Unter falscher Flagge: Blogger twittert für KVV
[45]
Karlsruhe (mil/fn) - Der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) twittert - zumindest dachten das die 115 Nutzer, die ihm bis vor wenigen Wochen bei dem Kurznachrichtendienst folgten. Ein Karlsruher Blogger hatte seit 12. Juli unter dem Account "KVVinfo" aktuelle Pressemeldungen des Unternehmens verlinkt. Was "gut gemeint" war, stieß bei den Karlsruher Verkehrsbetrieben (KVV) jedoch auf wenig Gegenliebe - Jonathan Müller musste den Twitter-Account auf Wunsch des Unternehmens löschen. Damit sorgte er in der Blogger- und Twitter-Szene für ordentlich Wirbel.
Nach 38 Tweets musste der 19-jährige Blogger Jonathan Müller den Account einstellen. Die Internet-Gemeinde reagierte mit Unverständnis auf das Verhalten des Karlsruher Verkehrsverbunds. "Schade - warum denn das?", twitterte ein Nutzer auf den Abschiedsbeitrag des Karlsruhers im Namen von "KVVinfo". Eine weitere Abonnentin bezeichnete die Reaktion des KVV als "starkes Stück".
Strafbewehrte Unterlassungserklärung für KVV-Twitterer
"Ich folge den Dresdner Verkehrsbetrieben bei Twitter und fand diesen Service so gut, dass ich ihn auch für Karlsruhe einrichten wollte", begründet Jonathan Müller seine Motivation gegenüber ka-news. Während der 19-Jährige es nach eigener Aussage "nur gut meinte", war er sich jedoch nicht über die rechtlichen Folgen bewusst. Denn der Karlsruher musste den Twitter-Account nicht nur unverzüglich löschen, sondern auch eine strafbewehrte Unterlassungsunterklärung abgeben.
Müller hatte ohne Absprache das KVV-Logo genutzt und weder auf der Twitter-Seite noch im Austausch mit den Nutzern kenntlich gemacht, dass es sich um einen inoffiziellen Twitter-Account des KVV handelte. Jonathan Müller selbst meldete sich schließlich bei den Verkehrsbetrieben, als die ersten Nutzer von einem offiziellen KVV-Twitter-Account ausgingen. Das bestätigt auch eine KVV-Sprecherin. "Wir haben selbst bereits an einem eigenen Twitter-Account geplant und deshalb sein Angebot dankend abgelehnt", so die Unternehmenssprecherin gegenüber ka-news.
Für Jonathan Müller ging das allerdings aus dem Schreiben des KVV nicht deutlich hervor. Er twitterte munter weiter - und bekam prompt Post von den Verkehrsbetrieben, in denen diese ihm rechtliche Konsequenzen und Strafzahlungen, laut Müller in fünfstelliger Höhe, androhten
Falsche Twitteraccounts sind kein Einzelfall
"Ich kann nachvollziehen wie der KVV reagiert hat", sagt Jonathan Müller heute, betont aber: "Ich habe niemandem mit dem Twitter-Account schaden wollen". Auch wenn er sein Handeln im Nachhinein bereut, ist der Karlsruher trotzdem über die Reaktion des KVV enttäuscht. "Man hätte defintiv menschlicher reagieren können", findet der 19-Jährige. Der KVV verteidigt seinen Bescheid zur Unterlassungserklärung dagegen als "gängigen Vorgang".
Der falsche Twitteraccount der Verkehrsbetriebe jedenfalls ist kein Einzelfall. Vor zwei Jahren fingen die Freunde Michael Umlandt und Marco Bereth an, im Namen des ZDF Programminfos zu twittern und sogar auf Zuschauerkritik zu antworten - zunächst ohne Wissen des Senders. Der zeigte sich aber so beeindruckt von der Arbeit der Beiden, dass er ihnen kurzerhand einen Arbeitsvertrag anbot. "Die beiden haben einen klasse Job gemacht und so getwittert, wie wir es selber auch getan hätten", sagt Tina Kutscher, Leiterin der Zentralredaktion Neue Medien im ZDF damals.
ka-news - zwei Mal bei Twitter?
