Karlsruhe

Karlsruhe Ecke links
Karlsruhe Ecke rechts
27°/ 13°
  • Drucken
  • Speichern
13.01.2011 15:46
 
Schrift: 

Traurige Routine: Greifvögel-Vergiftung in Jagdrevieren [28]

Tote Mäusebussarde von der Fundstelle bei Rheinstetten-Mörsch.
Bild:privat

Rheinstetten-Mörsch (trs) - Bei Rheinstetten-Mörsch hat ein Spaziergänger 20 tote Bussarde sowie Überreste von mehreren Rehen und Wildschweinen entdeckt. Möglicherweise sind die Tiere mit präparierten Fleischstücken vergiftet worden. Veterinäramt, Tierschützer und Polizei sind mittlerweile eingeschaltet. Traurige Tatsache ist jedoch, dass solche Fälle keine Seltenheit sind.
Anzeige

Bereits im vergangenen Jahr musste Pierre Fingermann vom Vogelschutz Rastatt zahlreiche getötete Vögel in Empfang nehmen, die in Elchesheim-Illingen im Landkreis Rastatt gefunden wurden. Untersuchungen ergaben, dass die Tiere mit dem Insektengift Carbofuran getötet wurden. Täter fand man trotz polizeilicher Ermittlungen allerdings nie.

Giftanschlag zielte auf Greifvögel ab

Diesmal schlug der Hund eines Spaziergängers direkt hinter dem Industriegebiet Rheinstetten-Mörsch Alarm. Zwanzig Mäusebussarde, mehrere Wildschwein- und Rehfelle mit Kopf lagen dort. "Gerade sichten wir noch den Fundort", erklärt Fingermann gegenüber ka-news. Der Vogelschutzwart war direkt von dem Spaziergänger verständigt worden, der auch einen noch lebenden Vogel zu ihm brachte. "Er ist aber direkt gestorben", berichtet Fingermann. Man gehe davon aus, dass die Greifvögel mit Fleischstücken der anderen Tiere vergiftet wurden, denn solche Fälle seien deutschlandweit dokumentiert.

"Einige Bussarde hatten noch große Fleischstücke im Schnabel", so Fingermann weiter. Seiner Meinung nach handele es sich bei den Mäusebussarden um Zugvögel, die vom Norden zum Überwintern gekommen seien, denn sie wiesen ein typisches Federkleid der nordischen Vögel auf. Die Wildkadaver seien außerdem bereits gut einen Monat alt gewesen und wiesen Einschusslöcher auf.

"Die Rehe und Wildschweine wurden wahrscheinlich woanders getötet und dann entweder an dieser Stelle entsorgt oder eben mit Gift präpariert." Lediglich das Gift habe man auf Anhieb nicht finden können. Oftmals seien nämlich noch Spuren der toxischen Substanz wie etwa Granulat zu sehen, die diesmal nicht sichtbar waren.

Polizeiliche Ermittlungen haben begonnen

"Die Tiere haben den typischen süßlich-bitteren Geruch verströmt, als wir sie im Auto transportiert haben", schildert der Vogelschutzwart. Man spüre auch ein Brennen auf den Lippen, ebenso können die Augen tränen - denn auch für Menschen ist der Giststoff gefährlich. Daher ist der Einsatz in Pflanzenschutzmitteln zugelassen seit 2007 nicht mehr zugelassen.

Das polizeiliche Untersuchungsverfahren zum aktuellen Fall läuft an: "Zuerst werden die Vögel im tierhygienischen Institut in Heidelberg auf Seuchen untersucht, für die Giftsuche kommen sie anschließend nach Freiburg", erläutert ein Sprecher der Polizei Karlsruhe. Es sei bereits ein Veterinär eingeschaltet, der jedoch bisher noch keinerlei konkrete Anhaltspunkte gefunden habe, die auf eine Vergiftung schließen lassen.

Der bundesweit aktive Verein Komittee gegen Vogelmord kann viele erschütternde Geschichten erzählen, die dem mysteriösen Fall ähneln. Landeten die Vergiftungsdelikte vor Gericht, hätten sich meist Taubenzüchter, Geflügelhalter und Jagdscheininhaber als Täter entpuppt. "Greifvögel werden von einem Teil dieser Interessengruppen immer noch als Hühnerdiebe und Niederwildschädlinge betrachtet und deshalb mit allen Mitteln verfolgt", erläutert der Biologe Axel Hirschfeld in einer Pressemitteilung des Vereins.

Kontakt-Gift-Köder locken die Tiere an

Angelockt würden die Vögel dabei durch Köder mit so genanntem Kontakt-Gift: Tauben, Kaninchen, Hasen, Fleischstücke oder Hühnereier werden aufgeschnitten, mit Gift gefüllt und als Köder ausgelegt. Die tödliche Substanz werde dabei häufig in Form von Granulat verwendet. Dies sei manchmal auffällig gefärbt und rieche fast immer "chemisch", wie der Verein erläutert. Als Gifte kämen dabei vor allem Insektizide zum Einsatz, die heute meist nicht mehr auf dem freien Markt erhältlich sind.

