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23.03.2016 15:39
 
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Stimmen aus dem Gemeinderat: So stehen die Karlsruher Stadträte zur Europahalle [8]

Blick auf die Europahalle (Archiv/Symbolbild)
Bild:(ka-Reporter Peter Eich)

Karlsruhe (Melanie Nees) - Wie geht es mit der Europahalle weiter? Bei der Sitzung des Karlsruher Gemeinderats am Dienstag tendierten die Stadträte zu einer Teilsanierung für 9,1 Millionen. Sie waren sich einig, dass die Halle für Schul- und Vereinssport gebraucht wird - mehr sei kaum machbar. Die Meinungen der Gemeinderatsfraktionen im Überblick.
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Am Dienstag standen im Gemeinderat Zukunftsperspektiven für die Karlsruher Europahalle zur Debatte. Das sagen die Stadträte:

Detlef Hofmann (CDU):

  • Wir sehen die Europahalle schwerpunktmäßig als Sporthalle. 
  • Seit zwei Jahren ist wenig bis nichts geschehen - außer Überlegungen.
  • Eine Komplettsanierung für 27 Millionen Euro kommt nicht in Frage. Eineinhalb Jahre Bauzeit, in der die Halle nicht nutzbar wäre - das wäre den Bürgern überhaupt nicht vermittelbar. 
  • Die Teilsanierung für 9,1 Millionen soll erst einmal ein mittelfristiges Konzept sein und ist als Übergangslösung zu sehen.

Michael Zeh (SPD):

  • An Veranstaltungen in der Europahalle hängen viele Erinnerungen.
  • Schulen beschweren sich über ausfallende Stunden. Es ist eine Pflichtaufgabe der Kommune, Hallen für Schulsport, nicht aber für Events zur Verfügung zu stellen. 
  • Das Geld sollte langsam und mit Bedacht investiert werden. 
  • Alternative Hallen für Sport wären für 15 Millionen machbar.
  • Die Nachfrage in Karlsruhe ist nicht so groß, dass sich, wie bei der SAP-Arena in Mannheim, eine Halle für einen privaten Investor lohnt. 
  • Großveranstaltungen sehen wir skeptisch. Für uns ist Breitensport wichtiger als Sportevents. 

Ute Leidig (Grüne):

  • Ich bin fest davon ausgegangen, das wird repariert, dann kann es weitergehen - aber es wird nicht weitergehen. 
  • Für Schulen und Vereine ist die Europahalle momentan unentbehrlich. Es mangelt nicht nur an großen Sporthallen, sondern überhaupt an Sporthallen. 
  • Unser Ziel ist es nicht, diese Halle für 30 Jahre als Sport- und Vereinshalle festzulegen und dafür jährliche eine irrsinnige Summe zu zahlen. Wir sollten schnell einen Zustand herstellen, der Schul- und Vereinssport in den nächsten zehn Jahren möglich macht, uns aber nicht zu lange auf diese Halle festlegen. Wir würden das Geld lieber in eine neue Halle investiert sehen.
  • Die Europahalle ist ein zum großen Teil totes Gebäude, weil da so viel Fläche ist, die wir einfach nicht mehr nutzen können.
  • Es sieht nicht wirklich gut aus mit Hallen für Großveranstaltungen in Karlsruhe. Aber die Sanierung der Stadthalle wird kommen und wir haben die Schwarzwald- und Gartenhalle. Die dm-arena ist zu schlecht ausgestattet und angebunden. Großveranstaltungen dort sind zu teuer. Wir müssen nicht über eine Interims-, sondern über eine Endlösung nachdenken. Die Europahalle ist keine. 

Eberhard Fischer (Kult):

  • Wir können mit der 9-Millionen-Investition peu à peu anfangen. Eine Komplettsanierung für 27 Millionen macht keinen Sinn. 
  • Die gesamte Situation in Karlsruhe für Veranstaltungen mit über 2.000 Zuschauern ist desolat. Die wird es so momentan hier nicht geben können. Die dm-arena ist nur in Ausnahmefällen und zu relativ hohen Kosten nutzbar. 
  • Die Europahalle hat auch ohne Events enorme Betriebskosten. Das muss ein Antrieb sein, etwas zu unternehmen.
  • Wichtige Fakten sind noch unklar: Wird eine Halle für Großveranstaltungen überhaupt gebraucht? Das sollten wir uns angesichts der Finanzen wirklich fragen. Die SAP-Arena in Mannheim und die Hans-Martin-Schleyerhalle in Stuttgart sind nahe genug. Und wir brauchen keine Erstliga-Ballsporthalle. Wir sind nicht die Sportstadt, die wir gerne wären, die Erstligamannschaften am Laufenden Band liefert. 

Thomas H. Hock (FDP): 

  • Wir sollten Karlsruhe nicht so kleinreden. Wir wollen nicht, dass das Indoormeeting beerdigt wird. Das ist ein Event, das überregional, national, weltweit Aufmerksamkeit erzeugt. Es bringt ganz klar Renommee für unsere Stadt. Ich fordere dazu auf, darüber nochmal gründlich nachzudenken.
  • Die Nachricht über den Zustand der Europahalle kam nicht aus heiterem Himmel, wie viele behaupten. Die frühere Erste Bürgermeisterin Margret Mergen hat es mehrfach angekündigt, dass die Europahalle ein Klotz am Bein sein wird. 
  • Es hat so lange dauert, bis wir etwas tun, weil nicht ausreichend Brandschutzgutachter zur Verfügung stehen. Wir mussten auf diese Leute warten. 
  • Die Europahalle war von Anfang an als Halle für Vereine und Schulen geplant. Wir wollen einen Zustand, in dem die Halle wieder für sie nutzbar ist. 
  • Wir sehen ein, dass Veranstaltungen mit mehreren Tausend Besuchern finanziell nicht machbar sind.
  • Wenn wir sagen, wir machen das mit der Europahalle nicht mehr, brauchen wir mehrere neue Hallen. Da müssen wir wirklich nochmal darüber reden. 

