Trotz Anwohner-Kritik - "Garten Carré" in Südweststadt wird gebaut
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Karlsruhe (mda) - Das sogenannte "Garten Carré" in der Südweststadt wird trotz etlicher Bedenken von Anwohnern gebaut. Der Karlsruher Gemeinderat stimmte am Dienstagabend mit großer Mehrheit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu. Auf dem ehemaligen IWKA-Geländes an der Brauerstraße entsteht jetzt ein sechsstöckiges Gebäude.
Der nördliche Teil zwischen Garten- und Lorenzstraße liegt derzeit umzäunt brach. Bald entsteht hier ein sechsstöckiges Gebäude mit zahnärztlicher Akademie, Büroflächen, Läden, Gastronomie und Boarding House. Das hat jetzt der Gemeinderat entschieden.
"Wir machen den Weg frei für eine sehr anspruchsvolle und erstklassige Bebauung des Areals", lobte CDU-Stadtrat Albert Käuflein am Dienstag. Ein "herausragender Bau" entstehe im Gesamtinteresse der Stadt, auch wenn es vereinzelt Einwände aus der Nachbarschaft gegen den Bau gegeben habe.
Zustimmung trotz Bedenken
Auch aus Sicht der Grünen "überwiegen die positiven Aspekte", obwohl die Partei Verständnis für die Einwände der Bürger gegen das geplanten Gebäude habe. Stadträtin Anne Segor von den Grünen erklärte, ihre Fraktion werde daher "ohne Begeisterung" zustimmen. SPD-Fraktionsvorsitzende Doris Baitinger sagte, dass ihre Partei nach "sorgfältiger Abwägung der Für- und Gegenargumente" den Plänen zustimmen werde. Die Freien Wähler "tragen den Bebauungsplan trotz Bedenken mit", so Stadtrat Jürgen Wenzel. FDP-Stadtrat Karl-Heinz Jooß sieht in den Plänen "eine gute Lösungen für das ehemalige IWKA-Gelände". Das Areal sei ein "hochwertiges Filet-Stück".
Lüppo Cramer von der Karlsruher Liste (KAL) kritisierte: "Wir sollten die Einwände der Bewohner ernst nehmen." Diese bekämen ein 23 Meter hohes Gebäude "vor die Nase gesetzt", wobei bisher immer nur 14 Meter in diesem Areal erlaubt gewesen seien. "Es muss umgeplant werden", so Cramer. Die KAL stimmte daher dem Bebauungsplan nicht zu.
Etliche Anwohner bemängelten im Vorfeld den geplanten Baublock als zu "massiv" und die Gebäudehöhe für "unangepasst". Kritisiert wurde immer wieder die Höhe des Gebäudes - das Gebäude ist an seiner höchsten Stelle 23,7 Meter hoch. Damit liegen die geplanten Wandhöhen teilweise deutlich über den im derzeit gültigen Bebauungsplan. So wurden Bedenken geäußert, dass das Gebäude zu viel Schatten auf andere Häuser werfe. Zudem befürchteten sie durch den Neubau mehr Verkehr vor ihrer Haustür.
Die Stadtverwaltung erklärte dazu: "Die Verteilung dieses zusätzlichen Verkehrs erfolgt im Wesentlichen über die Gartenstraße, wobei auch der Garagenanschluss an die Lorenzstraße im Weiteren ganz überwiegend in Richtung Gartenstraße orientiert ist. Die zusätzlichen Belastungen im Netz verteilen sich damit relativ gleichmäßig und bewirken insbesondere für den Knotenpunkt Brauer-/Gartenstraße Mehrbelastungen, die, bezogen auf die bereits bestehende Grundbelastung, als vergleichsweise gering und im wochentäglichen Schwankungsbereich des Verkehrsaufkommens liegen werden." Eine zusätzliche Belastung für die Lorenzstraße sei nur im "geringsten Ausmaß" zu erwarten. Die hohe Grundstücksausnutzung ziehe zwar einen hohen Stellplatzbedarf nach sich, so die Stadt. Aus diesen Gründen sei im Plangebiet aber eine zweigeschossige Tiefgarage vorgesehen. (Hier der Bebauungsplan: Link führt zu PDF auf Seiten der Stadt).
Zur Höhe des Gebäudes und der Angst der Anwohner, dass ihnen der große Bau die Sonne nehmen könnte, erklärte die Stadtverwaltung: "Der geplante Baublock orientiert sich sowohl an der blockartigen Bebauung des ehemaligen IWKA-Geländes mit ZKM, Filmpalast, Bundesanwaltschaft und anderen großen Solitärbaukörpern als auch an der für Karlsruhe typischen Blockrandbebauung, die gerade auch in der Südweststadt vorherrschend ist". Ein vom jahreszeitlichen Sonnenstand abhängiger Schattenwurf auf das Gebäude durch das geplante Vorhaben werde angesichts des städtebaulichen Interesses an der Planungskonzeption als vertretbar angesehen.
