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Tauss räumt Fehler ein - Anklage sieht Kinderporno-Vorwurf bestätigt [19]

Karlsruhe (dpa/lsw/ka-news) - Nach seiner Vernehmung hat der unter Kinderporno-Verdacht stehende SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss erstmals Fehler eingeräumt. "Ja, ich habe Mist gebaut", sagte Tauss am Mittwoch in Karlsruhe. Er habe sich "in einen stinkenden Schweinestall begeben, um ihn auszumisten". Tauss räumte ein, dass seine Kontakte zur Kinderporno-Szene unter Umständen auch als Verstoß gegen das Gesetz gewertet werden könnten.

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Jörg Tauss erklärt sich zu Kinderporno-Verdacht
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Der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss hat am Mittwoch eine Erklärung zu den Kinderporno-Vorwürfen abgegeben.
Foto:
Jörg Tauss erklärt sich zu Kinderporno-Verdacht

Gleichzeitig beteuerte er seine Unschuld. "Ich versichere Ihnen, kein 'Pädophiler' zu sein", sagte er im Beisein seiner Frau. Der 55-jährige Karlsruher Abgeordnete war am Freitag von seinen Partei-Ämtern zurückgetreten, nachdem in seiner Berliner Wohnung Kinderporno-Bildmaterial gefunden worden war.

Dagegen sieht sich die Karlsruher Staatsanwaltschaft nach der öffentlichen Stellungnahme des Karlsruher Abgeordneten bestätigt. "Der Verdacht des strafbaren Besitzes von kinderpornografischen Dateien und Bildmaterial hat sich weiter verdichtet", sagte Oberstaatsanwalt Rüdiger Rehring. Zudem hätten die bei Tauss beschlagnahmten Fundstücke nichts mit seiner Arbeit als Abgeordneter zu tun. In einer Pressemitteilung wies die Staatsanwaltschaft Karlsruhe den Vorwurf der "Vorverurteilung" zurück und betonte, "das berechtigte Interesse der Medien und der Öffentlichkeit an Unterrichtung" auf der einen Seite und "der Persönlichkeitsschutz und die Unschuldsvermutung" auf der anderen Seite seien stes "sorgfältig gegeneinander abgewogen worden."

Dem widerspricht Tauss vehement. Er habe lediglich vor etwa zwei Jahren über einen Kinderporno-Ring recherchiert und das Material aufbewahrt, sagte der frühere medienpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Ziel sei es gewesen, sich der Szene "zu nähern", um einen Missbrauch nachzuweisen und Kontakte für seine berufliche Arbeit zu knüpfen. "Mir ging es darum, eigene Erkenntnisse für die politische und gesetzgeberische Arbeit zu diesem Thema zu gewinnen", sagte Tauss. Insbesondere habe er versucht, einen Beleg zu finden für seine These, dass Kinderpornografie zunehmend häufiger mit Handys, Telefonhotlines und der Post verbreitet werden und weniger per Internet.

Nach Angaben von Tauss sind die geschlossenen Benutzergruppen eines Kinderporno-Rings "höchst konspirativ" und abgeschottet. "Sie kommen dem überhaupt auch nur nahe, wenn sie szenetypisch auftreten und selbst 'Material', sozusagen als Eintrittskarte, anzubieten haben", verteidigte sich Tauss, der vor seiner Stellungnahme rund zwei Stunden von den Staatsanwälten vernommen wurde, dort sich aber nicht inhaltlich äußerte.

Er bestätigte den Kontakt zu einem Mann in Bremerhaven, bei dem die Ermittler Handy-Nummern gefunden hatten, die Tauss zuzuordnen sind. Diesen habe er 2007 kennengelernt, sagte der SPD-Politiker. Der Mann habe ihm "im Handel erhältliches pornografisches Material per Post zugesandt". Tauss habe den Kontakt aber beendet, als der Mann wiederholt Geld von ihm forderte. Die Recherche sei "erkenntnisreich" aber "unergiebig" gewesen.

