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Pfinztal Schwertransport bringt riesige Kunststoffpresse zum ICT

Zweieinhalb Stunden benötigte das Fahrzeug für die 37 Kilometer lange Strecke von Eppingen bis Berghausen. Begleitet wird es von einem Tross von Fahrzeugen und Polizeimotorrädern. Als der Tieflader, dessen Ladepritsche über 15 Achsen und 132 lenkbare Räder verfügt, am Sonntag um 7 Uhr in der Weiherstraße in Berghausen ankommt, warten schon viele Neugierige.

Der Schwertransport bringt eine Kunststoffpresse der Eppinger Herstellerfirma Dieffenbacher zum Fraunhofer Institut Chemische Technologie (ICT). Die Presse verfügt nach Angaben des ICT über 3.600 Tonnen Schließkraft. In dem zukünftigen Kunststoffzentrum auf dem Hummelberg sollen große und sehr leichte Bauteile aus Kunststoffen für die Automobil- und Maschinenbauindustrie entwickelt werden.

Neun Monate Vorbereitungszeit

Der Transport wiegt insgesamt 235 Tonnen. "Heute sind 15 unserer Mitarbeiter im Einsatz", sagt Jochen Paule, Geschäftsführer des Transportunternehmens, "für die Vorbereitung haben wir neun Monate benötigt. Brücken mussten vermessen und Baustellen berücksichtigt werden. Wegen einer Baustelle mussten wir den ursprünglich geplanten Termin verschieben. " Um die steile Strecke zum ICT zurücklegen zu können, muss die Anlage auf einen sogenannten Selbstfahrer umgeladen werden.

Präzisionsarbeit mit Fernsteuerung

Der bereitstehende Kran lässt schwere Metallstempel vor dem Tieflader herab, mit denen die Arbeiter die Presse aufbocken. Langsam stößt der Tieflader zurück, bis die Maschine alleine aufgebockt auf der Straße steht. Der Selbstfahrer, der keine Fahrerkabine besitzt, rollt langsam heran. Ein Arbeiter, der hinter dem Fahrzeug hergeht, hat ein tragbares Steuerpult um den Hals gehängt. Mit diesem steuert er den Selbstfahrer. Millimetergenau navigiert er ihn unter die Presse.

Es ist 13 Uhr, als die Maschine, die mit Eisenketten auf dem Gefährt sicher verstaut wurde, ihre Fahrt über Sonnenberg- und Joseph-von-Fraunhofer-Straße zum Institutsgelände fortsetzen kann. Nach Angaben von Paule wiegt der Transport jetzt nur noch 178 Tonnen.

Stadtbahn hat Vorfahrt

Die Fahrt durch die engen Straßen ist Maßarbeit. Der Arbeiter, der den Selbstfahrer steuert, wird durch Kollegen unterstützt, die ihn durch Handzeichen oder mit Hilfe eines Funkgerätes über die Position des Fahrzeuges informieren. Mit Schrittgeschwindigkeit bewegt sich der von einer Schar Neugieriger und vieler Fotografen verfolgte Tross den Hummelberg hinauf. Kurz vor dem Bahnübergang stockt der Transport. Ein Mitarbeiter des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) telefoniert. Eine Stadtbahn muss erst passieren.

Bevor es weitergehen kann, muss die Stromzufuhr der Oberleitung gestoppt werden. Das Fahrzeug passiert den Bahnübergang. Weiter geht es steil bergan. Die Maschine streift einige Äste von Bäumen und knickt sie ab. Herbstlaub fällt herab. Um 14.15 Uhr hat die Presse ihren Bestimmungsort am Institutsgelände erreicht.

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