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04.07.2008 16:15
 
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Uni statt Stadion: Diskussion um Wildpark neu entbrannt [0]

Karlsruhe (tsp/mia) -
Universität im Wildparkstadion?
(Foto: ka-news)
Nach langem Hin und Her um die Finanzierung des neuen Stadions des KSC, will der Gemeinderat am Dienstag, 15. Juli, eine endgültige Entscheidung treffen, um den Neubau spätestens in der Sommerpause 2010 beginnen zu können (ka-news berichtete). Der Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther (CDU) schlägt nun vor, man solle einen neuen Standort finden und das Gelände um das Stadion an die Universität verkaufen, die bereits ihr Interesse bekundet hatte.

Schon der Um- oder Neubau des Wildparks war im Gemeinderat und Wildpark heiß diskutiert worden. Nach gegenseitigen Schuldzuweisungen, wer den Baubeginn hinauszögere und für die höheren Kosten verantwortlich sei (ka-news berichtete), zieht sich die Entscheidung über die Baumaßnahmen noch immer hin.

64 oder doch 71 Millionen Euro?

Die kleine Lösung für den Umbau, die keine Parkplätze für Logen und Business-Seats vorsieht, und die große Lösung, die den Bau von VIP-Parkplätzen dagegen einplant, sind für Wellenreuther nicht genug. In einem Brief an Oberbürgermeister Heinz Fenrich und an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger nennt der Abgeordnete die Gründe, die zu einem erneuten Überdenken des Stadionbaus anregen sollen. Eine große Rolle spiele hierbei auch, dass der Wildpark in einem Landschaftsschutzgebiet liege, daher sei ein neuer Standort mit Autobahnanschluss die bessere Lösung, so Wellenreuther.

Wird das Stadion renoviert oder zieht es um (Foto: ka-news)

Eine Investitionssumme von 64 Millionen für die kleine und 71 Millionen für die große Lösung sind veranschlagt. Für die Grünen sei aber eine Steigerung der Finanzierung durch die Stadt nicht akzeptabel: "Der KSC sollte den gravierenden Teil der Kosten mit eigenen Mittel tragen", so Bettina Lisbach, Fraktionssprecherin der Grünen, "ein höherer städtischer Zuschuss ist gegenüber der Bevölkerung nicht zu verantworten."

Zwei neue Standorte stehen zur Wahl

Bereits im April diesen Jahres hatte der Brettener Oberbürgermeister Paul Metzger die Vorteile seiner Lösung für einen neuen Standort, das "Gleisdreieck" an der Durlacher Allee, veröffentlicht (ka-news berichtete). Er war allerdings im Gemeinderat auf taube Ohren gestoßen, da man mitten in den Verhandlungen um den Umbau stecke und ein neuer Standort nicht in Frage käme. Auf diesen Vorschlag kommt Wellenreuther allerdings nicht zurück.

Nach zahlreichen Überprüfungen hätten nur zwei Orte Chancen, das neue Spielfeld des KSC zu werden. Es gäbe aber auch hier einige Probleme bei der Umsetzung. Bei der ESG Frankonia an der Durlacher Allee seien die Eigentumsverhältnisse schwierig und an der "unteren Hub" im Nordwesten Durlachs würde der Umweltschutz ein weiteres Problem darstellen.

"Es gibt keine wirklichen Alternativen"

"Ein völliger Neubau einer zeitgemäßen Fußballarena für den KSC ist auch für Karlsruhe sinnvoll. Gleichzeitig werden Probleme wie in Stuttgart vermieden, wo die Umbaumaßnahmen den laufenden Betrieb stören und andere Sportarten an den Rand gedrängt werden", so der nordbadische Europaabgeordnete Daniel Caspary (CDU).

Metzgers Vorschlag an der Durlacher Allee wurde abgelehnt (Foto: ka-news)

Keine wirkliche Alternativen für den aktuellen Standort, sehen Lisbach und Michael Obert, Fraktionschef der FDP/Aufbruch. "Wir haben schon vor langer Zeit auf die Suche nach einem anderen Standort hingewiesen. Das Problem ist, dass solche Standorte in Karlsruhe fehlen", so Obert gegenüber ka-news. Laut Obert käme der Erwerb des Geländes an der ESG Frankonia ohnehin nicht rechtzeitig, da der Platz erst in vier oder fünf Jahren verfügbar wäre. Für die Fraktionsvorsitzende der CDU Gabriele Luczak-Schwarz müsse dagegen erst geklärt werden, was mit dem Stadion passiere, wenn der KSC woanders hinziehe.

Universität im Wildpark ist ein alter Zopf

"Das Interesse der Universität ist nichts neues" so Obert, "wegen dem Landschaftsschutz ist aber eine andere Nutzung des Geländes nicht zulässig. Nur eine Sportanlage wäre sinnvoll, aber ich bezweifle einen derartigen Bedarf der Universität." Ähnlich sieht dies auch der Landtagsabgeordnete Johannes Stober (SPD). "Der Vorschlag, der Erweiterung der Universität in Richtung Norden ist nicht schlecht, aber schon ziemlich alt", äußerte sich Stober, der vor einem Jahr in einer kleinen Anfrage an die Landesregierung eine entsprechende Initiative ergriffen hatte.

Dagegen fordert Stadtrat Dr. Eberhard Fischer (KAL), in der kommenden Gemeinderatssitzung nicht über den Umbau zu entscheiden, sondern eine Denkpause bis nach der Sommerpause einzulegen sowie eine Neubewertung des Standorts Bahn-Areal südwestlich der ESG Frankonia anzugehen.

Mehr zu: KSC KSC-Stadion Wildpark Frankonia



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