Paul Schmidt (AfD):

  • Ich bin froh, dass uns die Europahalle erhalten bleibt. Wir haben momentan und in greifbarer Zukunft nichts anderes für das Training von Vereinen und Schulen. 9,1 Millionen sind da gut investiert.
  • Großveranstaltungen sind nicht nötig.

Friedemann Kalmbach (GfK):

  • Die Fläche, die ungenutzt bleibt, wenn die Halle nur noch für Vereins- und Schulsport genutzt wird, kann vielleicht anderweitig vermietet werden. 
  • 27 Millionen sind vollkommen unmöglich. Großevents in der Europahalle müssen wir wohl sterben lassen. 
  • Ich wünsche mir, dass die Europahalle als ein Wahrzeichen der Stadt erhalten bleibt.
  • Wir müssen klären, was wir brauchen und was wir von Karlsruhe nach außen tragen wollen. Die Schlossfestspiele wären eine Alternative.

Jürgen Wenzel (Freie Wähler):

  • Mehr als Schul- und Vereinssport halte ich nicht für realisierbar. Ein Weg der kleinen Schritte ist hier der richtige. 
  • Wir sollten die Vision einer Großveranstaltungshalle für Karlsruhe offen halten. 

Oberbürgermeister Frank Mentrup:

  • Ich weise die Vorwürfe, wir hätten in den letzten Jahren nichts getan, zurück. Wir mussten auf das Gutachten warten und dieses analysieren.
  • Das sind Lücken im Sport- und Kulturbereich, die sich da auftun. 
  • Wir sind weit entfernt von Dimensionen der Veranstaltungen in der Mannheimer SAP-Arena. 

Alle Infos zur Diskussion um die Europahalle können Sie hier nachlesen.


 

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Kommentare [8]
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  • (423 Beiträge) | 27.03.2016 10:56
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    Abriss
    Wenn die Halle wegkommt oder versetzt neu gebaut wird ist auch Platz für die Tramverbindung Welfenstraße-Europahalle-Pulverhausstraße.
  • (1402 Beiträge) | 23.03.2016 20:23
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    Nicht kleckern - klotzen!
    Wenn das Angebot an Fläche und Kapazität da ist, wird es auch genutzt!

    Wir können den Mannheimern und anderen was abnehmen.

    Hasenzüchtervereinsdenken bringt nichts!
  • (2100 Beiträge) | 23.03.2016 19:03
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    Klar gibt es in KA kine Veranstaltung wie in Monnem.
    ES GIBT JA AUCH KEINE HALLE !
    der Markt ist da und wenn man sich die SAP Arena anschaut dann auch viele Arbeitsplätze.
    Aber denken ist bei einigen immer noch Glückssache besonders bei den Affen Für Deutschland
  • (684 Beiträge) | 23.03.2016 16:30
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    "Wir sind nicht die Sportstadt, die wir gerne wären, die Erstligamannschaften am Laufenden Band...
    Oho, kommt doch noch bei dem einen oder anderen die Selbsterkenntnis zum Tragen. Ausgerechnet von Dr. Fischer (Beirat SSC Karlsruhe)
  • (684 Beiträge) | 23.03.2016 16:25
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    Schon interessant,...
    ... dass die meisten Stadträte sogar auf das Hallen-Indoor-Meeting verzichten würden, weil es wohl ca. 800.000 € pro Veranstaltung die Stadt kosten würde. Und dabei hat man ja extra noch die Leichtathletik-Bahn gekauft. zwinkern Ziemlich dumm im Nachhinein. Hoffentlich kann man sie auch wieder verkaufen und bleibt kein Ladenhüter. Insgesamt ein Armutszeugnis für KA, dass man die einzige internationale Veranstaltung eventuell aufgeben will. Und das obwohl ja KA überall Weltklasse sein will. So trichtern das die viele Stadtpolitiker und Stadtverwaltung seit Jahres es ein. Von Anfang an, kein stimmiges Messe und Hallenkonzet. Strategisches Managementversagen. Und der liebe Herr Wacker hat ein Spielzeug für seine Event-GmbH verloren.
  • (7199 Beiträge) | 24.03.2016 15:35
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    Naja
    Was nutzt der Stadt eine Veranstaltung die viel kostet und ausser evtl. etwas Ansehen nichts einbringt?
    Es wird doch auch ansonsten immer gemeckert,dass die Stadt zu viel Geld für unnütze Dinge ausgibt.
    Jetzt will die etwas einsparen und schon ist es wieder nicht recht.
  • (1 Beiträge) | 25.03.2016 20:56
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    pro IHM
    die neue Leichtathletikbahn nicht zu nutzen wäre die größte Geldverschwendung. Das IHM hat ein hohes Ansehen, es ist sogar als einzige deutsche Veranstaltung teil einer IAAF Weltserie. Im Jahr 2021 soll, wenn alles klappt, die Leichtathletik Hallen EM in Karlsruhe ausgetragen werden. Wie kann man in diesem Gemeinderat dann ernsthaft darüber nachdenken die Veranstaltung zu streichen.
  • (2150 Beiträge) | 23.03.2016 16:17
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    Das böse Wort
    Endlösung ist gefallen. Hätte das ein AfD Politiker verwendet - was hier wohl los wäre?!
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