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Stoppt das Millionengrab: "Jetzt geht's erst los" [148]

Karlsruhe (tan) - Auf die von Oberbürgermeister Heinz Fenrich vorgelegten Prüfungsergebnisse zu den eingereichten Unterschriften reagierte heute das Aktionsbündnis "Stoppt das Millionengrab" in einem Pressegespräch. Entgegen anders lautender Gerüchte würde das Bündnis "nicht die Waffen strecken", verkündete Rechtsanwalt Arno Stengel, der die Kombilösungs-Gegner vertritt.

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Ein neuer Bürgerentscheid: "Stoppt das Millionengrab"?
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Ein neuer Bürgerentscheid: "Stoppt das Millionengrab"?
Foto: (smj)

"Jetzt geht es erst los", so Stengel. Die Stellungnahme der Verwaltung mache deutlich, dass der Wille von 30.000 Bürgern offenbar nicht zähle. Er kritisierte unter anderem, dass die Juristen, die das Bürgerbegehrens für unzulässig erklärt hätten, dem OB unterstellt wären. Außerdem sei es nicht richtig, dass der Gemeinderat keine andere Wahl hätte, als den Bürgerentscheid am kommenden Dienstag abzuweisen.

"Laut Gemeindeordnung kann der Gemeinderat einen Bürgerentscheid auch dann zulassen, wenn er nicht rechtlich ist", erklärt der Rechtsanwalt. Die Bürgerinitiative sieht in Fenrichs Vorgehen eine Angst der Verwaltung, sich einem Votum des Bürgers zu stellen. "Der OB spekuliert darauf, dass sich das Verfahren um einen Bürgerentscheid jetzt noch so lange hinzieht, bis die ersten Baugruben ausgehoben sind. Denn welcher Bürger stimmt dann noch gegen einen Tunnel?" Das seinen "Taschenspielertricks", so Stengel.

Soweit kein Beschluss über den Bau der Kombilösung selbst

Für den Fall, dass der Gemeinderat der Vorlage der Stadtverwaltung folgt, wird die Bürgerinitiative ein Eilverfahren bemühen, um einen Erlass per Verwaltungsgericht zu erwirken. Parallel wolle man Widerspruch beim Regierungspräsidium einlegen. Die vom OB vorgelegten Argumente, die die Unzulässigkeit eines Bürgerentscheids belegen sollen, widerlegt Stengel in einer Stellungnahme zur Beschlussvorlage nach eigener Aussage. "Keins davon trägt und überzeugt." Sowohl inhaltlich als auch im Ergebnis seien die Argumente falsch.

Beispielsweise das Hauptargument der "Verfristung" greife nicht, da die beiden von Fenrich genannten Beschlüsse, denen der Bürgerentscheid widersprechen würde, gar nicht der Formulierung des Bürgerbegehrens entgegenstehen würden. Der Beschluss aus dem Jahr 2005 beispielsweise betreffe das Planfeststellungsverfahren und dagegen richte sich nicht das Bürgerbegehren. Dieses richte sich nämlich gegen die Ausführung der Untertunnelung gemäß dem Planfeststellungsbeschluss.

Ziel: Durch Eilverfahren Bürgerentscheid im Januar

Im Beschluss vom 21. Oktober 2008 sei lediglich die Reihenfolge der Projekte festgelegt worden, es sei jedoch kein Beschluss über den Bau selbst erfolgt. Der in den Augen der Bürgerinitiative einzig wirkliche Beschluss, die Kombilösung umzusetzen, sei der Bürgerentscheid von 2002, der wie ein Gemeinderatsbeschluss gewertet wird. "Dieser ist jedoch nicht mehr gültig, da eine Bindungspflicht von drei Jahren in der Gemeindeordnung festgeschrieben ist", erläutert Stengel, "der Bürgerentscheid ist also verjährt."

Es stehe Fenrich zudem nicht zu, festzustellen, ob etwas rechtens ist oder nicht, so Stengel. "Nur ein Gericht kann Recht sprechen." Seiner Einschätzung nach könnte eine Entscheidung am Verwaltungsgericht mit einem Eilverfahren bis Weihnachten gefällt werden. Ginge es nach der Bürgerinitiative, könnte dann im Januar die Karlsruher zur Urne gebeten werden. Dass sich dann der Baubeginn verzögern könnte, tut Stengel ab. "Na und? Der Termin für den Spatenstich wurde doch schon einmal verlegt. Das würde doch nichts ausmachen."

