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Karlsruhe Sicherheitsstufe Rot für KSC-Spiel: Polizei verschärft Kontrollen

Für die am Sonntag um 13.30 Uhr anstehende Fußballbegegnung des Karlsruher SC gegen Eintracht Frankfurt setzt die Polizei auf Kommunikation mit den Fans. Denn: In früheren Begegnungen beider Teams habe sich die besondere Spannung und Brisanz nicht immer nur auf das Spiel konzentriert. Mehrfach galt es in der Vergangenheit, drohende Eskalationen verfeindeter Fangruppen unter dem Einsatz starker Sicherheitskräfte zu verhindern. Aus diesem Grund hat sich Polizeieinsatzleiter Fritz Rüffel mit offenen Briefen an die Anhänger auf beiden Seiten gewandt.

Ein bei der Begegnung erhöhtes Gefahrenpotential sieht Polizeieinsatzleiter Fritz Rüffel neben früheren Eskalationen auch in der Tatsache, dass der KSC um den Klassenerhalt bangen muss und der bereits feststehende Aufsteiger Eintracht Frankfurt noch um den Meistertitel kämpft.

Strikte Fantrennung beim Hochrisikospiel

Deshalb hat er sich mit offenen Briefen an die Anhänger auf beiden Seiten gewandt und neben Verhaltenstipps auch Empfehlungen für die An- und Abreise gegeben. Diese Hinweise der Polizei werden auch auf den Internetseiten der Fußballvereine zu lesen sein. "Wir von der Karlsruher Polizei wünschen uns bei aller Leidenschaft und bei allen Emotionen ein friedliches Aufeinandertreffen der beiden Traditionsmannschaften aus Frankfurt und Karlsruhe. Wir appellieren an Ihre Fairness, an Ihren Sportgeist und an Ihre Bereitschaft, gerade auch im Sinne vom KSC mit der nötigen Gelassenheit zu einer rein sportlichen Begegnung beizutragen", so die Botschaft von Einsatzleiter Rüffel an die Fans.

Zur Vermeidung gewalttätiger Aktionen ist die strikte Fantrennung bei dieser als Hochrisikospiel eingestuften Begegnung ein absolutes Muss für die Karlsruher Polizei. Randalierern wie auch Straftätern werde man kein Forum bieten und diesen entschieden entgegentreten. Dies betrifft gleichermaßen das Tragen von Vermummungen wie auch das Abbrennen von Pyrotechnik. Zur Bewältigung der Lage werden mehrere Hundertschaften der Polizei aus dem ganzen Land, darunter auch mehrere Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten der Bereitschaftspolizei sowie Polizeireiter und -hundeführer zum Einsatz kommen.

Nach dem Spiel: Adenauerring voll gesperrt

Um Gewalt und Randale erst gar nicht aufkommen zu lassen, werden wieder Anti-Konflikt-Teams zum Einsatz kommen, die mit beschrifteten gelben Warnwesten auch als solche erkennbar sein werden. Die genaue Zahl der Kräfte, mit der die Polizei für einen friedlichen Verlauf sorgen will, steht derzeit noch nicht fest. Sie liegt aber deutlich über 800 Beamten und stellt damit den höchsten Personaleinsatz in Baden-Württemberg bei Fußballspielen in den letzten Jahren dar. Nach dem Spielende wird es voraussichtlich eine zeitweilige Vollsperrung des Adenauerrings in Richtung Durlacher Tor für den gesamten Fußgänger- und Fahrzeugverkehr geben. Die Sperrung mittels Gitter würde dann ab dem "Eingang Mitte" (hinter der Gegentribüne) erfolgen. Die Polizei empfiehlt deshalb allen Fans des KSC, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Wildpark gekommen sind, sich nach Spielende über den Schlossgarten zu den Straßenbahnhaltestellen "Marktplatz" beziehungsweise "Kronenplatz" zu begeben oder das Stadion über den Ausgang "Fasanengarten" zu verlassen.

