Rathaus verweist auf die kostenpflichtigen Schwimm- und Freibäder, die genug Möglichkeiten zum Schwimmen bieten würden. Trotzdem ignorieren jeden Sommer tausende Bürger das Badeverbot und schwimmen auf eigene Gefahr in den Seen. Die DLRG Durlach warnt nun vor den Gefahren.
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Abkühlung im Badesee
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Zwei Jungen beim Sprung in kühle Nass. In Karlsruhe sollten sie hierfür lieber ins Schwimmbad gehen.
Foto: dpa

Für Tausende startet mit den steigenden Temperaturen die Badesaison. Doch wer den Sprung in ein Badegewässer der Stadt Karlsruhe wagt, der bricht geltendes Recht. Laut einer seit 1979 bestehenden Verordnung ist das Baden und Tauchen in öffentlichen Gewässern im Stadtgebiet Karlsruhe verboten. Davon betroffen sind die Baggerseen Grötzingen und Neureut sowie der Heidesee bei Neureut.

Die Stadt begründet das Verbot auf Anfrage von ka-news wie folgt: "Die Stadt Karlsruhe bietet den Bürgern über die Bäderbetriebe eine ganze Anzahl von Bädern - mit Badepersonal, Infrastruktur sowie unter anderem auch permanente Wasserkontrollen - an. Angesicht dieser vielfältigen erlaubten Wasserflächen engagiert sich die Stadt nicht zusätzlich an auf der Gemarkung Karlsruhe liegenden Baggerseen."

In 22 Seen im Landkreis Karlsruhe ist Baden erlaubt

Die Karlsruher Bürger werden damit auf die kostenpflichtigen Schwimm- und Freizeitbäder verwiesen. Dabei lässt sich das Baden in Gewässern nach Paragraf 28 des Wassergesetzes von Baden-Württemberg zwar verbieten, es braucht allerdings einen exakt definierten Grund: Das Baden kann "aus Gründen des Wohls der Allgemeinheit, insbesondere der Ordnung des Wasserhaushalts, der Sicherstellung der Erholung, des Schutzes der Natur oder der Abwehr von Gefahren" verboten werden (Link führt zu Wassergesetz als PDF). Darüber hinaus genießt das 33 Jahre alte Badeverbot der Stadt Karlsruhe einen Sonderstatus. Denn laut Landratsamt Karlsruhe gibt es im gleichnamigen Landkreis 22 zugelassene Badeseen - in keinem davon ist das Baden verboten.

Nur sporadische Kontrollen

Trotz des Verbots widersetzen sich Bürger der Verordnung und gehen in den betreffenden Seen regelmäßig illegal baden. Der Stadt Karlsruhe ist bekannt, dass es am Grötzinger Baggersee große Anstürme von Menschen gibt: "Speziell in Grötzingen haben die Freizeitaktivitäten ein Ausmaß angenommen, das zur Beeinträchtigung des Landschaftsschutzgebietes führt."

Dennoch scheint die Stadt das Badeverbot nicht konsequent durchzusetzen. Laut Michael Deufel, erster Vorsitzender der DLRG Ortsgruppe Durlach, würden "viele Menschen" am Baggersee baden. Der erfahrene Rettungsschwimmer habe aber noch von"keinem Fall gehört", bei dem ein Bürger eine "Strafe wegen unerlaubten Badens" bekommen hätte. Die Stadt Karlsruhe verweist darauf, nur sporadisch zu kontrollieren und stattdessen Verständnis für das Badeverbot wecken zu wollen.

Wasserqualität wird nur selten überprüft

Das illegale Baden ist jedoch nicht ungefährlich. Zum einen ist die Stadt Karlsruhe aufgrund des Badeverbots nicht verpflichtet, das Wasser auf seine Qualität zu überprüfen und nimmt nach eigenen Angaben "keine regelmäßigen Wasserproben". Damit setzen sich Badende der Gefahr aus, in gesundheitlich bedenklichem Wasser zu schwimmen.

Zum anderen ist zumindest der Grötzinger See seit diesem Jahr unbewacht. Wer ertrinkt, stirbt unbemerkt. Die DLRG Ortsgruppe Durlach hat bis zum vergangenen Jahr regelmäßig Badeaufsicht geleistet, die Überwachung dieses Jahr jedoch eingestellt. Der Wachdienst der DLRG, so Vorsitzender Deufel, sei "nicht so gewünscht gewesen". Man sei von der Stadt "geduldet worden". Der Verein, erklärt Deufel, wolle das gute Verhältnis zur Stadt Karlsruhe jedoch nicht strapazieren. Deswegen habe man die Badeaufsicht eingestellt. Aus dem Rathaus heißt es dazu: "Er (der DLRG) ist nicht von uns beauftragt, sich um die Badenden zu kümmern." Mit der Beendigung der Wasseraufsicht kann man laut Deufel nur darauf "hoffen, dass diesen Sommer nichts passiert, die Leute wieder alle heil aus dem Wasser kommen."

Badeverbot sorgt für Streit zwischen Tauchern und Anglern

Darüber hinaus kam es am Grötzinger Baggersee in der Vergangenheit zum wiederholten Male zu Revierkämpfen zwischen Tauchern und Anglern. Nach ka-news-Informationen beschimpften sich beide Seiten zum Teil heftig, auch Steine sollen geflogen sein.

