Unterschriftensammlung
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Rheinstetten - Die von der Interessengemeinschaft Rheinstetten (IGR) gestartete Unterschriftensammlung für einen Bürgerentscheid zur Ansiedlung des Edeka Fleischwerkes liegt nach Mitteilung der IGR "voll im Plan". Für die Einleitung eines Bürgerentscheids müssen zehn Prozent der Wahlberechtigten einer Kommune stimmen; für Rheinstetten sind demnach rund 1.618 Unterschriften notwendig. Diese Zahl wurde laut IGR am vergangenen Samstag überschritten. Unterdessen äußerte sich Jörg Rupp, Bundestagskandidat der Grünen, zur anhaltenden Debatte: Das Werk sei "unnötig wie ein Kropf".
Die IGR wolle dennoch ihr ehrgeiziges Ziel von 2.000 Unterschriften am kommenden Samstag überschreiten und erwartet von den politisch Verantwortlichen, dass sie einem Bürgerentscheid zustimmen.
Rupp: "Aktuelle Gutachten helfen nicht weiter"
Laut IGR sei der Informationsstand vieler Bürger unvollständig. So sei vielen nicht bekannt gewesen, dass mit Inbetriebnahme der neuen Fabrik drei andere Werke mit mehr als 600 Beschäftigten schließen müssten. Auch im Hinblick auf die Gewerbesteuer bestehe Aufklärungsbedarf: Die IGR vermutet, dass Edeka aufgrund von Abschreibungsmöglichkeiten in den nächsten Jahre Gewerbesteuer nur in sehr geringem Umfang oder überhaupt nicht werde abführen müssen.
Kritisch äußerte sich auch Jörg Rupp, Bundestagskandidat der Grünen im Wahlkreis Karlsruhe-Land. Unter Bezugnahme auf die vergangene Woche vorgelegten Gutachten (ka-news berichtete) sagte er: "Die aktuellen Gutachten helfen in der Debatte nicht wirklich weiter. Ob 400 oder 800 Lkw am Tag ist völlig irrelevant, genauso, ob die Verkehrsknotenpunkte dem gewachsen sind. Wenn die Südtangente mal wieder Verkehrsstau produziert hat, werden die Lkw statt über die B36 über Ettlingen zur Autobahn fahren", so der Grünen-Kandidat in einer Pressemitteilung.
Hofläden als Alternative
Neben der, wie es weiter heißt, "Verbauung eines Naherholungsgebietes" müsse man auch die geplante Produktion hinterfragen: Es sei "völlig verrückt", Tiere zunächst zum Schlachten "durch die Gegend" zu fahren, die geschlachteten Tiere wieder auf Lkw zu verladen um sie dann in die regionalen Verteilerzentren der Edeka zu transportieren, bevor die Ware schließlich in den Handel und zum Verbraucher komme. Rupp: "Da braucht man sich nicht wundern, dass die Autobahnen voll sind, die Feinstaub- und Lärmbelastung steigt und die Emissionen aus Autoabgasen sowie die Ausgaben für die Erhaltung unserer Straßen steigen."
Den Verbrauchern empfiehlt Rupp, sich in Hofläden und Metzgereien mit Fleisch aus regionaler Produktion zu versorgen und Supermarktfleisch zu meiden. "Mit dem Kauf vom Fleisch aus dem Supermarkt, fast ausschließlich aus Massentierhaltung unter den abscheulichsten Bedingungen erzeugt, unterstützt man genau diese Art und Weise der Produktion." (ps/de)




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