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Karlsruhe Straßennamen: Karlsruhe erinnert an Julius Hirsch und Gottfried Fuchs

Der Karlsruher Gemeinderat hat am Dienstagabend einstimmig die Umbenennung eines Teilstücks des Karlsruher Wegs in Julius-Hirsch-Straße und die Benennung einer Freifläche am Karlsruher Weg/Ecke Berliner Straße in Gottfried-Fuchs-Platz beschlossen. Damit soll an die beiden jüdischen Nationalspieler aus Karlsruhe erinnert werden. Die Einweihungsfeier findet im Juni statt.

"Richtiger Schritt", "wichtiges Zeichen", "höchste Zeit" - die Karlsruher Stadträte waren sich parteiübergreifend einig: Karlsruhe braucht für die beiden jüdischen Nationalspieler Julius Hirsch und Gottfried Fuchs eine würdige Erinnerung. So stimmte der Gemeinderat einstimmig der städtischen Beschlussvorlage zu. Demnach wird eine Teil des Karlsruher Weges in Julius-Hirsch-Straße und eine Freifläche am Karlsruher Weg/Ecke Berliner Straße in Gottfried-Fuchs-Platz umbenannt.

Julius Hirsch (1892 bis 1943), linker Innenstürmer des KFV, brachte es in den Jahren 1911 bis 1913 auf sieben Länderspiele. 1909 spielte er in der ersten Mannschaft des KFV, an dessen Deutscher Meisterschaft im folgenden Jahr er maßgeblichen Anteil hatte. Hirsch wurde 1943 von den Nazis wegen seines jüdischen Glaubens in Auschwitz ermordet. Sein Teamkamerad und sechsmaliger Nationalspieler Gottfried Fuchs (1889 bis 1972) wurde ebenfalls von den Nazis verfolgt und ist 1937 aus Deutschland geflohen.

Erinnerung an ihrem früheren Wirkungsort

"Auch wenn den beiden Fußballspielern nicht wieder gut zu machendes Unrecht geschah, ist diese Möglichkeit der Erinnerung ein wichtiges Zeichen",  so CDU-Stadtrat Albert Käuflein. Seine Fraktion hatte im Juli 2012 den Antrag gestellt, Möglichkeiten der Benennung einer Straße, eines Platzes oder ähnliches nach Julius Hirsch und Gottfried Fuchs zu prüfen.

"Grundsätzlich haben alle Menschen eine Erinnerung verdient, die vom Nazi-Regime verfolgt oder ermordet wurden. Eine Straßenbenennung bleibt aber Menschen vorbehalten, die eine besondere Rolle in der Gesellschaft inne hatten", sagte Oberbürgermeister Frank Mentrup. Mit dem jetzigen Ort habe man eine würdige Lösung gefunden. Denn hierdurch sei es möglich, beide Sportler gleichzeitig an ihrem früheren Wirkungsort, dem ehemaligen KFV-Platz, mit der Benennung einer Straße und einer bestehenden Grünfläche zu ehren. Die Umbenennung setze in Karlsruhe ein weiteres Zeichen der Erinnerungskultur "wider das Vergessen".

Von den Anwohnern habe es zwar Einwände gegen die Benennung gegeben, allerdings nicht wegen der zu ehrende Personen, betonte Mentrup. Vielmehr richteten diese sich gegen die mit der Umbenennung verbundenen Nachteile, wie Änderung der Ausweispapiere, neue Briefbögen, Mitteilung der Adressänderung. Um die Nachteile für die Anwohnerschaft so gering wie möglich zu halten, sei das Ordnungs- und Bürgeramt bereit, sämtliche Ausweispapiere und eventuell anfallende KFZ-Ummeldungen vor Ort zu ändern, verspricht die Stadt. Auch wurde den Anwohnern in Aussicht gestellt, dass die Stadt auf Nachweis anfallende Kosten der Änderung übernehmen werde. Die Einweihungsfeier soll im Juni stattfinden.

Die Vorlage der Stadtverwaltung im Wortlaut sowie einen Kartenausschnitt gibt es hier (Link führt zu PDF auf der Webseite der Stadt Karlsruhe)

Was der Karlsruher Gemeinderat am Dienstag noch entschieden hat, finden Sie hier: Einfach hier klicken!

Siehe auch:

Karlsruher Gemeinderat zeigt Flagge: Resolution gegen Rechts

 Fußball-Gedenkstein für Karlsruhe: KFV will an Erfolge erinnern

Gemeinderat: Karlsruhe soll Julius-Hirsch-Straße bekommen

ka-news-Buchtipp: Julius Hirsch - Nationalspieler.Ermordet

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Kommentare (7)
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  •   Robert1959
    (1564 Beiträge)

    15.05.2013 19:12
    Muß denn alles umbenannt werden!
    Können die nicht eine neue Straße nach denen benennen?
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  •   haku
    (3582 Beiträge)

    15.05.2013 19:42
    Hab' ich was verpasst?
    Sollen alle Karlsruher Straßen umbenannt werden?
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  •   robertdaxxtor
    (160 Beiträge)

    15.05.2013 18:30
    Glorreiche Fußballzeit
    Sehr gut,

    das Karlsruhe sich mal an die fußballtechnisch glorreichen Zeiten in der Weimarer Republik bzw. im Kaiserreich erinnert.

    Viele wissen gar nicht, wie wichtig Karlsruhe für die Etablierung / Entwicklung des Fußballs in Deutschland war.
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  •   Inquestor
    (354 Beiträge)

    15.05.2013 14:23
    Eben standen da noch andere verunglimpfende Kommentare.
    Jetzt sind sie weg.
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  •   CurlChaos
    (673 Beiträge)

    15.05.2013 15:41
    tjo, Zensur bei ka-news
    finde ich auch manchmal unter der Gürtellinie, wenn einzelne Kommentare einfach so gelöscht werden ohne Hinweis "Gelöscht von der Redaktion wegen Verstoß gegen die Kommentarregeln".

    Anders wenn ein ganzer Topic gesperrt wird, da ist das ok ... aber selektiv einzelne Beiträge kommentarlos zu löschen, das geht ja mal gar nicht! Bitte, ka-news-Redaktion, nicht ersatzlos löschen sondern den Inhalt ersetzten durch das sinngemäßes wie oben.
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  •   Waterman
    (5666 Beiträge)

    15.05.2013 14:06
    Spät zwar, aber richtig!
    und findet auch meine ausdrückliche Zustimmung.
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