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Karlsruhe Streik: Kein Tramverkehr in Karlsruhe und Notdienst im Städtischen Klinikum

Am Mittwoch, 7. März, müssen sich Kunden der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) auf Ausfälle und Behinderungen im Karlsruher Bahn- und Busverkehr einstellen. Auch im Städtischen Klinikum legen Angestellte den Dienst nieder. Zudem bleiben die städtischen Kindertagesstätten geschlossen und auch die Angestellten der Stadtverwaltung beteiligen sich an der Arbeitsniederlegung. Verdi erwartet am Mittwoch über 2.000 Angestellte bei einer Kundgebung auf dem Karlsruher Marktplatz.

Wie bereits am Freitag von Verdi angekündigt, wird es am Mittwoch zu erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Leben in der Stadt Karlsruhe kommen.

Notversorgung im Städtischen Klinikum Karlsruhe

Neben den Fahrern der VBK werden sich mehrere hundert Angestellte des Städtischen Klinikums an der Streikmaßnahme beteiligen, bestätigte der Verdi-Streikführer für Karlsruhe, Jürgen Ziegler im Gespräch mit ka-news. Zudem blieben alle städtischen Kitas geschlossen, da die Mitarbeiter ebenfalls in Streik treten würden.

Wieviele Angestellte und aus welchen Bereichen der städtischen Verwaltung die Arbeit niederlegen, könne nicht vor Streikbeginn morgen früh mitgeteilt werden, so eine Sprecherin der Stadt. Verdi hingegen wurde konkreter und sprach "von vielen städtischen Abteilungen", die dem Streik beiwohnen werden: Angestellte der Stadtwerke, des Tiefbau- und Gartenbauamtes sowie die Mitarbeiter des Zoos seien dabei, so Ziegler. Die Pressestelle der Stadt Karlsruhe weist jedoch darauf hin, dass der Streik keinerlei Auswirkungen auf den Zoobetrieb für die Besucher habe. Die Anlagen sind am Mittwoch ganz normal geöffnet, es entstünden den Besuchern keine Beeinträchtigungen.

Unterstützung bekommen die Angestellten des öffentlichen Dienstes von der Karlsruher Linken-Politikerin im Bundestag, Karin Binder: "Die Beschäftigten haben unsere volle Solidarität. Die Forderung nach 6,5 Prozent mehr Geld ist berechtigt. Gerade die Beschäftigten im öffentlichen Dienst mussten in den letzten Jahren für niedrige Löhne harte Arbeit leisten. Städte und Gemeinden versuchten ihre Haushaltsprobleme auf Kosten der Angestellten zu lösen. Diese Politik muss beendet werden", so Binder in einer Pressemitteilung.

Notwendige Operationen werden durchgeführt

Auch im Städtischen Klinikum legen Angestellte den Dienst nieder. Ein Notdienst werde jedoch zur Verfügung stehen, versichern sowohl das Klinikum als auch Verdi. Die Geschäftsführung des Stätischen Klinikums treffe derzeit entsprechende Vorkehrungen zur Sicherstellung der Patientenversorgung, die in Form einer Notdienstvereinbarung mit der Gewerkschaft Verdi niedergelegt werden solle. Das teilt das Klinikum im Vorfeld des Streiks mit. Die Notdienstvereinbarung solle vor allem die personelle Besetzung in den OP-Bereichen regeln. Es ist davon auszugehen, dass Behandlungen und Operationen, die aus medizinischer Sicht aufschiebbar sind, verschoben werden müssen. "Alle lebensnotwendigen Operationen werden durchgeführt, alle Notfälle aufgenommen und versorgt", so Professor Martin Hansis, Ärztlicher Geschäftsführer des Klinikums.

In Karlsruhe verkehren im gesamten Stadtgebiet wegen des Warnstreiks bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe am Mittwoch von morgens 3 Uhr bis Donnerstagfrüh 3 Uhr keine Straßenbahnen und Busse der VBK. Dazu zählt auch die Stadtbahnlinie S2, die von den VBK betrieben wird.

Keine Trams in Karlsruhe - Ersatzfahrplan für sechs Buslinien

Für einige Buslinien gebe es dagegen einen Ersatzfahrplan, der Anschlüsse in die Karlsruher Innenstadt und damit zu den dort nach Fahrplan verkehrenden S-Bahnen der AVG herstellt. Das Messe-Shuttle zur Messe "art" werde im geplanten Umfang (20-Minuten-Takt beziehungsweise 30-Minuten-Takt) durchgeführt, so die Verkehrsbetriebe weiter.

