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Karlsruhe Stolpersteine erinnern an Holocaustopfer in Karlsruhe

Gedanklich über Steine stolpern - das wollen die "Stolpersteine" bei den Karlsruhern auslösen. Sie sollen an den Holocaust und an Schicksale aus dem Zweiten Weltkrieg erinnern. Bereits 143 Steine hat der Förderverein Karlsruher Stadtgeschichte seit 2005 in der Innenstadt verlegt. Am Mittwoch brachte der Kölner Künstler Gunter Demnig noch einmal 41 gold glänzende Steine mit in die Fächerstadt.

Die Steine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus und prangen nun im "Dörfle" zwischen Kapellen-, Kriegs, Karl-Friedrich- und Kaiserstraße vor den ehemaligen Wohnhäusern von Verfolgten oder Getöteten.

Steine als Teil der Erinnerungskultur

In der "Reichskristallnacht" 1938 zerstörten SS-Leute beispielsweise den kleinen Trödelladen der Familie Przysucha in der Zähringerstraße. Die Eltern und ihre vier Kinder wurden in ein Ghetto nach Polen verschleppt. Dort verliert sich jede Spur. Vor ihrem letzten Wohnort weist nun ein Stolperstein auf die Schicksale hin. Er soll an Vergangenes erinnern, das nicht vergessen werden darf. "Da stolpert man gedanklich drüber", erklärt Manfred Koch vom Förderverein Stadtgeschichte. "Die Steine sind ein Teil der Erinnerungskultur", fügt Heinrich Schillinger vom Bürgerverein Altstadt hinzu.

Ein 80-jähriger Passant ist selbst "Steinpate". Er erinnert sich: "Das ist ein fürchterlicher Teil in der Geschichte. Vor allem junge Menschen müssen wissen, was damals passiert ist und wie schlimm es war. Wir nehmen den Frieden in Europa heute für selbstverständlich. Hätte mir in jungen Jahren jemand gesagt, man könne einmal einfach so nach Frankreich fahren - das hätte ich nicht geglaubt."

Vortrag "Juden im Dörfle" am 18. September

Über 1.000 Juden wurden zur Zeit des Nationalsozialismus aus Karlsruhe deportiert, außerdem fielen mehr als 400 Behinderte, Zeugen Jehovas, politisch Verfolgte sowie Sinti und Roma dem Regime zum Opfer. Allein im "Dörfle" wohnten damals 190 Juden, die alle in Ghettos, Arbeits- oder Vernichtungslager gebracht wurden.

Die Steine werden aus privaten Spenden finanziert und sind nun von Künstler Gunter Demnig anlässlich des Jubiläums "200 Jahre Eingliederung des Stadtteils Dörfle" eingesetzt worden. Bis November sollen weitere 25 Steine vom Tiefbauamt verlegt werden. Wer einen Stein finanzieren möchte, kann sich beim Bürgerverein Karlsruhe melden. Des weiteren laden der Bürgerverein Altstadt und der Förderverein Karlsruher Stadtgeschichte zum Vortrag "Juden im Dörfle" von Jürgen Schuhladen-Krämer am Dienstag, 18. September um 20 Uhr ins Jubez-Café ein. Der Eintritt ist frei.

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Kommentare (20)
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  • 0
    unbekannt
    (5089 Beiträge)

    14.09.2012 22:32
    Ich setze einen Stolperstein
    gegen das Vergessen, von betrügerischen Politikern regiert zu werden.
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  • 0
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    14.09.2012 22:36
    Wo...
    ...sollen denn die ganzen Stolpersteine untergebracht werden? Ist die Wiese vor dem Reichstag so groß? grinsen

    Und vor allem, sollen unsere Kinder davon wissen was für Luschen bei uns ins Amt gewählt wurden? zwinkern
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  • 0
    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    14.09.2012 23:19
    Ich weiss nicht
    wann du zum letzten Mal in Berlin warst, aber ich bin vor vier Wochen auf der Wiese gesessen. Und dachte, dass die früher viel grösser war. Vielleicht war ich aber auch kleiner. grinsen
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  • 0
    unbekannt
    (3304 Beiträge)

    14.09.2012 22:57
    .
    Sie sollten von den wählenden Luschen wissen.
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  • 0
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    14.09.2012 22:59
    Zum Glück...
    ...haben wir Wahlgeheimnis. Und, selbst wenn, die Fehler werden immer wiederholt.
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  • 0
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    14.09.2012 22:20
    Mal wieder...
    ...so eine zweideutige Aktion!
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  • 0
    unbekannt
    (3304 Beiträge)

    14.09.2012 18:41
    .
    Wann gibts Steine für die, die wegen des von Juden erfundenen biblischen Gottes sterben mussten?
    Wann gibts Steine für die Opfer Israels in Kanaan und Palästina?
    Wann gibts Steine für die Kriegsopfer des 2. Weltkriegs?
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  •   Menschenverstand
    (590 Beiträge)

    15.09.2012 12:04
    Vor allem...
    ... für die Opfer Israels in der heutigen Zeit in Palästina, Gaza, etc...
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  • 0
    unbekannt
    (57 Beiträge)

    14.09.2012 22:04
    Schluß mit diesem "mea culpa" Gehabe!
    Großonkel in Russland vermisst, Vater 3 Jahre in französischer Kriegsgefangenschaft, wo kann ich für die einen "Stolperstein" setzen? Schade, daß niemand mehr nach diesen damals jungen deutschen Soldaten fragt, die unfreiwillig Opfer dieses Krieges wurden?
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  • 0
    unbekannt
    (3304 Beiträge)

    14.09.2012 22:33
    .
    Tja, Empörungskultur und Opferkultur sind eine jüdische Macke, und nicht erst seit 1933. Hat bestimmt was mit deren insgeheim schlechten Gewissen wegen des erfundenen Gottes und der erfundenen Geschichte zu tun (alles was in der Bibel für die Zeit vor circa 850 vChr geschildert wird, hat nie stattgefunden, insbesondere nicht der das Judentum im Kern definierende Aufenthalt und Auszug aus Ägypten und das seltsame Treffen mit Gott am Sinai).
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