Karlsruhe

Karlsruhe Ecke links
Karlsruhe Ecke rechts
21°/ 8°
Karten-Ansicht: Karlsruhe
  • Drucken
  • Speichern
29.03.2016 18:15
 
Schrift: 

Stute gequält? Karlsruher Gnadenhof fahndet nach Pferdeschänder [0]

(Symbolbild)
Bild:Uwe Zucchi

Karlsruhe (Konstantin Maier) - Auf dem Gnadenhof geht unter den Pferdefreunden die Angst um: Die Ehrenamtlichen befürchten dort, ein Pferdeschänder könnte eine Stute angegriffen und misshandelt haben. Der Gnadenhof warnt Tierfreunde auf seiner Facebookseite - und hat eine Belohnung für Hinweise ausgesetzt. Doch es gibt auch Zweifel an der Theorie.
Anzeige

Als Viola Nitsche am Dienstagmorgen vergangene Woche den Gnadenhof in Neureut betritt, ahnt sie noch nichts Böses. Bei der Stute Paula angekommen, bemerkt Nitsche, dass das Tier auf dem Boden liegt. "Sie hatte die typischen Anzeichen einer Kolik", erinnert sich die Ehrenamtliche im Gespräch mit ka-news. Sie ruft eine Tierärztin zu Hilfe - diese habe den Anwesenden dann einen schlimmen Verdacht mitgeteilt: Das Pferd könnte von einem Unbekannten angegriffen worden sein.

Gnadenhof warnt Halter vor Pferdeschänder

"Wir wissen selbst nicht sicher, was mit Paula passiert ist", schildert Nitsche. Bei der Untersuchung habe die herbeigerufene Tierärztin massive Verletzungen im Darmbereich und Schürfwunden bei der Stute festgestellt. Es sei sogar zu Blutungen gekommen. "Die Diagnose der Tierärztin ging von einer einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Fremdwirkung von außen aus", meint die Ehrenamtliche vom Gnadenhof. Die Tierfreunde befürchten, dass die Stute mit einem Gegenstand wie etwa einem Besenstiel verletzt wurde. "Man hat deutlich gesehen, dass etwas passiert sein muss", so Nitsche.

Für die Anwesenden sei die Einschätzung der Tierärztin ein Schock gewesen. "In diesem Maße hatten wir so etwas noch nicht, daher haben wir mit so etwas überhaupt nicht gerechnet." Mit Bauchschmerzen blicke man beim Gnadenhof auf zwei weitere Vorfälle, die sich kurz zuvor ereignet hätten. Vor anderthalb Wochen sei bereits das Pferd aus der Box neben der Stute Paula mit ähnlichen Symptomen aufgefunden worden, vor drei Wochen habe man nahe der Ponybox zudem eine Blutlache entdeckt.

Auf seiner Facebookseite warnt der Gnadenhof nun andere Pferdebesitzer. Ein Tierfreund habe außerdem eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise ausgesetzt, "die zur Ergreifung der Täter führen".

 

Liebe "Paula" Freunde nach dem die Morgen und Mittagvisite zunächst positiv verlaufen sind stehen wir in der...

Posted by Gnadenhof für Tiere e.V. Karlsruhe on Donnerstag, 24. März 2016

Städtischer Tierarzt äußert Zweifel an Misshandlung

So sicher wie die Pferdefreunde beim Gnadenhof ist allerdings nicht jeder. Der verständigte Arzt des Veterinäramts Karlsruhe konnte nach eigener Aussage zwar "Gewalteinwirkungen von außen nicht gänzlich ausschließen", jedoch gebe es seiner Meinung nach keine starken Indizien dafür. Vielmehr vermutet er "einen tumorösen Prozess im Darm", wie er im Gespräch mit ka-news erklärt. Von anderen Fällen ähnlicher Art ist dem Veterinäramt Karlsruhe nichts bekannt.

Im Fall der Stute Paula hat die Karlsruher Polizei die Ermittlungen aufgenommen. "Es ist ein entsprechendes Verfahren anhängig", bestätigt Pressesprecher Ralf Minet auf Nachfrage von ka-news. Der Fachdienst "Gewerbe und Umwelt" sei eingeschaltet.

Gibt es einen Zusammenhang mit einem älteren Fall?

Tatsächlich ist Tierquälerei ein Dauerthema bei der Karlsruher Polizei. "Ein bis zwei Mal die Woche werden im Schnitt Fälle zur Anzeige gebracht", erklärte der Pressesprecher vergangenes Jahr auf Anfrage von ka-news. Schwere Fälle von Tierquälerei wie beispielsweise die systematische Misshandlung von Tieren oder unsachgemäße Transporte sind eher die Ausnahme.

Selten komme es vor, dass Tiere aus reinem Sadismus gequält werden. "Es gibt vereinzelt Fälle von Sadismus und Sodomie - aber das sind Ausnahmen", erklärt der Pressesprecher. Werden Tierquäler überführt, drohen ihnen Geldbußen bis zu 25.000 Euro, ein richterlich angeordnetes Tierhalteverbot und in schweren Fällen sogar Haftstrafen.

Was genau mit Paula geschah und ob es einen Zusammenhang mit den Vorfällen im Enzkreis gibt, bei dem vor rund drei Jahren Pferde missbraucht wurden, ist derzeit noch unklar. Damals wurde ein Pferd, so stark misshandelt, dass es eingeschläfert werden musste. Dieses Schicksal ist der Stute aber erspart geblieben: Paula überlebte. "Es ist ein ständiges Auf und Ab", meint Nitsche. Die kritische Nacht habe man überstanden, das Tier kämpfe aber noch mit Krämpfen. Insgesamt gehe es dem Pferd aber bereits besser.

Mehr zu: Ticker Gnadenhof Missbrauch "Polizei Karlsruhe"



Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Titel:
Kommentar:

Kommentare
dürfen 1000 Zeichen lang sein.
Ihnen verbleiben Zeichen.
Für registrierte Nutzer
Für nicht registrierte Nutzer
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzuschicken
Benutzername  
Passwort  
     

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Medienhaus intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

Hinweis: Die Registrierung ist ohne Angabe des wahren Vor- und Zunamens nicht zulässig. Pro Mitglied ist nur ein Account zulässig.

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:
Ich bin damit einverstanden, künftig über Neuigkeiten informiert zu werden:
Anrede:
Frau Herr  
Titel:
Vorname:
Nachname:
Straße/Hausnr.:
PLZ/Ort:
Geburtstag:
 
 
Themenbereich HTML-
Newsletter
Nicht
abonnieren
ka-news Business-Newsletter
ka-news.de-Newsletter: News aus Karlsruhe
KSC-Newsletter: Montagsausgabe
KSC-Newsletter: Freitagsausgabe
ka-news.de-Newsletter: Meistgelesene Nachrichten
 
 


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viele Monate hat ein Jahr?: 
Anzeigen