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05.03.2012 17:45
 
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Streik: Kein Tramverkehr in Karlsruhe und Notdienst im Städtischen Klinikum [92]

Karlsruhe (ps/feb) - Am Mittwoch, 7. März, müssen sich Kunden der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) auf Ausfälle und Behinderungen im Karlsruher Bahn- und Busverkehr einstellen. Auch im Städtischen Klinikum legen Angestellte den Dienst nieder. Zudem bleiben die städtischen Kindertagesstätten geschlossen und auch die Angestellten der Stadtverwaltung beteiligen sich an der Arbeitsniederlegung. Verdi erwartet am Mittwoch über 2.000 Angestellte bei einer Kundgebung auf dem Karlsruher Marktplatz.
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(Bild: Archiv)
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Wie bereits am Freitag von Verdi angekündigt, wird es am Mittwoch zu erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Leben in der Stadt Karlsruhe kommen.

Notversorgung im Städtischen Klinikum Karlsruhe

Neben den Fahrern der VBK werden sich mehrere hundert Angestellte des Städtischen Klinikums an der Streikmaßnahme beteiligen, bestätigte der Verdi-Streikführer für Karlsruhe, Jürgen Ziegler im Gespräch mit ka-news. Zudem blieben alle städtischen Kitas geschlossen, da die Mitarbeiter ebenfalls in Streik treten würden.

Wieviele Angestellte und aus welchen Bereichen der städtischen Verwaltung die Arbeit niederlegen, könne nicht vor Streikbeginn morgen früh mitgeteilt werden, so eine Sprecherin der Stadt. Verdi hingegen wurde konkreter und sprach "von vielen städtischen Abteilungen", die dem Streik beiwohnen werden: Angestellte der Stadtwerke, des Tiefbau- und Gartenbauamtes sowie die Mitarbeiter des Zoos seien dabei, so Ziegler. Die Pressestelle der Stadt Karlsruhe weist jedoch darauf hin, dass der Streik keinerlei Auswirkungen auf den Zoobetrieb für die Besucher habe. Die Anlagen sind am Mittwoch ganz normal geöffnet, es entstünden den Besuchern keine Beeinträchtigungen.

Zum Thema
Unterstützung bekommen die Angestellten des öffentlichen Dienstes von der Karlsruher Linken-Politikerin im Bundestag, Karin Binder: "Die Beschäftigten haben unsere volle Solidarität. Die Forderung nach 6,5 Prozent mehr Geld ist berechtigt. Gerade die Beschäftigten im öffentlichen Dienst mussten in den letzten Jahren für niedrige Löhne harte Arbeit leisten. Städte und Gemeinden versuchten ihre Haushaltsprobleme auf Kosten der Angestellten zu lösen. Diese Politik muss beendet werden", so Binder in einer Pressemitteilung.

Notwendige Operationen werden durchgeführt

Auch im Städtischen Klinikum legen Angestellte den Dienst nieder. Ein Notdienst werde jedoch zur Verfügung stehen, versichern sowohl das Klinikum als auch Verdi. Die Geschäftsführung des Stätischen Klinikums treffe derzeit entsprechende Vorkehrungen zur Sicherstellung der Patientenversorgung, die in Form einer Notdienstvereinbarung mit der Gewerkschaft Verdi niedergelegt werden solle. Das teilt das Klinikum im Vorfeld des Streiks mit. Die Notdienstvereinbarung solle vor allem die personelle Besetzung in den OP-Bereichen regeln. Es ist davon auszugehen, dass Behandlungen und Operationen, die aus medizinischer Sicht aufschiebbar sind, verschoben werden müssen. "Alle lebensnotwendigen Operationen werden durchgeführt, alle Notfälle aufgenommen und versorgt", so Professor Martin Hansis, Ärztlicher Geschäftsführer des Klinikums.