Der Angelverein Grötzingen ist Pächter des Fischrechts am Grötzinger Baggersee. Dessen Mitglieder scheinen die Froschmänner des Öfteren drauf hingewiesen zu haben, dass das Tauchen am See untersagt sei. In Taucherkreisen stößt das Bade- und Tauchverbot der Stadt Karlsruhe auf Unverständnis. "Als Verein ist es uns untersagt, im Grötzinger Baggersee zu tauchen", sagt Tino Schmidt, erster Vorstand des Tauchsportclubs "Skin-Diver" Ubstadt-Weiher. Der See in Grötzingen, so Schmidt, habe eine einmalige Unterwasserwelt. "Gerne würden wir dort tauchen, aber wir halten uns notgedrungen an das Verbot."

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Kommentare [42]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (2668 Beiträge) | 29.06.2012 00:06
    Stadt verbietet Badeaufsicht?
    Was soll denn das? Hat die Stadt etwas dagegen, wenn Menschen aus dem Wasser gerettet werden?
  • (1717 Beiträge) | 29.06.2012 18:24
    Die Chance fürs Law-and order-Team um smartraver
    nachdem ihr kurz zum lachen im Keller wart könnt ihr den Sommer produktiv nutzen und die Karlsruher Algentümpel kontrollieren und Anzeigen schreiben gegen widerspenstige illegale Badende.

    Oder besser, ihr ertrinkt unbemerkt
  • (363 Beiträge) | 29.06.2012 00:27
    ?
    Wenn sich alle an das Badeverbot halten muß auch niemand gerettet werden.
  • (2668 Beiträge) | 29.06.2012 01:10
    Wen sich alle an die Verkehrsregeln halten...
    ... dann bräuchte die Feuerwehr auch kein Werkzeug, um Autofahrer aus ihrem Auto zu schneiden.
  • (363 Beiträge) | 29.06.2012 11:11
    ?
  • (20148 Beiträge) | 29.06.2012 12:20
    Nicht alles
    was hinkt ist ein Vergleich...

    (Fünf Euro ins Phrasenschwein).
  • (363 Beiträge) | 29.06.2012 13:12
    ?
  • (20148 Beiträge) | 29.06.2012 14:25
    Ich hatte
    eigentlich Ralf gemeint und mit dem Phrasenschwein mich. grinsen
  • (363 Beiträge) | 29.06.2012 14:56
    ?
    Mist, sowas hatte ich schon befürchtet.
    Aber egal, die fünf Euro behalte ich trotzdem. zwinkern
  • (525 Beiträge) | 29.06.2012 01:05
    So ein scheinheiliges Geschwätz!
    Die Sorge um Gesundheit und Leben der Badenden ist doch nur vorgeschoben. In Wirklichkeit geht es der Stadtverwaltung doch nur um die ihren Frei- und Hallenbädern entgehenden Eintrittsgelder.
  • (3606 Beiträge) | 29.06.2012 01:21
    Das kommt dann den Kommunen zu Gute...
    die an ihren Baggerseen Eintrittsgelder bzw. Parkgebühren erheben.
  • (1599 Beiträge) | 29.06.2012 08:27
    da es nicht...
    ..kosequent umgesetzt wird würde ich eher drauf tippen dass man sich die kosten für kontrollen und sicherheit sparen will und rechtlich fein raus sein will....
  • (974 Beiträge) | 29.06.2012 14:40
    DAs sehe ich genau so.
    Aber dieses Jahr passiert garantiert nichts, es sind OB Wahlen im Dezember.

    Da erinnert sich die Stadt daran "Wir sind das Volk". Bis zum Januar haben sie das wieder vergessen.
  • (20148 Beiträge) | 29.06.2012 02:58
    Hähä,
    schlagt euch doch die Schädel ein. Deppen.

    Extrem amüsant. grinsen
  • (2 Beiträge) | 29.06.2012 04:17
    Ein Hoch auf Sankt Bürokratius - zulasten der Bürger (wie immer)
    Hinter scheinheiligen selbst aufgestellten Regelsn und Verordnungen kann sich die Stadtverwaltung leicht verstecken. Hier kommt hinter den öffentliche geäußerten Toleranz-Statements doch wieder die kleinbürgerliche Miefigkeit dieser Beamtenhochburg durch. Ein Hoch auf alle, die sich nicht vorschreiben lassen wollen, wie Sie ihre Freizeit zu verbringen haben.
  • (54 Beiträge) | 29.06.2012 05:50
    "...Wer ertrinkt...
    stirbt unbemerkt..." Klasse Satz.. Fast so gut wie: wer fruher stirbt ist länger tot.
  • (1049 Beiträge) | 29.06.2012 05:52
    Von den
    Abfällen und Reinigungskosten wird gar nichts geschrieben.
  • (1069 Beiträge) | 29.06.2012 07:27
    Wer erzeugt den Müll?
    Der Müll wird auch von denen erzeugt, die nicht ins Wasser springen, sondern sich nur sonnen. Sonst müssten ja alle Parkplätze Straßen und Wiesen, z. B. Schlosspark, blitze sauber sein.
    Das ist doch nicht der wahre Grund. Und eine Gefahrenhaftung kann auch nicht der Grund sein, da dies dann ja auch für die Landkreise und anderen Bundesländer gelten würde. Also muss es an fiskalischen Überlegungen liegen.
  • (5487 Beiträge) | 29.06.2012 07:52
    Baden verboten
  • (3235 Beiträge) | 29.06.2012 09:54
    Besonders die
    verschmutzen ihre unsere Gewässer mit ihrem Dasein und ihren Sch... Surfbrettern.

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

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