Die VBK bieten ihren Kunden folgenden Ersatzfahrplan für Busse an, der durch Subunternehmen durchgeführt wird:

  • Buslinie 30: Die Linie 30 verkehrt fahrplanmäßig in einem 15 beziehungsweise 20-Minuten-Takt mit Anbindung an das Durlacher Tor als Angebot für die Waldstadt.
  • Buslinie 31: Die Buslinie verkehrt fahrplanmäßig im 20-Minuten-Takt mit Anbindung an den Bahnhof Durlach als Angebot für die Waldstadt und Hagsfeld.
  • Buslinie 24 (Bergwald - Hohenwettersbach - Zündhütle mit Anschluss auf die Linie 47) und Buslinie 47: Die Buslinien verkehren fahrplanmäßig im 20-Minuten-Takt mit Anbindung an den Hauptbahnhof als Angebot für die Höhenstadtteile.
  • Buslinie 62: Die Buslinie verkehrt fahrplanmäßig im 20-Minuten-Takt mit Anbindung an den Entenfang und den Hauptbahnhof als Angebot für Bulach, Oberreut und Grünwinkel.
  • Buslinie 73: Die Buslinie verkehrt fahrplanmäßig im 20-Minuten-Takt mit Anbindung an den Europaplatz als Angebot für die Nordstadt.

Die Straßenbahnen der AVG (S1/S11, S31/S32, S4, S41, S5, S51/S52, S6, S9) sind vom Streik nicht betroffen und verkehren planmäßig. Am Streiktag sei in den Bussen eine Fahrradmitnahme nicht möglich, da mit einer starken Nutzung der Fahrten gerechnet werden müsse. Die Schul- und Schwimmfahrten entfallen, so die VBK weiter. Die Anruflinientaxis Bereich Rüppurr (Anbindung an S1/S11) und Rheinhafen (Anbindung an S5) verkehren, die Anruflinientaxis im Nightlinerbetrieb werden nicht bedient, da keine Anschlüsse an die Tram-Linien bestehen.

Am Mittwoch kommt es in ganz Karlsruhe zu24-stündigen Warnstreiks im öffentlichen Dienst, zu denen die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hat. Auch Mitarbeiter des Städtischen Klinikums und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie Erzieher der Kindertagesstätten beteiligen sich an der Arbeitsniederlegung. Weitere Informationen zu den bestreikten Bereichen werden am morgigen Dienstag erwartet und auf ka-news.de veröffentlicht.

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Kommentare (92)
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  •   blaumann
    (789 Beiträge)

    07.03.2012 00:57
    Sparen
    Die Verkehrsbetriebe sparen ja sogar noch bei einem Streik. Die meisten Nutzer des ÖPNV haben ja eh Zeitkarten , also Monats- oder Jahreskarten. Der Betrag ist also schon fix in der Kasse. An einem Streiktag brauchen aber keine Personalkosten gezahlt zu werden. Auch sonstige Betriebskosten wie Abnutzung , Schäden oder Strom , Diesel usw wird alles eingespart.Und auch in anderen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes ist das so. In Wirklichkeit ist das den Arbeitgebern doch egal ob gestreikt wird oder nicht. Da brauchen die Arbeitgeber nix sagen von wegen , es tut ihnen leid dass es auf dem Rücken der Öffentlichkeit ausgetragen wird. Die reiben sich doch die Hände dabei. Ein Grossteil der nichtgezahlten Löhne und Betriebskosten fliesst dann eh in die verhandelte Lohnsteigerung ein. Also Schluss mit der Heuchlerei auf Arbeitgeberseite !!!!!!!!!!!
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  • 0
    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    07.03.2012 15:26
    Du hast recht,
    das trifft aber nur auf Bereiche, bzw. Branchen zu bei denen der Kunde keine Wahl hat. ÖPNV ist selbstverständlich ein solcher Bereich. Und selbst wenn jetzt hier ein paar aufgebrachte Strassenbahnnutzer rumtönen, dass sie die Bahn boykottieren und sich ein Auto kaufen oder mit dem Rad fahren - es macht ja eh keiner. Darauf können sich die Bosse voll und ganz verlassen.
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  •   blaumann
    (789 Beiträge)