In Karlsruhe verkehren im gesamten Stadtgebiet wegen des Warnstreiks bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe am Mittwoch von morgens 3 Uhr bis Donnerstagfrüh 3 Uhr keine Straßenbahnen und Busse der VBK. Dazu zählt auch die Stadtbahnlinie S2, die von den VBK betrieben wird.

Keine Trams in Karlsruhe - Ersatzfahrplan für sechs Buslinien

Für einige Buslinien gebe es dagegen einen Ersatzfahrplan, der Anschlüsse in die Karlsruher Innenstadt und damit zu den dort nach Fahrplan verkehrenden S-Bahnen der AVG herstellt. Das Messe-Shuttle zur Messe "art" werde im geplanten Umfang (20-Minuten-Takt beziehungsweise 30-Minuten-Takt) durchgeführt, so die Verkehrsbetriebe weiter.

Die VBK bieten ihren Kunden folgenden Ersatzfahrplan für Busse an, der durch Subunternehmen durchgeführt wird:

  • Buslinie 30: Die Linie 30 verkehrt fahrplanmäßig in einem 15 beziehungsweise 20-Minuten-Takt mit Anbindung an das Durlacher Tor als Angebot für die Waldstadt.
  • Buslinie 31: Die Buslinie verkehrt fahrplanmäßig im 20-Minuten-Takt mit Anbindung an den Bahnhof Durlach als Angebot für die Waldstadt und Hagsfeld.
  • Buslinie 24 (Bergwald - Hohenwettersbach - Zündhütle mit Anschluss auf die Linie 47) und Buslinie 47: Die Buslinien verkehren fahrplanmäßig im 20-Minuten-Takt mit Anbindung an den Hauptbahnhof als Angebot für die Höhenstadtteile.
  • Buslinie 62: Die Buslinie verkehrt fahrplanmäßig im 20-Minuten-Takt mit Anbindung an den Entenfang und den Hauptbahnhof als Angebot für Bulach, Oberreut und Grünwinkel.
  • Buslinie 73: Die Buslinie verkehrt fahrplanmäßig im 20-Minuten-Takt mit Anbindung an den Europaplatz als Angebot für die Nordstadt.

Die Straßenbahnen der AVG (S1/S11, S31/S32, S4, S41, S5, S51/S52, S6, S9) sind vom Streik nicht betroffen und verkehren planmäßig. Am Streiktag sei in den Bussen eine Fahrradmitnahme nicht möglich, da mit einer starken Nutzung der Fahrten gerechnet werden müsse. Die Schul- und Schwimmfahrten entfallen, so die VBK weiter. Die Anruflinientaxis Bereich Rüppurr (Anbindung an S1/S11) und Rheinhafen (Anbindung an S5) verkehren, die Anruflinientaxis im Nightlinerbetrieb werden nicht bedient, da keine Anschlüsse an die Tram-Linien bestehen.

Am Mittwoch kommt es in ganz Karlsruhe zu 24-stündigen Warnstreiks im öffentlichen Dienst, zu denen die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hat. Auch Mitarbeiter des Städtischen Klinikums und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie Erzieher der Kindertagesstätten beteiligen sich an der Arbeitsniederlegung. Weitere Informationen zu den bestreikten Bereichen werden am morgigen Dienstag erwartet und auf ka-news.de veröffentlicht.

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Kommentare [92]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
  • (18 Beiträge) | 05.03.2012 17:53
    Streik ??? schon wieder STreik???
    hatten die sich nicht bereits geeinigt? Oder streiken die TRAM _ Leiutel aus Solidarität bei jeder Berufsgruppe nun mit ? Ich verstehs nicht....
  • (387 Beiträge) | 05.03.2012 18:01
    wie?
    was ist daran nicht zu verstehen?
    der ÖFFENTLICHE DIENST streikt... und zu was gehört die Tram?
    hmm, bestimmt... richtig, zum Öffentlichen Dienst...

