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27.08.2010 07:46
 
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UStA wirft KIT-Präsident Atomlobbyismus vor [7]

Karlsruhe (ps) - Der Unabhängige Studierendenausschuss (UStA) an der Universität Karlsruhe verurteilt in einer Pressemitteilung eine Unterstützung des "energiepolitischen Appells der Atomlobby" durch den KIT-Präsidenten Horst Hippler. Dieser verkaufe mit seiner Unterschrift sich und den Namen des KIT. FDP-Stadtrat Tom Hoyem (FDP) bedauert den Vorstoß des UStA.
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Atomkraftwerk
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Foto: dpa (Archiv)

Die Studenten verlangen von Hippler ein klares Bekenntnis zur Weiterentwicklung von sauberen und erneuerbaren Energien.

Sie befürchten nach eigenen Angaben, dass hier Interessen derjenigen Unternehmen vertreten werden, die von den Forschungsergebnissen des KIT am stärksten profitieren. Durch Spenden und Stiftungsprofessuren sorgten sie dafür, dass am KIT nicht an schnell verfügbaren und bezahlbaren Alternativen zur Kernspaltung geforscht werde. 

Mit seinen Äußerungen werde Hippler allerdings nicht den Teilen der Forschenden, Lehrenden und Studierenden gerecht, die versuchten, wirklich freie und ergebnisoffene Forschung zu gewährleisten. "Mit den Äußerungen von Horst Hippler wird in der Diskussion um die Kommerzialisierung von Lehre und Forschung eine neue Stufe erreicht", erklärt Anselm Laube, Vorsitzender des UStA.

Im Bereich der Erneuerbaren Energien habe das KIT die Entwicklung bisher vollständig verschlafen. "Schon in einigen Jahren wird es möglich sein, den Großteil des deutschen Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen zu decken", erläutert David Schiebener, Ökoreferent des UStA. Jetzt auf die Verlängerung von Restlaufzeiten zu setzen, blockiere die Energiewende in Deutschland und verstelle den jetzigen Studierenden einen Weg in völlig neue Forschungs- und Arbeitsgebiete.

Tom Hoyem (FDP): Kritik des UStA bedauerlich

"Die Kritik ist sehr bedauerlich“, beklagt hingegen Tom Hoyem, Stadtrat der FDP-Fraktion und selbst Dozent am KIT. Gerade von intelligenten jungen Leuten könne man erwarten, dass sie nicht altmodischen, ideologischen Tabus folgten, sondern den Mut hätten, neu zu denken.

"Überall in der Welt und auch in Europa ist Kernkraftforschung wieder im Fokus und gerade in Karlsruhe und am KIT haben wir ein weltberühmtes Kernkraftwissen", so Hoyem. Es sei schade, dass gerade junge Studierende versuchten, eine offene Zukunftsdebatte zu bremsen.

Horst Hippler ist Mitunterzeichner des "energiepolitischen Appell", der von dem Verein "Energiezukunft für Deutschland" verfasst und veröffentlicht worden war. In dem Appell wird unter Anderem für das mittelfristige Festhalten an frossilen und nuklearen Energieträgern plädiert. Der publizierende Verein wurde auf Initiative der Energieversorger E.on, EnBW, RWE und Vattenfall Europe ins Leben gerufen.

Mehr zu: UStA Hoyem Atomenergie



Kommentare [7]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (1132 Beiträge) | 27.08.2010 09:53
    Wen wundert das?
    Ein Zuzammenschluss der Uni mit dem Kernforschungszentrum hätte mich nicht unbedingt etwas anderes erwarten lassen.
    Nur weil man modebewußt das "Kern-" mal weggelassen hat, sind dort immernoch genügend Wissenschaftler, deren Kerngebiet eben Atomkerne sind.
    Letztlich wird weder die Verseuchung äh. radioaktive Belastung eines Gebiets und dessen Umgebung durch eine Umbennung gelöscht, noch die Tatsache, dass dort Dinge welche mit "Kern-Forschung" im Zusammenhang stehen weiter betrieben werden.
  • (441 Beiträge) | 27.08.2010 10:08
    tolle argumentation..
    ..vom fdp-stadtrat: statt sachargumente für atomenergie zu nennen, fällt ihm nichts ein außer zu behaupten:
    -die kritiker_innen wären ideologisch verblendet
    -alle anderen (länder) machen das auch, deshalb müssen wir das auch machen.
    Absolut überzeugend und einleuchtend...
  • (46 Beiträge) | 27.08.2010 10:25
    ...
    Es geht ja nicht darum, dass der Atomforschung nicht gut finden darf.

    Störend ist eher, dass er sich für eine politische Kampagne, mit der Stromkonzerne ihren Profit vor zusätzlicher Besteuerung schützen wollen einsetzt. Etwas mehr politische Neutralität sollte man von so jemandem schon erwarten können.
  • (1717 Beiträge) | 27.08.2010 11:17
    Da will einer Aufsichtsrat bei ENBW werden
    so kann er dann aber auch mehr Gelder zum KIT schleußen, was gut für KA ist.
  • (752 Beiträge) | 27.08.2010 12:25
    Atomlobbyismuss ???
    Bei der USta sollte man sich schon mal darüber gedanken machen was da insgesamt eigentlich läuft.
    Userer Regirung fehlt das Geld.
    Und das will Sie sich mit dieser RaubSteuer besorgen.
    Es währe besser alle Subvensionen abzuschaffen.
    Aber dazu stehen wir uns in Deutschland leider nur selbst im Weg.
  • (945 Beiträge) | 27.08.2010 12:48
    Lobby-Partei bedauert Lobbyismus
    Mit einer anderen Reaktion war ja auch nicht zu rechnen, zumal wenn man sich so für Steuersenkungen einsetzt, dann ist eine neue Steuer natürlich eine Katstrophe - zum Glück nur für die FDP.

    Eigentlich sollten am KIT Konsequenzen gezogen werden, denn eine so offensichtliche Unterstützung einer Wirtschaftslobby ist von Hippler in seinem Amt unangebracht. Entweder er sollte sich wie gefordert ganz klar zu Erneuerbaren Energien bekennen und seine Unterstützung für die Atomindustrie zurückziehen oder sein Amt zur Verfügung stellen. Dann steht einem Wechsel zur EnBW auch nichts mehr im Weg.
  • (194 Beiträge) | 28.08.2010 15:51
    USta
    sollte sich lieber um die Belange der Studenten kümmern statt große Politik machen zu wollen.

    Er ist so oder so relativ unbedeutend und spielt keine Rolle für viele Studierenden. Tatsache ist, dass er links unterwandert ist.
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