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Karlsruhe Regionalkonferenz in Karlsruhe: Klimawandel am Oberrhein wird heftig

Mehr Hitzetage im Sommer und mehr Regen im Winter: Der Oberrheingraben ist nach Expertenmeinung eine der deutschen Regionen, in denen der Klimawandel in den kommenden Jahren besonders heftig spürbar werden wird. Im Rahmen einer Regionalkonferenz trafen sich in Karlsruhe deshalb Vertreter der Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, um Strategien zur Anpassung an die neuen Gegebenheiten zu entwickeln.

Rund 100 Millionen Euro stecke der Bund derzeit in die Forschung, um möglichst genau herauszufinden, welche Veränderungen der Klimawandel in Deutschland mit sich bringt, erklärte Helge Wendenburg, Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium, im Rahmen einer Pressekonferenz zur Regionalkonferenz "Klimawandel im Oberrheingraben" am Montag in Karlsruhe.

Herausgefunden habe man beispielsweise, dass je nach Region sich der Klimawandel völlig anders auswirken wird: Was am Oberrhein zunehmende Hitze im Sommer und mehr Regen im Winter bedeutet, heißt beispielsweise für die Küste höhere Meeresspiegel, deswegen sei der Bund sehr darauf bedacht, in Regionalkonferenzen Länder, Kreise und Kommunen für die jeweiligen Problematiken zu sensibilisieren und ihnen Anpassungsstrategien für die zu erwartenden Veränderungen mit auf den Weg zu geben. 

Klimawandel: Probleme und Chancen

"Fragen Sie mal einen Winzer, da kriegt so mancher glänzende Augen, wenn er an den Klimawandel denkt. Auch wenn vielleicht der gute, alte Trollinger auf der Strecke bleibt, bietet sich den Weinbauern aber auch den Obstbauern so die Chance, ganz neue Sorten anzubauen", erklärt Umweltminister Franz Untersteller auf die Frage nach den Chancen des Klimawandels. Fakt sei aber auch, dass heiße Sommer mit zahlreichen Starkregenereignissen und milde Winter mit viel Niederschlag Probleme mit sich bringen, mit denen man sich schon heute beschäftigen müsse, damit man vorbereitet sei, so der Minister weiter.

Trockenheit im Sommer stelle die konventionelle Landwirtschaft vor große Probleme und auch das Schädlingsaufkommen werde sich möglicherweise verändern. "Aber auch gesundheitlich bringt der Klimawandel Schwierigkeiten mit sich, man muss sich nur an den Jahrhundertsommer 2003 erinnern, in dem es so viele Hitzetote wie noch nie gab. Und da die Gesellschaft an sich auch immer älter wird, muss man da ganz neue Strategien entwickeln", so Untersteller weiter. Und auch im Hochwasserschutz müsse man eventuell umdenken.

Dieses Thema müsse man aber beispielsweise auch städtebaulich angehen, und für Kliniken oder Pflegeheime das Mikroklima einzelner Städte in die Standortwahl mit einbeziehen, aber auch mehr Grünflächen in Form von Frischluftschneisen aber auch an den Gebäude könnten das Klima in den Städten nachhaltig positiv beeinflussen, ergänzte Helge Wendenburg.

Und selbstverständlich verändert sich auch die Natur im Schatten des Klimawandels: Neue Arten siedeln sich an, alte verschwinden, unter anderem ein Problem, das die Stechmücken am Oberrhein betrifft. So ist, aufgrund klimatischer Veränderungen, auch die asiatische Tigermücke mittlerweile hier heimisch, die Krankheiten wie das Dengue-Fieber übertragen kann.

Baden-Württemberg besonders von Veränderungen betroffen

Man habe in Baden-Württemberg schon lange verstanden, dass man jetzt schon Strategien entwickeln muss, um auch im Kleinen auf den Klimawandel reagieren zu können: "Ein Beispiel macht deutlich, wie sehr wir hier im Land betroffen sind, während sich global die Durchschnittstemperatur in den vergangenen Jahren um 0,7 Grad erhöht hat, sind es in Baden-Württemberg im gleichen Zeitraum 1,1 Grad. Deshalb ist der Klimawandel hier schon lange Thema. 250.000 Euro werden in Studien investiert, um herauszufinden, was sich wie ändert und dann Anpassungsstrategien für das Land zu entwickeln. Die sollen schnellstmöglich 2013 und 2014 dann auch umgesetzt werden", so Untersteller weiter.

Die Regionalkonferenz soll länderübergreifend helfen, sich vor Ort mit den jeweils relevanten Themen auseinanderzusetzen und Kommunen, Kreise aber auch die Wirtschaft für die Thematik zu sensibilisieren. Und so haben Interessierte am Montag und Dienstag Gelegenheit,  im Karlsruher Kongresszentrum an Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen zum Thema teilzunehmen. Themen sind unter anderem: "Klimaanpassung auf regionaler und kommunaler Ebene", "Klimawandel in der Gesellschaft: Wahrnehmungsmuster und Anpassungsstrategien" und Workshops zu Wasser-, Land- und Forstwirtschaft und zur Gesundheit.

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