    -.-*
  • (295 Beiträge) | 05.03.2012 21:58
    Ganz einfach....
    Die Leuten Streiks der VBK liegen nicht mal ein Jahr zurück. Die der SVG nicht mal ein paar Monate.... Ich dachte aucIh, dass jetzt zumindest mal zwei Jahre nicht gestreikt wird.

    Meine Geduld ist auch fast aufgebraucht. Wenn man so zusammenrechnet, was man als vierköpfige Familie zählt und trotzdem ein Auto braucht um in die Schule bzw. Zur Arbeit zu kommen.

    Wenn der Streik rum ist fängt der nächste an. Das versteht doch keiner mehr.
  • (8661 Beiträge) | 05.03.2012 23:01
    Haja
    >> und trotzdem ein Auto braucht um in die Schule bzw. Zur Arbeit zu kommen.

    Auch nicht schlecht sich wegen vier (?) Streiktagen im Jahr ein Auto zuzulegen. Taxi wäre glaube ich für die paar Ausnahmefälle günstiger...
  • (20148 Beiträge) | 06.03.2012 00:43
    Bestimmt,
    aber krieg dann mal ein Taxi. Hast du schon mal versucht an Neujahr um 0300 oder 0400 ein Taxi zu bekommen? Ich sage dir: Es ist nicht ganz einfach. Da hilfts auch nicht mehr in der Taxizentrale als zuverlässiger Stammfahrgast registriert zu sein. Da wollen auf einmal alle Taxi fahren, auch die die das ganze Jahr auf die Taxler schimpfen und kein gutes Haar an ihnen lassen.
  • (1352 Beiträge) | 06.03.2012 10:38
    Stimmt schon
    Hast du schon mal versucht an Neujahr um 0300 oder 0400 Auto zu fahren? Ich sage dir: Es ist nicht ganz einfach.
    ;-)

    Und um zum Thema zurück zu kommen, zu dieser Zeit wird auch selten gestreikt ...
  • (2673 Beiträge) | 07.03.2012 10:02
    das versuche ich
    besser nicht, da warte ich leiber aufs Taxi...
  • (295 Beiträge) | 07.03.2012 12:57
    Wohne mal ...
    in Mörsch. Versuche dort zeitnah ein Taxi zu bekommen.

    Kinder müssen nach Forchheim auf die Schule. Frau in Karlsruhe. Mann in Ettlingen.

    So - und das mit dem Taxi?

    Es wurden inzwischen (geschätzt) 9 Tage im letzten und diesem Jahr gestreikt.

    Entweder fahren die Bahnen nach Ettlingen nicht oder die in Karlsruhe oder die in Rheinstetten.

    So - und nun?

    Natürlich kaufen wir kein Auto, um diese Fahrten zu bewältigen. Wir haben noch eins. Allerdings hatten wir überlegt, ob wir aus Umweltschutzgründen dieses eben abschaffen.

    Car-Sharing in Rheinstetten kann man im übrigen auch Vergessen. Für die Kinder ist der Weg in die Schule noch nicht zu bewältigen.
  • (1256 Beiträge) | 05.03.2012 18:17
    Diesmal ruft Verdi
    zum Streik auf, das letzte Mal war es die GDL.
  • (18 Beiträge) | 05.03.2012 21:49
    Danke für die ausführlichen Antworten + Infos
  • (1203 Beiträge) | 06.03.2012 18:29
    Viel Show..
    ..um nicht viel.

    Es wird -wie erwartet- so kommen:

    Ca 3-3,5 % bei verdi und ca. 4% bem diesjährigen IG Metall-Abschluss.

    Das ganze Theater drumherum könnten wir uns auch schenken und die jeweiligen Tarifpartner sollten sich zeitiger einigen...
  • (211 Beiträge) | 07.03.2012 17:28
    Sorry
    Richtig ist das es genau so kommen wird. Was du aber noch vergessen hast zu sagen, die 3,5% werden dann noch geteilt 1,5% in den 1. 2Jahren und 2% dann erst nach den 2 Jahren!!!
  • (278 Beiträge) | 05.03.2012 18:07
    von der Politik gewollt
    Es sind die Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst - also alles, was kommunale und öffentliche Bedienstete sind. Das sind Ämter und Behörden (wenn die Mitarbeiter keine Beamten sind), Müllabfuhr, städtische Krankenhäuser, Kindertagesstätten und viele, viele andere mehr - und eben auch die Bus- und Bahnbediensteten der VERKEHRSBETRIEBE KARLSRUHE.

