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Karlsruhe Umfrage: Chaos-Relegation - wieder abschaffen oder wichtiges Spannungsmoment?

Mit zwei großen Paukenschlägen sind die Spielzeiten der 1. und 2. Fußball-Bundesliga Anfang dieser Woche zu Ende gegangen. Die beiden unterklassigen Mannschaften, Jahn Regensburg und Fortuna Düsseldorf, konnten sich in spannenden Spielen gegen den Karlsruher SC und Hertha BSC Berlin durchsetzen. Das Sportliche geriet bei beiden Rückspielen teilweise in den Hintergrund, als es in Karlsruhe zu schweren Ausschreitungen und in Düsseldorf zu einer Stürmung des Spielfeldes kam. In unserer ka-news-Umfrage wollen wir deshalb wissen: Chaos-Relegation - Wieder abschaffen oder wichtiges Spannungsmoment?

Mit dem Abpfiff brannten am Montag bei zahlreichen enttäuschten Anhängern des KSC die Sicherungen durch: Sie stürmten durch die Absperrungstore in den Innenraum des Wildparks und mussten von der Polizei unter Einsatz von Schlagstöcken zurück in den Block gedrängt werden.

Gewalt im Stadion: DFB und DFL wollen handeln

Die Enttäuschung der Fans über den Abstieg der Blau-Weißen in die 3. Liga wurde durch unschöne Szenen rund um Spielfeld und Stadion verdrängt. Bei den Randalen wurden insgesamt 76 Personen verletzt, darunter 18 Polizisten. Zahlreiche Beteiligte mussten umgehend auf den Nebenplätzen des Wildparks ärztlich betreut werden.

Nur einen Tag später traf Fortuna Düsseldorf im Relegationsrückspiel auf die Gäste aus Berlin. Nachdem das Spiel mehrere Minuten unterbrochen werden musste, weil Hertha-Fans Leuchtraketen auf das Spielfeld schossen, musste die Partie kurz vor Schluss fast abgebrochen werden: Mehrere Hundert Fortuna-Fans stürmten, davon ausgehend, dass das Spiel beendet sei, auf das Spielfeld. Nur auf Bitten der Polizei betraten die Hertha-Spieler, die später von Todesängsten sprechen sollten, wieder den Rasen, um kurz darauf in die 2. Bundesliga abzusteigen. Am Mittwochnachmittag gaben die Herthaner bekannt, dass Protest gegen die Wertung des Relegationsspieles eingelegt wird.

Vereine sollen mehr in die Verantwortung gezogen werden

Aufgrund der Geschehnisse wurde eine bundesweite Diskussion um die Sicherheit in den deutschen Fußballstadien entfacht. Auch die DFL und der DFB wollen und müssen handeln: "Grundsätzlich ist nach den Übergriffen dieser Saison ein Punkt erreicht, an dem neue Wege gegen Gewalt im Umfeld von Fußballspielen gegangen werden müssen", heißt es in einer von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Ligapräsident Reinhard Rauball unterschriebenen Erklärung.

Aktionen wie in Karlsruhe und Düsseldorf seien nicht akzeptabel und es sei deutlich geworden, dass mit den bisherigen Konzepten und Maßnahmen allein nicht mehr ausreichten. Aber auch die Vereine selbst sollen mehr in die Verantwortung genommen werden und durchgreifen, fordert Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich.

ka-news-Leser kafruse stellt die Relegation an sich in Frage: "Man muss grundsätzlich fragen, ob es heutzutage wirklich Sinn macht, den Abstieg in diesen Klassen mit diesen Endspielen zu ermitteln. Sicher hat es seinen Reiz. Doch wie man gestern abend gesehen hat, brennen dann bei einigen die Sicherungen durch." Auch andere ka-news-Leser stellen die Sinnhaftigkeit der Relegation nach den Geschehnissen im Wildpark in Frage. In unserer ka-news-Umfrage wollen wir deshalb wissen: Chaos Relegation: wieder abschaffen oder wichtiges Spannungsmoment? Stimmen Sie ab!

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