Regionalverbandsdirektor: "Wir machen den Weg frei"
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Karlsruhe - Der Bau des Edeka-Fleischwerk beschäftigt nun schon länger Gemeinderat und Karlsruher Bürger. Am Mittwoch brachte der Beschluss des Regionalverbands (RVMO) die Planung einen Schritt voran. Dazu und zu den Aufgaben des Regionalverbandes äußerte sich Verbandsdirektor Dr. Gerd Hager.
ka-news: Welche Kompetenzen hat der Regionalverband in Karlsruhe?
Gerd Hager: Der Regionalverband ist für den Regionalplan und seine Einhaltung zuständig. Der Regionalplan ist das "Grundgesetz" für das Bauen in der Region Karlsruhe. Auf dieser Grundlage macht der Regionalverband Vorgaben für Bauprojekte, je nachdem, ob der Plan für das entsprechende Gebiet verbindlich ist oder nur Abwägungsmaterial enthält. Prinzipiell gibt die Region die große Richtung vor, danach geht das Projekt an den Nachbarschaftsverband und für die verbindliche Planung an die Kommune. Diese dreistufige Planung durchlaufen alle großen Bauprojekte in der Region.
ka-news: Musste der Regionalverband für das Fleischwerk grünes Licht geben?
Gerd Hager: Ja, das musste er, denn die Auslegung des Regionalplans ist unsere Aufgabe. Wir haben nun den Weg frei gemacht. In diesem Fall waren wir allerdings von Anfang an bei der Standortsuche dabei und nach unserer Auffassung bot das Gebiet in Rheinstetten mit die besten Voraussetzungen. Dann musste nur noch geprüft werden, ob das Projekt mit dem Regionalplan übereinstimmt oder nicht, also ob es Verstöße gegen verbindliche Festlegungen gab. Hier lagen keine Zielverstöße vor, allerdings mussten einige Bedingungen erfüllt werden.
ka-news: Was bedeutet der gestern gefasste Beschluss konkret?
Gerd Hager: Konkret bedeutet der Beschluss, dass das Bebauungsplanverfahren weitergehen kann. Es sind zwei Schritte notwendig, erstens muss der Flächennutzungsplan geändert werden und zweitens ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Für ihn ist allein die Kommune, also hier die Stadt Rheinstetten, zuständig. Im Rathaus kann jetzt weiter gearbeitet werden.
ka-news: Wie sehen Sie die Chance, dass die gestern verabschiedeten Anregungen des RVMO bei der Erstellung des Bebauungsplans berücksichtigt werden?
Gerd Hager: Ich sehe gute Chancen, dass sie berücksichtigt werden. Was wir vorgeben sind bindende rechtliche Voraussetzungen, sozusagen der Rahmen, der dann von den Kommunen ausgefüllt wird. Wie sie ihn letztendlich füllen, bleibt ihnen überlassen. Die Konkretisierung der Vorgaben ist dann nicht mehr der Maßstab des Regionalverbands. In diesem Fall war es uns zum Beispiel wichtig, dass eine Eingrünung des Kutschenwegs vorgenommen wird. Die Kommune hat daraufhin vorgeschlagen, Bäume im Abstand von 50 Metern zu pflanzen, was uns nicht genügt. Ob nun aber ein Abstand von 15 oder 20 Metern gewählt wird, entscheiden wir nicht.
ka-news: Kommt es vor, dass der Regionalverband Bauvorhaben verhindert? Wie war es beispielsweise mit dem angedachten Standort für einen Stadionneubau an der Unteren Hub?
Gerd Hager: Bei der Unteren Hub besteht eine sogenannte Grünfestlegung, das heißt hier darf laut Regionalplan kein größeres Bauvorhaben verwirklicht werden. Es handelt sich um planerische Ziele, die immer berücksichtigt werden müssen, ganz gleich, was in Karlsruhe und Umgebung an regional bedeutsamen Vorhaben geplant wird. Der Regionalplan spielt bei der Standortsuche von Großprojekten stets eine Rolle und, je nachdem, können wir auch einmal kein grünes Licht geben.
ka-news: Wo steht das Projekt Edeka-Fleischwerk denn nach der gestrigen Sitzung?
Gerd Hager: Das Verfahren für den Bau ist auf jeden Fall ein gutes Stück voran gekommen. Die Planungen sind mittlerweile sehr detailliert. Allerdings muss auch noch der Nachbarschaftsverband sein Plazet geben.
ka-news: Herr Dr. Hager, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Interview: Tanja Hamer
Gerd Hager: Der Regionalverband ist für den Regionalplan und seine Einhaltung zuständig. Der Regionalplan ist das "Grundgesetz" für das Bauen in der Region Karlsruhe. Auf dieser Grundlage macht der Regionalverband Vorgaben für Bauprojekte, je nachdem, ob der Plan für das entsprechende Gebiet verbindlich ist oder nur Abwägungsmaterial enthält. Prinzipiell gibt die Region die große Richtung vor, danach geht das Projekt an den Nachbarschaftsverband und für die verbindliche Planung an die Kommune. Diese dreistufige Planung durchlaufen alle großen Bauprojekte in der Region.
ka-news: Musste der Regionalverband für das Fleischwerk grünes Licht geben?