    Die Streiks bisher betrafen eher die VBK an sich wegen nicht umgesetzter Bestandteile des verhandelten Tarifvertrages oder eben die DB oder eben die AVG - beides Eisenbahnen.

    Die Politik will das offenbar so - denn nur damit ist erklärbar, warum so viele Privatbahnen entstehen können und auch alle anderen Bereiche des öffentlichen Dienstes wenn möglich privatisiert werden. Der Staat will nur noch billig - nun bekommt er die Quittung.

    Es hatte früher durchaus Sinn die Funktion des öffentlichen Lebens mittels streikunberechtigter Beamter zu sichern. Aber das will man offenbar nicht mehr.
  • (701 Beiträge) | 05.03.2012 19:56
    ....
    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. zwinkern
  • unbekannt
    (5089 Beiträge) | 05.03.2012 20:18
    Diese Ständigstreiker
    gehen mir gehörig auf den Sack. Andererseits muß man sagen, daß es fair ist, den Streik rechtzeitig anzukündigen, so daß sich der Kunde darauf einstellen kann.
  • (438 Beiträge) | 05.03.2012 22:17
    Hmm, aber noch ist alles schmerzfrei,
    oder?? Sie wissen aber schon, dass das Streikrecht ein demokratisches Grundrecht ist, für das unsere Urgroßeltern sogar gestorben sind?? Wenn Sie einen Schuldigen suchen um sich ihrem Mütchen Luft zu verschaffen, dann nehmen Sie die Arbeitgeber der freien Wirtschaft und des öfftl. Dienstes die sich seit Jahren mit assozialen Lohnangeboten aus der Affaire zu ziehen versuchen....
  • (438 Beiträge) | 05.03.2012 22:25
    Von
    diesem Standpunkt aus gesehen, drück ich Verdi sogar die Daumen. Es kann nicht sein, dass für Banker und Steuergeldverbrenner a´la Schwarz-Gelb *hüstelhüstel* o. ä. Penusnsen bis zum Abwinken vorhanden sind, aber für die wahren Leistungsträger (Krankenschwestern, Kindergärtnerinnen usw) unserer Gesellschaft nur der Arschtritt a´la Ursula von der Mauschel übrig bleibt. Nein, das darf nicht sein. Also streikt bis die Schwarte knackt.
  • (701 Beiträge) | 05.03.2012 22:53
    *Kiick* Gefällt mir
  • unbekannt
    (5089 Beiträge) | 05.03.2012 22:42
    Wenn Sie Des Lesens mächtig sind
    , haben Sie verstanden, daß mir die andauernde Streikerei auf die Nüsse geht, ich es aber begrüße , daß man es rechtzeitig ankündigt.
    Ganz Deutschland hätte auf die Straße gehen müssen, nach der Euroeinführung, gegen die eins zu eins Umrechnung im Handel. Ohne dies, könnte man mit den aktuellen Löhnen gut leben.
  • (795 Beiträge) | 05.03.2012 22:28
    MIR GEHEN DIESE DAUERNDEN STREIKS AUCH AUF DENN ZEIGER
    können sich die nicht einigen ohne die Schwächsten zu schädigen die sich kein Auto leisten können um zur Arbeit oder in die Schule zu kommen ? Welcher Arbeitgeber akzeptiert denn, wenn Niedriglohnangestellte wegen einem Streik nicht zu Arbeit kommen können ? Die verlieren doch alle ihren Job wegen Leistungsverweigerung. Ich find, es ist ein unmögliches Gebaren auf beiden Seiten.

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