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25.01.2016 07:00
 
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Spielhallen in Karlsruhe: Neue Regeln sollen Suchtgefahr eindämmen [3]

(Symbolbild)
Bild:(Archiv)

Karlsruhe (Lydia Bilharz) - Wie aus einer Pressemitteilung der Stadt Karlsruhe vom Dienstag hervorgeht, sollen im kommenden Jahr alle Spielhallenkonzessionen erlöschen und neue glückspielrechtliche Erlaubnisse vorzuweisen sein. Dann soll das Landesglückspielgesetz, das seit 2012 gilt, für alle Spielhallen in Karlsruhe gelten: Tageslicht, Einlasskontrollen, Einsehbarkeit - "Nicht genug", meint Sybille Katz von dem Baden-Württembergischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation GmbH (BWLV).
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"Jahrelang sprossen sie landauf, landab aus dem Boden, auch in Karlsruhe", so die Stadt. Inzwischen gehe die Zahl der Spielhallen aber zurück. Seit 2013 blieb es unverändert bei 68 an 52 Standorten.

Der Staat schnürte den gesetzlichen Rahmen enger, wodurch sich die Unterhaltungsautomatenbranche mit neuen Vorgaben konfrontiert sieht: Einlasskontrollen, das Hereinlassen von Tageslicht in die Spielräume sowie die Einsehbarkeit von außen. "Insbesondere mit Blick auf die Suchtgefahren soll die Zahl der Spielhallen begrenzt werden", heißt es von Ordnungsamtsleiter Björn Weiße.

Alte Konzessionen für Spielhallen laufen 2017 aus

Warum laufen die Konzessionen für Spielhallen erst im nächsten Jahr aus, wenn der Glücksspieländerungsstaatsvertrag seit 2012 gilt? Diese Regelung ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben, so die Stadt Karlsruhe auf Nachfrage. Diejenigen Spielhallen, die zum Stichtag 18. November 2011 eine Konzession hatten, deren Erlaubnis erlischt zum kommenden Jahr, so erläutert stellvertretender Ordnungsamtsleiter Günter Cranz auf Nachfrage.

Ab 1. Juli 2017 sollen neue Konzessionen vergeben werden. Dabei hinkt die Fächerstadt in der Prävention von Spielsucht bei Jugendlichen nach. Zum Stichtag hatten die meisten Spielhallen in Karlsruhe bereits eine Erlaubnis, deswegen blieben sie vom Landesglücksspielgesetz bisher unberührt. Nun sollen die "Schmuddelecken" aufgelöst werden. Die Betroffenen wurden vom Amt angeschrieben und haben nun bis Ende Februar Zeit, einen neuen Antrag zu stellen, erläutert Cranz weiter. Wer diese Frist nicht einhält, hat seinen eventuellen Anspruch schon damit verwirkt. Dies alles geschehe so frühzeitig, weil auch gegebenenfalls gerichtliche Entscheidungen zu erwarten sind, so der stellvertretende Ordnungsamtsleiter.

"Spielersperre nicht konsequent umgesetzt"

Die zwei Hauptproblemzonen in Karlsruhe, wo Spielhalle an Spielhalle liegt, sind die Karlsruher Innenstadt mit der Kaiserstraße und Nebenstraßen, sowie zuletzt zunehmend auch das Durlacher Zentrum, weiß Cranz. Mit dem neuen Kriterium, das einen Mindestabstand zwischen Spielhallen von 500 Meter Luftlinie vorgibt, wird diese Verdichtung aber bald Geschichte sein, so erhofft es sich die Stadt.

Sybille Katz, von der Fachstelle für Sucht in Karlsruhe, geht das aber nicht weit genug. Das Landesglücksspielgesetz habe sinnvolle Vorgaben, allerdings mangelt es einigen Punkten an konkreten Umsetzungskonzepten. Stichpunkt "Spielersperre": "Die Sperre von exzessiven Spielern funktioniert nur auf dem Papier", so Katz, "anders als bei den Spielcasinos, die über eine digitale Sperrdatei für ganz Baden-Württemberg verfügen, können die Spieler solcher Hallen bei einer Sperre einfach in die nächste Spielhalle gehen."

"Tageslicht in Spielhallen soll Zeitgefühl vermitteln"

Auf die Frage ob die Einsehbarkeit von Spielhallen Jugendliche nicht gerade zum Spielen verführt, äußert Katz ein entschiedenes "nein". Es gehe ja um Sichtbarkeit, "zudem soll das Tageslicht den Spielern einen Rhythmus vermitteln, von dem sie beim künstlichen Licht nichts mitbekommen, da sie beim Spielen möglicherweise das Zeitgefühl verlieren", so Katz.

Die BWLV, die auch das Spielhallen-Personal schult, begrüße die Anforderungen an die Spielhallen, die seit 2012 gelten, wünscht sich aber mehr Entschiedenheit bei der Umsetzung. Mit den nun auslaufenden Konzessionen ist erst einmal eine Einheitlichkeit in ganz Baden-Württemberg gesetzt. Wenn dann die neue Regelung von der Trennzone von 500 Metern zwischen den Spielhallen eintritt, erfahre auch das Umfeld eine Aufwertung, resümiert der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Cranz. Dann wird die hohe Menge von 68 Spielhallen in Karlsruhe bestimmt Geschichte sein.

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Kommentare [3]
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  • (85 Beiträge) | 25.01.2016 15:44
    Bewerten: lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    Spielhallen
    Das is dringend notwendig...Alle Spielhallen gehören geschlossen!
    Ein Bekannter von mi verspielt da monatlich hinderte von Euro..
    Dafür sollte es keine Erlaubnis geben..
    und kommet nun nicht mit freiem Bürger!
    Die Menschen sind krank und bedürfen des Schutzes!
  • unbekannt
    (216 Beiträge) | 25.01.2016 14:56
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    Man will ja Süchtige
    Anderst kann ich mir diese "Brutstätte der Hölle" gar nicht vorstellen. Die Stadt vergibt doch die Lizensen. Wie sieht es hier auch für Unterstützung der Opfer dieses Blödsinns ? Werden dafür wieder die Steuerzahler gezwungen ? Oder zahlen auch die Automatenhersteller wie Bally Wulff ?

    Heuchelei auf höchster Ebene!
  • (1544 Beiträge) | 25.01.2016 13:46
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    Drogendealer
    Der Staat ist doch der größte Drogendealer Die Vorgaben des Staates werden die Einnahmen nie verringern. Da passen sie schon auf.
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