Selbst von ka-news gibt es einen inoffiziellen Twitter-Account: ein unbekannter Nutzer hat sich schon vor geraumer Zeit die Mühe gemacht den Namen ka_news bei Twitter registriert und lässt diesen seitdem per Automatik mit den neuesten Nachrichten befüllen. Offiziell ist ka-news dagegen unter dem Account kanews (ohne Unterstrich) bei Twitter aktiv, twittert Nachrichten und antwortet auch auf Nachfragen von Nutzern.
Auch die KVV wird es demnächst wieder bei Twitter geben. Schon ab der kommende Woche wolle man unter dem Account "KVV GmbH" eigene Informationen über Twitter einstellen, so eine Sprecherin.
Mehr dazu:
Stadtblog Karlsruhe
ka-news bei Twitter: http://twitter.com/#!/kanews
Mehr zu: Twitter KVV Internet
- (1290 Beiträge) | 29.07.2011 06:29Zwitscher Dir einenJonathna Müller scheint ein umtriebiges Kerlchen zu sein.
Er könnte ja als nächstes Projekt Fenrich twittern lassen.
Täglich neue Fressies und Saufis... - (4403 Beiträge) | 29.07.2011 12:39Nun jaWenn er sonst nichts zu tun hat

Andere in dem Alter liegen halbbesoffen am Marktplatz, wieder andere spielen den ganzen lieben Tag Videospiele - von daher ist das was der Kerl macht eigentlich noch sinnvoll.
Natürlich sollte er erkenntlich machen, daß er inoffiziell postet. Aber gibt schlimmeres auf der Welt als ein Kerl der Fahrtinformationen oder was auch immer in seinem Blog postet.
Ich meine, wenn er sonst keine Sorgen hat
- (2612 Beiträge) | 29.07.2011 07:10tjaanstatt man sich mal freundlich erkundigt hätte, hat man gleich mit Unterlassungserklärungen gewunken. Unerträglich, die Reaktion vom KVV. Aber so gehen die auch oft genug mit ihren Fahrgästen um.
Und die Erklärung "gängiger Vorgang" ist ja nunmal schlicht unreflektiert. So geht man nicht mit Menschen um, die eigentlich etwas Gutes getan haben. - (4181 Beiträge) | 29.07.2011 09:38tjaanstatt den Account einfach JonathansKVVInfo zu nennen, wodurch er die gleichen Tweets problemlos hätte absetzen können, musste der Bub falsche Tatsachen vorspiegeln.
Mir ist schleierhaft wie man etwas anderes erwarten kann als dass alle formellen Maßnahmen ergriffen werden um das zu beenden. Beim KVV wird keiner täglich kucken wollen, ob die gestern noch sinnvollen Tweets heute auch noch sinnvoll sind.
Schlimmer noch: wenn der KKV von dem Service erfährt und Jonathan macht irgendwann in bester Absicht einen Fehler, wodurch jemand einen Schaden hat und der Geschädigte kann vor Gericht zeigen, dass der KVV von dem Service in seinem Namen wusste, könnte es für den KVV sogar teuer werden.
Anderes Beispiel: Aktuelle Infos vom Grünen-Parteitag fänden sicherlich viele Interessenten. Aber wenn der Account JoergRuppInfo heißt, dann haben sowohl Jörg Rupp als auch alle Abonnenten ein Recht darauf, dass genau nur eine Person - nämlich Jörg Rupp - zwitschert. Oder? - (2612 Beiträge) | 29.07.2011 09:48bleibt trotzdemdie Frage, warum es gleich ne Unterlassungserklärung sein muss.
Ich verstehe schon, dass man da nicht begeistert ist - so von oben runter - aber die Art und WEise ist es. Die Haltung dazu. Zumal er ja selbst informiert hat.