Für den morgigen Samstag kündigte "Stoppt das Millionengrab" eine weitere Informationsveranstaltung in der Innenstadt an. Dabei solle es um die Auswirkungen der Kombilösung auf den Kern-Haushalt der Stadt gehen und um weitere "praktische Informationen". Am Dienstag, wenn der Gemeinderat über den Bürgerentscheid beschließen wird, wollen die Kombi-Gegner vor dem Rathaus mobil machen. "Wir wollen auf jeden Fall sehen, wie die Stadträte abstimmen", so Peter Theilacker von der Initiative. "Wie viele der 30.000 Bürger, die bei uns unterschrieben haben, dazu kommen, wird sich zeigen."

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Kommentare [148]
  • (27 Beiträge) | 15.11.2009 14:13
    Bauerndorf Karlsruhe
    Die U-strab ist auf jedenfall anzustreben. Sie wird das Klima deutlich angenehmer machen in der Stadt.
    Das so etwas Geld kostet ist klar. Aber im Gegensatz zur "neuen Messe"
    spürt davon auch jeder etwas. Unsere Innenstadt ist im Vergleich zu vielen anderen Städten eine echte Schande nur das man das mal auf den Punkt bringt. Und ich bin gebürtiger Karlsruher..
  • (1484 Beiträge) | 15.11.2009 11:45
    auch besser machen
    cheinmueck100qt
    ... prallt völlig ab. Im Planfeststellungsverfahren habe ich neben der Ablehnung auch Verbesserungsideen eingebracht, bspw. für eine bessere Barrierefreiheit. Ginge bis auf Lammstraße überall. Die Haltestellenbauwerke wären zwar 4-5 m breiter, aber 20 m kürzer, was am Kronenplatz (und anderen Stellen) den positiven Nebeneffekt, dass man nicht so dicht an die Häuser ran muss. Meine Petition ist im Prinzip auch eine Verbesserung, weil 70 cm sind einfach nicht rollitauglich, die BOStrab wird irgendwann geändert werden müssen und mit EBO und RABT gleichziehen müssen. Dann stehen wir dumm da mit 'nem zu engen Tunnel ...
  • (25 Beiträge) | 15.11.2009 20:41
    und weltweit
    werden die U-Bahntunnel geschlossen, weil sie nicht mehr der allerneusten Bestimmung entsprechen. Und mehrstöckige Häuser, vor allem Warenhäuser, Theater, Fußballstadien etc. werden abgerissen, weil im Brandfall die Rollis sich nicht selbst mit ihrem Rolli retten können. Womöglich müssten diese Leute dann von Rettungskräften getragen werden und das ist doch wohl niemand zumutbar.
    Ich hab's vergessen: Wie viel tote Rollifahrer gibt es pro Jahr, weil sie sich bei einem U-Bahnbrand nicht selbst aus der Röhre retten konnten?
  • (1484 Beiträge) | 15.11.2009 22:31
    Rettungskräfte
    cheinmueck100qt
    ... kämen schlicht zu spät, da selbst die Selbstrettung schon knapp wird, wie irgendwo hier auch zitiert ist.

    Autotunnel, die nicht den aktuellen Vorschriften entsprechen, werden durchaus mal monatelang gesperrt und nachgerüstet. Gibt hier in der Region genug Beispiele. Die BOStrab hat sich halt shcon ewig nicht geändert ...

    Und nur weil man alte Tunnel evtl. nicht so ohne weiteres umbauen könnte, ist das kein Grund, auch neue Tunnel auf ewig nach unzeitgemäßen Vorschriften zu bauen. Wenn man schon hunderte Millionen in die Hand nimmt, dann bitte auch ordentlich machen!
  • (1092 Beiträge) | 15.11.2009 11:56
    Was war die Begründung?
    Oder gab es keine?

    Denn solche Argumente bzw Anfragen betrachte ich als ganz typisch für ernst zu nehmende Änderungsideen, die aber in keiner Weise das Projekt als Ganzes in Frage stellen, eben weil man es ganz sicher besser machen kann. Also muss man auf so eine Anfrage eingehen und entweder erläutern, warum eine Änderung nicht nötig ist, oder man muss tätig werden.
  • (1484 Beiträge) | 15.11.2009 14:09
    .
    cheinmueck100qt
    Alle Bürgereinwendungen zum Thema Barrieren wurden abgebügelt damit, dass der zuständige Träger öffentlicher Belange, die LAG (Landesarbeitsgem. Selbsthilfe in Stuttgart, ein Dachverband von Behindertenverbänden) ja nix einzuwenden hatte ...