Gerd Hager: Ja, das musste er, denn die Auslegung des Regionalplans ist unsere Aufgabe. Wir haben nun den Weg frei gemacht. In diesem Fall waren wir allerdings von Anfang an bei der Standortsuche dabei und nach unserer Auffassung bot das Gebiet in Rheinstetten mit die besten Voraussetzungen. Dann musste nur noch geprüft werden, ob das Projekt mit dem Regionalplan übereinstimmt oder nicht, also ob es Verstöße gegen verbindliche Festlegungen gab. Hier lagen keine Zielverstöße vor, allerdings mussten einige Bedingungen erfüllt werden.
ka-news: Was bedeutet der gestern gefasste Beschluss konkret?
Gerd Hager: Konkret bedeutet der Beschluss, dass das Bebauungsplanverfahren weitergehen kann. Es sind zwei Schritte notwendig, erstens muss der Flächennutzungsplan geändert werden und zweitens ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Für ihn ist allein die Kommune, also hier die Stadt Rheinstetten, zuständig. Im Rathaus kann jetzt weiter gearbeitet werden.
ka-news: Wie sehen Sie die Chance, dass die gestern verabschiedeten Anregungen des RVMO bei der Erstellung des Bebauungsplans berücksichtigt werden?
Gerd Hager: Ich sehe gute Chancen, dass sie berücksichtigt werden. Was wir vorgeben sind bindende rechtliche Voraussetzungen, sozusagen der Rahmen, der dann von den Kommunen ausgefüllt wird. Wie sie ihn letztendlich füllen, bleibt ihnen überlassen. Die Konkretisierung der Vorgaben ist dann nicht mehr der Maßstab des Regionalverbands. In diesem Fall war es uns zum Beispiel wichtig, dass eine Eingrünung des Kutschenwegs vorgenommen wird. Die Kommune hat daraufhin vorgeschlagen, Bäume im Abstand von 50 Metern zu pflanzen, was uns nicht genügt. Ob nun aber ein Abstand von 15 oder 20 Metern gewählt wird, entscheiden wir nicht.
ka-news: Kommt es vor, dass der Regionalverband Bauvorhaben verhindert? Wie war es beispielsweise mit dem angedachten Standort für einen Stadionneubau an der Unteren Hub?
Gerd Hager: Bei der Unteren Hub besteht eine sogenannte Grünfestlegung, das heißt hier darf laut Regionalplan kein größeres Bauvorhaben verwirklicht werden. Es handelt sich um planerische Ziele, die immer berücksichtigt werden müssen, ganz gleich, was in Karlsruhe und Umgebung an regional bedeutsamen Vorhaben geplant wird. Der Regionalplan spielt bei der Standortsuche von Großprojekten stets eine Rolle und, je nachdem, können wir auch einmal kein grünes Licht geben.
ka-news: Wo steht das Projekt Edeka-Fleischwerk denn nach der gestrigen Sitzung?
Gerd Hager: Das Verfahren für den Bau ist auf jeden Fall ein gutes Stück voran gekommen. Die Planungen sind mittlerweile sehr detailliert. Allerdings muss auch noch der Nachbarschaftsverband sein Plazet geben.
ka-news: Herr Dr. Hager, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Interview: Tanja Hamer
Mehr zu: Kurzinterview RVMO Fleischwerk
Kommentare [4]
Hinweis: Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung von ka-news wieder.
- (468 Beiträge) | 05.02.2009 17:09Edeka und kein EndeMan sieht, dass der Herr Hager nicht in der nähe des geplanten Objekts wohnt. Sonst würde er ganz anderster reagieren.
Das Fleischwerk darf nicht gebaut werden, die Natur darf für solche und andere Projekte nicht missbraucht werden.
Nur wer heute die Natur und Ihre Resaucen schütz hat später was davon. - (13748 Beiträge) | 06.02.2009 00:43Ichbin auch dafür die Saucen zu schützen. Schön glänzen müssen sie.
- (10 Beiträge) | 06.02.2009 07:56Politik vs. selbstgemachte VorgabenJa, ja immer schön um den heissen Brei herumreden. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus....
Sowohl Regionalverband als auch Regionalplan könnte man getrost abschaffen. Man findet ja doch immer eine fadenscheinige Begründung, warum etwas doch geht! - (47 Beiträge) | 15.02.2009 22:23Purzelbäume …..wenn ein Regionalplan schon 4 Jahren nach seiner Festlegung einen Purzelbaum von 180 Grad schlägt, weil ein Großinvestor in Stuttgart klüngelt, dann fehlt ihm und den Politikern, die diesen drehen wie es ihnen passt die Standfestigkeit.




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