"Lieber Herr, dankeschön, aber wir planen entsprechend Informationen per Twitter in eigener Regie durchzuführen. Für Ihr Engament danken wir Ihnen. Wir haben uns das angeschuat, sSie haben das durchaus in unserem Sinne gemacht. Für Ihr Engament danke wir IHnen und bieten Ihnen an, dies zukünftig für uns in Abspreache zu tun. Wir vergüten 400 € im MOnat. Oder überlassen Ihnen mit diesem Schriben einen Gutschein für unsere Produkte in HÖhe von 50 €. ". Oder so ähnlich. Kein Danke. Nix. Dafür Unterlassung. Das meine ich. - (1233 Beiträge) | 29.07.2011 10:32Ganz einfach, ...... nämlich deshalb, weil die KVV nur durch eine strafbewehrte Unterlassungserklärung ausschließen kann, dass Jonathan seinen "Service" unter vorgetäuschter Identität einstellt. Ich verstehe wirklich nicht das Problem, zumal Tok ja bereits alles gesagt hat. Im Übrigen: Aus dem Text geht hervor, dass die KVV selbst den Jonathan auf Unterlassung in Anspruch genommen hat, so dass ihm (anders als wenn ein Anwalt eingeschaltet worden wäre) überhaupt kein finanzieller Schaden entstanden ist - eigentlich 'ne faire Geste, wenn die KVV nicht per se pöhse wäre, oder? So what.
- (60 Beiträge) | 29.07.2011 10:57Wer eine Rechtsabteilung hat...benutzt sie natürlich. Ich sehe aber auch nichts schlimmes an einer strafbewehrten Unterlassungserklärung. Es ist eben wirklich ein gängiger Vorgang und nicht grundsätzlich böse gemeint, sondern die einzige Möglichkeit für den KVV, sich hier rechtlich abzusichern. Dass das vorhergehende Schreiben nicht ganz richtig verstanden wurde, ist ja schon dokumentiert.
- (2612 Beiträge) | 29.07.2011 12:51wo leben wir eigentlichwenn eine strafbewehrte Unterlassungserklärung ein gängiger Vorgang ist....
- (60 Beiträge) | 29.07.2011 15:26Gängiges Mittelist sie einfach aus dem Grund dass sie laut UWG §12 das gesetzlich vorgeschriebene Mittel ist bevor ein Gerichtsverfahren eingeleitet wird, und zwar inklusive der Vertragsstrafe.
- (493 Beiträge) | 29.07.2011 15:22Nun jader junge Mann hätte die strafbewährte UE nicht abgeben müssen, das ist freiwillig. Bevor man sowas unterschreibt sollte man einen Fachanwalt zu Rate ziehen.
Möglicherweise sind die ganzen Zusammenhänge auch nicht vollständig widergegeben was die Beurteilung der Sachlage hier erschwert.
Grundsätzlich passt das zum Image des KVV, denn Kundenfreundlichkeit scheint immer mehr in den Hintergrund zu treten. - (2612 Beiträge) | 29.07.2011 12:50ich bin ja nicht doofdas hab ich schon verstanden.
Die Frage bleibt, warum der erste Schritt nicht freundlich war. Es ist diese "was fällt denn dem ein"-Haltung, die mich stört.
Naja, aber ich glaube nicht, dass wir an dem Punkt zusammen kommen. Weißt Du: DANKE wäre die richtige Reaktion gewesen. - (1233 Beiträge) | 29.07.2011 13:02Artikel gelesen?Der erste Schritt WAR freundlich. Das hat Herr Müller eben nicht gerafft ("Für Jonathan Müller ging dies aus dem Schreiben offenbar der KVV offenbar nicht deutlich hervor.").
- (1233 Beiträge) | 29.07.2011 13:09PS:Wie oft darf man Ihrer Meinung nach "dankend ablehnen" [sic], bevor man mit einer - kostenfreien (!) - Unterlassungserklärung sicherstellen darf, dass der andere auch wirklich unterlässt?
- (2612 Beiträge) | 29.07.2011 14:49gelesenund sogar den Blogbeitrag dazu!
Offenbar war es nicht offensichtlich in der ersten Antwort, dass er das nicht weiter machen soll. Anschließend dann direkt die Erklärung.
Ich denke, wir haben a einfach ein anderes Verständnis davon, wie man mit Menschen umgeht. - (1233 Beiträge) | 29.07.2011 18:35Himmel hilf!"Ich denke, wir haben [d]a einfach ein anderes Verständnis davon, wie man mit Menschen umgeht."
