Risikosport Skifahren - Lila Plüschbesatz gegen die Gefahr
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Eine alpine Beobachtung von Tanja Hamer - Es heißt, Kinder lernen wesentlich schneller Skifahren als Erwachsene, weil sie weniger Angst haben. Ihnen fehlt der Weitblick, um zu erkennen, was passieren kann bei diesem Sport, der gewiss nicht zu den ungefährlichsten zählt.
Es ist doch erstaunlich, wie erwachsene Menschen, die unter normalen Umständen außer mit den Füßen eher selten Bodenkontakt haben dürften, in Kauf nehmen, bäuchlings eine vereiste Piste hinunter zu segeln - die Füße durch die Ski ungesund nach außen verdreht.
Wer regelmäßig Ski fährt, bekommt zwangsläufig mit, wie gefährlich der beliebte Wintersport ist. Immer wieder halten Lifte an, weil ein Rettungshubschrauber landen muss, oder Sanitäter auf Ski, eine Schlitten-Trage zwischen sich, rauschen gen Tal. Wer zufällig Zeuge einer solchen Rettungsaktion wird, dem kann es schon einmal mulmig werden auf der überfüllten Piste. Ein noch stärkeres Unwohlsein erzeugen Blutflecken im weißen Schnee, erinnern sie uns doch an unsere Verletzlichkeit unter der dicken Skibekleidung.
"Ich fahr doch sicher", so die häufig gehörte Selbsteinschätzung erfahrener Skifahrer. Doch leider ist es wie bei vielen anderen Dingen auch, Schuld können durchaus die anderen sein. Außerdem kommt beim Wintersport das Wetter als zusätzlicher Risikofaktor hinzu. So kann plötzlich absenkender Nebel die Sicht auf wenige Meter reduzieren, die Bodenbeschaffenheit wird schon bei sich änderndem Licht oft schwer einschätzbar.
In den Skihütten kursieren Horrorgeschichten, wie die über den sportlichen Studenten, dem seit einem Skiunfall zwei Finger fehlen, der jedoch wohl aufgrund einer Gehirnerschütterung keinerlei Erinnerung an den Unfallhergang hat. Dagegen sind Kreuzbandriss und Co. schon kaum noch der Erwähnung wert - besitzen sie doch ähnlichen Sensationsgehalt wie ein Tennisarm unter Tennisspielern.
In den Medien bekannt werden natürlich nur die krassen Fälle, wie der des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus, der vor fast genau einem Jahr einen Zusammenstoß auf einer Skipiste hatte. Dabei war eine 41-jährige Slowakin ums Leben gekommen. Ein Gutachten hatte damals ergeben, dass wohl ein Fahrfehler von Althaus zu dem Unfall geführt hatte. Erst Anfang der Woche sind zwei junge Skifahrer in Österreich tödlich verunglückt, sie kamen von der Piste ab und stürzten in eine Schlucht.
In diesem Fall hätte wohl auch ein Helm nichts geholfen. Generell soll das Tragen von Skihelmen jedoch zumindest die Anzahl der Kopfverletzungen reduzieren - glaubt man beispielsweise der Statistik der Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit im Sport (ASiS). Was das angeht, ist den oft als leichtsinnig verschrieenen Ski- und Snowboardfahrern nichts vorzuwerfen: Anders als beispielsweise unter Fahrradfahrern ist hier der Helm in den letzten Jahren derart salonfähig geworden, dass man sich als Nicht-Helmträger schon richtig "out" fühlen muss.
Wobei sich dem Beobachter am Skilift die Frage aufdrängt, ob diese Vorbildlichkeit wirklich dem Sicherheitsbedürfnis der Skifahrer geschuldet ist. Denn die Modellvielfalt hat sich im Vergleich zum Vorjahr doch merklich gesteigert - ganz groß im Kommen sind Lady-Helme, mit plüschigem Besatz für die zarten Ohren, am besten in blass-lila oder rosa. Auch ist der Helm jetzt nicht mehr nur grau oder schwarz, sondern kommt in trendigem Violett, Pink oder Gelb daher - wahlweise auch mit schickem Tatoo-Print.
Doch ist das Skifahren dadurch wirklich sicherer geworden? Einfluss auf das Fahrverhalten scheint die neue Kopfbedeckung in der Regel nicht zu haben - jedenfalls keinen positiven. Denn die Rettungshubschrauber landen auch in diesem Jahr in unschöner Regelmäßigkeit zwischen Sesselliften, um Verletzte zur nächsten Klinik zu fliegen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt, dass in so manchem Skigebiet Unfallchirurgen mit ihren eigenen Kliniken sich ein goldenes Näschen verdienen.
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- (225 Beiträge) | 06.01.2010 20:17Wiewäre es, wenn sich Extremsportler selbst versichern würden? Ich finde es nämlich eine Sauerei, dass die sich wissentlich Gefahren aussetzen und im Falle eines Unfalles die Allgemeinheit die Krankenkosten tragen muss.
- (5404 Beiträge) | 06.01.2010 23:04Zumindestkönnen die Skifahrer schon mal nicht über die Raucher motzen.
Am besten lassen wie es ist. Bei besonders fahrlässigem Verhalten kann sich die KV ja sicher nachher einen Teil der Erstattung zurückholen. - (313 Beiträge) | 07.01.2010 00:33selbst versichernja, das wär ja mal was...
Wintersportler, Amateurfussballer über 30, Raucher, Trinker, Motorradfahrer... Dann am besten noch für alle einen unauffälligen Schrittzähler, wer zuwenig läuft wird ebenso abkassiert wie der ders übertreibt...
ist eben schwer dann mal ne grenze zu ziehen, denn wissentlich Gefahren aussetzen tun sich streng genommen ziemlich viele
- (225 Beiträge) | 07.01.2010 09:33Esist absolut ungerecht, wenn die Allgemeinheit für das Fehlverhalten von Sportlern zur Kasse gebeten wird. Wer Ski fährt, Rennrad fährt, Klettertouren macht... der begibt sich wissentlich in Gefahr und darum geht es. Es geht mir nicht um Raucher nur um Extremsportler und noch was: Golfsport ist gewiss kein Extremsport. Vielleicht für viele extrem langweilig oder extrem anstrengend aber eben nicht extrem gefährlich.
- (1474 Beiträge) | 07.01.2010 12:03Seit wannist Skifahren ein Extremsport?
Aussderdem sind diese Horrormeldungen wieder mal völig übertrieben.Aus einigen bedauerlichen Unfällen wird wieder geschlossen,als passsiere das ständig jedem Skifahrer.
Die meisten Unfälle passieren übrigens in der eigenen Wohnung.Also sollen gefälligst alle,die zu Hause verunfallen,das selbst bezahlen. - (5404 Beiträge) | 06.01.2010 23:04Über Golfer übrigens auch nicht





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