Mehr zum Thema:

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Mehr zu: Kinderpornografie Abgeordneter "Jörg Tauss"

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Kommentare [19]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (2727 Beiträge) | 11.03.2009 17:49
    Glaubwürdig
    Die Stellungnahme ist meines Erachtens nach glaubwürdig, ich werde mich dazu aber nochmal per Pressemitteilung und Blog ausführlicher äußern.
  • (1102 Beiträge) | 11.03.2009 17:53
    Ist der Mann bekloppt?
    Es ist nicht Aufgabe eines Abgeordneten, Ermittler zu spielen, sondern Sache der Behörden. Anstatt diese einzuschalten, hat der Mann kinderpornografisches Material - aus welchen Motiven auch immer - an Pädophile weitergeleitet. Dafür wird er sich juristisch verantworten müssen. Für einen Sitz im Parlament hat sich Tauss damit disqualifiziert!
  • (13748 Beiträge) | 11.03.2009 18:05
    Recht undurchsichtig die Sache
    Einerseits würde ich Herrn Tauss seine Beteurungen gerne als vollkommen wahr abnehmen. Andererseits hat das was er da getrieben hat wirklich nichts mit seiner eigentlichen Tätigkeit zu tun. Sein Einsatz in allen Ehren, aber bei einer derart heiklen Sache hätte er sich irgendwie absichern müssen.
  • unbekannt
    (43 Beiträge) | 11.03.2009 18:19
    Abgeordnete
    sollten auf alle Fälle nicht den Ermittlern die Arbeit wegnehmeWenn Sie aber derart dumm sind in einer derart heiklen Angelegenheit rumwühlen,müssen Sie auch bestraft werden.Dummheit muß bestraft werden.
    Karlsruher Abgeordnete scheinen nicht soviel im Kopf zu haben.
    Man nehme Ingo Wellenreiter,der sich an der Plünderung gesamtgesellschaftlichen Eigentums schuldig gemacht hat.Aber das ist ja nicht mal strafbar.Siehe unsere sauberen Bankmanager.
  • (804 Beiträge) | 11.03.2009 18:36
    entweder
    ist der total dumm oder pädophil. bei dem job muss man auf jeden Fall beides hart bestrafen
  • (15 Beiträge) | 11.03.2009 18:41
    @barlou
    Erster Teil 100% Zustimmung. Aber nirgends steht, dass Tauss selbst solchen Dreck verschickt hat.
  • (3154 Beiträge) | 11.03.2009 18:47
    gelassen
    Er sähe den Ermittlungen gelassen entgegen! Jetzt hat er plötzlich Fehler eingeräumt. Was kommt morgen alles ans Licht? Ein verlogener Dr....ack ist das in meine Augen! Sofortiges Karriereende bitte! Keine Pension; es sei denn hinter Gittern!
  • (3070 Beiträge) | 11.03.2009 19:37
    Quatsch und unglaubwürdig
    warum sollte ein biederer Bundestagsabgeordneter als web-Polizist auftreten- dafür gibt es geschulte Fachleute.
  • (4477 Beiträge) | 11.03.2009 19:45
    egal was dahinter steckt
    Genau jetzt wäre der Zeitpunkt für erste Informationen für die Öffentlichkeit gewesen. Alles andere war zu früh. Von der Durchsuchung wurde ja quasi live berichtet.
  • (745 Beiträge) | 11.03.2009 19:52
    genau für solche Fälle
    gibt es die Immunität, die der Bundestag aber ohne eigene Ermittlungen aufhebt.
    Da biste in einer ausländischen Botschaft besser aufgehoben.
  • (745 Beiträge) | 11.03.2009 19:58
    genau für solche Fälle
    gibt es die Immunität, die der Bundestag aber ohne eigene Ermittlungen aufhebt.
    Da biste in einer ausländischen Botschaft besser aufgehoben.
  • (745 Beiträge) | 11.03.2009 20:03
    genau für solche Fälle
    gibt es die Immunität, die der Bundestag aber ohne eigene Ermittlungen aufhebt.
    Da biste in einer ausländischen Botschaft besser aufgehoben.
  • (4 Beiträge) | 11.03.2009 20:11
    Der arme missverstandene Herr Tauss
    Unter nachfolgendem Link kann die Stellungnahme von Herrn Tauss gelesen werden.
    http://www.welt.de/politik/article3359388/Tauss-Erklaerung-im-Wortlaut.html