    Deren Einwendung lautete "In den Planunterlagen stellt ... dar, dass die Planungen die Vorgaben des BGG berücksichtigen, d.h. dass die vorgesehene Kombi-Lösung ein durchgängiges Konzept für einen barrierefreien Zugang und entsprechende Nutzung ermöglichen soll (S. 20). Diese Absicht unterstützen wir ausdrücklich ... [Wunsch Zielvereinbarung oder Einbindung Ausführungsplanung]"
    Das war alles zur U-Strab.

    Was will man da machen ...
    Als ich das auf dem Tisch bekam am Tag vor der Erörterung, weil man verhindert war und einen Vertreter dafür suchte, war schon alles zu spät ...

    Die LAG vertraute alleine auf das Versprechen, alle Gesetze einzuhalten. Anderes war wohl mangels Kapazitäten auch nicht möglich damals ...

    Prima Freibrief ...
  • (38 Beiträge) | 15.11.2009 10:49
    Es kann überall "Besser gemacht!" werden
    Das trifft nicht nur auf dieses eine Projekt in KA zu. Das betrifft alle anderen Projekte in allen anderen Städten. Das Europabad hat Fehler in der Palnung. Das Fächerbad auch. Die Europahalle sowieso. Und das ECE und die Hauptpost-Meile auch. Und in Mannheim, Stuttgart, Ludwigshafen, Hamburg und erst recht Berlin laufen die Projekte auch aus dem Ruder.

    Da heißt es also, das kleiner Übel wählen. Oder tatsächlich ein Planung und Ausführung auf den Weg bringen, die allen Anforderungen genügt und alle Ansprüchen gerecht wird.

    Aber eher friert die Sahara zu.

    gruß
  • (1092 Beiträge) | 15.11.2009 10:32
    "Besser machen" statt "dagegen"
    Eine Frage, die ich mir seit einigen Tagen stelle, ist, warum es ein zwar ein großes "pro"- und ein großes "contra"-Lager (und noch ein "mir doch egal"-Lager) gibt, aber kein "besser machen"-Lager.

    Kippen viele Gegner das Kind mit dem Bade aus, wenn sie - aus ihrer Sicht - Schwachstellen in der Planung finden? Oder muss man verbergen, dass man eigentlich dafür ist, weil man ohne dagegen zu sein, keinen Druck auf die Verantwortlichen ausüben kann?
  • (21 Beiträge) | 15.11.2009 09:15
    nur tagsüber unterirdisch?
    Soll die U-Strab wirklich nur tagsüber unterirdisch fahren?
  • (1092 Beiträge) | 15.11.2009 10:27
    nein
    Die oberirdischen Schienen werden - offen gesagt zu meinem Bedauern - abgebaut. Selbst wenn es also unterirdisch zu einer Störung kommt, kann nicht oberirdisch ausgewichen werden.
  • (21 Beiträge) | 16.11.2009 20:18
    In jedem Gerücht....
    ... steckt oft ein Körnchen Wahrheit! Wir werden sehen.
  • (12 Beiträge) | 15.11.2009 08:49
    systematische Zerstörung der Stadt
    Stuttgart-Advokat Fenrich lässt nichts unversucht Karlsruhe unattraktiv zu gestalten. Kein Geilo-Stadiaon, kein Geilo-Factory-Outlet und vor allem ja keine Arbeitsplätze nach KA. Wieso wählt ihr den Mann?
  • (38 Beiträge) | 15.11.2009 08:47
    ... hier gehts weiter
    Und als Strassenbahnchauffeur spart man extrem viel Nerven, wenn einem tagsüber die ganzen Kiddies nicht vor die Bahn flitzen. Gestern abend war ein Stadtbahnführer bei Elstner zu Gast, der genau hierzu appellierte: Bleibt von den Gleisen!

    Deswegen: Die StraBa muss in der FuZo unterirdisch verlaufen. Dass das in der Bauzerit nicht ohne Behinderungen und Dreck abgehen wird, dürfte allen klar sein. Aber hinterher hat man das, was es in KA noch NIE gegeben hat:

    Eine echte Fußgängerzone.

    Und das sollte es allen wert sein.

    gruß aus der Pfalz
  • (104 Beiträge) | 15.11.2009 10:38
    @drkaos
    Du schriebst:
    "Und als Strassenbahnchauffeur spart man extrem viel Nerven, wenn einem tagsüber die ganzen Kiddies nicht vor die Bahn flitzen. Gestern abend war ein Stadtbahnführer bei Elstner zu Gast, der genau hierzu appellierte: Bleibt von den Gleisen!"