Der Karlsruher Gemeinderat stimmte dem Bebauungsplan mit 38 Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen sowie drei Enthaltungen zu.
Zu den Verwaltungsvorlagen im Wortlaut (Link führt zu den Seiten der Stadt)
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- (292 Beiträge) | 16.05.2012 12:10Was bittesoll ein Boarding House sein?? Noch nie gehört.
- (33 Beiträge) | 16.05.2012 12:14Boarding house
- (261 Beiträge) | 16.05.2012 12:13Wo sind wir?Ich verstehe, dass die Anwohner die Ist-Situation ohne Gebäude besser finden. Aber mal ehrlich, es handelt sich hier um eine zentrale Stadtlage, da sind 23,7 Meter durchaus angemessen. "Flachmänner" gibt es nur in periphären Lagen und selbst dort verschandeln sie meist noch die Landschaft.
- (5478 Beiträge) | 16.05.2012 12:36Ich kann nachvollziehendass Leute mit dem Bebauungsplan unglücklich sind.
Aber die KAL muss doch wissen, dass eins von dreien passieren muss:
- höher bauen
- mehr Fläche verbrauchen
- Zuzug begrenzen (z.B. durch höhere Grund(erwerb)steuer also höhere Mieten)
Ich hätte gedacht, dass einer ökologisch und sozial orientierten Partei "höher bauen" am wenigsten schlimm erscheinen müsse. - (227 Beiträge) | 16.05.2012 12:55KAL pflegt mal wieder ihr NEINsagerImage?Klar das die Anwohner lieber ein leeres Feld vor ihrer Haustür haben wollen als ein Wohngebäude. Doch Karlsruhe wächst und Wohnraum ist knapp! Habe gelesen es fehlen über 7.000 Wohnungen im Stadtgebiet. Statt sich um den Wohnungsraum zu kümmern, macht sich die "Kleine Alternative Liste" lieber zum Anwalt einiger weniger "Pfründesicherer".
Selbst die Freien Wähler haben verstanden das die Fläche endlich ist und innenstädtischer Wohnraum nur durch höhere Gebäude oder der Aufstockung der Bestehenden geschaffen werden kann. - (50 Beiträge) | 16.05.2012 13:17Wohnungen für 870.000 Euro ( immoscout )Im Beschluß heißt es: Der Gemeinderat läßt sich nicht von wirtschaftlichen Interessen des Vorhabenträgers sondern von einer angestrebten städtebaulichen Entwicklung leiten... . Da kann einem nur Angst werden vor der Zukunft. Dieser Gemeinderat tut nichts für den sozialen Wohnungsbau er ignoriert einfach dessen Notwendigkeit. In naher Zukunft werden auch in Karlsruhe Tausende von Rentnern und Geringverdienern ihre Miete nicht mehr bezahlen
können. Aber vielleicht kann man sich ja dann mit einer Monatskarte
in der U-Strab einrichten. - unbekannt(1272 Beiträge) | 16.05.2012 13:40Mietpreise / ZuwanderungNa da bin ich ja mal auf die Mietpreise gespannt.
Irgendwo müssen die Einwanderer ja hin. Fast eine Million in einem Jahr.
Kann der Staat sich ja auf höhrere Ausgaben einstellen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schuldenkrise-treibt-zuwanderer-nach-deutschland-a-833479.html - (5478 Beiträge) | 16.05.2012 14:04Jeder von diesen Zuwanderernist bewundernswert. Die Entscheidung von zu hause wegzugehen, fällt sicher keinem leicht. Die die gehen, die tun was. Die sitzen nicht zu hause und schimpfen auf die bösen Deutschen, die ihnen Schlimmes antun, weil sie fordern, dass Griechenland Rente erst mit 62 zahlen soll.
Deswegen: Herzlich willkommen; jeder einzelne. - (1870 Beiträge) | 16.05.2012 13:44Ja, und wenn unten dannStau ist,. wird wohl so kommen, hat man dann auch noch Zeit zwischendurch mal auf den Pipishop zu gehen.
