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Karlsruhe Terror in Brüssel: Gefährdungslage in Karlsruhe "weiterhin hoch"

Die Terroranschläge in Brüssel am Dienstag gehen auch an Karlsruhe nicht spurlos vorüber: Die Bundespolizei verstärkt ihre Streifen an den Hauptbahnhöfen im Land, an Flughäfen greift ein "abgestuftes Maßnahmenkonzept" und belgische Einrichtungen werden stärker bewacht. In Karlsruhe sind verstärkte Sicherheitsmaßnahmen am Hauptbahnhof sowie am Bundesverfassungsgericht sichtbar.

"Aufgrund der aktuellen Terrorlage, sind unsere Schwerpunkt die Hauptbahnhöfe insbesondere in Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe", so Carolin Bartelt gegenüber ka-news, "auch das Bundesverfassungsgericht wird verstärkt bewacht." In ihrem Zuständigkeitsbereich ist die Bundespolizeiinspektion Karlsruhe mit Maschinenpistolen und schweren Schutzwesten unterwegs. Die schwere Bewaffnung soll für die Bürger sichtbar sein und das Sicherheitsgefühl erhöhen.

Anhaltend hohe Gefährdung

Zu der Sicherheitslage in Karlsruhe heißt es vonseiten des Polizeipräsidiums: "Die Situation ist genau so, wie sie nach den November-Anschlägen in Paris war: Für Deutschland, Baden-Württemberg und auch für uns in Karlsruhe besteht nach wie vor eine anhaltend hohe, allerdings abstrakte Gefährdung", so Pressesprecher Martin Plate. Diese sei in Einzelfällen auch schon konkret geworden, allerdings nicht in Karlsruhe - beispielsweise in Hannover (Absage des Fußballspiels) oder in München an Silvester.

Bei der Karlsruher Polizei sei man "weiterhin sensibel und wachsam" - die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen laufen seit den Paris-Anschlägen im November weiter. Brüssel werde so gut es geht unterstützt, Erkenntnisse und Nachrichten werden ausgetauscht, so Plate. Vor diesem Hintergrund soll eine engere Zusammenarbeit zwischen Staatsschutz, Landeskriminalamt, Geheimdiensten und Polizei stattfinden.

Grenzkontrollen bleiben

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Offenburg finden grenzpolizeiliche Einreisekontrollen statt - ebenso werden verstärkt Flüge aus Mitgliedsländern des Schengener Abkommens gesichtet, so Pressesprecher Dieter Hutt gegenüber ka-news. "Wir arbeiten seit Paris mit den französischen Kollegen zusammen - daran hat sich nichts geändert", sagt Hutt, "neue Maßnahmen gibt es nicht, diese bestehen seit den Anschlägen im November."

Zur Sicherheitslage am Flughafen Karlsruhe/Baden-Airpark will man im Land hingegen wenig sagen: Das Innenministerium hält sich bedeckt. "Taktische Maßnahmen der Polizei geben wir nicht nach außen", so Sprecher Andreas Schanz. "Bei Anschlägen in Nachbarstaaten, die an Deutschland grenzen, greift ein abgestuftes Maßnahmenkonzept." Alle Dienststellen der Landespolizei seien sensibilisiert - in Stuttgart werden belgische Einrichtungen wie das Honorarkonsulat zusätzlich bestreift.

Baden-Airpark: "Als Flughafen zu weit weg von Brüssel"

Der Baden-Airpark selbst befinde sich mit seinem Flughafenpersonal in "erhöhter Wachsamkeit", sagt Sprecherin Elke Fleig. Direkte Auswirkungen der Brüsseler Attentate gebe es jedoch bislang nicht: Am Baden-Airpark bestehen keine Flugverbindungen nach Brüssel, Ausfälle von Flügen gibt es nicht. "Für Ausweichflüge sind wir als Flughafen zu weit weg von Brüssel", so Fleig gegenüber ka-news.

Zum Sicherheitsgefühl der Passagiere kann man am Flughafen nur spekulieren - man unternehme gerade kurz vor dem Osterreiseverkehr jedoch alles, um den Passagieren ein mögliches mulmiges Gefühl zu nehmen. "Bis jetzt ist uns noch nichts von Stornierungen bekannt", so Fleig, allerdings räumt sie ein: "Umbuchungen oder Absagen verzeichnen eher die Reiseveranstalter als wir."

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