"Vergiftete Greifvögel haben oft auffällig verkrampfte Krallen oder krampfartig verdrehte Gliedmaßen", schildert Hirschfeld weiter. Oft hätten sie auch noch einen Köder im Rachen stecken, der auch aus dem Schnabel herausragen könne. Denn die tödliche Wirkung trete oft so schnell ein, dass den Tieren keine Zeit zum Schlucken mehr bleibt - daher der Name "Kontakt-Gift". Typischerweise finde man die Mehrzahl der vergifteten Greifvögel in intensiv zu Jagdzwecken genutzten Revieren mit hohem "Niederwildanteil" - also in einer eher offenen Landschaft mit Äckern und Wiesen.

Bildergalerie
Rheinstetten-Mörsch  20 Bussarde vergiftet?
Werde ka-Reporter!

Mehr zu: Vergiftung Jäger

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:

Ditib zum Moscheebau: "Von Geheimverhandlung kann keine Rede sein" [196]


Islam


Kommentare [28]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • unbekannt
    (6 Beiträge) | 23.02.2011 00:48
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Zum Kotzen
    Sowas ist einfach zum Kotzen.

    1. Dass sowas überhaupt passiert. Ich hoffe der oder die Täter werden gefasst und zur Rechenschaft gezugen


    2. Dass man sich nicht entblödet, per Schlagzeile gleich mal (wenig)subtil den Jägern die Schuld in die Schuhe zu schieben.

    Was soll das?

    Was für ein Schreiberling ist da am Werk?

    Wenn es bewiesen ist, dann könnt Ihr den Täter - auch wenns ein Waidmann ist - gerne durch den medialen Dreck ziehen.

    Aber es ist nichts bewiesen, es könnten diverse Täterkreise in Frage kommen.

    Wenngleich der Bericht den Eindruck vermitelt, dass es wohl tatsächlich der Jagdpächter war. Schließlich lagen die Bussarde ja auf seinem Luderplatz. Was andererseits aber nicht beweist, dass der Jagdpächter die dort ablegte. So blöd kann man nicht sein.

    Oder doch??
  • unbekannt
    (37 Beiträge) | 10.02.2011 19:47
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Wen wundert´s noch?
    Rheinstetten – in einer Stadt, in der es Menschen gibt, die gegen den Widerstand einer breiten Masse ein Landschaftsschutzgebiet, ein Wasserschutzgebiet für die neue Wasserversorgung Kastenwörth, ein Naherholungsgebiet, ein Gebiet für geschützte Vögel (auch Bussarde), Insekten und Pflanzen mit an der Nase herbeigezogenen Argumenten opfert, da kann alles passieren!
  • unbekannt
    (2 Beiträge) | 21.01.2011 00:19
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Vogelmörder
    Diese Tierquäler, Vergifter von Mitgeschöpfen, Schlagfallenaufsteller (darin verrecken manche Mitgeschöpfe erst nach vielen Stunden, manche nach Tagen) sind übelste Mörder und Verbrecher. Aus dieser Menschengattung haben sich auch zu allen Zeiten die Menschenschinder in den Diktaturen rekrutiert (ob in KZs oder sonstwo). Diese spezielle menschliche Spezies empfindet Wollust, wenn sie Macht über Andere hat, über Tiere, und wenn es möglich und opportun ist, auch über Menschen. Unsere menschliche Hybris ist so total, daß man kotzen muß, wenn man die Berichte über diese Vogel- und Tiermörder liest.
  • unbekannt
    (2 Beiträge) | 21.01.2011 00:17
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Vogelmörder
  • unbekannt
    (4000 Beiträge) | 14.01.2011 12:29
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Was hat eigentlich
    der zuständige Jagdpächter dazu gesagt?
  • (1412 Beiträge) | 14.01.2011 13:20
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    im artikel steht geschrieben
    "Typischerweise finde man die Mehrzahl der vergifteten Greifvögel in intensiv zu Jagdzwecken genutzten Revieren mit hohem "Niederwildanteil""
    lass mich raten: er hat die aussage verweigert ...
  • (7199 Beiträge) | 14.01.2011 15:40
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Dann
    passt ja uch noch folgendes:
    " Landeten die Vergiftungsdelikte vor Gericht, hätten sich meist Taubenzüchter, Geflügelhalter und Jagdscheininhaber als Täter entpuppt. "Greifvögel werden von einem Teil dieser Interessengruppen immer noch als Hühnerdiebe und Niederwildschädlinge betrachtet und deshalb mit allen Mitteln verfolgt"

    Wieder mal Futterneid?
  • unbekannt
    (134 Beiträge) | 14.01.2011 11:01
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Wildkadaver mit Schußlöchern?
    Da stellt sich doch die Frage, wo die (fast zahmen) Wildschweine aus dem Rheinstettener Gehege letztlich geblieben sind, welche die Verwaltung kürzlich hat erschießen lassen.