Darüber hinaus bleibt für alle abwandernden KSC-Fans auch der Adenauerring in Richtung Mühlburger Tor geöffnet. Für Bahnreisende der Frankfurter Eintracht wird am Sonntag ein direkter Bustransfer vom Hauptbahnhof zum Wildparkstadion zur Verfügung stehen. Hierzu warten Busse an der Bahnhofssüdseite. Dort befinden sich für die ankommenden Fans auch Toiletten. Für die Gästefans steht nach dem Spiel wieder ein Bustransfer vom Stadion auf direktem Weg zum Hauptbahnhof zur Verfügung. In diesem Zusammenhang wird auf das von der Stadt Karlsruhe erlassene Verbot von Glas und Glasflaschen in Verbindung mit einem Alkoholverbot im gesamten Stadion und dem Stadionumfeld, im Bereich des Hauptbahnhofes sowie in Bussen und Bahnen der KVV hingewiesen. Zur Entsorgung mitgeführter Glasflaschen werden am Hauptbahnhof Glas- und Abfallcontainer bereitgestellt.

Wegen der erhöhten Sicherheitsstufe sind die Ordnungskräfte gehalten, sorgfältige Eingangskontrollen durchzuführen. Für die Durchführung der Sicherheitsmaßnahmen und damit verbundener Wartezeiten bittet die Polizei alle echten Fußballfreunde schon jetzt um Verständnis.

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Kommentare (156)
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  •   landei
    (6123 Beiträge)

    05.05.2012 11:00 Uhr
    Guerilla, aber nur
    wenn sie irgendwo auf der Ostalb wohnen und nächstes Jahhr das Spiel in Heidenheim anschien wollen grinsen.
    Du weisst welche Idioten ich meine. Es war nur zu pasuchal ausgedrückt, sorry. Na ja vielleicht spiel sie ja bald mal bei Borussia Fulda (wollen die nicht mal hoch in die RL ???) grinsen
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  •   landei
    (6123 Beiträge)

    04.05.2012 16:58 Uhr
    schlimm an der ganzen Sache ist
    dass wenns knallt keiner der Entscheider vorne steht oder noch was von seiner Entscheidung wissen will. Dann war alles anders geplant und die Polizei war schuld. Love Parade lässt grüßen. Der dumme Deutsche lernt halt nix dazu.
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  • unbekannt
    (4 Beiträge)

    04.05.2012 17:20 Uhr
    Dazulernen
    Vielleicht läuft so etwas künftig ab wie St. Pauli - Rostock. Nämlich daß überhaupt keine Gästefans Zutritt haben dürfen.

    Aber wollen wir das ernsthaft?
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  •   landei
    (6123 Beiträge)

    04.05.2012 18:44 Uhr
    ja
    bei allen spielen von Risikoclubsa. also auch keine KSC Fans auswärts.
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  •   Faecherstadt_Guerilla
    (4092 Beiträge)

    04.05.2012 19:08 Uhr
    Jetzt mach mal langsam, Landei, ...
    es soll auch KSC-Fans geben, die es zu Karlsruher Auswärtsspielen näher haben als zu den Heimspielen. Gerade bei den heutigen Spritpreisen sollte dieser Vorbehalt net außer Acht gelassen werden. In unserer pluralistischen Gesellschaft sollte die Reisefreizügigkeit zu Auswärtsspielen wie ein teures, freiheitliches Gut bewahrt bleiben.
    Ein Rechtsstaat (Hallo Frau T., das hat mit Rechtsradikalismus nichts zu tun, von einem Linksstaat habe ich noch nichts gehört) wie die Bundesrepublik Deutschland muß mit dieser Freizügigikeit leben können. zwinkern
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  • unbekannt
    (4 Beiträge)

    04.05.2012 12:43 Uhr
    Karten
    Ich verstehe die Wut Einiger über das erhöhte Gästekontingent nicht. Obwohl DK-Besitzer und Mitglieder Vorkaufsrecht hatten und Tickets nicht online sondern nur in der Geschäftsstelle an Leute mit Wohnsitz außerhalb Hessens verkauft werden ist erst am heutigen Freitagmittag - also ca. 50 Stunden vor Anpfiff - die letzte Karte verkauft worden.

