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Karlsruhe Schwarzarbeit aufgedeckt: Immer mehr Verstöße in Karlsruhe!

Ein 69-Jähriger hat mehr als vier Jahre lang teilweise schwarz für ein Karlsruher Taxiunternehmen gearbeitet. So drückte sich der Arbeitgeber um rund 46.000 Euro Sozialabgaben und Steuern. Die Strafe fiel jedoch milde aus. Fälle wie dieser sind keine Seltenheit in Karlsruhe und Umgebung, wie das Hauptzollamt gegenüber ka-news berichtet.

Für vier Jahre andauernden Betrug um 46.000 Euro hat das Karlsruher Taxiunternehmen, das einen Senior teilweise schwarz beschäftigte, lediglich eine Verwarnung vom Amtsgericht Karlsruhe bekommen. Der Grund: Der Unternehmer zeigte sich kooperativ, räumte die Tatvorwürfe vollständig ein und machte den entstandenen Schaden wieder gut. Das Gericht behielt sich allerdings die spätere Verurteilung zu einer Geldstrafe von 5.400 Euro vor.

Mindestlohn macht Schwarzarbeit verlockend

Dieser aktuelle Vorfall ist einer von vielen. Im Jahr 2015 wurden vom Hauptzollamt Karlsruhe wegen Verstößen gegen das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz knapp 1.400 Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie Pressesprecher Markus Otto gegenüber ka-news verrät. Das Amt ist für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe sowie Pforzheim und den Enzkreis zuständig. "Wir bewegen uns auf einem nahezu konstant hohen Niveau, ein leichter Aufwärtstrend ist zu erkennen", meint Otto.

Schwarzarbeit komme in allen Branchen vor, jedoch besonders im Baugewerbe, im Bereich der Gebäudereinigung und im Hotel- und Gaststättengewerbe. Nachdem zu Beginn des Jahres 2015 der flächendeckende Mindestlohn eingeführt wurde, hat das Karlsruher Hauptzollamt verstärkt Prüfungen in jenen Branchen vorgenommen, in denen die Löhne bekanntermaßen unterhalb von 8,50 Euro brutto pro Stunde lagen.

Schwarzarbeit sei hauptsächlich ein Versuch, Geld zu sparen. Wird ein Unternehmen erwischt, läuft es Gefahr, das Gegenteil zu erreichen:  Aus dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz ergeben sich laut Otto Geldbußen bis zu 300.000 Euro. In besonders schweren Fällen seien auch Gefängnisstrafen bis zu fünf Jahren möglich. 

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