    Er scheint Schadensbegrenzung vornehmen zu wollen nach dem Motto: Lieber dumm und naiv als pädophil. Er möchte die Welt glauben machen, dass er quasi an der Quelle recherchiert hat, um Fachmann in Sachen Pädofahndung zu werden. Ich glaube aber, dass Herr Tauss weder dumm noch naiv ist, denn immerhin war er so schlau, vorzusorgen für den Fall, dass "Werner" den Fahndern bei ihren Untersuchungen noch öfter unterkommt.
  • (85 Beiträge) | 11.03.2009 20:41
    Aus der Tauss
    Selbst wenn man dem Mann die Story abnimmt, es ist jetzt an der Zeit abzutreten. Gerade der liebe Herr Tauss war sich nie zu schade, bei allen möglichen Politikern der CDU beim kleinsten Fehler gleich lauthals nach Rücktritt zu schreien.
    Wenn Tauss auch nur einen Funken Anstand besitzt, gibt er jetzt kleinlaut sein Mandat zurück, bevor man ihn dazu zwingt. Wer sich solche Dinger leistet, hat das System Demokratie, insbesondere Gewaltentrennung, nicht annähernd verstanden. Wäre er ein Beamter, käme es zum Disziplinarverfahren und das würde wahrscheinlich zur Aberkennung aller Pensionsansprüche führen. Als Abgeordneter kommt er da - peinlich genug - sowieso besser weg.
  • (2727 Beiträge) | 11.03.2009 20:57
    Etwas ausführlicher
    http://albgau.blog.de/2009/03/11/J%C3%B6rg%20Tauss%20-%20privater%20Ermittler%20von%20eigenen%20Gnaden/
  • (3154 Beiträge) | 11.03.2009 21:15
    ?
    Will jetzt immer noch jemand behaupten, man hätte dem armen gestopften Schw....hund etwas untergeschoben?
    Endlich wach geworden?
  • (468 Beiträge) | 12.03.2009 08:25
    noch frei
    Ich weiß nicht was dieser Mensch denkt!
    Aber für die Ermittlungen sind andere zuständig und nicht ein kleiner (evt. doch dummer) Abgeordneter.
    Und außerdem soll er sich mit seinem Promibonus einfach zurückhalten, andere würden schon in U-Haft sitzen ehe die Durchsuchungen begonnen haben.
  • (1324 Beiträge) | 12.03.2009 09:59
    recherche
    Ich begrüße es sehr daß Politiker auch mal versuchen sich in die Thematik einzuarbeiten um verstehen wie Systeme funktionieren.... nur mit diesem Wissen kann man auch vernünftige Gesetze erschaffen... allerdings sollte es klar ersichtlich sein warum er das macht.... z.B. durch genaue Dokumentation, Archivierung aller Kontakte und am besten alles fertig aufbereitet für die Ermittlungsbehörden...
  • (536 Beiträge) | 12.03.2009 23:12
    §184b StGB
    stellt schon den Besitz solchen Materials unter Strafe.

    Herr Tauss wird wohl auf Absatz 5 abzielen, jedoch kann ich mir nicht vorstellen, dass eigene Ermittlungen zu den dienstlichen Aufgaben eines MdB gehören. Ein Mitglied der Legislative kann nun mal nicht gleichzeitig die Exekutive sein, denn noch gilt in unserem Staate die Gewaltenteilung (jedenfalls hab ich das mal so gelernt).
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