    Anscheinend ist das Interesse der KSC Fans nicht besonders groß, denn von den 26.500 Karten dürften insgesamt ca 9.000 - 10.000 nach Frankfurt gegangen sein. Hätte der KSC gar keine Beschränkungen vorgenommen wären es sogar 15.000 gewesen.

    Durch die offizielle Erhöhung des Gästekontingentes können somit zumindest der Großteil der Gästefans und damit auch der potentiellen Störer darunter besser unter Kontrolle gehalten werden. Es gibt dann in diesen Blöcken keine Durchmischung und der überwiegende Teil der Gäste kann dann auch bei Bedarf länger im stadion gehalten werden bis sich die Lage drumherum entspannt hat.
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  •   honktonk
    (3196 Beiträge)

    04.05.2012 13:29 Uhr
    lol
    Dann lies mal:

    Doch über diverse Kanäle – sei es über Freunde aus dem Großraum Karlsruhe oder Versteigerungen im Internet – hat sich die "Adler Army" kräftig eingedeckt. Gemischte Bereiche im Wildparkstadion wird es also geben.

    Herrlich ahnungslos ist zwar der Absatz mit der gediegenen Kundschaft auf der Haupttribüne und dass es deshalb keine Konflikte dort geben wird (sic!), aber grundsätzlich ist bereits seit langem und nun auch in immer mehreren Medien vorab klar, dass das Märchen einer strikten Fantrennung kompletter Blödsinn ist.

    Und warum man ein Konfliktpotential verringert, indem man MEHR Gästefans ins Stadion holt, muss man auch nicht verstehen, aber glaubt nur ruhig, dass die Experten vom KSC genau wissen, was sie tun.

    "Mir henn alles versucht, aber gege ein paar sogenannte Fans simma halt machtlos."
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  • unbekannt
    (4 Beiträge)

    04.05.2012 16:50 Uhr
    Naja
    Hätte man sich im Umkreis von Karlsruhe um die frei erhältlichen Tickets gerissen wäre diese Situation gar nicht entstanden. Schließlich hätten Mitglieder und DK-Besitzer für Ihre Freunde richtig zulangen können. Haben sie aber nicht und wie Du sicher schon beim Heimspiel gegen Paderborn gesehen hast ist die Nachfrage nach Tickets aus den verschiedensten Gründen mau. Und das obwohl der KSC seine Zuschauer braucht. Also haben sich meinem Dafürhalten nach die Verantwortlichen dazu entschlossen, den Kartentourismus nach Frankfurt etwas mehr zu kanalisieren und die Nachfrage dort eben gleich direkt zu befriedigen. Denn weggenommen wurden diese Tickets ja mangels anderer Nachfrage wohl niemandem.

    Aber ich stimme Dir insoweit zu daß trotzdem jede Menge Frankfurter Karten für alle möglichen Stadionbereiche besitzen und das könnte "spaßig" werden. Es ist schon erstaunlich wie findig man sein kann um trotz Restriktionen und erhöhtem Kontingent so viele Tickets nach Frankfurt zu verschaffen
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  •   Bennobaumstark
    (171 Beiträge)

    04.05.2012 11:08 Uhr
    Polizeieinsatz und Randale - wer bezahlt die Kosten ?
    Wer zahlt die Einsätze von Polizei, Feuerwehr u. Rettungsdienste ? Umleitungen und Logistik des öffentlichen Nahverkehrs und der Straßen ?
    Die Kosten welche die Bierdosenfraktionen von KSC u. Eintracht aufgrund Ihrer Randale verursachen gar nicht eingerechnet. Als Steuerzahler muss ich wohl wie die schweigende Masse das ganze bezahlen.
    Ab in die 3.Liga, denn fanatische Fans gehen nicht so gerne in Amateurstadien.
    Übrigens: Unser Leben wird sich aufgrund eines Verbleibs oder Abstieges nicht ändern - nur das Gehalt der sogenannten Wildparkhelden.
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  • unbekannt
    (174 Beiträge)

    04.05.2012 12:49 Uhr
    Und wer bezahlt
    die 19 Millionen Euro Subventionen pro Jahr für das Staatstheater,
    damit so Warmduscher wie du sich einen schönen Abend machen können ?
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