Leider habe ich auch in den letzten Jahren den Eindruck, dass unser Gemeinderat, ausser wenn gerade mal wieder Wahlen anstehen, sich wirklich nachhaltig und "sichtbar" auch um bezahlbaren Wohnraum für Rentner und Geringverdiener , da kann man aber auch schon sagen für den Durchschnittsverdiener kümmern. - (5478 Beiträge) | 16.05.2012 14:01Stau vermeidenWenn Du Stau vermeidest, indem Du niedrig baust, reduzierst Du das Angebot und erhöhst die Preise.
Natürlich könnte die Stadt selbst überall einstöckig bauen und dann weit unter Marktwert vermieten oder direkt den Wohnraum sozial zuweisen, aber das ist ein Minusgeschäft. falls Du Steuern zahlst, zahlst das dann Du.
Es ist nicht unbedingt ein Dilemma, aber auf jeden Fall ein Balanceakt zwischen in die Höhe bauen, Fläche verbrauchen und Mietpreiserhöhungen. Meiner Ansicht nach schadet "Häuser nach oben, Verkehr nach unten" am wenigsten (alles hat natürlich seine Grenzen). Und so wird's ja auch gemacht. - (227 Beiträge) | 16.05.2012 14:15Sei nicht so hart zu unseren gewählten Volksvertretern......immerhin leistet sich Karlsruhe eine eigene Wohnungsbaugesellschaft - die VOLKSWOHNUNG, die auch für den sozialen Wohnungsraum zuständig ist. Ich kenne wenige Städte in der Größe von Karlsruhe die ähnliches vorweisen können!
- (1522 Beiträge) | 16.05.2012 15:05Anwohner ERNST nehmen heisst mal wieder...wir verstehen eure Bedenken *lol* *lol* *lol* aber diese Entscheidung ist einfach gut für die Stadt, *bal*bla*Textbaustein** und nicht von guten Freunden so angeordnet und an Geld hat auch keiner gedacht...
"Filetstückchen" bezieht sich wohl auf Filet-PREISE, super präsentierter Betonkonstruktionen, deren Pläne wahrscheinlich ausschließlich von " wieviel Kohle kann ich pro qm rausziehen" untergeordnet wurden.
Gekauft wird natürlich direkt vom Hochglanzprospekt ein Gebäude, das nur im Computer existiert. Gebaggert wird auch schon mal, damit die Kohle gleich zu Baubeginn eingezogen wird.
Erst mal das fertige Bauwerk begutachen und in Ruhe über Preis/Leistung nachdenken???
Nein, lieber Panikkäufe anzetteln, die Baugenehmigung bekommt man von "unseren" Politikern
- (3118 Beiträge) | 16.05.2012 16:08Stimmt genau!wir brauchen ein sofortiges Beschattungsverbot mit sozialem Ausgleich.
- (69 Beiträge) | 16.05.2012 17:57...was wir brauchen ist eine Stadtverwaltung, die sich an Ihre eigenen Regeln hält. Bei unliebsamen Wünschen der Bürgerschaft wird da gerne mal der fehlende oder anders lautende Bebauungspläne als Argument präsentiert.
Soweit so gut, aber dann müssen die Damen & Herren der Verwaltung sich auch daran halten. Die in der Argumentation, dass die angrenzenden Gebäude eine entsprechende Höhe aufweisen, mag ja alles richtig sein, aber dann bitte schön im entsprechenden Verfahren den Bebauungsplan ändern und damit Transparenz zeigen bürgernah sein und endlich mit der Basta-Politik aufhören. Die wissen ja jetzt lange genug, das da was gebaut werden soll... - (1953 Beiträge) | 16.05.2012 18:52Transparenz, Bürgernähe ...Ich kann diese Worthülsen allmählich nicht mehr ertragen. ist ja fast genauso schlimm wie "nachhaltig" und "ganzheitlich". Im Übrigen fordere ich in Zukunft eine transparente Bürgerbefragung über jedwede Änderung irgend eines Bebauungsplans oder - noch besser - über jedwede Änderung überhaupt. Am besten mehrmals täglich.
- (415 Beiträge) | 16.05.2012 18:381 Mio Euro Kosten???Hallo, in der verlinkten Vorlage wird von 1 Mio Euro Kosten für die Stadt gesprochen. Kann mich mal jemand aufklräen, wofür die sind???
- (1410 Beiträge) | 16.05.2012 21:10Bin leiderweder Verwaltungsfachmann noch Rechtsanwalt. Vermutlich darf die Stadt diverse Kosten tragen, z.B. Entsorgung, aber die EWG darf dann Kohle machen. Kann sein, das ich mich irre und der, der die Kohle bekommt, zahlt auch den Schmotz. Aber irgendwie wäre sowas ja nicht Deutsch, oder?




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