Können Sie nicht ein einziges Mal die Gutmenschenkeule stecken lassen? Offenbar ist Ihnen nicht geläufig, wie man in der westlichen Hemisphäre im Einvernehmen Rechtsfrieden schafft, ohne Gerichte in Anspruch nehmen zu müssen. - (2612 Beiträge) | 29.07.2011 23:53Gutmenschenkeulewenn ich ds schon höre. 'Sorry, ich bin offenbar in der Lage Ihre Position stehen zu lassen, ohne Sie anzugehen. Sie umgekehrt nicht. Wenn das Gutmenschentum ist: bitte. Dann bin ich gerne ein Gutmensch. Und Sie dann?
- (4181 Beiträge) | 29.07.2011 14:20auch wenn manalles Rechliche weniger eng sieht, kann man so wie man sagen kann "der KVV hätte auch einfach freundlich zum Tee einladen können" sagen "Jonathan hätte einen Namen wählen können, der keine falsche Identität vorgibt".
"Strafbewehrte Unterlassungserklärung" klingt auch dramatisch. Aber letztlich sollte man das nicht überbewerten. Beim KVV hat sicher niemand vor Wut geschäumt, sondern eher ruhig die zu ergreifenden formellen Maßnahmen eingeleitet. Wenn der Herr Müller seine Mission in Tram-Gezwitschere sieht, kann er sich ja beim KVV für die Webzwonullabteilung bewerben. Dann bekommt er für die gleiche Arbeit Geld statt welches zahlen zu müssen. - (162 Beiträge) | 30.07.2011 21:45dann plan mal schön weitermal sehen ob es bis zu den nächsten wahlen geklappt hat?
Das Team in spe kann ja so lange in kollegialer aushilfe strafzettel für sitzblockaden schreiben...
schon mal nachgeschaut wieviele zeitungen sich die dpa meldungen als 1:1 kopie ins web posten
da hatte der junge sicherlich mehr künstlerische freiheit an den tag gelegt
war ne vollkommen überzogene reaktion von dem enbw nachbarn
wenn se grips hätten, was se nicht hen, hätten se das angebot angenommen und dem seinen account mit den followern übernommen, haben doch schließlich ne knappe kasse!!!!
große konzerne stellen ihr engagement in twitter wg. den kosten ein - (36 Beiträge) | 29.07.2011 07:29KVV WebsiteBevor der KVV sich mit den neuen Medien rumschlägt soll er es mal schaffen seine Kunden über die Website oder die Medien (KA-News) rechtzeitig über Unfälle oder Verzögerungen zu informieren.
Was nutzt es mir wenn auf Twitter die Werbung zum Pünktlichkeitsversprechen kommt wenn zum selben Zeitpunkt die Bahnen Verspätung haben wegen "Betriebsstörung". - (4403 Beiträge) | 29.07.2011 12:34PünktlichkeitsversprechenDiese Werbung spricht eigentlich nicht gerade für den KVV.
Es sollte nämlich selbverständlich sein daß Bahnen dann fahren wie es auf dem Fahrplan steht. Ein Unternehmen das betonen muß daß ihre Bahnen pünklich sind hat dies meist erst dann nötig, wenn ihre Bahnen eben nicht mehr pünktlich fahren.
Und komischerweise gibt es diese Werbung auch erst, seit "halb" Karlsruhe aufgerissen ist.
Angefangen, daß der Wurm drin ist, hat es eigentlich schon mit einführung des "Nightliner"netzes (Nachtverkehr hört sich zu altmodisch an) - ab dann fuhr nichts mher pünktlich.
Durch das idiotische zentralisierte System wartet man dann mitunter über 10 min am Marktplatz, bis dahin verpaßt man dann gerne schonmal den ein oder anderen Anschluß. Und daß die Bahnen nur noch stündlich fahren statt wie vormals halbstündlich bewegt auch nicht gerade mehr Leute dazu Bahn zu fahren...




twittern
facebook melden
StudiVZ melden
Google melden
Webnews melden
del.icio.us empfehlen
Mister Wong empfehlen
Linkarena melden
Windows live melden
Yahoo melden
Yigg melden
Kledy melden

































Social Bookmarks
Tweet