    07.03.2012 17:54
    So meinte ich das auch
    Selbstverständlich ist das im produzierenden Gewerbe ganz anderst. Da wirkt ein Streik auch. Denn da fehlt dem Arbeitgeber bei jedem Streiktag auch der entsprechende Umsatz und die EInnahmen. Dagegen müssen die Müllgebühren auch bei Streik gezahlt werden , genauso die KiTa-Beiträge usw usw . Deswegen macht es den Arbeitgebern nichts , bzw nicht viel aus wenn gestreikt wird. Wie gesagt , DIE sparen dann sogar noch dabei Lohn und Betreibskosten. Und das ist an einem Tag auch nicht gerade ein Pappenstiel.
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  • 0
    unbekannt
    (14337 Beiträge)

    07.03.2012 09:11
    Schreien Sie doch nicht so, blaumann!
    Sie sind ja schon ganz heiser. Mittlerweile schaffen Sie es nur noch auf 11 Ausrufezeichen am Ende ihres Kommentars zwinkern
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  •   blaumann
    (789 Beiträge)

    07.03.2012 10:26
    ....
    Die vielen Ausrufezeichen kommen doch nur zustande weil die Taste städnig hängt zwinkern .
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  • 0
    unbekannt
    (1 Beiträge)

    06.03.2012 23:14
    Streik Recht??
    Keine Berufsgruppe wird bei Streik so sehr gescholten wie die Bahnfahrer.
    Ich bin auch einer. Und ich verstehe wie meinem Kollegen da oben schon der Kragen geplatzt ist.
    Alter Falter - wer es immer noch nicht kapiert hat: Dieser Streik hat NICHTS mit dem Streik von letztem Jahr zu tun.

    Es ist kein VBK Streik sondern ein Streik des öffentlichen Dienstes wozu wir zwangsläufig gehören weil wir städtische Angestellte sind.

    KEIN einziger Kommentar über die Säcke die euch morgen nicht den Müll aus dem Hof holen, oder für euch da sind wenn ihr zufällig morgen eure Herzattacke kriegt. Oder vielleicht seid ihr ja grade morgen auf eine KITA angewiesen weil ein wichtiger Geschäftsabschluss ansteht.

    Meine Lieblingsfahrgäste die auf uns am allermeisten angewiesen sind melden sich hier gar nicht zu Wort. Behinderte!
    Laufen uns nicht im Weg rum! Wissen ganz genau wo sie hinwollen!
    Stehn immer schön pünktlich an der Haltestelle!

    Und DANKE an alle die Verständnis aufbringen können!
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  • 0
    unbekannt
    (8066 Beiträge)

    06.03.2012 18:49
    Artikel
    //Auch im Städtischen Klinikum legen Angestellte den Dienst nieder. Zudem bleiben die städtischen Kindertagesstätten geschlossen und auch die Angestellten der Stadtverwaltung beteiligen sich an der Arbeitsniederlegung.//

    Warum gibts eigentlich diesen Berufsgruppen gegenüber keine Schelte? Wo bleiben die Proteste der Mütter, die zur Arbeit müssten? Warum müssen hier "nur" die Strabafahrer dran glauben?
    Sehr seltsam......
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  •   Rahmdieb
    (515 Beiträge)

    06.03.2012 21:01
    KITAS werden bestreikt
    Wie man hört, streiken die Erzieherinnen und Erzieher gar nicht, sondern sind zu einem Art Kriseneinsatz bei der CDU abberufen worden. zwinkern
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  • 0
    unbekannt
    (14337 Beiträge)

    06.03.2012 20:20
    Weils vielleicht nicht so oft ist?
    Bei den Kindergärten vielleicht
    weil vielleicht nicht alle Mamas/Papas berufstätig sind?
    Weil vielleicht Oma/Opa einspringen? Vielleicht eine Freundin/Freund?
    Und weil es nicht diese Massen sind, die tagtäglich auf die Bahn angewiesen sind um an ihren Arbeitsplatz zu kommen?
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  • 0
    unbekannt
    (8066 Beiträge)

    06.03.2012 21:19
    Zitat von daisyy Weils vielleicht nicht so oft ist?
    Bei den Kindergärten vielleicht
    weil vielleicht nicht alle Mamas/Papas berufstätig sind?
    Weil vielleicht Oma/Opa einspringen? Vielleicht eine Freundin/Freund?
    Und weil es nicht diese Massen sind, die tagtäglich auf die Bahn angewiesen sind um an ihren Arbeitsplatz zu kommen?


    Die Fahrer sind nicht alle bei derselben Gewerkschaft, das zur Häufigkeit der Streiks. Und wenn Oma und Opa einen Tag aufs Kind aufpassen können weil Oma netterweise kein Notfall im Krankenhaus darstellt, dann können auch Kollegin oder Kollege den betreffenden ÖPNV Kollegen einen Tag mit zur Arbeit und zurücknehmen. Müsste doch möglich sein.
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