    Da ging es nicht um unsere Fuzo sondern um "richtige" Eisenbahnstrecken, wo schnell gefahren wird und er keine Chance hat noch rechtzeitig zu bremsen.
    Anlass des Gespräches war der Selbstmord eines bekannten Fußballers und ich empfinde es widerlich, wie Du dieses Gespräch nun in Deinem Sinne hier verdrehst. Unpassender gehts nicht mehr
  • (38 Beiträge) | 15.11.2009 10:45
    Nicht widerlich!
    Natürlich ist der Selbstmord R. Enkes kein Spass. Und dass es in dem Gespräch um Selbstmörder ging, die sich vor eine fahrende Bahn werfen ohne zu wissen, was sie dem Lokführer antun, ist auch klar. Aber der Appell richtet sich an alle und heißt: Nutzt Überquerungen, wo sie da sind. OK, das auf die Kaiserstasse zu übertragen war etwas überzogen, aber ich habe selber oft genug gesehen, wie knapp eine in Schleichfahrt fahrende Bahn vor irgendwelchen Fußgängern in dieser sogenannten FuZo zu Stehen gekommen ist.

    Es ist Zeit, dass die Bahn in den Untergrund geht.

    Und was das Ausweichen bezüglich Störungen angeht: Genau dafür wird die Strecke über die Kriegstrasse gebaut. Und es gibt ausserdem die Ausweichstrecken über Karlstrasse - Bahnhof - Rüppurrer Strasse.

    Have a Nice Weekend!
  • (38 Beiträge) | 15.11.2009 08:45
    Wacht doch endlich auf!
    Seit über 20 Jahren nicht mehr in KA wohnhaft, kann ich mich aber noch recht genau daran erinnern, wie gefährlich es meist war, innerhalb der FUSSGÄNGERZONE (!!!) die stark befahrene Eisenbahntrasse zu überqueren. Außer zwischen 2 Uhr und 5 Uhr früh, wenn kaum Bahnen unterwegs waren.
    "Oh schau, im Laden dort, die , wir gucken mal!" ist in KA nicht möglich. In anderen FuZos in Deutschland (Hannover z.B.) verläuft die Bahn unterirdisch, und da hat man diese Möglichkeit. Man kann flanieren, Geschäfte besuchen, in Straßencafes sitzen, ohne befürchten zu müssen, dass die nächste StraBa einen vom Stuhl weht. Als Fußgänger ist man nicht gezwungen, sich zwischen Werbesteller, Bäumen und fahrenden Bahnen hindurchzuschlängeln, und dabei zu riskieren, dass man von einem Radler umgefahren wird.

    geht gleich weiter...
  • (232 Beiträge) | 15.11.2009 13:59
    Erwachet!
    lome
    Werbesteller, Bäumen und Radler wirst du auch in Zukunft noch haben. Eher sogar noch mehr davon, dazu noch mehr Tische, Stühle von Cafés, Spielplätze, Buden.

    Geh mal nach Stuttgart, da kannst du sehen, wie sie sie schöne Fussgängerzone zugestellt haben.
  • (77 Beiträge) | 15.11.2009 00:39
    Pro Kombilösung
    Also, ich weiß net was es da noch zu diskutieren gibt. Das DING wird gebaut und fertig!!! Aber einige scheinen nichts wichtigeres zu tun haben, als rumzustänkern und alles negativ zu sehen. Dass es gebaut wird, da helfen auch 20.000 oder was weiß ich wie viele Unterschriften nichts. Da können sich die Gegner noch 100 Mal die Füße in den Bauch stehen, nützen wird es nichts. PRO U-Strab bzw. Kombilösung!!!!!!!!! Wenn ich am Dienstag Lust auf eine Spaßveranstaltung habe, komme ich mal vorbei!!!
  • (6 Beiträge) | 15.11.2009 00:38
    Nicht Vergessen!!!
    Boykott der Geschäfte!!!
    Diese Läden unterstützen eine Bewegung welche rückwärtsgewandt denkt, agiert und einen entscheidenden, positiven Schritt in die Zukunft Karlsruhes verhindern will.
    Deshalb:
    Boykott der "Geschäfte die plakativ gegen die U-Strab werben".!!!!!!
  • (342 Beiträge) | 15.11.2009 07:32
    tolles Demokratieverständnis!
    willst du nicht meiner Meinung sein, dann schlag ich dir den Schädel ein.

    Und das unbedingt aus den Reihen der Fenrich-Fans. Hurra! Hurra! Hurra!

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