    Das Motiv, durchziehende Greifvögel zu vergiften, entzieht sich mir völlig; wer und warum - außer einem kranken Hirn - kann das wollen?
  • unbekannt
    (10716 Beiträge) | 14.01.2011 11:08
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    -->Sensationslust
    Im Zusammenhang mit anderen Massenvogelsterben weltweit zu Silverster und drumherum, wollte da einer Fakten schaffen und Karlsruhe auf diesen Weg in der ganzen Welt bekannt machen...
  • (14337 Beiträge) | 14.01.2011 11:58
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Naja, die einen Vögel
    haben wohl zuviel Sonnenblumenkern-Abfall einer Ölfabrik gefressen und die anderen sind besoffen vom Himmel gefallen, weil sie von Traubenresten aus der Weinverarbeitung gefressen hatten.
    Aber Tiere bewusst auf diese Art zu vergiften, da fehlen einem die Worte.
  • unbekannt
    (32 Beiträge) | 14.01.2011 02:13
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Das beweist
    nur wieder, dass Jagdscheininhaber was an der Waffel haben.
  • unbekannt
    (29986 Beiträge) | 14.01.2011 03:37
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Und mir beweist es,
    dass Kommentatoren wie du schnell wieder verschwinden sollten. zwinkern
  • unbekannt
    (10716 Beiträge) | 14.01.2011 08:51
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    -->
    Für jemanden, der sich einen Pulli um den Hals legt, ganz schön mutig

    App. verschwinden sollten: Het hat den gleichen Weg.
  • (795 Beiträge) | 13.01.2011 23:09
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    der Mensch,
    das dümmste Tier auf dieser Erde? Für solche Menschen fallen mir nur Begriffe ein, die ich hier nicht schreiben möchte.
  • unbekannt
    (29986 Beiträge) | 14.01.2011 00:13
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Kondore?
  • (404 Beiträge) | 13.01.2011 21:18
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Das ist einfach falsch
    was Du da erzählst. Das Tierschutzgesetz ist überarbeitet worden. Derjenige der Tiere quält vergiftet oder wie oben heimtückisch töter kann mit einer Freiheitsstrafe belegt werden.

    Egal ob es sich um Tiere oder Menschen handelt. Wenn jemand in seiner Anonymität solche Schandtaten vollbringt ist er ein ganz ganz kleiner "Schwanzklemmer" . Ein unendlich kleines feiges Nichts.
    Kleine Versager...
    Ich würde so eine "Ratte" vergiften...
  • unbekannt
    (4000 Beiträge) | 13.01.2011 19:50
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Ansatzpunkte gibts da ja reichlich!
    Wenn da ernsthaft ermittelt werden würde dürfte es kein Problem sein, die Täter zu finden.
    Wenn ich mir allerdings die Diskussion zum Thema "Streunende Hunde" ansehe, fürchte ich, dass die eher noch einen Orden kriegen! traurig
  • unbekannt
    (1429 Beiträge) | 13.01.2011 17:57
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Solch Stolze Tiere!
    So zu Ermorden ist ja erbärmlicher wie es kaum noch geht. Was bist du bitte für ein jämmerliches Würstchen ? Wir wissen das du das hier liest!
    Die Polizei bekommt dich schon - sei dir sicher!
  • (7315 Beiträge) | 13.01.2011 16:47
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Kann man nur hoffen, daß...
    der oder die Täter ermittelt werden und die Konsequenzen zu tragen haben.
  • (2601 Beiträge) | 13.01.2011 16:40
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Tiere vergiften
    Tiere vergiften ist ja nur Sachbeschädigung und eine eventuelle Strafe besteht aus einer Spende an das Tierheim oder so.

    Und das schlimmste Tier ist dabei der Mensch.

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Bitte beachten Sie die Regeln!
Titel:
Kommentar:

Kommentare
dürfen 1000 Zeichen lang sein.
Ihnen verbleiben Zeichen.
Für registrierte Nutzer
Für nicht registrierte Nutzer
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzuschicken
Benutzername  
Passwort  
     

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Medienhaus intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

Hinweis: Die Registrierung ist ohne Angabe des wahren Vor- und Zunamens nicht zulässig. Pro Mitglied ist nur ein Account zulässig.

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
E-Mail:
Anrede:
Frau Herr  
Titel:
Vorname:
Nachname:
Straße/Hausnr.:
PLZ/Ort:
Geburtstag:
 
 
Themenbereich HTML-
Newsletter
Nicht
abonnieren
ka-news Business-Newsletter
ka-news.de-Newsletter: News aus Karlsruhe
KSC-Newsletter: Montagsausgabe
KSC-Newsletter: Freitagsausgabe
ka-news.de-Newsletter: Meistgelesene Nachrichten
 
 
Ich bin damit einverstanden, künftig über Neuigkeiten informiert zu werden:
Ich akzeptiere die AGB:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Das Gegenteil von rechts ist?: 
Anzeigen